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Ein Leben lang

Politische Bildung mit und für ältere Menschen

Ein Leben lang

Über das Buch

Erst nach und nach rücken die möglichen Folgen des demografischen Wandels und die Herausforderungen für Gesellschaft, Politik und Bildung, die sich hieraus ergeben können, in den Blickpunkt der öffentlichen Aufmerksamkeit. Was allzu lange ein Thema von Experten blieb, was auch von der Politik in den letzten Jahrzehnten allenfalls in Worten, kaum aber in Taten wahrgenommen wurde, scheint sich nun zu einem „Megathema“ zu entwickeln: die „alternde Gesellschaft“, die „Vergreisung“ oder die „ergraute Gesellschaft“, wie in den Texten unseres Schwerpunktes zu lesen ist.
In der Bildungsdiskussion, zumal in der politischen Bildung, steht die Debatte über diese Entwicklung noch am Anfang. Dabei liegt es nahe, nach den durchaus dramatischen Veränderungen zu fragen, die der demografische Wandel für das Bildungssystem mit sich bringt: Schon heute werden Schulen geschlossen, der Adressatenkreis der außerschulischen Bildung verändert sich – ältere Menschen können eine wichtige, oft auch durchaus zahlungskräftige Klientel sein, andererseits entstehen neue Mischformen von Betreuungs- und Bildungsangeboten –, aber auch der Kreis der Anbieter von Jugend- und Erwachsenenbildung kann durch aktive, lebenserfahrene ältere Menschen bereichert werden.
In der politischen Bildung gibt es eine gewisse Tradition, ältere Menschen als Zeitzeugen in Veranstaltungen einzubeziehen. Zumal mit Blick auf Krieg und Nationalsozialismus war das Gespräch mit Zeitzeugen lange ein äußerst wichtiges didaktisches Mittel. Heute und in naher Zukunft wird die politische Bildung ihren Blick auf das Alter erweitern und differenzieren müssen. Ältere Menschen werden in vielfacher Hinsicht als Mitwirkende wie als Adressaten politischer Bildung an Bedeutung und damit auch an Einfluss gewinnen. Gleichzeitig werden Generationenverhältnisse zunehmend zu einem kontroversen Thema der Politik und damit zu einem interessanten inhaltlichen Gegenstand politischer Bildung: Gibt es einen sich zuspitzenden Generationenkonflikt, wie Reimer Gronemeyer in diesem Heft schreibt, oder geht es mehr um das „Miteinander“, den „Dialog der Generationen“, den Peter Ruthstroth-Bauer ins Zentrum seines Beitrags stellt? Heiner Keupp fragt nach den Möglichkeiten von Weiterbildung als Ressource für Identitätsentwicklung im Lebenslauf, während Ralph Bergold und Ursula Lenz Ansätze und Beispiele für (politische) Bildung mit älteren Menschen vorstellen.
Im Forum bringen wir einen Bericht von Sven Gänger über Zwischenergebnisse aus einem laufenden Forschungsprojekt, die vielleicht dazu beitragen können, die Kontroverse um Demokratie-Lernen und politische Bildung in der Schule, die derzeit im Fach geführt wird, zu versachlichen und produktiv zu wenden.
http://www.kursiv-journal.de/

Inhaltsübersicht

Editorial
Szene

Schwerpunkt: Lernen – Wege zu einer neuen Theorie?
Peter Ruhenstroth-Bauer: Pozentiale der alternden Gesellschaft
Reimer Gronemeyer: Lernen in der ergrauten Gesellschaft
Heiner Keupp: Weiterbildung in der Reflexiven Moderne - Fähigkeiten und Ressourcen der Lebensbewältigung
Ralph Bergold: Wer älter wird, sieht tiefer. Politische Bildungsarbeit im dritten und vierten Lebensalter
Ursula Lenz: Neue Verantwortungsrolle für ältere Menschen in der Gesellschaft: Die Arbeit der BAGSO

Forum
Sven Gänger: Ethnozentrismus, Schulentwicklung und politische Bildung. Erste Ergebnisse aus einem qualitativen Forschungsprojekt und Folgerungen für die politische Bildung.

Services Tipps zum Schwerpunkt.
Fachliteratur
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