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Einkommens- und Vermögensverteilung in Deutschland

Bestellnummer: 642
Autoren/Hrsg.: Uwe Andersen (Hrsg.)
unter Mitarbeit von: Irene Becker, Hans-Jürgen Friedrichs, F. Klaus Koopmann, Hajo Romahn, Wolfgang Schroeder, Klaus-Bernhard Roy, Christoph Weishaupt
Erscheinungsjahr: 2001
Auflage: 1
Seitenzahl: 152
ISBN: 978-3-87920-642-1
Reihe: politische bildung
Format: Broschur

Verfügbarkeit: lieferbar

19,80 €
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Einkommens- und Vermögensverteilung in Deutschland

Über das Buch

Bitte beachten Sie, dass auch dieser Band der Reihe „Politische Bildung“ ein Unterrichtsmodell bereithält. Dieses bietet eine Unterrichtseinheit zum Thema „Einkommenssituation privater Haushalte und staatliche Einkommenspolitik“ mit ergänzenden Materialien. Mehr darüber finden Sie in der Rubrik „Inhaltsübersicht“. Im folgenden finden Sie eine kurze Inhaltsangabe zu den Aufsätzen dieses Bandes:

ABSTRACTS /Inhaltsangabe:

Klaus-Bernhard Roy: Verteilungsgerechtigkeit
Verteilt werden in einer Gesellschaft nicht einfach Anteile am Bruttosozialprodukt, sondern „Lebenslagen“ und damit Chancen auf soziale Teilhabe. In Demokratien sind Verteilungsgerechtigkeit und die Rechtfertigung sozialer Ungleichheiten per se politisch. Dabei ist Verteilungsgerechtigkeit in der Demokratie keine beliebige Frage, sondern Teil der Legitimation eines politischen Systems. Doch aktuell ist die Auseinandersetzung mit Verteilungsgerechtigkeit unpopulär, weil sich damit eine Hinterfragung von marktvermittelter Ungleichheit verbindet. Dies wirkt störend in der aktuellen Modernisierungsdebatte, auf die sich die politischen Akteure stärker konzentrieren als auf unbewältigte alte und neue Verteilungsprobleme.

Irene Becker: Einkommens- und Vermögensverteilung in Deutschland
Auf Basis der Einkommens- und Verbrauchsstichproben ergibt sich, dass die Ungleichheit der personellen Vermögensverteilung in Deutschland wesentlich größer als die der Einkommensverteilung ist, letztere im Zeitverlauf aber tendenziell zugenommen hat. Dies gilt in den neunziger Jahren insbesondere für Ostdeutschland; dennoch sind die Einkommen – im Gegensatz zu den Nettovermögen – in den neuen Ländern nach wie vor gleichmäßiger als in den alten Ländern verteilt. Angesichts verschiedener Unzulänglichkeiten der vorhandenen Daten sind diese Ergebnisse allerdings vorsichtig zu interpretieren; wegen eines für Bevölkerungsumfragen typischen Mittelstandsbias stellen sie eher eine Untergrenze für die tatsächliche Dispersion in der Wohlstandsverteilung dar.

Wolfgang Schroeder: Das deutsche Modell industrieller Beziehungen
Die industriellen Beziehungen auf der Basis des Flächentarifvertrages sind trotz Deregulierung und Individualisierung weiterhin von großer Bedeutung für das Niveau und den Modus der Einkommensverteilung in Deutschland. Dieser Text gibt eine Einführung zu den zentralen Akteuren und Instrumenten der industriellen Beziehungen. Die Akteure und Instrumente sind bei aller Kontinuität, die ihre Strukturen und Handlungsweisen auszeichnen, keinesfalls als statisch zu klassifizieren; es wird vielmehr von einem Wandel der institutionellen Grundlagen und wechselseitigen Beziehungen ausgegangen. Aus dieser akteurszentrierten Sicht befindet sich das deutsche Modell derzeit in einem Transformationsprozess, der sich vor allem in den Begriffen der Dezentralisierung und Flexibilisierung widerspiegelt.

Hajo Romahn: Instrumente staatlicher Einkommenspolitik
Die staatliche Einkommenspolitik wird zum einen in ihrer mittelbaren, ursprünglichen Funktion als Instrument der Stabilisierungspolitik untersucht, wobei sie in dieser Funktion einem erheblichen Wandel und auch Bedeutungsverlust unterliegt. Zum anderen werden ihre Instrumente im Rahmen der Einkommensumverteilungspolitik und hier insbesondere im Rahmen der Besteuerung und der Sozialversicherung behandelt, wobei deutlich wird, dass sich eine eigenständige Einkommensumverteilungspolitik mit verteilungspolitischen Zielsetzungen in der Instrumentierung kaum mehr ausmachen lässt.

Uwe Andersen: Vermögenspolitik
Vor dem Hintergrund neuer Rahmenbedingungen, u.a. Umstellung der Altersvorsorge auf eine stärkere private Säule, hat die Vermögenspolitik in Deutschland wieder an öffentlicher Aufmerksamkeit gewonnen, wird aber sowohl durch überhöhte Erwartungen (Zielpalette) als auch durch alte Konflikte belastet. Ausgehend von der in Abhängigkeit von den verwendeten Vermögensbegriffen differenzierenden, gleichwohl aber hohen Vermögenskonzentration werden Ziele, Ansatzpunkte, Instrumente und Akteure der Vermögenspolitik analysiert.

Hans-Jürgen Friedrich/Christoph Weishaupt: Einkommenssituation privater Haushalte und staatliche Einkommenspolitik – didaktisch-methodische Anregungen für eine Unterrichtseinheit in der Sek. II
Einkommensverteilung und Vermögensverteilung sind zentrale Gegenstände in Debatten über staatliche Sozialpolitik. Ausbildungswahlen, Arbeitsplatzentscheidungen werden auch unter Einkommensgesichtspunkten getroffen. Mit besonderer Berücksichtigung der didaktischen Prinzipien der Problem- und Handlungsorientierung wird ein Weg der Annäherung an den Unterrichtsgegenstand zur Diskussion gestellt. Rollenspiel, Lehrgang und produktives Gestalten werden einbezogen.

F. Klaus Koopmann: Amerika, hast Du’s besser?
Die Durchsicht einschlägiger US-amerikanischer Materialien sowie vielfältige Erkundungen und Gespräche vor Ort vermitteln den Eindruck, dass beträchtliche Bereiche der didaktisch-curricularen Diskurse und Praxis von einer Art „renewal“ gekennzeichnet sind. Diese auf die Wiederbelebung einer tatsächlichen „civic“ education gerichtete Neuorientierung soll die als defizitär befundenen Ziele, Inhalte und Effekte des Schulfaches civic education bzw. social studies, die als unzureichend beurteilte Leistungsfähigkeit des Schulsystems sowie die als krisenhaft wahrgenommene Lage der amerikanischen Gesellschaft insgesamt beantworten. Das Antwortenspektrum reicht von Vorschlägen zur Vereinheitlichung der Schulfächerbezeichnungen und zur Standardisierung der Inhalte bzw. Curricula bis hin zu anspruchsvollen Reformvorhaben, die sich didaktisch mehr oder weniger ausdrücklich an den Gesellschafts- und Bildungsvorstellungen John Deweys orientieren. Diese Konzepte und Prinzipien – etwa das „issues-centered“, „problem-solving“, „experiential“ bzw. „service-learning“ – betonen vor allem die didaktischen Prinzipien der Problemorientierung, der Kontroversität bzw. des Konfliktbezugs, der Authentizität des Unterrichtsgegenstands, der Subjektbezogenheit sowohl der Unterrichtsinhalte als auch -prozesse mit besonderer Betonung des Lernens durch selbstgesteuertes Handeln/Partizipieren und Erfahren. Es scheint indes, als ob das im Rahmen einer Reformierung der sozialen/politischen Bildung in den Schulen der USA ernsthaft betriebene Bemühen um die Umsetzung dieser didaktischen Prinzipien bislang relativ wirkungslos geblieben ist.
Alles in allem also weisen neuere politikdidaktische Orientierungen in den USA, einschließlich ihrer Enstehungs- und Begründungszusammenhänge, sowie deren Implementierungsprobleme, erhebliche Parallelen mit vergleichbaren Enwicklungen hierzulande auf. So gesehen hat’s Amerika weder besser noch schlechter, sondern eher ausgesprochen ähnlich.

http://www.zeitschriftpolitischebildung.de/

Inhaltsübersicht

Schwerpunktthema:
Einkommens- und Vermögensverteilung in Deutschland –
skandalös oder gerechtfertigt
Uwe Andersen: Einführung: Verteilungsgerechtigkeit und -politik

Klaus-Bernhard Roy: Verteilungsgerechtigkeit
1. Einleitung
2. Theoretische Konzepte und politische Grundlagen
3. Entwicklungslinien von Verteilungsgerechtigkeit
4. Verteilungsgerechtigkeit – zur Aktualität eines politischen Problems

Irene Becker: Einkommens- und Vermögensverteilung in Deutschland:
ein Bild mit unscharfen Konturen
1. Verteilungsfragen in der Diskussion
2. Einkommen und Vermögen privater Haushalte: Begriffe, makroökonomische
und gruppenspezifische Indikatoren
3. Mikroanalytische Verteilungsrechnungen
4. Kritische Würdigung der Ergebnisse und weiterführende Forschungsperspektiven

Wolfgang Schroeder: Das deutsche Modell industrieller Beziehungen:
Die Polity der Tarifpolitik
1. Fragestellung
2. Modell-Deutschland-Ansatz und die Politik des „mittleren Weges“
3. Die Hauptakteure der industriellen Beziehungen
4. Die Tarifpolitik
5. Status quo: Geltungskraft des Flächentarifvertrages in Ostdeutschland
6. Deutsches Modell industrieller Beziehungen: Wandel und Vergleich
7. Herausforderungen für die Handlungsfähigkeit der Tarifparteien

Hajo Romahn: Instrumente staatlicher Einkommenspolitik
1. Einkommenspolitik – oder Wirtschaftspolitik oder Sozialpolitik?
2. Einkommenspolitik als Stabilitätspolitik
3. Einkommenspolitik als Einkommensumverteilungspolitik
4. Perspektiven der Einkommenspolitik und der Einkommensumverteilungspolitik

Uwe Andersen: Vermögenspolitik: Ziele, Instrumente und Akteure
1. Hintergrund
2. Neue Rahmenbedingungen
3. Vermögensbegriffe und Vermögensverteilung
4. Motive und Zielpalette der Vermögenspolitik
5. Ansatzpunkte und Instrumente der Vermögenspolitik
6. Akteure der Vermögenspolitik
7. Resümee und Perspektiven

Unterrichtsmodell
Hans-Jürgen Friedrichs/Christoph Weishaupt:
Einkommenssituation privater Haushalte und staatliche Einkommenspolitik –
didaktisch-methodische Anregungen für eine Unterrichtseinheit in
der Sekundarstufe II
Materialien zur Unterrichtseinheit

Buchbesprechungen
ALEXANDER SIEDSCHLAG (HRSG.): Realistische Perspektiven internationaler Politik (von Ingo Juchler)
WALTER GAGEL: Einführung in die Didaktik des politischen Unterrichts (von Peter Massing)

Wolfgang Hilligen zum 85. Geburtstag


Allgemeiner Teil

Forum:
F. Klaus Koopmann: Amerika, hast Du’s besser?
Einige (Innen-)Ansichten über schulische politische Bildung in den USA


Abstracts
Autorinnen und Autoren

Zu den Autoren

Dr. Uwe Andersen
Professor für Politikwissenschaft, Universität Bochum

Dr. Irene Becker
Wissenschaftliche Mitarbeiterin der Professur für Sozialpolitik an der Goethe-Universität Frankfurt/M.

Hans-Jürgen Friedrichs
Oberstudienrat i.E. am Gymnasium der Benediktiner in Meschede

Dr. F. Klaus Koopmann
Hochschuldozent für Politikdidaktik, Institut für Politikwissenschaft/FB 8 (Sozialwissenschaften), Universität Bremen

Hajo Romahn
Wissenschaftlicher Mitarbeiter für Sozialpolitik, Fakultät für Sozialwissenschaft der Ruhr-Universität Bochum,

Dr. Wolfgang Schroeder
Vertretungsprofessur TU Darmstadt, Institut für Politikwissenschaft; Referent für industrielle Beziehungen beim Vorstand der IG Metall,

Dr. Klaus-Bernhard Roy
Privatdozent für Politikwissenschaft an der Universität Marburg

Christoph Weishaupt
Studiendirektor i.E. am Mallinckrodt-Gymnasium in Dortmund