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40 Jahre politische Bildung

Bestellnummer: 4328
Autoren/Hrsg.: Stefan Schieren (Hrsg.)
unter Mitarbeit von: Uwe Andersen, Gotthard Breit, Klaus-Peter Kruber, Peter Massing, Anna Pfeiffer, Stefan Schieren, Johannes Varwick, Wichard Woyke
Erscheinungsjahr: 2007
Auflage: 1
Seitenzahl: 176
ISBN: 978-3-89974328-9
Reihe: politische bildung
Format: Broschur

Verfügbarkeit: lieferbar

19,80 €
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40 Jahre politische Bildung

Über das Buch

Abstracts

Walter Gagel: Die Gründung der Zeitschrift Politische Bildung in den Jahren 1964-1967
Der Anstoß, die Zeitschrift zu gründen, kam aus der Bildungspolitik, die auf antisemitische Umtriebe in der Bundesrepublik reagierte. Um ihnen entgegen zu wirken, erließ die Konferenz der Kultusminister 1962 Richtlinien für die Gemeinschaftskunde an Gymnasien, durch welche die politische Bildung in der Schule gestärkt werden sollte. Als Mitarbeiter des Lehrerfortbildungsinstituts von NRW war der Autor beauftragt, die Lehrer auf die neuartigen Aufgaben vorzubereiten. Die thematischen Kurse, die er veranstaltete, dienten ihm später als Vorbild für die Zeitschrift Politische Bildung mit ihren thematischen Heften, die fachwissenschaftliche Informationen und fachdidaktische Kategorien zur Übertragung in Lernprozesse vermitteln sollte.

Peter Massing: 40 Jahre Politikdidaktik - Auf dem Weg zur eigenständigen Wissenschaft
Der Beitrag gibt einen Überblick über die Geschichte der politischen Bildung und der Politikdidaktik in den letzten 40 Jahren. In der Analyse der jeweiligen Entwicklungsphasen, die von der sozialwissenschaftlichen Wende der politischen Bildung über die Etappen der Polarisierung bis zur pragmatischen Wende und der Pluralisierung der Politikdidaktik reichen, wird deutlich, wie die Politikdidaktik sich von einer überwiegend anwendungsorientierten Berufswissenschaft zu einer eigenständigen Grundlagenwissenschaft entwickelt hat. Heute ist die Politikdidaktik - neben einer nach wie vor wichtigen Praxisorientierung - gekennzeichnet durch eine zunehmende theoretisch-politikwissenschaftliche Fundierung sowie durch eine verstärkte empirische Orientierung, in deren Zentrum eine sich ausdifferenzierende politikdidaktische Lehr-Lernforschung steht.

Gotthard Breit: 2. Juni 1967 - Aufbruch wohin? 2. Juni 2007 - Ankunft wo?
Am 2. Juni 1967 und 40 Jahre später, am 2. Juni 2007, fanden in Deutschland (Berlin und Rostock) zwei große Demonstrationen statt, die teilweise sehr gewaltsam verliefen. Die Ähnlichkeit der Ereignisse führt zu der Frage: Hat sich in Deutschland in den letzten 40 Jahren wirklich nur sehr wenig verändert? Die Frage wird verneint. Die Auseinandersetzung mit der Vergangenheit des Dritten Reiches, die Politisierung der Gesellschaft nach 68, der RAF-Terrorismus und die Frauen-, Öko-, Friedens- und Anti-AKW-Bewegung haben die Demokratie in Deutschland stabiler gemacht als vor 40 Jahren.
On June 2nd 1967 and 40 jears later on June 2nd 2007 there were two huge demonstrations in Germany (Berlin and Rostock), that were in part very violent. The similarity of these events leads to the question: Over the last 40 jears has Germany changed so little? The answer is no. The confrontation with the past of the Third Reich, the politization of society after 1968, RAF-Terrorism and the women-, Eco-, peace- and anti-nuclear-energy-movements have stabilized democracy in Germany in comparison to 40 jears ago.

Wichard Woyke: 1967-2007 - Von den innerdeutschen Beziehungen zur deutschen Einheit
1967 regierte in Bonn eine Große Koalition aus CDU/CSU und SPD, die einer neuen Ostpolitik eine große Bedeutung zumaß und den Entschluss fasste, Verhandlungen und Verträge mit der DDR anzustreben. Die deutsch-deutschen Beziehungen entwickelten sich nach einer Eiszeit während des Kalten Krieges so zu einem geregelten Miteinander. Letztlich wurde das Ende der DDR durch den Dialog mit der Bundesrepublik Deutschland bereits in jenem Jahr eingeleitet. Die katastrophale ökonomische Entwicklung entzog der DDR ebenso wie die Reformen in der Sowjetunion und den übrigen Warschauer-Pakt-Staaten schließlich ihre innere Legitimation, sodass die Regierung den Protesten durch Bürgerrechtsgruppen und breite Bevölkerung nichts mehr entgegensetzen und die DDR ihren Status nicht weiter wahren konnte.

Uwe Andersen: Vierzig Jahre Stabilitäts- und Wachstumsgesetz
Das StWG von 1967 verkörperte bei seiner Verabschiedung 1967 einen Paradigmenwechsel zur Globalsteuerung der Marktwirtschaft, mit dem die Hoffnung auf eine krisenfreie prozesspolitische Steuerung der Wirtschaft verbunden war. In der Folgezeit wurde das „prozesspolitische Grundgesetz“ in der praktischen Umsetzung aus verschiedenen Gründen weitgehend ignoriert und unter veränderten ökonomischen Rahmenbedingungen und einem erneuten wirtschaftspolitischen Paradigmenwechsel nahezu vergessen. Im Beitrag werden nach einem Blick in die besonders spannende Entstehungsphase des Gesetzes die Neuerungen des StWG analysiert und die Erfahrungen bei der Anwendung ausgewertet, um schließlich unter Einbeziehung aktueller Diskussionen zu einer Gesamtbewertung zu gelangen.
The German StWG (law to further stability and growth of the economy) of 1967 marks a change of paradigm in economic policy („Globalsteuerung“). For different reasons this new basic law of economic policy was only partly put into practice, and in the end it was nearly forgotten. The author looks into the especially interesting process of law making, the new elements in the StWG, the experience in using its instruments, and gives an overall judgement taking into account actual discussions.

Stefan Schieren: Die Europäische Union nach 1967. Was der französiche Staatspräsident de Gaulle schon damals wusste
Im November 1967 lehnte der französische Staatspräsident zum zweiten Mal das Gesuch des Vereinigten Königreichs auf Beitritt zur damaligen EWG ab. Der Grund war, dass de Gaulle es als unmöglich erachtete, die EWG mit Großbritannien als Mitglied zu einem Erfolg werden zu lassen, den de Gaulle in einer stetig fortschreitenden Integration sah, um in Europa ein Gegengewicht zur Übermacht der USA zu errichten. Er sollte Recht behalten. Bis in unsere Tage erweist sich Großbritannien als widerspenstiger Partner, der einer Vertiefung der Gemeinschaft grundlegend im Weg steht.
In the fall of 1967 Charles de Gaulle, President of the Republic of France, for the second time refused to accept the British application to enter the European Economic Community. This was because de Gaulle rendered impossible to develop the EEC a political union to establish a European counterweight to the overwhelming power of the United States of America. Actually, in our days the United Kingdom of Great Britain and Ireland still is the awkward partner de Gaulle has seen in his days.

Johannes Varwick: 40 Jahre Harmel-Bericht: Die NATO unter Reformdruck
Die heutige NATO hat nicht mehr allzu viel mit der NATO gemein, die als reines Verteidigungsbündnis den politischen Status quo in Europa sichern sollte. Der Beitrag untersucht, ausgehend von der Debatte um den Harmel-Bericht aus dem Jahr 1967, die Veränderungen der Allianz und die gegenwärtigen Herausforderungen, vor denen die NATO steht. Was bedeuten die Bemühungen der EU, eine eigenständige Sicherheits- und Verteidigungspolitik aufzubauen, für den Bestand der NATO? Gibt es zwischen den Mitgliedstaaten noch eine gemeinsame Bedrohungswahrnehmung und einen Konsens über die Wahl der Mittel? Insgesamt wird deutlich, dass sich die Natur der Herausforderungen zwar grundlegend und unwiderruflich verändert hat, eine neue Standortbestimmung der Allianz unter dem Schlagwort Harmel II aber durchaus Berechtigung hat.

http://www.zeitschriftpolitischebildung.de/

Inhaltsübersicht

Bernward Debus: Vorwort

Walter Gagel: Die Gründung der Zeitschrift „Politische Bildung“ in den Jahren 1964-1967

Peter Massing: 40 Jahre Politikdidaktik - Auf dem Weg zur eigenständigen Wissenschaft
1. Konfliktdidaktik und sozialwissenschaftliche Wende
2. Ideologisierung, Politisierung und Polarisierung der Politikdidaktik
3. Pragmatische Wende, Krise und Pluralisierung
4. Die Wende und der Aufschwung der Politikdidaktik als Wissenschaftsdisziplin

Gotthart Breit: 2. Juni 1967 - Aufbruch wohin? 2. Juni 2007 - Ankunft wo?
1. Die 68-Revolte
2. Auswirkungen der 68-Revolte
3. Zusammenfassung

Wichard Woyke: Deutsche Einheit vor 40 Jahren

Uwe Andersen: Vierzig Jahre Stabillitäts- und Wachstumsgesetz
1. Zur Entstehung des StWG
2. Was war neu am StWG?
3. Das StWG in der Bewährung
4. Bilanz und Ausblick

Stefan Schieren: Die Europäische Union nach 1967. Was der französische Staatspräsident de Gaulle schon damals wusste
1. Einleitung
2. Ereignisse
3. Erweitern oder Vertiefen?
4. „Acquis communautaire“ versus „Parliamentary Sovereignty“? oder: Die Unklarheit über die Geltung und den Vorrang des europäischen Rechts
5. „Gemeinsame Außenpolitik“ versus „Special Relationship“? oder: Die Unmöglichkeit, die Essenz der eigenen Staatlichkeit aufzugeben

Johannes Varwick: 40 Jahre Harmel Bericht: die NATO unter Reformdruck
1. Einleitung
2. Der Harmel-Bericht: eine historische Einordnung
3. Die NATO im Jahr 2007: Streitpunkte und Strukturprobleme
4. Bilanz: der Harmel-Bericht und die Zukunft der NATO

Buchbesprechungen

Forum

Klaus-Peter Kruber: Politik- und Wirtschaftsdidaktik - ein schwieriges Verhältnis mit Entwicklungspotenzial. Anmerkungen zur aktuellen
Diskussion um das Fach Politik/Wirtschaft

Anna Pfeiffer: Zum Verhältnis von Geschichts- und Politikunterricht

Johannes Varwick: 50 Jahre Römische Verträge

Wichard Woyke: Wahl zur Bremer Bürgerschaft - erfolgreiche Linkspartei

Zu den Autoren

Dr. Uwe Andersen - Emeritierter Professor für Politikwissenschaft an der Ruhr-Universität Bochum, GC05/710, 44780 Bochum

Dr. Gotthard Breit - Emeritierter Professor für Politikwissenschaft und ihre Didaktik an der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg, Gerstäckerstr. 13, 38102 Braunschweig

Dr. Walter Gagel - Emeritierter Professor für Politische Bildung an der Technischen Universität Braunschweig. Im Asemwald 52/2, 70599 Stuttgart

Dr. Klaus-Peter Kruber - Professor für Wirtschaft/Politik und ihre Didaktik an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel, Westring 400, 24118 Kiel

Dr. Peter Massing - Professor für Politikdidaktik am Otto-Suhr-Institut der Freien Universität Berlin, Ihnestr. 22, 14195 Berlin; Anna Pfeiffer - derzeit Referendarin für die Fächer Geschichte,
Politische Weltkunde/Sozialkunde in Berlin, Linienstr. 156, 10115 Berlin

Dr. Stefan Schieren - Professor für Politikwissenschaft an der Katholischen Universtität Eichstätt-Ingolstadt, Ostenstrasse 26, 85072 Eichstätt

Dr. Johannes Varwick - Professor für Politikwissenschaft an der Christian-Albrechts-Universität Kiel, Olshausenstr. 40, 24098 Kiel

Dr. Wichard Woyke - Professor für Politikwissenschaft an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster, Schlossplatz 7, 48149 Münster