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Abnehmende Bevölkerung - zunehmende Probleme

Der demografische Wandel in Deutschland als Herausforderung

Bestellnummer: 4775
Autoren/Hrsg.: Peter Massing, Kerstin Pohl (Hrsg.)
unter Mitarbeit von: Steffen Angenendt, Gotthard Breit, Marco Düsterwald, Stefan Fuchs, Hans-Peter Gatzweiler, Heike Kahlert, Winfried Kluth, Tilman Mayer, Cornelia Mothes
Erscheinungsjahr: 2012
Auflage: 1
Seitenzahl: 160
ISBN: 978-3-89974775-1
Reihe: politische bildung
Format: Broschur

Verfügbarkeit: lieferbar

22,80 €
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Abnehmende Bevölkerung - zunehmende Probleme - Der demografische Wandel in Deutschland als Herausforderung

Über das Buch

Stefan Fuchs/Tilman Mayer: Schrumpfend, alternd, bunter – Demografischer Wandel in Deutschland. Ein Überblick
Wir werden weniger, älter und - aufgrund der Zuwanderung - auch heterogener ("bunter") - so lautet die Kurzformel für den "demographischen Wandel". Sie ist prägnant und beliebt, verstellt aber bisweilen den Blick auf die niedrige Fertilität als zentrale Ursache dieses Wandels, der vor allem einen drastischen Anstieg der Anteile der älteren und hochbetagten Menschen an der Gesamtbevölkerung bedeutet. Wer angesichts dessen Verluste an sozialer Dynamik und wirtschaftlicher Leistungskraft und Verteilungskonflikte befürchtet, muss mit dem Vorwurf des "Katastrophismus" rechnen. Seit den 1970er Jahren gründen die Hoffnungen auf steigenden Wohlstand in einer alternden Gesellschaft darauf, dass eine steigende Produktivität weiteres Wirtschaftswachstum ermöglicht. Angesichts der rückläufigen Produktivitätszuwächse und Wachstumsraten in den letzten Jahrzehnten erscheinen die Annahmen dieser "Produktivitätsstrategie" allerdings ausgesprochen optimistisch. Selbst wenn es gelingt das absolute Wohlstandsniveau weiter zu steigern, müssen die Jüngeren einen wachsenden Anteil ihres Einkommens für die Versorgung der Älteren aufwenden. Ein alterndes Gemeinwesen fordert von den Erwerbsfähigen mehr Solidarität mit den Älteren. Betrachtet man auch die Solidarität der Menschen als knappe Ressource, dann muss eine höhere Fertilität als gesellschaftspolitisch erstrebenswert gelten, denn nur auf diesem Weg lassen sich die asymmetrisch gewordenen Generationenverhältnisse langfristig wieder besser ausbalancieren.

The consequences of demographic change in Germany are often summarised as "fewer, older and more coloured". Though this slogan is not false, it does not reveal the main causation of the change which is: Low fertility leading to a growing proportion of elderly people in society. Those who expect less economic growth and prosperity because of ageing are often blamed as "defeatists". Since the 1970es the hope for increasing prosperity in ageing societies is grounded on rising productivity. Facing the falling rates of productivity and economic growth in the last decades this view appears to be too optimistic. Even if we succeed to raise the absolute living standard, younger generations will have to spend a rising proportion of their income on the care of the elderly. An ageing society demands more solidarity of the active population with the elderly. If we consider solidarity lifelike as a scarce resource, a higher fertility has to be aimed, because in the long run it is the only way to achieve a better balance of generations.

Heike Kahlert: Familienpolitik im demografischen Wandel am Beispiel Deutschlands
Im Beitrag wird erörtert, inwiefern die Familienpolitik seit der Nachkriegszeit auf den Geburtenrückgang seit den 1960er Jahren antwortet. Die Autorin zeichnet die Entwicklung der Familienpolitik in beiden deutschen Staaten bis zu deren Vereinigung und die Neuausrichtung der Familienpolitik seit der Jahrtausendwende mit Blick auf die Aufmerksamkeit für die Geburtenentwicklung nach. Gefragt wird schließlich, welchen Einfluss die Familienpolitik auf die Steuerung der Geburtenentwicklung nehmen kann.

The paper deals with the discussion to what extent the family policy since the postwar period answers to the decline in the birth-rate since the 1960s. The author traces the development of the family policy in both German states until their reunification and the reorientation of the family policy to more attention to the birth rate since the turn of the millennium. Finally she reconsiders if and how the family policy may influence the birth rate.

Steffen Angenendt: Demografischer Wandel und Zuwanderung
Die Schrumpfung und Alterung der Bevölkerung in Deutschland wird für Wirtschaft und Gesellschaft gravierende Folgen haben. Die politischen Handlungsmöglichkeiten sind begrenzt, aber die Frage, ob und wie Zuwanderung zur Bewältigung dieser Herausforderungen beitragen kann, wird bisher nicht systematisch genug erörtert. Ein Grund ist, dass die Ausweitung von Zuwanderung ein schwieriges Thema darstellt. Es können Spannungen zwischen Einheimischen und Zugewanderten entstehen, etwa Konflikte über Weltanschauungen und religiöse Praktiken, und es müssen höchst unterschiedliche wirtschaftliche und gesellschaftliche Interessen ausgeglichen werden. Zudem muss um die Zuwanderer geworben werden, was eine Willkommenskultur und eine entsprechende Integrationspolitik erfordert. Angesichts dieser Herausforderungen muss eine kohärente, langfristig ausgerichtete und europäisch abgestimmte Zuwanderungspolitik entwickelt werden, die nicht nur den Bedürfnissen Deutschlands entspricht, sondern auch die Interessen der Herkunftsländer und der Migranten wahrt. Nur wenn darauf geachtet wird, dass die Migration keine negativen Folgen für die Herkunftsländer hat, werden solche Programme auch nachhaltig sein.

The German population is ageing and shrinking rapidly. This can lead to serious social and economic repercussions. Options for political action are limited. However, the question of immigration as a contribution to solve the problem has not been discussed systematically enough, because the expansion of immigration remains a difficult issue. This is as well due to cultural and religious conflicts between natives and immigrants as to the fact that immigrants need to be recruited which requires a long-term, coherent European integration policy.

Winfried Kluth: Neue Gerechtigkeitsfragen auf Grund des demografischen Wandels
Der Beitrag gibt einen Überblick zu Gerechtigkeitsfragen, die im Zusammenhang mit den Auswirkungen des demografischen Wandels an Bedeutung gewinnen und auf die das politische System eine Antwort finden muss. Dabei geht es vor allem um die Gerechtigkeitsbeziehungen zwischen den Generationen, die als Fragen der sozialen Gerechtigkeit eingeordnet werden können. Es werden die verfassungsrechtlichen Kontexte dieser Debatte aufgezeigt.

The article deals with the complex relationship between intergenerational justice and demographic change. It explains the new issues of social justice, which are caused by dempographic change and explains the consitutional framework, within which the political system has to find a solution.

Hans-Peter Gatzweiler: Antworten auf den demografischen Wandel
Der demografische Wandel stellt viele Regionen vor große Probleme. Die Anpassung der sozialen und technischen Infrastrukturen, die Sicherung der Daseinsvorsorge, ist deshalb eine der zentralen Aufgaben der Raumordnungspolitik. Für die Bewältigung dieser Aufgabe kann sie auf eine Vielzahl von in Modellvorhaben praxiserprobten Lösungs- und Handlungsansätze zurückgreifen. Der Beitrag gibt einen Überblick über die wichtigsten Ergebnisse und politischen Handlungsempfehlungen in Bezug auf das Thema. Im Zusammenhang mit der 2012 von der Bundesregierung beschlossenen Demografiestrategie werden weiterführende Überlegungen zu einem integrierten ressortübergreifenden Förderprogramm zur Unterstützung der vom demografischen Wandel besonders betroffenen Regionen angestellt.

Demographic change, that means population decline and ageing, presents a great problem for many regions. Adapting social and technical infrastructures, securing services of general interest therefore count among the central tasks of spatial plannning. In order to tackle these task, politicians may fall back upon a variety of solutions and approaches for action tested in the context of model projects in the field of spatial planning. The article presents the most important results and political recommendations resulting from them in the field of demographic change and services of general interest. Following the strategy on demography adopted by the German Federal Government in 2012, the possibility of an integrated funding programme spanning several political areas of responsibility will be analysed. It is supposed to support urban and rural regions particularly affected by the demographic change.

Unterrichtspraxis
Marco Düsterwald: Der demografische Wandel in der politischen Bildung
Politische Bildung und demografischer Wandel sind eng verknüpft. Der Artikel befasst sich mit der Darstellung von Inhalten und Methoden katholisch-sozialer politischer Bildungsarbeit, die auf Bundesebene gesammelt und in einer Datenbank eingepflegt wurden. Daneben geht es um die Möglichkeit des Einsatzes von Demografie als Gegenstand der Seminargestaltung.

Political education and demographic change are strongly linked to each other. The article deals with the representation of contents and methods of catholic-social political educational work, which were collected on federal level and entered in a data base. Beside that it deals with the possibility of the employment of demography as subject of the seminar organization.

Gotthard Breit: Vorschläge und Materialien für eine Unterrichtseinheit in der gymnasialen Oberstufe zum Themenbereich Demografie
In der Unterrichtseinheit untersuchen die Schülerinnen und Schüler die Lebensumstände berufstätiger Frauen. Sie arbeiten die Vereinbarkeit von Beruf und Familie als Problem heraus. Anschließend analysieren und beurteilen sie Maßnahmen der Politik zur Lösung des Problems.

The article presents a teaching unit focusing on the problem of reconciling work and family life for women in Germany. In a first step the students investigate the living conditions of working women. They explore the problem of balancing work and family, which strains demographic development in Germany. In a following step the students analyze and assess policies which aim to solve this problem.

Forum
Gotthard Breit: Die Beschäftigung mit habituellen Dispositionen - eine vernachlässigte Aufgabe in der Politikdidaktik
Die habituelle Disposition hat sich in Deutschland nach 1945 radikal verändert. Aus Untertanen wurden Bürgerinnen und Bürger in einer Demokratie. Zu dieser Veränderung hat seit über 60 Jahren auch die politische Bildung beigetragen. Gegenwärtig erfährt die habituelle Disposition eine Erweiterung. Die politische Bildung muss ihre Aufgaben darauf umstellen.

Wolfgang Donsbach u.a.: "If news is that important, it will find me"? Nachrichtennutzung und -wissen junger Menschen in Deutschland
Aus demokratietheoretischer Sicht sehen sich die Bürger eines Gemeinwesens einem Informationsanspruch gegenüber, der es ihnen erlaubt, ihre Partizipation im politischen System auf Basis eines hinreichenden Wissensstandes zu gestalten. Unsere repräsentative Befragung der deutschen Bevölkerung (N=1.800), die konkretes Wissen über aktuelle Nachrichten maß, zeigt jedoch ein geringes Interesse an öffentlichen Themen. Sowohl die allgemeine Aufmerksamkeit für aktuelle Nachrichtenthemen als auch das konkrete Informationsverhalten und Wissensniveau sind dabei in starkem Maße altersabhängig.

From the point of view of democratic theory citizens are expected to get informed about politics and current affairs in order to have sufficient foundation for their participation in the political system. In contrast to this popular normative claim, data from a representative survey of 1.800 German citizens in which we measured awareness and knowledge of concrete news items reveals low levels of interest in political news. News awareness as well as information intake and knowledge correlate strongly with age

Inhaltsübersicht

Demografischer Wandel in Deutschland

Stefan Fuchs/Tilman Mayer: Schrumpfend, alternd, bunter - Demografischer Wandel in Deutschland. Ein Überblick
1. Demografie als politische Gestaltungsaufgabe
2. Alterung - Belastungsprobe für die innergesellschaftliche Solidarität
3. Niedrige Fertilität als politische Herausforderung

Heike Kahlert: Familienpolitik im demografischen Wandel am Beispiel Deutschlands
1. Bevölkerungsentwicklung als Problem - Familienpolitik als Lösung?
2. Leitbild "egalitäre Doppelernährerfamilie" - Familienpolitik in der DDR
3. Leitbild "männliche Ernährerfamilie" - Familienpolitik in Westdeutschland
4. Leitbild "Zwei-Verdiener-Familie" - "Nachhaltige Familienpolitik" im vereinten Deutschland
5. Geburtenförderung durch Entfamilisierung? Sozialdemokratisierung des konservativen deutschen Wohlfahrtsstaatsregimes

Steffen Angenendt: Demografischer Wandel und Zuwanderung
1. Fehlwahrnehmungen der bisherigen Migrationspolitik
2. Politische Herausforderungen
3. Gestaltungselemente einer demografisch orientierten Zuwanderungspolitik
4. Fazit und Handlungsempfehlungen

Winfried Kluth: Neue Gerechtigkeitsfragen auf Grund des demografischen Wandels
1. Überlebenskampf - Wachstum - Schrumpfen
2. Spezifische Gerechtigkeitsfragen in einer schrumpfenden und alternden Gesellschaft
3. Generationengerechtigkeit: Begriff und Gegenstand
4. Der Theorierahmen der Diskussion
5. Vorgaben des Verfassungsrechts
6. Vorgaben des europäischen Unionsrechts
7. Die gesetzgeberische Ausgestaltung von Generationengerechtigkeit in einzelnen Lebensbereichen und ihre Alternativen
8. Wie sinnvoll ist ein Staatsziel Generationengerechtigkeit?

Hans-Peter Gatzweiler: Antworten der Raumordnung auf den demografischen Wandel
1. Sicherung der Daseinsvorsorge - ein zentrales politisches Handlungsfeld
2. Sicherung der Daseinsvorsorge - Impulse durch Modellvorhaben
3. Auf dem Weg zu einem integrierten ressortübergreifenden Förderprogramm?

Unterrichtspraxis
Marco Düsterwald: Der demografische Wandel in der politischen Bildung. Methoden und Anregungen für neue Lernorte und -möglichkeiten

Gotthard Breit: "Wenn man gut ist, hat man immer noch dieses Manko", die Kinder eben! Vorschläge und Materialien für eine Unterrichtseinheit in der gymnasialen Oberstufe zum Themenbereich Demografie

Buchbesprechungen aus Fachwissenschaft und Fachdidaktik, u.a.
Sammelrezension zum Thema Demografie und Einwanderung

Forum
Gotthard Breit: Die Beschäftigung mit habituellen Dispositionen - eine vernachlässigte Aufgabe in der Politikdidaktik

Wolfgang Donsbach/Mathias Rentsch/Cornelia Mothes/Cornelia Walter: "If news is that important, it will find me"? Nachrichtennutzung und -wissen junger Menschen in Deutschland

Zu den Autoren

Steffen Angenendt
Senior Associate der Forschungsgruppe Globale Fragen der Stiftung Wissenschaft und Politik (SWP), Ludwigkirchplatz 3-4, 10714 Berlin

Dr. Gotthard Breit
Emeritierter Professor für Politikwissenschaft und ihre Didaktik an der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg; Gerstäckerstr. 13, 38102 Braunschweig

Dr. Wolfgang Donsbach
Professor und Direktor des Instituts für Kommunikationswissenschaft der Technischen Universität Dresden, Zellescher Weg 17, 01069 Dresden

Marco Düsterwald

Stefan Fuchs
Doktorand am Institut für Politische Wissenschaft und Soziologie der Universität Bonn, Lennéstraße 27, 53113 Bonn

Hans-Peter Gatzweiler
Leitender Wissenschaftlicher Direktor a.D. des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) in Bonn, Stresemannstr. 34, 53840 Troisdorf

Dr. Heike Kahlert
Lehrstuhlvertretung für Soziologie am Institut für Soziologie der Ludwig-Maximilians-Universität München, Konradstr. 6, 80801 München, www.heike-kahlert.de

Winfried Kluth

Dr. Gert Krell
em. Professor für Internationale Beziehungen im Fachbereich Gesellschafts­wissenschaften der Goethe-Universität Frankfurt/M., Im Langgewann 37, 65719 Hofheim, www.gert-krell.de

Dr. Tilman Mayer
Professor für Politische Theorie, Ideen- und Zeitgeschichte an der Universität Bonn, Lennéstraße 27, 53113 Bonn

Cornelia Mothes
Doktorandin und wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Kommunikationswissenschaft der Technischen Universität Dresden; Zellescher Weg 17, 01069 Dresden

Mathias Rentsch/Cornelia Walter
Doktoranden und ehemalige wissenschaftliche Mitarbeiter am Institut für Kommunikationswissenschaft der TU Dresden, Zellescher Weg 17, 01069 Dresden