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Die Gewalt des Vorurteils

Eine Textsammlung

Die Gewalt des Vorurteils - Eine Textsammlung

Über das Buch

Vorurteile und Politik sind Geschwister. Mit Vorurteilen wird Politik gemacht, an den Stammtischen und Kathedern, in den Redaktionsstuben und Plenarsälen, bei Sonntagspredigten und Wahlkämpfen. Den Machtlosen machen Vorurteile den Alltag erträglicher, den Mächtigen Politik und Herrschaft leichter. Vorurteile sind der Stoff für Sündenbockpraktiken und Diskriminierungskampagnen, aus Vorurteilen werden Ideologien gezimmert und Geschichtslügen gemacht, mit Vorurteilen werden aber auch Gewalt, Kriege und Völkermord vorbereitet und legitimiert.
Im vorliegenden Band sind Texte aus sechs Jahrzehnten zusammengetragen, gegliedert in fünf Kapitel:
• Sündenböcke, Autoritarismus und Vorurteil
• Antisemitismus – das beständige Vorurteil
• Fremdenfeindlichkeit – das aktuelle Vorurteil
• Vorurteil, Gewalt und Völkermord
• Pädagogische Intervention und Prävention
Natürlich kann man die Texte – didaktisch „zubereitet“ – auch im Unterricht, in Kursen und Seminaren einsetzen, gedacht ist der Band aber vor allem als Hintergrund- und Basisinformation für Lehrende in der politischen Bildung, auch für die schreibende und sendende Zunft, schließlich für alle, die mit Politik zu tun haben, sei es aus Bürgersinn, Leidenschaft oder Profession.

Inhaltsübersicht

Vorwort
I. Sündenböcke, Autoritarismus und Vorurteil
Einleitung
Gordon W. Allport: Treibjagd auf Sündenböcke
Gordon W. Allport: Die Natur des Vorurteils
Theodor W. Adorno, Else Frenkel-Brunswik, Daniel J. Levinson, R. Nevitt Sanford: Studien zum autoritären Charakter
Max Horkheimer, Theodor W. Adorno: Vorurteil und Charakter
Erich Fromm: Die autoritäre Persönlichkeit
Rose Ahlheim: Autoritarismus, Vorurteilsbereitschaft und familiale Sozialisation
Andreas Zick, Beate Küpper: Politische Mitte. Normal feindselig

II. Antisemitismus – das beständige Vorurteil
Einleitung
Otto Fenichel: Elemente einer psychoanalytischen Theorie des Antisemitismus
Reinhard Rürup: Antisemitismus und moderne Gesellschaft. Antijüdisches Denken undantijüdische Agitation im 19. und frühen 20. Jahrhundert
Werner Bergmann, Rainer Erb: Antisemitismus in Deutschland nach 1945
Klaus Ahlheim, Bardo Heger: Deutsche Vergangenheit und Antisemitismus
Wolfgang Benz: Judenfeindschaft in Europa

III. Fremdenfeindlichkeit – das aktuelle Vorurteil
Einleitung
Mario Erdheim: Fremdeln. Kulturelle Unverträglichkeit und Anziehung
Werner Bohleber: Ethnische Homogenität und Gewalt. Zur Psychoanalyse von Ethnozentrismus, Fremdenhaß und Antisemitismus
Klaus Ahlheim, Bardo Heger: Der unbequeme Fremde
Ulrich Herbert: Ausländerpolitik im wiedervereinigten Deutschland
Achim Lauber, Maren Würfel; Von „Talkshow-Türken“ und Vorurteilen. Wie das Fernsehen zum Ausländerbild von 9- bis 14-Jährigen beiträgt .
Klaus Ahlheim: Abschottungsmentalität und Fremdenfeindlichkeit in Europa .

IV. Vorurteil, Gewalt und Völkermord
Einleitung
Paul Parin: Die Gewalt des Vorurteils – Vorurteile der Gewalt
Hajo Funke: Rechte Gewalt – Das Beispiel Rostock-Lichtenhagen
Tânia Puschnerat: Die islamistische Variante des Antisemitismus
Daniel Jonah Goldhagen: Hitlers willige Vollstrecker
Ulrich Herbert: Die richtige Frage

V. Pädagogische Intervention und Prävention
Einleitung
Theodor W. Adorno: Erziehung nach Auschwitz
Wolfgang Hochheimer: Vorurteilsminderung in der Erziehung und die Prophylaxe des Antisemitismus
Georg Auernheimer: Für eine interkulturell orientierte Schule
Klaus Ahlheim: Prävention von Fremdenfeindlichkeit und Rechtsextremismus – Erziehung, Schule, politische Bildung
Franz Josef Krafeld: Zur Praxis der pädagogischen Arbeit mit rechtsorientierten Jugendlichen
Klaus-Peter Hufer: Argumentationstraining gegen Stammtischparolen
Bernd Fechler: Antisemitismus im globalisierten Klassenzimmer. Identitätspolitik, Opferkonkurrenzen und das Dilemma pädagogischer Intervention
Barbara Schäuble, Hanne Thoma: Ergebnisse des Europäischen Workshops „Antisemitismus – eine Herausforderung für die (politische) Bildungsarbeit“. Eine Dokumentation

Zu den Autoren

Klaus Ahlheim ist Professor für Politische Erwachsenenbildung an der Universität Duisburg-Essen

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