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Der deutsche Föderalismus im Reformprozess

Bestellnummer: 4242
Autoren/Hrsg.: Uwe Andersen (Hrsg.)
unter Mitarbeit von: Uwe Andersen, Gotthard Breit, Jörg Broschek, Markus Gloe, Wolfgang Renzsch, Rainer-Olaf Schultze, Roland Sturm, Almut Zwengel
Erscheinungsjahr: 2007
Auflage: 1
Seitenzahl: 144
ISBN: 978-3-89974242-8
Reihe: politische bildung
Format: Broschur

Verfügbarkeit: lieferbar

19,80 €
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Der deutsche Föderalismus im Reformprozess

Über das Buch

Abstracts

Uwe Andersen: Entwicklung und Reformversuche des Föderalismus in Deutschland (S. 9-24)
Das föderalistische System der Bundesrepublik Deutschland hat unter dem Druck neuer Herausforderungen im Laufe der Zeit beachtliche Veränderungen erfahren. Als Hintergrund für die aktuelle Reformdiskussion werden die Entscheidung über das föderalistische System nach dem Zweiten Weltkrieg, seine Weiterentwicklung und die mehrfachen Reformversuche analysiert, um sowohl die Variabilität als auch die Pfadabhängigkeit des Systems zu verdeutlichen.

Under the pressure of new challenges the federal system of Germany has changed remarkably over time. As background for the actual reform discussion the establishment of the federal system after the second world war, the development of the system and several reform approaches are analyzed to show the variability as well as the path dependency of the system.

Roland Sturm: Die Föderalismusreform I: Erfolgreiche Verfassungspolitik? (S. 25-38)
Die Föderalismusreform I hat zahlreiche Erwartungen geweckt. Der deutsche Föderalismus sollte durch Trennung der Aufgabenwahrnehmung von Bund und Ländern, mehr Transparenz, gestärkte Länderparlamente, eine größere finanzielle Autonomie der Länder, die Reduktion der Blockadegefahr im Bundesrat und eine verbesserte Europafähigkeit grundlegend erneuert werden. Die Bilanz der Reform fällt gemessen an diesen Kriterien allerdings eher bescheiden aus.

Much was expected from a reform of German federalism: a clearer separation of responsibilities of the federal government and the Länder, more transparency, a strengthening of Land parliaments, a greater financial autonomy of the Länder, fewer political deadlocks in the Bundesrat and a better compatibility of German and European decision-making processes. If one takes these yardsticks seriously what was achieved with the reform of German federalism is not convincing.

Wolfgang Renzsch: Die Föderalismusreform II: Gründe, Ziele, Probleme (S. 39-52)
Ziel der zweiten Stufe der Föderalismusreform ist die Neuordnung der Bund-Länder-Finanzbeziehungen. Die gegenwärtige bundesstaatliche Finanzordnung weist zahlreiche Defizite auf, die sich u.a. an der Bildungsfinanzierung aufzeigen lassen. Die anstehende Reform wird sich auf Fragen wie Verschuldung und Verschuldungsgrenzen, aufgabenadäquate Finanzausstattung, dauerhaft geringes Steueraufkommen der ostdeutschen Länder, demographische Veränderungen und deren finanzielle Folgen, den Finanzausgleich und die Fragen einer Steuerautonomie der Länder konzentrieren.

Objective of the second step of the reform of the federal state is a renovation of the system of intergovernmental fiscal relations. Currently the federal fiscal order shows several deficits which are illustrated by how education is financed. The reform endeavours will address issues like public debts and debt burdens, task oriented distribution of revenues, permanent low tax income in the East German Laender, fiscal results of demographic changes, fiscal equalization and question of tax autonomy of the Laender.

Jörg Broschek/Rainer-Olaf Schultze: Föderalismus und Föderalismusreform heute: Australien, Kanada, Schweiz und Deutschland im Vergleich (S. 53-76)
Diskussionen über eine Reform der bundesstaatlichen Ordnung sind kein rein deutsches Phänomen. Der Beitrag untersucht Föderalismusreformen in den vier Bundesstaaten Australien, Kanada, Schweiz und Deutschland. Die Organisationsprinzipien der vier Fallbeispiele orientieren sich jeweils an einem der zwei Grundmodelle des Föderalismus, dem inter- oder intrastaatlichen Föderalismus. Dabei wird gezeigt, dass nicht nur die Reformfähigkeit der vier Bundesstaaten deutlich variiert, sondern auch, dass die Reformziele stark vom jeweiligen Föderalismustyp bestimmt sind.

Attempts aiming at a reform of the federal order are not limited to Germany. This paper examines reforms in four federations: Australia, Canada, Switzerland and Germany. Each federation resembles features of either the interstate or the intrastate model of federalism. It is demonstrated that the capability to reform federal systems varies considerably. Furthermore, reform goals themselves are significantly shaped by the model of federalism to which each case can be ascribed.

Markus Gloe: Föderalismusreform - eine Jahrhundertreform als Mittel gegen Politikverdrossenheit? (S. 77-97)
Der Beitrag skizziert unter der Fragestellung, ob sich die Föderalismusreform als Mittel gegen die Politikverdrossenheit auswirken könnte, einen erprobten Unterricht, der den Schülern ein eigenes politisches Urteil dazu ermöglicht. Im Zentrum des vorgestellten Unterrichts stehen die Analyse von Zeitungskommentaren und Karikaturen. Für einen passenden Schluss schlägt der Autor eine Pro-Contra-Debatte vor. Lehrer erhalten gerafft alle nötigen Sachinformationen, der Beitrag beschreibt die methodischen Schritte und enthält im Anhang alle notwendigen Materialien.

The article outlines a teaching unit while taking into consideration whether the reform of the German federal system could have an effect on the disenchantment with politics. At the end of the unit, the pupils will be able to make their own political assessment. The central focus of the presented unit is on analyses of newspaper comments and caricatures. The author suggests holding a classroom debate as a suitable conclusion. In the article, teachers are provided with all the necessary information, the methodical steps are described and all the necessary material can be found in the appendix.

Almut Zwengel: Interkulturelle Witze - Zur Umkehrung sozialer Hierarchien und zu Strategien der Selbstaufwertung (S. 119-128)
Interkulturelle Witze sind Witze mit interkulturellem Gehalt oder/und interkultureller Erzählsituation. Werden Witze über bestimmte Gruppen und zu bestimmten Merkmalen erzählt, zeigen sich soziale Relevanzen der Interaktionsteilnehmer. Als interkulturelle Witze werden unter anderem jüdische Witze, Witze von iranischen Intellektuellen im Exil und Witze über türkische Einwanderer berücksichtigt. Die Witze festigen nicht nur bestehende Stereotypen und Vorurteile. Im Witz können soziale Hierarchien aufgebrochen und Umwertungen vorgenommen werden.

Intercultural jokes are intercultural by content and/or by the situation in which they are told. If jokes focus on certain groups and certain characteristics they reveal orientations of those present in the interaction. We look at intercultural jokes like jewish jokes, jokes of Iranian academics in exile and jokes about Turkish immigrants. We reveal that jokes do not only reproduce and strengthen stereotypes and prejudice. They enable us to question social hierarchy and to irritate conventional judgement.

http://www.zeitschriftpolitischebildung.de/

Inhaltsübersicht

Uwe Andersen: Föderalismus und Reform - eine Einführung

Uwe Andersen: Entwicklung und Reformversuche des Föderalismus in Deutschland
1. Die Föderalismuskontroverse bei der Entstehung des Grundgesetzes
2. Entwicklungen und die Reform Ende der 60er Jahre
3. Krisentendenzen und die doppelte Herausforderung von deutscher Einheit und europäischer Integration
4. Ausblick: Neue Reformphase

Roland Sturm: Die Föderalimusreform I: Erfolgreiche Verfassungspolitik?
1. Anforderungen an eine Reform des deutschen Föderalismus
2. Zielvorgabe: Entflechtung
3. Zielvorgabe: Transparenz
4. Zielvorgabe: Stärkung der Landesparlamente
5. Zielvorgabe: Fiskalische Äquivalenz
6. Zielvorgabe: Entblockierung des Bundesrates
7. Zielvorgabe: Europafähigkeit
8. Was wurde erreicht, und warum nicht mehr?

Wolfgang Renzsch: Die Föderalismusreform II: Gründe, Ziele, Probleme
1. Über die Notwendigkeit einer Finanzverfassungsreform oder: Warum die Bildung das Sparschwein der Nation ist
2. Ziel der zweiten Stufe der Föderalismusreform
3. Rahmenbedingungen einer Reform
4. Welche Probleme sind zu lösen?

Jörg Broschek/Rainer-Olaf Schultze: Föderalismus im Vergleich: Australien, Kanada, Schweiz, Deutschland
1. Föderalismusmodelle und Föderalismusreform
2. Föderalismus im Vergleich: Die vier Fallbeispiele im Überblick
3. Föderalismusreform im Interstaatlichen Föderalismus: Australien und Kanada
4. Föderalismusreform im Intrastaatlichen Föderalismus: Schweiz und Deutschland
5. Resumé

Unterrichtspraxis

Markus Gloe: Föderalismusreform - eine Jahrhundertreform als Mittel gegen Politikverdrossenheit?
1. Vorbemerkung
2. Didaktische Perspektiven
3. Sachanalyse
4. Didaktische Analyse
5. Medienrelevante und methodische Überlegungen
6. Kompetenzen
7. Planung des Unterrichtsverlaufs
Materialien für den Unterricht

Buchbesprechungen

Forum

Almut Zwengel: Interkulturelle Witze - Zur Umkehrung sozialer Hierarchien und zu Strategien der Selbstaufwertung

Das aktuelle Thema

Gotthard Breit: Wenden sich die Deutschen von der Politik ab? Das sinkende Interesse an Politik belastet die Demokratie

Zu den Autoren

Dr. Uwe Andersen
Emeritierter Professor für Politikwissenschaft an der Ruhr-Universität Bochum. GC05/710, 44780 Bochum

Dr. Gotthard Breit
Emeritierter Professor für Politikwissenschaft und ihre Didaktik an der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg, Gerstäckerstr. 13, 38102 Braunschweig

Dipl.-Pol. Jörg Broschek
Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Kanada-Studien der Universität Augsburg, 86135 Augsburg

Markus Gloe
Lehrbeauftragter für Politikwissenschaft und Politikdidaktik an der Pädagogischen Hochschule Freiburg, Berufsschullehrer für die Fächer Gemeinschaftskunde, Geschichte, Deutsch und Wirtschaftslehre
Sautierstr. 42, 79104 Freiburg

Dr. Rainer-Olaf Schultze
Professor für Politikwissenschaft und Direktor des Instituts für Kanada-Studien an der Universität Augsburg, 86135 Augsburg

Dr. Roland Sturm
Professor für Politische Wissenschaft an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen Nürnberg, Kochstr. 4/7, 91054 Erlangen

Dr. Almut Zwengel
Professorin für Soziologie mit Schwerpunkt interkulturelle Beziehungen am Fachbereich Sozial- und Kulturwissenschaften der Hochschule Fulda, Marquardstr. 35, 36039 Fulda