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Bildungspolitik

Einflüsse und Perspektiven auf die politische Bildung

Bestellnummer: ku4-09
Erscheinungsjahr: 2009
Auflage: 1
Seitenzahl: 96
ISBN: ku4-09
Reihe: kursiv - Journal für politische Bildung
Format: Broschur

Verfügbarkeit: lieferbar

5,00 €
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Bildungspolitik

Über das Buch

Das Stichwort „Feuerwehrfunktion“, das erstmals wohl der damalige Vorsitzende der Deutschen Vereinigung für politische Bildung, Clemens Lessing, in den 1960er-Jahren gebrauchte, bezeichnet ein noch immer aktuelles Grundmuster im Verhältnis der Bildungspolitik zur politischen Bildung: Wenn es in der Gesellschaft „brennt“, z.B. in Form von jugendlichem politischem Extremismus, wird in politische Bildung investiert in der Erwartung, diese möge den Brand löschen. Ist die akute Gefahr vorüber, gerät hingegen die Einsicht oft aus dem Blick, das politische Bildung eher in den Bereich des vorbeugenden Brandschutzes gehört.
Johannes Schillo hat in seinem einleitenden Beitrag diese alte Metapher aufgegriffen und zeigt ihre ungebrochene Aktualität. Insgesamt geht es in diesem Schwerpunkt jedoch um verschiedene Facetten des Verhältnisses von Bildungspolitik und politischer Bildung. Die meisten Beiträge konzentrieren sich auf die vielfältigen Felder der außerschulischen Jugend- und Erwachsenenbildung, in denen sich immer auch verschiedene Aspekte dieses Verhältnisses zeigen. In diesem Beziehungsgeflecht gibt es nicht einfach „die“ politische Bildung, sondern verschiedene Träger und Akteure, die auf recht unterschiedliche Weise von politischen Regelungen betroffen sind – vom Abbau der Infrastruktur im Bereich der Tagungshäuser für die Jugendbildung über regionale Netzwerkbildungen bis zu den Wirkungen der Qualitäts- und Evaluationsdebatten. Aber auch politische Regulierungen stellen sich als ein sehr heterogenes Geflecht dar, in dem verschiedene staatliche Ebenen und Akteure, aber auch z.B. Tarifsvertragsparteien Rahmensetzungen für Möglichkeiten und Grenzen politischer Bildung vornehmen.
Fast schon übersichtlich ist demgegenüber trotz des deutschen Bildungsföderalismus der Bereich der schulischen Bildungspolitik, dem Peter Massing nachgeht. Hier zeigt sich allerdings auch, dass die politische Bildung in ganz besonderem Maße zum Spielfeld für Länderprofilierungen im föderalen System geworden ist, gibt es doch trotz der KMK-Initiativen für Bildungsstandards ausgerechnet im Feld der politischen Bildung noch immer keine einheitliche Fachbezeichnung, ja nicht einmal einen einheitlichen Fächerzuschnitt. Nach wie vor gilt, dass es Fachunterricht in der politischen Bildung zwar in jedem deutschen Bundesland gibt, dass dieser aber sehr unterschiedlich bezeichnet wird und unterschiedlich gerahmt ist.
Vielleicht lässt sich eine vorsichtige Bilanz der Bilanzen in diesem Schwerpunkt so ziehen: Im internationalen Vergleich ist politische Bildung in Deutschland noch immer gut verankert und verfügt über eine vergleichsweise starke Infrastruktur. Aber zugleich verschwimmt das Profil politischer Bildung in der Öffentlichkeit hinter einem Nebel an unterschiedlichen Regelungen und Bezeichnungen. Hier wäre es wohl Zeit für eine neue bildungspolitische Initiative aus dem Fach heraus.
Im Forum bringen wir zwei Berichte zu Ergebnissen zweier empirischen Studien zur schulischen politischen Bildung aus der Schweiz.

Inhaltsübersicht

Editorial

Szene

Schwerpunkt: Bildungspolitik
Einflüsse und Perspektiven auf die politische Bildung

Johannes Schillo
Feuerwehr zum Dauereinsatz
Bildungspolitik und politische Bildung

Peter Massing
Der Einfluss der Bildungspolitik auf die schulische politische Bildung

Klaus Waldmann
Vielschichtige Erwartungen – begrenzte Möglichkeiten

Peter Faulstich
Projektförderung als Innovationshemmnis
– Wissenschaft als Legitimationsquelle für Reformabstinenz

Sabine Schmidt-Lauff
Bildungspolitische Einflüsse auf Lernzeiten
– Strukturen für die Weiterbildung

Marion Fleige
Lernkulturen in der öffentlichen Erwachsenenbildung zwischen
Zivilgesellschaft und Bildungpolitik


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