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Bilingualer Geschichtsunterricht

Bestellnummer: 4586
Autoren/Hrsg.: Verband der Geschichtslehrer Deutschlands - VGD (Hrsg.)
unter Mitarbeit von: Malte Bachem, Michael C. Hermann, Hans-Christof Kraus, Tobias S. Schmuck, Helge Schröder, Sylvia Semmet
Erscheinungsjahr: 2010
Auflage: 1
Seitenzahl: 144
ISBN: 978-3-89974586-3
Reihe: geschichte für heute
Format: Broschur

Verfügbarkeit: lieferbar

14,00 €
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Bilingualer Geschichtsunterricht

Über das Buch

Abstracts

Sylvia Semmet: Bilingualer Geschichtsunterricht – verkappte Englischstunde oder zeitgemäßer Geschichtsunterricht?
Meinungen zu bilingualem Geschichtsunterricht gehen schon seit dessen Aufkommen weit auseinander: Während in vielen Fachkollegien die Ansicht vorherrscht, es handele sich hier eher um verkappten Sprachunterricht, spricht der Schulausschuss der KMK in seinem letzte Bericht zu "Konzepten für den bilingualen Unterricht" (4/2006) über denselben als einem "Beitrag zu qualitätvollem und zeitgemäßem Unterricht". Der Artikel wird sich daher mit der Frage beschäftigen, was nun diese spezifische Form des Geschichtsunterrichtes von „normalem“ Geschichtsunterricht unterscheidet, bzw. wo die Gemeinsamkeiten liegen, aber auch worin der Mehrwert des bilingualen Geschichtsunterrichts bestehen kann. Damit einhergehen wird eine Bestandsaufnahme des momentanen Standes der integrativen Didaktik und Methodik, des aktuellen Angebots an speziellen Lehrwerken und einige Überlegungen zu der Frage, wie die Qualität dieser Form des Geschichtsunterrichts weiterhin gesichert und noch ausgebaut werden kann.

Content and Language Integrated Learning in History Lessons - Language Lessons in Disguise or Modern History Lessons?
From the very start opinions about Content and Language Integrated Learning in History lessons have strongly diverged. Whereas many colleagues of the same subject seem to regard them as language lessons in disguise, the school committee of the Standing Conference of the Ministers of Education and Cultural Affairs calls them a "contribution to high-quality, modern education" in its recent report "Concepts for Content and Language Integrated Learning" (4/2006). This article is going to deal with the question in what way this specific form of History teaching and - learning differs from "normal" History lessons, which aspects both approaches have in common and what the added value of CLIL of History could be. This article is also going to offer an evaluation of the momentary situation in integrative didactics and methodology, the current situation in special text- and resource books on offer and some thoughts about the question, how quality standards of this form of teaching and learning could be maintained and even improved in the future.

Tobias Schmuck: Peace for Our Time: appeasement als die bittere Kunst des Möglichen
Die appeasement-Politik gilt nach wie vor in allen historisch beteiligten Ländern als genauso umstritten wie verfehlt. Der Beitrag versucht eine Reihe zu konstruieren, die den Gang der Ereignisse aus mehreren Perspektiven nachvollziehen lässt. Die Prämisse des bilingualen Unterrichts fordert insbesondere dazu auf, die vorhandenen britischen Ansichten der Zeitgenossen und der nachträglichen Betrachtung zu reflektieren. Methodisch soll sich die Auswahl der Arbeitsaufträge an klassisch britische Denkmuster wie die Spekulation oder die throw-away thesis annähern.

Peace for Our Time: Appeasement - The Bitter Art of the Possible
Up to this day, the policy of appeasement has been regarded as controversial and misguided at the same time in all the countries that were historically involved. This article is going to try and offer a contents unit enabling the student to approach this sequence of events from different perspectives. Based on the demands of CLIL teaching and -learning, British contemporary views and also later views are analysed. The methodological approach of this unit uses classical British thinking skills, such as speculation or throw-away-theses for the structure of its tasks.

Helge Schröder: Bilingualer Geschichtsunterricht
In dem Aufsatz wird rückblickend beschrieben, wie sich ein Gymnasium auf den Weg zur Bilingualität begeben und dadurch einen Entwicklungsschub erlebt hat. Dabei werden Herausforderungen, Schwierigkeiten, Widerstände und Erfolge skizziert und auch ein Vergleich zu anderen bilingualen Profilen gezogen. Ergänzend wird sich mit Geschichte als bilingualem Leitfach auseinandergesetzt. Abschließend werden die Chancen eines bilingualen Profils für die Schulentwicklung zusammengefasst.

Content and Language Integrated Learning in History Lessons
This article is going to describe the experiences the staff and students of a grammar school made when starting their way towards Content and Language Integrated Learning and how they experienced a boost in their development. In doing so, it is also going to give an insight into challenges, difficulties, resistance and success, as well as a comparison with other kinds of CLIL profiles. Additionally, the role of History as a major subject in CLIL teaching is going to be examined and potential chances of CLIL profiles for the development of schools are shown.

Malte Bachem: Karl der Große - Heiliger und Urahn. Zur Frage nach Geschichtskultur im Mittelalter
Innerhalb der Geschichtsdidaktik hat sich mit der Kategorie "Geschichtskultur" ein Ansatz zur Erforschung des kollektiven Umgangs mit Vergangenheit etabliert. Der Beitrag behandelt Wirkungsweisen und Funktionen der geschichtskulturellen Verarbeitung Karls des Großen in Institutionen des römischen Imperiums und des französischen Königtums an zwei Beispielen aus dem Hochmittelalter: der Heiligsprechung Karls des Großen unter Friedrich Barbarossa und der Entstehung des Gedankens von der "Rückkehr" des Karolingerkaisers an den französischen Königshof.

Charlemagne - Saint or forebear. On the question of historical culture in the Middle Ages
Among history educationalists the category "historical culture" has established itself as an approach to investigate in a society`s collective dealing with the past. This article is going to deal with the operational modes and functions of the processing of Charlemagne in institutions of the Roman Empire and the French royalty as far as historical culture is concerned. In order to do so, two examples from the High Middle Ages, namely Charlemagne`s canonization during the reign of Frederick I Barbarossa and the emergence of the idea of a return of the Carolingian emperor to the French royal court.

Hans Christof Kraus: Niedergang oder Aufstieg. Anmerkungen zum deutschen Kulturoptimismus um 1900
Gegen die v.a. von F. Stern begründete, lange kanonische Auffassung von einem dominierenden Kulturpessimismus in Deutschland vor und nach 1918 zeigt eine genauere Untersuchung, dass in den Jahren vor dem Ersten Weltkrieg in vielen Bereichen ein ausgesprochener Kulturoptimismus vorherrschte, verbunden mit dem weit verbreiteten Glauben an einen sich kontinuierlich und fast unaufhaltsam vollziehenden, durch Bildung und Wissenschaft beförderten Aufstieg der Menschheit sowie an die genuinen Möglichkeiten einer künftigen allgemeinen Sicherung des Friedens in Europa und der Welt. Zu allen Zeiten gab und gibt es beide Versionen der Gegenwartsdeutung und der Zukunftserwartung. Doch den zeitgenössischen Akteuren darf die Offenheit ihrer Zukunft und die Unvorhersehbarkeit des Künftigen nicht nachträglich genommen werden.

Rise or Demise - Some Comments on the German Cultural Optimism around the Year 1900
As opposed to the long and canonical concept of a dominating cultural pessimism in Germany before and after 1918, as founded by F. Stern and others, a more precise analysis shows that in the years before World War I, actually a distinct cultural optimism prevailed in many areas. This optimism, together with a common belief in a steady and unstoppable advancement of mankind, supported by education and science, as well as a belief in the congenital possibilities of a future comprehensive safeguarding of peace in Europe and in the whole world was common in those days. There have always been both versions of interpretations of the present and expectations for the future but the contemporaries must not be deprived of the unpredictability of the unknown in retrospect.

Michael C. Hermann: Desinteressiert, unpolitisch, distanziert. Politische Einstellungen deutscher Jugendlicher
Die politische Öffentlichkeit ist verunsichert, was die politischen Einstellungen der jungen Generation betrifft. Sie wird als politisch desinteressiert, apathisch und distanziert beschrieben. Bei näherer Betrachtung erweisen sich diese Zuschreibungen als nicht haltbar. Jugendliche sind tatsächlich für konkrete politische Sachfragen sehr wohl zu mobilisieren, lehnen aber die tradierte politische Kultur Erwachsener zunehmend ab. Auch verbreitete Vorstellungen über das Entstehen politischer Weltbilder sind widerlegt: Die Bedeutung der verschiedenen Sozialisationsphasen hat sich verschoben. In das Zentrum der Analyse rücken die Massenmedien, die entscheidenden Anteil an der Konstruktion politischer Weltbilder Jugendlicher haben. All dies erfordert nicht nur eine Offensive politischer Bildungsarbeit, sondern auch eine Modernisierung der politischen Kultur moderner Demokratien an sich.

Uninterested, Apolitical, Distanced - Political Attitudes of German Youths
The political public has been worried about the political attitudes of the younger generation. It is seen as politically uninterested, apathetic and distanced. Yet a closer examination shows that these attributions are not correct. Young people can actually be mobilized for specific political issues, but are more and more against the traditional political culture of adults. Another topic that has been proven wrong is the wide-spread idea of the coming into existence of political views of life. The relevance of the respective phases of socialization has changed. An analysis of the decisive role of the mass media in the construction of the political views of life of youths is going to be the centre of this article. All in all, this does not only demand an offensive in political educational work but also a modernizing of the political culture of modern democracies in general.

http://www.geschichtefuerheute.de/

Inhaltsübersicht

Bilingualer Geschichtsunterricht
Sylvia Semmet: Bilingualer Geschichtsunterricht - Verkappte Englischstunde oder zeitgemäßer Geschichtsunterricht?
Tobias Schmuck: "Peace for Our Time": Appeasement als die bittere Kunst des noch Möglichen
Helge Schröder: Bilingualität als Chance? Erfahrungen aus der schulischen Praxis

Fachwissenschaft und Fachdidaktik
Malte Bachem: Karl der Große - Heiliger und Urahn. Zur Frage nach Geschichtskultur im Mittelalter
Hans-Christof Kraus: Niedergang oder Aufstieg? Anmerkungen zum deutschen Kulturoptimismus um 1900
Michael C. Hermann: Desinteressiert, unpolitisch, distanziert? Politische Einstellungen deutscher Jugendlicher - Irrtümer, Erkenntnisse
und Konsequenzen

Szene
Institutionen stellen sich vor
Berichte aus Bundesverband und Landesverbänden
Zahlreiche Buchbesprechungen aus Fachwissenschaft und Fachdidaktik

Zu den Autoren

Sylvia Semmet,
Oberstudienrätin, Fachleiterin für Geschichte am Staatlichen Studienseminar für das Lehramt an Gymnasien Speyer und Lehrerin für Geschichte, bili Geschichte und Englisch am Otto-Hahn-Gymnasium in Landau

Dr. Helge Schröder,
Vorsitzender des Hamburgischen Verbandes der Lehrer für Geschichte und Politik, Heinrich-Goebel-Str. 3, 22359 Hamburg“

Tobias Schmuck,
Oberstudienrat, Moselstr. 5, 55262 Heimsheim

Malte Bachem,
Lehramts-Masterstudent an der Freien Universität Berlin (Geschichte und Deutsche Philologie)

Prof. Dr. Hans-Christof Kraus,
Universität Passau, Lehrstuhl für Neuere und Neueste Geschichte, Innstr. 25, 94032 Passau

Dr. rer. soc. habil. Michael C. Hermann,
Privatdozent an der Päd. Hochschule Weingarten, Kirchplatz 2, 88250 Weingarten