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Armut in Wohlstandsgesellschaften

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Armut in Wohlstandsgesellschaften

Über das Buch

War die Armutsforschung lange Zeit nur ein Themenfeld der Randgruppenforschung, ist Armut längst zum zentralen Thema der Sozialstruktur- und Ungleichheitsforschung geworden. Es hat den Anschein, dass sich Armut immer mehr in unserer Gesellschaft verfestigt. Gleichzeitig steigen Gehälter und Tantiemen in Vorstandsetagen und die immens ungleiche Verteilung des Geld-, Immobilien- und Produktivvermögens nimmt zu. Hinzu kommt ein tief gespaltener Arbeitsmarkt. Längst nicht alle Beschäftigten profitieren von der wirtschaftlichen Prosperität, der Niedriglohnsektor wächst weiter, prekäre Beschäftigungsverhältnisse nehmen zu.

Genau diese Entwicklung lässt die Frage nach der sozialen Gerechtigkeit lauter werden und wird mit unterschiedlichem Fokus von den Autorinnen und Autoren diskutiert. Ein lesenswerter Band, der die kontroversen Positionen des Armutsdiskurses aufgreift.

Inhaltsübersicht

Siegfried Frech, Olaf Groh-Samberg
Einführung: Armut

Stefan Hradil
Anmerkungen zum Armutsdiskurs

Ernst-Ulrich Huster
Armut und Reichtum – Öffentliche Wahrnehmung und wissenschaftliche Analyse 1945 bis heute

Klaus Dörre
Diskriminierende Prekarität – ein neuer Typus unsicherer Arbeits- und Lebensformen

Martin Karlsson, Sarah Okoampah
Zum Zusammenhang von Armut und Gesundheit

Christoph Butterwegge
Kinderarmut in Deutschland

Claudia Vogel, Harald Künemund
Armut im Alter

Anna Eckert, Andreas Willisch
Wege der Selbsthilfe im prekären Alltag

Olaf Groh-Samberg
Die Verfestigung der Armut

Roland Verwiebe
Armut in Europa – Armutskonzepte und empirische Strukturdaten

Michael Opielka
Quo vadis, Sozialpolitik?

Abstracts

Autorinnen und Autoren

Zu den Autoren

Christoph Butterwegge
Prof. Dr. Christoph Butterwegge, geboren 1951, lehrt seit 1998 Politikwissenschaft und ist Mitglied der Forschungsstelle für interkulturelle Studien (FiSt) an der Universität zu Köln.

Klaus Dörre
Prof. Dr. Klaus Dörre; Studium der Politikwissenschaft, Soziologie, Wirtschafts- und Sozialgeschichte und Volkswirtschaftslehre an der Philipps-Universität Marburg; danach wissenschaftlicher Mitarbeiter beim Institut für Jugendforschung und Jugendkultur e. V. Frankfurt am Main/Wiesbaden; 1992 Promotion; 2001 Geschäftsführender Direktor des Forschungsinstituts Arbeit, Bildung, Partizipation/Institut an der Ruhr-Universität Bochum; 2002 Habilitation; seit 2005 Professur für Arbeits-, Industrie- und Wirtschaftssoziologie an der Friedrich-Schiller-Universität Jena. Forschungsschwerpunkte sind u. a. Kapitalismustheorie, Finanzmarktkapitalismus, prekäre Beschäftigung, Green New Deal.

Anna Eckert
Anna Eckert studierte Europäische Ethnologie und Deutsche Sprache und Literatur an der Philipps-Universität Marburg und der Universität Kopenhagen. Von 2007 bis 2010 war sie wissenschaftliche Mitarbeiterin am Thünen-Institut Bollewick im Forschungsprojekt „Strategien alltäglicher Überlebenssicherung“. Ihre Forschungsschwerpunkte sind Arbeits- und Arbeitslosigkeitsforschung, Stadtforschung und Praxistheorie.

Siegfried Frech
Diplom-Pädagoge Siegfried Frech ist Publikationsreferent bei der Landeszentrale für politische Bildung Baden-Württemberg und verantwortet die Zeitschrift „Der Bürger im Staat“ und die Didaktische Reihe. Er hat einen Lehrauftrag (Didaktik politischer Bildung) am Institut für Politikwissenschaft der Eberhard Karls Universität Tübingen.

Olaf Groh-Samberg
Dr. Olaf Groh-Samberg ist Junior-Professor für Soziologie an der Universität Bremen und Forschungsprofessor des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW). Seine Arbeitsschwerpunkte umfassen die Soziologie sozialer Ungleichheit, insbesondere die Themen Armut, Bildung, Migration, Lebenslauf, soziale Mobilität und Wohlfahrtsstaat.

Stefan Hradil
Prof. Dr. Stefan Hradil, geboren 1946, studierte Soziologie, Politologie und Slawische Philologie an der Universität München, wo er noch bis 1989 als wissenschaftlicher Mitarbeiter tätig war. Anschließend übernahm er bis 1990 die Professur für soziologische Sozialstrukturanalyse an der Universität Bamberg. Zwischen 1991 und 2011 war er Professor für Soziologie an der Universität Mainz. 1994 wurde er zum Ehrendoktor der Universität für Wirtschaftswissenschaften Budapest ernannt, von 1995 bis 1998 war er Vorsitzender der Deutschen Gesellschaft für Soziologie. Seit 2006 ist er in Mainz auch Mitglied der Akademie der Wissenschaften. Seine Arbeitsschwerpunkte sind die Sozialstrukturanalyse, Soziale Ungleichheit, Soziale Milieus und Lebensstile sowie Sozialer Wandel.

Ernst-Ulrich Huster
Prof. Dr. Ernst-Ulrich Huster, geboren 1945, ist Professor für Politikwissenschaft an der Evangelischen Fachhochschule in Bochum und Privatdozent an der Justus-Liebig-Universität Gießen. Bis 2010 war er Mitglied der Nichtregierungsgruppe der Europäischen Kommission im Kontext der Nationalen Aktionspläne gegen soziale Ausgrenzung. Zwischen 1995 und 2003 war er Rektor an der Evangelischen Fachhochschule RWL in Bochum. Neben zahlreichen anderen Publikationen veröffentlichte er 2002 in Zusammenarbeit mit Fritz Rüdiger Volz die „Theorien des Reichtums“. 2011 erschien außerdem die dritte Ausgabe von „Sozialpolitik in Deutschland“, zusammen mit Jürgen Boeckh und Benjamin Benz.

Martin Karlsson
Prof. Dr. phil. Martin Karlsson ist Inhaber des Lehrstuhls für Volkswirtschaftslehre, Schwerpunkt Gesundheitsökonomik, an der Universität Duisburg-Essen. In der Vergangenheit war er an der Cass Business School in London und der Universität Oxford tätig. Seine Forschung umfasst das ganze Spektrum der Gesundheitsökonomik; aktuell beschäftigt er sich unter anderem mit dem Zusammenhang zwischen wirtschaftlicher Ungleichheit und Gesundheit.

Sarah Klemm
Sarah Klemm, B.A., geboren 1989, studierte im Bachelor Poli-tikwissenschaft und Medienwissenschaft an der Universität Tü-bingen. Seit Oktober 2013 studiert sie den Master Internationa-le Beziehungen an der Freien Universität Berlin, der Humboldt-Universität zu Berlin und der Universität Potsdam. Sie ist seit November 2012 als freie Mitarbeiterin für die Landeszentrale für politische Bildung Baden-Württemberg tätig.

Harald Künemund
Prof. Dr. Harald Künemund leitet den Arbeitsbereich Empirische Alternsforschung und Forschungsmethoden am Institut für Gerontologie der Universität Vechta. Seine Forschungsschwerpunkte sind familiäre und gesellschaftliche Generationenbeziehungen (Unterstützungsleistungen, Erbschaften, Pflegetätigkeiten, Wechselwirkungen staatlicher und familiärer Transfers), gesellschaftliche Partizipation im Alter (Ehrenamt und bürgerschaftliches Engagement, Freizeit und Lebensstile, politische Partizipation), Möglichkeiten und Grenzen neuer Technologien, Alterssicherung sowie Methoden der empirischen Sozialforschung.

Sarah Okoampah
Diplom-Volkswirtin Sarah Okoampah studierte Volkswirtschaftslehre an der Universität Hamburg. Im Jahr 2009 wurde sie Stipendiatin der Ruhr Graduate School in Economics. Seit 2012 ist sie wissenschaftliche Mitarbeiterin am Lehrstuhl von Martin Karlsson. In ihrer Doktorarbeit beschäftigt sie sich mit der Problematik des demographischen Wandels.

Michael Opielka
Prof. Dr. Michael Opielka ist Professor für Sozialpolitik an der Ernst-Abbe-Fachhochschule Jena und Wissenschaftlicher Direktor des IZT – Institut für Zukunftsstudien und Technologiebewertung in Berlin. Zuvor war er u. a. Rektor der Alanus Hochschule Alfter, Abteilungsleiter am Staatsinstitut für Familienforschung an der Universität Bamberg und Bereichsleiter der Karl-Kübel-Stiftung für Kind und Familie in Bensheim. Er studierte Rechts- und Erziehungswissenschaften an der Uni-versität Tübingen, promovierte 1996 in Soziologie an der Humboldt-Universität zu Berlin und habilitierte 2008 mit einer Arbeit zu Werten im Wohlfahrtsstaat an der Universität Hamburg. Seine Schwerpunkte sind Sozialpolitik, Zukunftsforschung, Soziale Arbeit, Kultur- und Religionssoziologie.

Roland Verwiebe
Prof. Dr. Roland Verwiebe ist Vorstand des Instituts für Soziologie der Universität Wien. Er studierte und promovierte in Berlin und New York City; wichtigste berufliche Stationen an Universitäten in Berlin, Hamburg, Duisburg und Wien. Seit Anfang 2009 hat er eine Professur für Sozialstrukturforschung und Quantitative Methoden. Arbeitsschwerpunkte sind Soziale Ungleichheit, Arbeitsmarkt, Lebensverlauf, Migration, Europäische Integration.

Claudia Vogel
Dr. Claudia Vogel ist wissenschaftliche Mitarbeiterin im Projekt Deutscher Freiwilligensurvey am Deutschen Zentrum für Altersfragen (DZA) Berlin. Ihre Forschungsschwerpunkte umfassen Fragen sozialer Ungleichheit (Generationenbeziehungen, Einkommen und Vermögen älterer Menschen, gesellschaftliche Partizipation und freiwilliges Engagement sowie Migration im Alter) und Forschungsmethoden.

Andreas Willisch
Andreas Willisch, Jahrgang 1962, studierte Soziologie an der Humboldt-Universität zu Berlin und war bis 2002 Mitarbeiter am Hamburger Institut für Sozialforschung. Im Jahr 2002 gründete er gemeinsam mit Rainer Land das Thünen-Institut und ist seither Mitglied des Vorstands. Von 2007 bis 2012 war er außerdem Koordinator des Projektverbunds „ÜberLeben im Umbruch“.

Stimmen zum Buch

"Der Band bietet einen guten Überblick, gerade auch über die internationale Armutsforschung und einige besondere Aspekte, wie z.B. die drohende Altersarmut.".

Forum Politikunterricht 2/14


"Die Beiträge des Buches sind engagiert geschrieben, aber sie verlassen nicht den Boden wissenschaftlicher Solidität, sie skandalisieren die soziale Entwicklung in Deutschland nicht, aber sie sezieren sie. [...] Es gibt also gute Gründe, dieses Buch zu lesen. Der Stil und die Länge der Beiträge machen das auch nicht schwer."

Außerschulische Bildung 1/15