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Das Finanzkapital

POLITIKUM 2/2016

Bestellnummer: Pk2_16 (Print) / 40318 (PDF)
Autoren/Hrsg.: Hans-Jürgen Bieling (Hrsg.)
unter Mitarbeit von: Geraldine Dany, Klaus Dörre, Tim Engartner, Marcel Fratzscher, Reint Gropp, Mathis Heinrich, Christoph Hermann, Balasundaram Krisanthan, Frank Nullmeier, Hans Rackwitz, Laura Seelkopf, Silke Tober, Michael Wohlgemut
Erscheinungsjahr: 2016
Seitenzahl: 88
ISBN: Pk2_16 (Print) / 978-3-7344-0318-7 (PDF)
Reihe: Politikum

Verfügbarkeit: lieferbar

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Das Finanzkapital

Über das Buch

Als Rudolf Hilferding im Jahr 1910 vom „Finanzkapital“ sprach, hatte er eine ausgeprägte Machtkonzentration von Bank- und Industriekapital unter Führung des Finanzkapitals vor Augen. Die heutige Rede vom Finanzkapital oder vom Finanzmarkt-Kapitalismus verdichtet sich in einer anderen Zeitdiagnose. In deren Zentrum steht nicht der „organisierte Kapitalismus“, sondern ein wettbewerbsorientiertes, globalisiertes und krisenanfälliges Wirtschaftssystem, das vielfältige Unsicherheiten und Ungleichheiten produziert.

Im Zuge der Finanz-, Schulden- und Eurokrise hat sich diese Diskussion verallgemeinert. Hiervon zeugen eine ganze Reihe von Untersuchungen: etwa eine OECD-Studie von 2011 „Divided we stand – why inequality keeps rising“, ILO-Berichte zu Ungleichheiten in der Arbeitswelt, Publikationen der Europäischen Kommission zu ungleichen Lebenslagen und gesteigerten Armutsrisiken oder Thomas Pikettys Analyse der zunehmenden Vermögens- und Einkommenskonzentration. Im Anschluss an den Oxfam-Bericht „An economy for the 1%“ und die Veröffentlichung der sog. "Panama Papers" hat sich die öffentliche Debatte weiter zugespitzt.

Diese Ausgabe von POLITIKUM beleuchtet die Zusammenhänge, die zwischen der Finanzmarktentwicklung, den Krisenprozessen und der sozialen Ungleichheit bestehen. Gibt es strukturelle Ursachen der zunehmenden Ungleichheit? Wie wirken sich die Krise und das Krisenmanagement verteilungspolitisch aus? Wer trägt die Kosten? Gibt es neben den Krisenverlierern auch Krisengewinner? Welche wirtschaftlichen und sozialen Effekte sind mit den politischen Strategien, nicht zuletzt mit der Geldpolitik der EZB oder der Austeritätspolitik, verbunden? Wie könnten politische Alternativen aussehen? Und verändern sich im Verlauf der Krise die politischen Machtverhältnisse und Muster einer – wohlfahrtsstaatlich gestützten – Legitimation von Herrschaft?

Inhaltsübersicht

Schwerpunkt
Finanzmarkt-Kapitalismus
Das Finanzsystem hat sich gewandelt. Über das enorm
angewachsene Volumen des gehandelten Kapitals
verfügen neue Akteure wie Hedge Fonds, Investmentbanken
und Rating-Agenturen. Sie operieren auf der Grundlage
veränderter Entscheidungskriterien und transformieren
dadurch die Funktionsweise des Kapitalismus insgesamt.

 

Schwerpunkt
Krisengewinner Deutschland?!
Im Zentrum der öffentlichen Aufmerksamkeit standen
bisher die (zukünftigen) Kosten der Finanz- und Eurokrise,
vor allem für die sog. Gläubigerländer. Doch tatsächlich
sind der deutsche Fiskus und damit indirekt auch
die deutschen Steuerzahler durch die Krise entlastet
worden. Wie lässt sich dieser Zusammenhang erklären?

Schwerpunkt
Austeritätspolitik und Verteilung
Der Übergang von der Konjunktur- zur Austeritätspolitik
erfolgte besonders drastisch in der krisengeschüttelten
europäischen Peripherie. Die dort implementierte
Reformagenda zielte nicht nur auf die öffentlichen
Haushalte, sondern auch auf die Arbeitsmärkte und
Sozialsysteme. Wie lassen sich – in einer Zwischenbilanz –
die bisherigen Ergebnisse interpretieren?

 

 

Schwerpunkt
Die Legitimation des politischen
Systems in der Krise
Über Kosten und Nutzen der Sozialpolitik wird schon
seit längerem gestritten. Dass sie auch eine wichtige
Legitimationsquelle politischer Herrschaft darstellt,
wird leicht übersehen. Im dem Maße, wie die Finanz-
und Staatsschuldenkrise sich zu einer Krise des Wohl-
fahrtsstaats auswächst, scheint diese Legitimation
nun zu bröckeln, mit möglicherweise weitreichenden
Folgen für Politik und Gesellschaft.

 

 

Interview
Führt der Bedeutungsgewinn der Finanzmärkte zu mehr
sozialer Ungleichheit? Und wie wirkt sich die Finanzkrise
dabei aus? Ein Gespräch mit Marcel Fratzscher,
Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung
(DIW) und wirtschaftspolitischer Berater der Bundesregierung.

 

Pro & Contra
Geldpolitik der EZB
Die EZB ist ins Zentrum des europäischen Krisenmanagements
gerückt. Dabei ist ihre Rolle auch unter Ökonomen sehr umstritten.

 

Forum
Schulfach „Wirtschaft“
Sollen ökonomische Zusammenhänge in der Schule
in einem Fach „Wirtschaft“ unterrichtet werden oder
interdisziplinär? Was spricht für die zweite Option?

Das Finanzkapital

Klaus Dörre und Hans Rackwitz
Finanzmarkt-Kapitalismus –
Entstehung, Dynamik, Krisenpotentiale   4

Geraldine Dany und Reint Gropp
Deutschland, ein Krisengewinner?!
Wie der deutsche Staatshaushalt
von der Griechenlandkrise profitiert   26

Christoph Hermann
Löst der Markt alle Probleme?
Arbeits- und verteilungspolitische Implika-
tionen der Austeritäts- und Strukturpolitik   38

Laura Seelkopf und Frank Nullmeier
Sozialpolitik und Legitimation
in Zeiten ökonomischer Krisen   48

 

Interview mit Marcel Fratzscher
Wege in die Ungleichheit –
und wieder heraus?   18

 

Pro & Contra

Silke Tober
Die Europäische Zentralbank tut gut daran,
die Inflation schnellstmöglich zu erhöhen   57

Michael Wohlgemuth
Die EZB in der Sackgasse   63

 

Forum

Balasundaram Krisanthan
und Tim Engartner
Der politische Kern in der
politisch-ökonomischen Bildung   68

 

Rezensionen

Bücher zum Thema   76
Das streitbare Buch   80
Bücher für den Politikunterricht   82
Literaturtipps  88

 

Zu den Autoren

Geraldine Dany
ist Doktorandin in der Abteilung Makroökonomik am Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung Halle (IWH) und wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Professur für Volkswirtschaftslehre, insbesondere Makroökonomik, an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg.

Prof. Dr. Klaus Dörre
ist Professor für Arbeits-, Industrie- und Wirtschaftssoziologie an der Friedrich-Schiller Universität Jena.

Dr. Tim Engartner
ist Professor für Didaktik der Sozialwissenschaften am Fachbereich Gesellschaftswissenschaften der Goethe-Universität Frankfurt am Main und Direktor der dortigen Akademie für Bildungsforschung und Lehrerbildung (ABL).

Prof. Dr. Marcel Fratzscher
leitet seit 1. Februar 2013 das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung und ist Professor für Makroökonomie an der Humboldt-Universität zu Berlin.

Prof. Dr. Reint Gropp
ist Präsident des Leibniz-Instituts für Wirtschaftsforschung Halle (IWH) und Inhaber des Lehrstuhls für Volkswirtschaftslehre an der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg.

Christoph Hermann
ist Gastdozent und Gastwissenschaftler an der Universität von Kalifornien, Berkeley.

Balasundaram Krisanthan
ist wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Professur für Didaktik der Sozialwissenschaften am Fachbereich Gesellschaftswissenschaften der Goethe-Universität Frankfurt/M.

Dr. Frank Nullmeier
ist Professor für Politikwissenschaft am SOCIUM – Forschungszentrum Ungleichheit und Sozialpolitik der Universität Bremen.

Hans Rackwitz
ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Soziologie, Arbeitsbereich für Arbeits-, Industrie- und Wirtschaftssoziologie, an der Friedrich-Schiller Universität Jena.

Dr. Laura Seelkopf
ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am SOCIUM – Forschungszentrum Ungleichheit und Sozialpolitik der Universität Bremen.

Dr. Silke Tober
ist Leiterin des Referats Geldpolitik am Institut für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) in Düsseldorf.

Prof. Dr. Michael Wohlgemuth
ist Direktor der Denkmanufaktur Open Europe Berlin gGmbH und Professor für politische Ökonomie an der Universität Witten/Herdecke.

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