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China – eine Weltmacht im Aufbruch?

Bestellnummer: 4214
Autoren/Hrsg.: Wichard Woyke (Hrsg.)
unter Mitarbeit von: Sven Bernhard Gareis, Xuewu Gu, Michael Lackner, Christoph Müller-Hofstede, Margot Schüller
Erscheinungsjahr: 2005
Auflage: 1
Seitenzahl: 128
ISBN: 978-3-89974214-5
Reihe: uni studien politik
Format: Broschur

Verfügbarkeit: lieferbar

9,80 €
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China – eine Weltmacht im Aufbruch?

Über das Buch

Abstracts
Christoph Müller-Hofstede: China auf dem Weg zur neuen Weltmacht
Chinas Bedeutung in Weltpolitik und Weltwirtschaft hat im Längsschnitt der letzten 100 Jahre bedeutend zugenommen. Das Land ist in allen Gremien der UN ein wichtiger Mitspieler und seit 2001 Mitglied der Welthandelsorganisation. Alle Indikatoren deuten auf einen historischen Wachstumsschub Chinas in den letzten 20 Jahren hin. Den Erfolgen steht jedoch eine lange Liste von politischen und sozialen Risiken gegenüber, die lineare Zukunftsprognosen fragwürdig erscheinen lassen. Innen- wie außenpolitisch wächst der Einfluss des Nationalismus. Chinas Rolle als Weltmacht steht und fällt mit der Fähigkeit, die USA als Ordnungsmacht in Ostasien zu ersetzen. Die machtpolitische Balance in diesem Raum zwischen China, Japan und den USA bleibt jedoch auf absehbare Zeit erhalten.
China’s rise to world power status has been the subject of controversial debate for quite some time. Optimistic observers see China as the ‚economic superpower of the 21st century‘ while pessimists regard China’s growing influence as evidence for the ‚de-westernisation‘ of international politics. This article looks at strengths and weaknesses of China’s impressive growth in recent years. At the same time, a new Chinese nationalism is on the rise with implications for domestic as well as for foreign affairs. The article outlines the historical continuities and ideological foundations of the Chinese nationalism and looks at the role of China in East Asia, in particular with regard to the triangle USA-Japan-China.

Margot Schüller: Vom Boom zur Nachhaltigkeit: Trendwende in der chinesischen Wirtschaftspolitik?
China wies in den letzten zwei Dekaden eine äußerst dynamische Wirtschaftsentwicklung auf und ist inzwischen die drittgrößte Handelsmacht weltweit. Die Transformation des Wirtschaftssystems in eine Marktwirtschaft verlief bisher relativ erfolgreich, bedingt durch verschiedene binnenwirtschaftliche Reformen und die außenwirtschaftliche Integration des Landes. Zu den Schattenseiten des hohen Wirtschaftswachstums zählt allerdings die Umweltverschmutzung. Die Verunreinigung der natürlichen Ressourcen, insbesondere von Luft und Wasser, hat inzwischen ein Ausmaß erreicht, das die Fortführung der bisherigen Entwicklungsstrategie in Frage stellt. Eine Trendwende ist erforderlich, um die natürliche Umwelt stärker als bisher in die kurz- und langfristigen Entwicklungspläne einzubeziehen.
China’s economy has been growing at a remarkable speed during the last two decades. The country is now the world’s third-largest trading nation. Economic success was due to both domestic reforms and integration into the global economy. The increase of income has been spread to the majority of the population, although regional disparities and the urban-rural in-come gap widened. Rapid economic growth, however, has also led to a worsening of environmental problems. The pollution of natural resources, especially air and water, has increased to such an extent, that it puts the continuation of the current economic policy into ques-tion. A u-turn in economic policy seems to be necessary, as well as an inclusion of environmental costs into short and medium-term development plans.

Sven Bernhard Gareis: Die Kommunistische Partei Chinas zwischen Reform und Beharrung
Seit einem Vierteljahrhundert entwickelt sich China mit anhaltender Dynamik zu einem modernen Staat. Dank grundlegender, vor allem ökonomischer Reformen und Modernisierungen genießen immer mehr Chinesen einen bislang ungekannten Grad an Wohlstand, Bildung und persönlicher Freiheit. Im politischen Bereich aber hält die Kommunistische Partei Staat und Gesellschaft weiter fest im Griff. Große interne Probleme erfordern jedoch mittelfristig die Gewährung größerer Partizipationsrechte für die Bevölkerung.
Since 25 years China is undergoing a dynamic process of change into a modern state. Fundamental reform and modernization, especially in the field of economics have brought wealth, education and personal liberty to a growing number of Chinese citizens as it was never known in the country’s history. In the political realm, however, the Communist Party holds a tight grip on state and society. Huge internal challenges will sooner or later require the permission of broader participatory rights to the population.

Michael Lackner: China im Spannungsfeld zwischen Tradition und Verwestlichung
Das radikale Projekt einer chinesischen Aufklärung im 20. Jahrhundert war eng verbunden mit dem Wunsch, die als fortschrittlichsfeindlich empfundene Tradition zu beseitigen. Es kann als gescheitert gelten. Die Tradition wird wiederentdeckt. Zur gleichen Zeit sind jedoch westliche Lebenswelt und Verwestlichung allgegenwärtig. Der Autor behandelt zum einen die Frage, ob in China Traditionalismus und Verwestlichung einander ergänzen oder sich ausschließen. Zum anderen geht er auf die Frage ein, ob die einzige Form der Verwestlichung, die für China noch aussteht, die Demokratie, eine Chance auf Verwirklichung hat. Der Autor kommt zu dem Ergebnis, dass mit dieser Form der Verwestlichung nicht zu rechnen ist, solange politische Reformen einen niedrigeren Stellenwert haben als „Reichtum und Stärke der Nation“.
The radical project of a chinese enlightment in the 20th century was closely linked to the desire of eliminating the national tradition, which was considered as a steady obstacle towards progress. Today, this project has to be considered as failed. Tradition is gaining ground again. At the same time we may recognize western forms of everyday life and westernization everywhere. The author is following two ways of enquiry: whether traditionalism and westernization are exlusive or possibly complementary paths of developement in contemporary China and the fate of democracy – the only form of westernization which was not given a try until the present day. He conclude, that democratization will not materialize in China until political reform is given clear priority over „wealth and strength of our nation“.

Xuewu Gu: Das multiple China: VR China, Taiwan, Hongkong
In der Volksrepublik China, Hongkong und Taiwan leben die Chinesen gegenwärtig unter unterschiedlichen politischen Bedingungen und werden durch politische Klassen mit unterschiedlichen Legitimationsansprüchen regiert. Nicht die wirtschaftlichen Eigenschaften, sondern die Charakteristika der politischen Systeme der drei chinesischen Gesellschaften vermitteln den Eindruck eines multiplen China. Um das multiple China politisch wieder zu vereinigen, muss auch politisch gehandelt werden. Vor allem auf dem Festland sollte die beste Zeit in der Geschichte der VR China ausgenutzt werden, um unter den günstigen Bedingungen des rapiden Wirtschaftwachstums politisch-institutionelle Reformen einzuleiten, mit dem Ziel, mehr Partizipationsmöglichkeiten für die Bevölkerung zuzulassen
The wide spread impression of a multiple China has predominantly to do with the fact that the three Chinese societies are governed by different authorities: the authoritarian regime in Mainland China, the semi-democratic and bureaucratic regime in Hong Kong, and the democratic rule in Taiwan. A real integration of this multiple China seems to be only achieved by a successful transition of China and Hong Kong to democracy, and a qualitative improvement of the existing democratic system in Taiwan.

"Eine Einführung, die sich an einen größeren, nicht vorgebildeten Leserkreis wendet und bereits mittleren Bibliotheken empfohlen werden kann."
(ekz-Informationsdienst 47/05)

Inhaltsübersicht

Wichard Woyke: Einleitung

Christoph Müller-Hofstede: China auf dem Weg zur neuen Weltmacht
1. Unterwegs in ein chinesisches Jahrhundert? Stärken und Schwächen der Weltmacht China
2. Historische Kontinuität und aktuelle Dimensionen des chinesischen Nationalismus
3. China in Ostasien: „Pax Sinica“ oder „Pax Americana“?
4. Abschließende Bemerkungen

Margot Schüller: Vom Boom zur Nachhaltigkeit: Trendwende in der chinesischen Wirtschaftspolitik
1. Einleitung
2. Erfolge der ökonomischen Transformation
3. Erklärungen des wirtschaftlichen Erfolgs
4. Schattenseiten des Transformationsprozesses
5. Perspektiven einer Verbindung von Wirtschaftswachstum und Umweltschutz

Sven Bernhard Gareis: Die Kommunistische Partei Chinas zwischen Reform und Beharrung
1. „Demokratischer Zentralismus“: Die Organisationsstruktur der KP Chinas
2. Enge Verflechtung: Das Verhältnis von Partei und Staat
3. Personelle Erneuerung: Die gegenwärtige „Vierte Führuingsgeneration“
4. Politische Kontinuität: Pragmatische Fortschrittsorientierung
5. Konstitutionelle Diktatur? Die Verfassungsreform von 2004
6. Herausforderungen: Soziales Gefälle, regionale Disparitäten und Korruption
7. Perspektiven

Michael Lackner: China im Spannungsfeld zwischen Traditionalismus und Verwestlichung
1. Von der „Zerschlagung des Konfutius-Ladens“ zur Allgegenwart des „Meisters für zehntausend
Generationen“
2. Die Wiederentdeckung der „chinesischen Kultur“
3. „Kultur statt Politik“
4. Traditionalismus und Alltagsnationalismus

Xuewu Gu: Das multiple China: VR China, Taiwan und Hongkong
1. Die Volksrepublik China: Vom Totalitarismus zum Autoritarismus
2. Hongkong – von kolonial-bürokratischer Herrschaft zu einer Halbdemokratie
3. Taiwan: Demokratie oder Wiedervereinigung
4. Fazit

Zu den Autoren

Dr. Sven Bernhard Gareis, Wissenschaftlicher Direktor am Sozialwissenschaftlichen Institut der Bundeswehr, Prötzeler Chaussee 20, 15344 Strausberg, und Lehrbeauftragter an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster

Dr. Xuewu Gu, Professor für Politik Ostasiens an der Ruhr-Universität Bochum, Fakultät für Ostasien-wissenschaften, 44780 Bochum

Dr. Michael Lackner, Professor für Sinologie an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg, Bismarckstr. 1, 91054 Erlangen

Christoph Müller-Hofstede, M.A., Wissenschaftlicher Mitarbeiter der Bundeszentrale für politische Bildung, Willy-Brandt-Str. 1, 50321 Brühl

Dr. Margot Schüller, Wissenschaftliche Mitarbeiterin für den Bereich Wirtschaft der VR China und Hongkong am Institut für Asienkunde, Hamburg

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