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Alternativen in der historisch-politischen Bildung

Mainstream der Geschichte: Erkundungen – Kritik – Unterricht

Bestellnummer: 4951
Autoren/Hrsg.: Peter Schulz-Hageleit
Erscheinungsjahr: 2014
Auflage: 1. Aufl.
Seitenzahl: 304
ISBN: 978-3-89974951-9
Klassenstufe: Sek. I+II
Reihe: Wochenschau Wissenschaft
Format: Broschur

Verfügbarkeit: Lieferbar

32,80 €
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Alternativen in der historisch-politischen Bildung

Über das Buch

Alternativlosigkeit ist gegenwärtig ein häufig gebrauchtes Begründungsmuster, um politische Entscheidungen zu legitimieren, die angeblich so und nicht anders gefällt werden können. Handlungszwänge der Gegenwart werden dadurch als unumgehbar deklariert und ungebrochen in eine Zukunft projiziert, die dann so und nicht anders wird sein können. Wenn Alternativen nicht mehr ins Blickfeld geraten, droht ein ideologischer Totalitarismus die Macht zu übernehmen, weil Möglichkeiten abweichenden Denkens und Handelns gar nicht mehr wahrgenommen werden.
Im vorliegenden Band liefert der Autor ein Plädoyer für das Denken in Alternativen als ein Primärziel der historisch-politischen Bildung. Was früher gewesen ist, können wir zwar faktisch nicht mehr ändern. Ändern können wir aber uns selbst in unserer Einstellung zur Vergangenheit. Die Lebendigkeit des Erkenntnisinteresses und die Fragehaltung sind das Wesentliche. Wer unter oder neben dem, was sich „siegreich“ durchgesetzt hat, keine „alternativen“ Lebensformen anerkennen und würdigen kann, der kann zur Geschichte als Emanzipationsprozess nichts beitragen.

Inhaltsübersicht

1. Einleitung: Buchtitel, Inhaltsübersicht, Textauswahl


I. Verantwortung für Wahrheit und Leben

2. Verantwortung: historisch-deskriptiv, existenziell-moralisch, psychoanalytisch-therapeutisch, pädagogisch-didaktisch

3. Albert Camus und die Sinnlosigkeit(en) unseres Lebens (2009)

4 Ödipale Machtkämpfe und intellektuelle Lebensthemen

5. Verantwortung als Lustgewinn! Wie ist das zu verstehen? (2012)


II. Krieg und Frieden

6. Zum Verhältnis von innerem und äußerem Frieden (1988)

7. Der Beitrag des Geschichtsunterrichts zur Friedenserziehung: Thesen – Dokumente der Politik – Friedensgebote der Vergangenheit als Unterrichtsthemen (1982)

8. Zur Dimension des Gewissens im historisch-politischen Wissen (1992)

9. Säkularisierung – ein Beitrag zur Stärkung des Friedens (2007)


III. Geschichtsbewusstsein

10. Vom Trauma der Kindheit zur Nachdenklichkeit des Alters: Zur Psychogenese und Psychohistorie früher Lebenserfahrungen im 2. Weltkrieg und im Nationalsozialismus

11. „Fortschritt“ als humanistische Selbstverpflichtung (2010)

12. Können wir aus Geschichte lernen? Trauer als psychohistorische Utopie (1988-2013)

13. Ist es realistisch, mit einer „menschlich-sozialen Evolution“ zu rechnen? Ein Blick in die ferne Zukunft

14. Selbstdarstellung versus Rekonstruktion einer „Gegenwelt“: Das Eigene und das Andere/Fremde – Zwei konträre Narrative und der Holocaust als gemeinsamer „Subtext“


IV. Lernen – Bildung – Unterricht

15. Aufruf zum Widerstand (1981)

16. Der Lehrer als „Systemveränderer“ – Schimpfwort oder Leitvorstellung?

17. Subjektorientierung? Ja, aber auch für Lehrerinnen und Lehrer!

18. Zehn Thesen zum Verhältnis von politischer und historischer „Bildung“ (1978)

19. Werturteilsbildung und Urteilskompetenz (2011)

20. Zur Didaktik des Unterrichtsgesprächs und der Arbeit an Texten

 

V. Rückblick – Ausblick

21. Rousseau oder Voltaire? Nein, Rousseau und Voltaire!

22. Alternativen, Utopien und: „Geschichtswahrheiten“

 

Anhang: Ergänzende Materialien und Informationen zu einzelnen Kapiteln

Nachweise

Literatur

Index

Zu den Autoren

Peter Schulz-Hageleit, Dr. phil., von 1975-2007 Professor für Geschichtsdidaktik an der Pädagogischen Hochschule Berlin und der Technischen Universität Berlin; Engagement für das freiwillige Berliner Schulfach Humanistische Lebenskunde; 1998-2003 Präsident der Humanistischen Akademie Berlin; Forschungs- und Arbeits­­schwerpunkte: u.a. Aufarbeitung der NS-Vergangenheit, Humanismus als Denk- und Lebensform.

Stimmen zum Buch

"Insgesamt liegt hier eine Sammlung von Texten vor, die sich nicht an den üblichen didaktischen Begriffen orientieren und die sich auch nicht den üblichen theoretischen Kontroversen unterwerfen, sondern lebendige, kritische Entwürfe einer integrativen Geschichts- und Politikdidaktik vermitteln."

Gerhard Himmelmann, Politik unterrichten

"Die insgesamt 21 Textbeiträge konfrontieren den Leser mit den bildungspolitischen Diskussionen der letzten Jahrzehnte und versetzen ihn durch die zahlreich angeführten Beispiele, Ausführungen und Erklärungen in die Lage, zu erahnen und nachzuvollziehen, welch großes Potential im Denken in Alternativen liegt."

Norbert Parschalk, geschichte für heute 3/2015

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