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Bildung und Lernen im Zeichen der Nachhaltigkeit

Konzepte für Zukunftsorientierung, Ökologie und soziale Gerechtigkeit

Bildung und Lernen im Zeichen der Nachhaltigkeit - Konzepte für Zukunftsorientierung, Ökologie und soziale Gerechtigkeit

Über das Buch

Im Jahr 1992 wurde in Rio de Janeiro die nachhaltige Entwicklung als internationale Strategie und die Agenda 21 als Aktionsprogramm beschlossen. Nachhaltigkeit ist seitdem zu einem Schlagwort in Politik und Medien geworden. Dennoch können derzeit nur 13 Prozent der Bevölkerung mit dem Begriff „nachhaltige Entwicklung“ etwas anfangen. Dies verdeutlicht die dringende Notwendigkeit von Bildungsangeboten zu diesem Thema.
In dem Buch werden die Grundlagen einer Nachhaltigkeitsbildung aufgezeigt sowie die Chancen und Aufgaben dargestellt, die der Nachhaltigkeitsansatz für die Bereiche Bildung und Wissenschaft eröffnet. Dabei wird deutlich, dass die beiden Komponenten nachhaltiger Entwicklung, ökologische Ressourcenschonung und globale Verteilungsgerechtigkeit ein grundlegendes Umdenken, eine Veränderung von Lebensstilen, sowie von Produktionsformen und Konsumverhalten erfordern. Damit wird der Leitwert der nachhaltigen Entwicklung zu einer zentralen Bildungsaufgabe in Schule, Jugend- und Erwachsenenbildung.
Die Autorinnen und Autoren des Bandes machen deutlich, dass es sich bei der „Nachhaltigkeitsbildung“ um mehr als eine Bindestrichpädagogik handelt. So zeigen sie konkrete Motivations- und Reflexionshilfen, sowie nützliche Anregungen für eine Umgestaltung des an der Wettbewerbs- und Konsumgesellschaft orientierten pädagogischen Systems auf. Ausgehend von diesem Wechsel vom traditionellen Forstschrittsparadigma zum Nachhaltigkeitsparadigma gehen sie auch auf die zunehmende Bedeutung nichtformaler Qualifikationen und auf die notwendige Veränderung der Orientierung in der politischen Bildung ein. Der Band liefert aber auch konkrete Ansätze und Erfahrungen, übertragbare Modelle und innovative Projekte aus der Praxis des nachhaltigen Lernens und Bildens aus den Prozessen der Agenda 21, dem Natur- und Umweltschutz, sowie aus dem Unternehmensbereich und der Schule. Außerdem werden Ansätze und Praxisbeispiele für das Marketing und die Öffentlichkeitsarbeit zum Thema Nachhaltigkeit vorgestellt und schließlich diskutiert, wie vor dem Hintergrund der Ökonomisierung des Bildungswesens die Nachhaltigkeit zu einem unverzichtbaren Qualitätsentwicklungsprozess von Bildungseinrichtungen beitragen kann.

Inhaltsübersicht

Vorwort von Margot Käßmann
Einführung zum Buch von Wolfgang Beer

Kapitel I: Mehr als eine neue Bindestrichpädagogik? Zur Bildungsdiskussion um das Zauberwort Nachhaltigkeit
Roswitha Terlinden: Einführung – Mehr als eine neue Bindestrichpädagogik
Karlheinz A. Geißler: Von der Nachhaltigkeit zur Forderung von Nachhaltigkeit oder: Vom Beten zum Lernen
Heike Leitschuh-Fecht: Warum kommt die Nachhaltigkeitsdiskussion so schwer in Gang?
Gerhard Pfister: Nachhaltigkeit und Humanressourcen – Sind Eigennutz und „Nachhaltigkeitsgesinnung“ ein Widerspruch?
Andreas Fischer: Überwindung von Widerständen: Anknüpfung an und Erweiterung von traditionellen Lehr-Lern-Arrangements

Kapitel II: Erweiterte Dimensionen? Zum Wandel von Wissen, Kultur und Werten in der Bildung für eine nachhaltige Entwicklung
Wolfgang Beer: Einführung – Erweiterte Dimensionen?
Gerhard de Haan: Schule und Bildung in der Wissensgesellschaft
Wolfgang Beer: Den politisch-kulturellen Wandel fördern. Nachhaltige Entwicklung als Orientierung für die politische Bildung
Klaus Dietrich Wachlin: Fähigkeiten für die Zukunft lernen Überlegungen zur Bedeutung nicht formaler Qualifikationen

Kapitel III: Regionen lernen Nachhaltigkeit. Anwendungsbereiche und Handlungsfelder
Peter Markus: Einführung – Regionen lernen Nachhaltigkeit
Hermann Garritzmann: Agenda 21 als Beteiligungsmodell für eine nachhaltige Entwicklung
Carsten Henschel: Lernen von nachhaltigen Unternehmen?
Ulrich Kaminsky: Projektbezogene Umweltbildungsarbeit
Doris Freer: „Laut(er) starke Mädchen“ – Keine Agenda-Schule ohne Frauen- und Mädchenpolitik!

Kapitel IV: Eine neue Kommunikationskultur für die Nachhaltigkeit? – Bildung, Marketing und Öffentlichkeitsarbeit
Jobst Krause: Einführung – Eine neue Kommunikationskultur für die Nachhaltigkeit
Mario Nantscheff: Zuhören statt überreden, Neugierde wecken statt appellieren. Mit zielgruppenorientiertem Themenmarketing zu Bürgerdialog und Bürgerengagement
Barbara Asbrand: Denken ist kein kalter Kaffee. Alte und neue Wege der Kommunikation und des Lernens in Weltläden
Dorothee Kraus-Prause/Jobst Kraus: Nachhaltigkeit als Dorf- und Stadtgespräch. Ideen zur Belebung lokaler und regionaler Agenda-21-Prozesse
Philipp Granzow: Klimaschutz als Stadt-Aktion

Kapitel V: Nachhaltigkeit als Maßstab?
Zur Qualitätsdiskussion im Bildungsbereich
Wolfgang Beer: Einführung – Nachhaltigkeit als Maßstab?
Willi Real: Nachhaltigkeit als Qualitätskriterium für die Förderung von Bil-dungsprojekten in der Deutschen Bundesstiftung Umwelt
Anneliese Heilinger: Qualitätskriterium Nachhaltigkeit Bildungseinrichtungen unter der Lupe
Michael Müller: Nachhaltigkeit – eine kulturelle Herausforderung. Akademien als Kompetenzzentren für ein neuen Fortschritt