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Afrika

Verlorener Kontinent oder Hoffnung auf "Renaissance"?

Bestellnummer: 637
Autoren/Hrsg.: Uwe Andersen (Hrsg.)
Erscheinungsjahr: 2002
Auflage: 1
Seitenzahl: 128
ISBN: 978-3-87920-637-7
Reihe: politische bildung
Format: Broschur

Verfügbarkeit: lieferbar

19,80 €
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Afrika - Verlorener Kontinent oder Hoffnung auf "Renaissance"?

Über das Buch


Neben den Aufsätzen zum Schwerpunktthema enthält das Heft mit dem Titel Afrika auch einen Beitrag für die Praxis. Geboten werden didaktische Überlegungen, Materialien und Buchbesprechungen zum Schwerpunktthema. Lesen sie im Folgenden die Zusammenfassungen der Beiträge. Eine genaue Inhaltsübersicht entnehmen Sie bitte der gleichnamigen Rubrik weiter unten auf diesen Internetseiten.

Abstracts/ Inhaltsangaben:

Franz Ansprenger: Die politische Entwicklung Afrikas in historischer Perspektive
Nach Einführung in das methodische Problem, AfrikasGeschichte aus schriftlichen und mündlichen Quellen zu erschließen, werden Auswirkungen auf die aktuelle Politik aus vorkolonialer Zeit (insbesondere dem 19. Jahrhundert), aus dem Trauma des Sklavenhandels, aus der kurzen Epoche etablierter kolonialer Herrschaft, aus der Zeit der Befreiungsbewegung (1945-60) und aus der nachkolonialen Ära der Diktaturen untersucht. Der Aufsatz schließt mit einer Einschätzung der seit ca.
1985 aktiven neuen afrikanischen Demokratiebewegung.

Uwe Andersen/Viviane Brunne: AIDS – die neue Geißel Afrikas
Als gäbe es in Afrika nicht schon genügend Entwick-lungshindernisse, ist nun mit der AIDS-Epidemie noch eine neue Katastrophendimension hinzugekommen. Dabei sind die Verbreitung, die Ursachen und die Strategien im Umgang mit der Epidemie keineswegs einheitlich. Der Beitrag verdeutlicht, wie stark, aber auch wie unterschiedlich sich die Epidemie in Afrika ausbreitet. Ursachen und Folgen sind eng verwoben und betreffen alle gesellschaftlichen Bereiche. Der Beitrag widmet sich dann der Frage nach wirksamen Strategien im Umgang mit HIV/AIDS. Innovative Lösungsansätze gibt es sowohl auf der Ebene der internationalen Organisationen als auch in der deutschen Entwicklungszusammenarbeit. Diese sind jedoch vor allem dann erfolgversprechend, wenn sie in umfassende Programme auf nationaler Ebene eingebunden sind, wie zwei Länderbeispiele zeigen.

Rolf Hofmeier: Entwicklungszusammenarbeit in Afrika zwischen enttäuschten Hoffnungen und neuen Orientierungen
Die Ergebnisse der bisher vierzigjährigen Entwicklungspolitik in Afrika sind generell ausgesprochen enttäuschend. Alle internationalen Hilfsmaßnahmen haben keine beschleunigte Sozial- und Wirtschaftsentwicklung des Kontinents herbeiführen können. Von vielen Kritikern wird daher die Effektivität der Hilfsprogramme grundsätzlich infrage gestellt. Tatsächlich haben die Geberorganisationen im Lauf der Jahre immer wieder neue Strategien und Vorgehensweisen entwickelt, um sich veränderten globalen und afrikanischen Rahmenbedingungen anzupassen und eine bessere Erfolgsbilanz vorweisen zu können. Zentrale Leitideen der letzten Jahre waren vor allem ausgerichtet auf ökonomische Strukturanpassungsprogramme, Entschuldung, Armutsbekämpfung und Forderung nach „guter Regierungsführung“ als politische Vorbedingung für effektive Entwicklungserfolge. Die offensichtliche Differenzierung Afrikas in unterschiedlich erfolgreiche bzw. problematische Ländergruppen findet ihren Reflex in klaren Schwerpunktsetzungen auf der Geberseite und in der Bereitschaft zu neuen Modalitäten der Kooperation in den als vergleichsweise erfolgreich identifizierten Ländern. Es ist heute allgemeiner Konsens, dass die Entwicklungshilfe vor allem in den Ländern eine positiv-unterstützende Wirkung erzielen kann, wo die „richtigen“ Rahmenbedingungen für eine gesamtgesellschaftliche Entwicklungsorientierung gegeben sind. Auch durch politische Auflagen der Geber können diese Bedingungen aber nicht erzwungen werden. In großen Teilen des Kontinents stößt daher die konventionelle Entwicklungszusammenarbeit weiter an enge Grenzen.

Armin K. Nolting: Demokratisierung und Demokratisierungshilfe
Seit dem Epochenjahr 1989 waren und sind in zahlreichen Staaten Afrikas Demokratisierungsprozesse zu beobachten. Einige Demokratisierungsversuche sind (vorerst?) gescheitert, andere Reformprozesse waren erfolgreich, ihre Resultate müssen sich aber noch bewähren. Der Beitrag zeichnet die vielfältigen Formen der Demokratisierung in Afrika nach, diskutiert ihre Ursachen und Bestimmungsfaktoren unter Bezugnahme auf die wissenschaftliche Debatte und skizziert den gegenwärtigen Stand der Demokratie in Afrika. Nachfolgend werden Maßnahmen internationaler Akteure, die im Rahmen ihrer Entwicklungspolitik Demokratisierungshilfe in Afrika leisten, ausdifferenziert und auf ihre Wirksamkeit hin befragt.

Cristof Hartmann: Südafrika: Von der Apartheid zur Demokratie
Die aktuellen politischen und gesellschaftlichen Entwicklungen in Südafrika bleiben in vielfältiger Weise von einigen spezifischen Erblasten aus der Zeit vor 1990 geprägt: Hierzu gehören die Politik der Rassentrennung (Apartheid), die Bildung der Homelands, und die Destabilisierung des regionalen Umfelds Südafrikas. Die neue demokratische Ordnung hat sich seit dem Machtwechsel 1994 erstaunlich gut konsolidieren können, sieht sich aber weiterhin mit unterschiedlichen Erwartungen über das Ausmaß sozialen und wirtschaftlichen Wandels konfrontiert. Problematisch sind das Ausbleiben einer starken Opposition, das extreme Wohlstandsgefälle zwischen den Provinzen, eine eher im Protest als formaler Partizipation geübte Zivilgesellschaft und das hohe gesellschaftliche Gewaltpotenzial.

Jacqueline Jansen: Die südafrikanische Wahrheitskommission im Politikunterricht. Eine Unterrichtseinheit
Die südafrikanische Wahrheits- und Versöhnungskommission war ein bislang einmaliger Versuch der Vergan-genheitsbewältigung und Aufarbeitung eines Unrechtsregimes. Sie eignet sich in hervorragender Weise als Lerninhalt für den Politikunterricht, da sie den Schülern die Folgen des Apartheidstaates vor Augen führt und gleichzeitig dazu anregt, über die Grundlagen von Demokratie und Rechtsstaatlichkeit nachzudenken. Es bietet sich außerdem an, Vergleiche zu anderen Formen der Vergangenheitsbewältigung – z.B. in der BRD – anzustellen und deren jeweilige Vor- und Nachteile zu diskutieren. Die vorliegenden Materialien schaffen einen einführenden Überblick über Ziele und Arbeit der Wahrheitskommission, zeigen in einem zweiten Schritt aber auch kritische Aspekte und Schwächen dieser Institution.

Wolf Kaiser: Politische Bildung gegen Rechtsextremismus. Studientage im Haus der Wannsee-Konferenz
Der Beitrag diskutiert, wie und unter welchen Bedingungen die Beschäftigung mit dem Nationalsozialismus und seinen Verbrechen zur Bekämpfung des Rechtsextremismus beitragen kann. Darüber hinaus werden Konzepte von Studientagen vorgestellt, die den heutigen Rechtsextremismus auch direkt thematisieren, indem sich die Teilnehmenden mit Kontinuitätslinien rechter Ideologie, mit der Relativierung der NS-Verbrechen und mit Geschichtsfälschungen, mit der „rechten“ Jugendkultur, insbesondere mit einschlägiger Musik, oder mit Biographien von Rechtsradikalen und Aussteigern
aus der „Szene“ befassen. Abschließend wird auf die Notwendigkeit hingewiesen, Lehrerinnen und Lehrer aller Fachrichtungen über den Rechtsextremismus und Möglichkeiten zu seiner Bekämpfung zu informieren

http://www.zeitschriftpolitischebildung.de/

Inhaltsübersicht

Uwe Andersen: Einführung: Afrika – „verlorener Kontinent“ oder Hoffnung auf „Renaissance“?

Franz Ansprenger: Die politische Entwicklung Afrikas inhistorischer Perspektive
1. Einleitung: Ein alter Kontinent mit kurzem Gedächtnis?
2. Vorkoloniale Harmonie – Überlieferung oder Mythos?
3. Sklavenhandel – Wurzel allen Übels?
4. Kolonialherrschaft – Erschließung oder Verkrüppelung?
5. Befreiung – oder Ballastabwurf?
6. Patrimonialismus, Populismus – oder einfach Diktatur?
7. Fazit: Die neue Demokratiebewegung

Uwe Andersen/Viviane Brunne: AIDS – die neue Geißel Afrikas
1. Einleitung: Die Problemdimension
2. Verbreitung von HIV/AIDS in Afrika
3. Die Folgen
4. Strategien im Umgang mit der Epidemie

Rolf Hofmeier: Entwicklungszusammenarbeit in Afrika zwischen enttäuschten Hoffnungen und neuen Orientierungen
1. Strukturanpassung, Entschuldung und Aspekte einer globalen Strukturpolitik
2. Politische Rahmenbedingungen der Entwicklungszusammenarbeit und Erkenntnisse über die Wirksamkeit der Hilfe
3. Neue Prinzipien und Modalitäten internationaler Entwicklungszusammenarbeit
4. Ausblick

Armin K. Nolting: Demokratisierung und Demokratisierungshilfe
1. Einleitung
2. Demokratisierung in Afrika
3. Internationale Demokratisierungshilfe in Afrika
4. Ausblick: Die Zukunft der Demokratie und Demokratisierungshilfe in Afrika

Christof Hartmann: Südafrika: Von der Apartheid zur Demokratie
1. Aufstieg und Niedergang des Apartheidsregimes
2. Der Übergangsprozess 1990-1994
3. Politik im neuen Südafrika
4. Ausblick

Politische Bildung und ihre Praxis
Jacqueline Jansen: Die südafrikanische Wahrheitskommission im Politikunterricht. Eine Unterrichtseinheit
1. Einleitung
2. Didaktische Überlegungen
Materialien zur Unterrichtseinheit, zusammengestellt von Jacqueline Jansen

Buchbesprechungen
Sammelbesprechung zum Themenschwerpunkt
ILIFFE, JOHN: Geschichte Afrikas
MABE, JACOB E. (HRSG.): Das Afrikalexikon. Ein Kontinent in 1000 Stichworten
INSTITUT FÜR AFRIKAKUNDE/CORD JAKOBEIT (HRSG.): Afrika-Jahrbuch 2000 (von Christof Hartmann)

Besprechungen zur Fachwissenschaft
KLAUS-BERNHARD ROY: Sozialintegrative Demokratie (von Dietmar Fricke)
DIETMAR FRICKE: Globalisierung und Bürgerkriege (von Gerald Seidler)
Besprechung zur Fachdidaktik
GERHARD HIMMELMANN: Demokratie-Lernen als Lebens-, Gesellschafts- und Herrschaftsform (von Hans-Werner Kuhn)

Allgemeiner Teil
Forum:
Wolf Kaiser: Politische Bildung gegen Rechtsextremismus. Studientage im Haus der Wannsee-Konferenz

Zu den Autoren

Dr. Uwe Andersen, Professor für Politikwissenschaft an der Ruhr-Universität Bochum
Dr. Franz Ansprenger, L Professor em. für Internationale Politik, Freie Universität Berlin
Viviane Brunne Doktorandin am Institut für Entwicklungsforschung und Entwicklungspolitik, Ruhr-Universität Bochum
Dr. Christof Hartmann wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Entwicklungsforschung und
Entwicklungspolitik, Ruhr-Universität Bochum
Dr. Rolf Hofmeier, Ehemaliger Direktor (bis 2000) des Institut für Afrika-Kunde,
Dr. Wolf Kaiser Stellvertretender Leiter der Gedenk- und Bildungsstätte „Haus der Wannsee-Konferenz“
Dr. Armin K. Nolting, GTZ-Mitarbeiter in einem malawisch-deutschen Projekt zur Förderung des Demokratisierungs- und Dezentralisierungsprozesses