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Antisemitismus

Präsenz und Tradition eines Ressentiments

Bestellnummer: 40104 (Buch) / 40105 (PDF) / 40268 (EPUB)
Autoren/Hrsg.: Wolfgang Benz
Erscheinungsjahr: 2015
Auflage: 1. Auflage
Seitenzahl: 256
ISBN: 978-3-7344-0104-6 (Buch) / 978-3-7344-0105-3 (PDF) / 978-3-7344-0268-5 (EPUB)

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Antisemitismus

Über das Buch

Judenfeindschaft aus unterschiedlichen Motiven – religiösem Ressentiment, kulturellem Vorbehalt, ökonomischer und sozialer Ausgrenzung, rassistischem Hass – kulminierte unter nationalsozialistischer Ideologie im 20. Jahrhundert im Völkermord. Der Judenhass lebte fort, daneben entstand nach dem Holocaust ein mit neuen Argumenten operierender Antisemitismus, der Scham- und Schuldgefühlen entspringt. Der oft beschworene „neue Antisemitismus“ ist dagegen nichts anderes als die monotone Judenfeindschaft mit ihren Stereotypen, Legenden, Unterstellungen und Schuldzuweisungen, die sich in Jahrhunderten entwickelt hat.

Antisemitismus ist ein zentrales Element des Rechtsextremismus, aber er kommt aus der Mitte der Gesellschaft. Doch  nicht nur Judenhasser bieten Anlass zur Sorge. „Islamkritiker“ denunzieren pauschal alle Muslime als Judenfeinde und Überengagierte versuchen, Antisemitismus auf die Haltung gegenüber Israel zu verengen und beziehen in ihr Verdikt jede kritische Haltung zur israelischen Politik mit ein.

Objektive Kriterien, was Antisemitismus ist, wie er sich historisch entfaltete, in welchen Formen er vorkommt, wie Judenfeindschaft von Israelkritik abzugrenzen ist, sind für eine differenzierte Betrachtung unentbehrlich. Informationen und Argumente dazu finden sich in diesem Buch.

Inhaltsübersicht

Einleitung 

1. Begriffe und Definitionen

2. Religion und Judenfeindschaft: Antijudaismus von der Antike bis zur Neuzeit

Ritualmordlegenden
Das Anderl von Rinn
Hostienfrevel  
Jud Süß     
Talmudhetze     

3. Rasse und Judenfeindschaft:
    Der moderne Antisemitismus als antiemanzipatorische und antimoderne Ideologie  

Rassismus und „Judenfrage“: Argumente gegen die Emanzipation   

4. Gesellschaft und Judenfeindschaft in Europa

Die Dreyfus-Affäre    
Pogrome im Zarenreich     
Die „Protokolle der Weisen von Zion“     
Judenfeindschaft in Polen     

5. Erster Weltkrieg und Weimarer Republik: Antisemitismus auf dem Weg zur Staatsdoktrin in Deutschland     

Der Miesbacher Anzeiger     
Eine jüdische Karriere in Deutschland: Walther Rathenau     
Der Fall Gumbel     
Ein Antisemitentag in Wien     

6. Ausgrenzung und Diskriminierung: Juden im Nationalsozialismus    

„Juden sehen Dich an“     
Diskriminierung durch Propaganda     
Rassenkunde     
Die Rücknahme der Emanzipation    
„Der ewige Jude“
Zerrbilder vom Juden   

7. Ideologie und Genozid: Der Judenmord    

Der Novemberpogrom 1938    
Die „Endlösung der Judenfrage“    

8. Antisemitismus nach dem Holocaust    

Jüdisches Leben in Deutschland nach 1945    
Die Allensbach-Umfrage 1949    
Die Möllemann-Affäre     
Ein patriotisches Projekt    
Sonderwege: Antisemitismus in der Schweiz    

9. Linker Antisemitismus und Antizionismus     

10. Israelkritik und Antisemitismus    

Lyrische Intervention   

11. Judenfeindschaft von Muslimen    

12. Holocaustleugnung    

13. Bekämpfung des Antisemitismus    

Engagement gegen Judenfeindschaft    
Der Abwehrverein    
Der Centralverein    
Strategien gegen Judenfeindschaft nach dem Holocaust    

14. Wege der Antisemitismusforschung   

Bibliographie

Zu den Autoren

Prof. Dr. Wolfgang Benz
ist Historiker. Er lehrte bis 2011 an der TU Berlin und leitete dort das Zentrum für Antisemitismusforschung. Zahlreiche Veröffentlichungen zur deutschen Geschichte im 20. Jahrhundert, zum Holocaust und zur Ressentimentforschung.

Stimmen zum Buch

„Der Historiker Wolfgang Benz – bis 2011 Leiter des Zentrums für Antisemitismus-Forschung an der Technischen Universität Berlin – ist weiterhin aktiv. Zum Glück, muss man als Leser seiner Werke sagen. Denn auch was er neuerdings wieder als kurze Geschichte des Antisemitismus vorgelegt hat, ist präzise und informativ genug, um es allen Interessierten, vor allem aber Lehrkräften an Schulen und Bildungseinrichtungen, wärmstens zu empfehlen.“

Bernd Ulrich, Historische Zeitschrift, 304/2

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