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EU-Osterweiterung

Bestellnummer: 639
Autoren/Hrsg.: Wichard Woyke (Hrsg.)
Erscheinungsjahr: 2002
Auflage: 1
Seitenzahl: 152
ISBN: 978-3-87920-639-1
Reihe: politische bildung
Format: Broschur

Verfügbarkeit: lieferbar

19,80 €
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EU-Osterweiterung

Über das Buch

ABSTRACTS /Inhaltsangabe:

Wichard Woyke: Osterweiterung – eine Erweiterung wie jede andere? (S. 8-28)
Mit der Osterweiterung stellt sich eine vollkommen neue Qualität im Erweiterungsprozess sowohl ökonomisch, gesellschaftlich als auch, was die Zahl der zukünftigen Mitglieder betrifft. Bei der Osterweiterung haben die einzelnen Akteure unterschiedliche Interessen, die sich allerdings in den gesamteuropäischen Interessen der Steigerung von ökonomischer Wohlfahrt, Ausweitung des Stabilitätsraums und friedvollen Zusammenlebens der europäischen Staaten niederschlagen. Mit dem Vertrag von Nizza sind aus der Sicht der Beitrittskandidaten die Vorarbeiten der EU erfüllt. Die Osterweiterung dürfte gewaltige Auswirkungen auf die Kohärenz der Union, auf die Zusammenarbeit der ein-zelnen Staaten in der Union sowie die Entwicklung der Mitgliedstaaten, besonders der Beitrittsländer haben.

Wilhelm Knelangen: Chance oder Risiko? Die „innenpolitische Seite“ der Osterweiterung
(S. 29-41)
Die Innen- und Justizpolitik zählt zu den sowohl wichtigsten als auch schwierigsten Feldern der Beitrittsverhandlungen mit den mittel- und osteuropäischen Staaten. Das ist zum einen auf den rasant gewachsenen Besitzstand in diesem Bereich zurückzuführen, zum anderen auf die politische Bedeutung, die der Politik innerer Sicherheit, der Asyl- und der Einwanderungspolitik in den EU-Mitgliedstaaten beigemessen wird. Nach einer Phase des Zögerns hat die EU eine breit angelegte Heranführungsstrategie aufgelegt, die das Ziel verfolgt, die Beitrittskandidaten in die Lage zu versetzen, ihre Aufgaben in einem erweiterten „Raum der Freiheit, der Sicherheit und des Rechts“ erfüllen zu können. Wenngleich sich abzeichnet, dass zentrale Probleme bis zum Zeitpunkt des Beitritts nicht gelöst werden können, bietet die Erweiterung die Chance, die neue sicherheits- und einwanderungspolitische Lage in Europa gemeinsam zu bearbeiten.

Johannes Varwick: Die Europäische Union als überforderter Stabilitätsanker? Die Er-weiterung der EU und die Suche nach einer stabilen gesamteuropäischen Ordnung
(S. 42-53)
Es stellt sich zunehmend die Frage, ob und wie sich der erreichte Integrationsstand innerhalb der EU im Zuge der bevorstehenden Erweiterung halten und fortentwickeln lässt. Zwar ist die Erweiterung aus politischen, ökonomischen und strategischen Gründen notwendig, die Aufnahme aller an einem Beitritt interessierter Staaten würde den Charakter der EU jedoch fundamental wandeln und die EU überfordern. Deshalb sollte die alleinige Fixierung auf die EU zugunsten eines multi-institutionellen Europas aufgegeben und stärker darüber nachgedacht werden, welche Perspektive einigen an einem Beitritt interessierten Staaten auch jenseits einer Mitgliedschaft in der EU geboten werden kann. Denn gerade wer der Überzeugung ist, die europäische Integration sei die richtige Antwort auf die Herausforderungen der Zukunft, der muss an einer handlungsfähigen EU interessiert sein.

Thomas R. Henschel: Die Erweiterung der EU aus Sicht der Bundesrepublik Deutschland – Chancen und Risiken (S. 54-60)
Die Erweiterung der EU stellt nach Ansicht des Autors ein hervorragendes Beispiel für die Funktionslogik des Europäischen Einigungsprozesses dar. Der administrative Verhandlungsprozess dominiert die Entwicklung und verdeckt das beinahe völlige Fehlen des Primats des Politischen. Die freiwillige Reduktion des Politischen auf die Funktionslogik wird zum Ausgangspunkt für inhaltliche Überlegungen zur Lösung der Krise des Politischen. Im Zentrum der Überlegungen steht dabei der Entwurf eines Konzeptes für eine europäische Zivilgesellschaft als Zielformulierung und europäisches Identifikationsangebot. Abgerundet wird der Aufsatz durch sieben Thesen zur Erweiterung der EU, die vor allem die Fragen der Bildung als Voraussetzung für das Gelingen des Projekts Europa formulieren.
Markus Mildenberger: Die EU-Erweiterung aus Sicht der Beitrittskandidaten (S. 61-70)
Seit den Umbruchsjahren 1989/1990 streben die Staaten Ostmitteleuropas nach einer Mitgliedschaft in der Europäischen Union. Erst im November 1998 begannen die Beitrittsverhandlungen u.a. mit Polen, Tschechien und Ungarn, im Dezember 1999 auch mit der Slowakei. Obwohl die Beitritte inzwischen in eine greifbare Nähe gerückt sind, wächst in diesen Ländern der Unmut nicht nur über die lange Wartezeit, sondern auch über die zu erfüllenden Bedingungen. Der Konsens für den EU-Beitritt ist brüchig geworden. In allen Kandidatenländern macht sich eine antieuropäische Opposition bemerkbar, die zwar nicht mehrheitsfähig ist, deren Störpotenzial jedoch ausreichen könnte, den Erweiterungsfahrplan ins Wanken zu bringen.

Ingo Juchler: Die Ost-Erweiterung der Europäischen Union. Eine Unterrichtseinheit für die Sekundarstufe I (S. 71-93)
Angesichts der herausragenden Bedeutung des europäischen Integrationsprozesses für die deutsche (Außen-) Politik sollten Schülerinnen und Schüler bei Beendigung ihres Schulbesuchs nach der neunten oder zehnten Klasse auch über spezifische Europa-Kompetenzen verfügen. Die Vermittlung dieser Kompetenzen kann trotz der Entfernung der Thematik Ost-Erweiterung vom Erfahrungsraum der Schülerinnen und Schüler sowie der Komplexität des Lerngegenstandes vorgenommen werden. Hierzu bietet sich die inhaltliche Erschließung mithilfe von Kategorien an. Für die Planung der Unterrichtseinheit wird sowohl eine sequentielle wie auch eine projektorientierte Vorgehensweise dargelegt.

Bernhard Muszynski: Systemerhalt durch Strukturwechsel (S. 114-119)
Die Lehrerausbildung in Deutschland wird seit etlichen Jahren kritisch erörtert, wobei ihr weithin einvernehmlich grundlegende Mängel attestiert werden, die zumindest mittelbar durch die Ergebnisse der PISA-Studie aktuell in einem grellen Licht erscheinen. An den meisten Universitäten sei die 1. Ausbildungsphase wissenschaftlich wenig ergiebig, kaum berufsqualifizierend und nur schwer studierbar. Die oft unverbunden folgende 2. Phase pflege weithin platten Praxisbezug und reproduziere den unbefriedigenden Status Quo. Um das System aus Fachwissenschaftlichkeit, Vermittlung professionsbezogener Kompetenzen und reflektierter Praxiseinmündung zu erhalten, bedarf es struktureller Änderungen, die die Stärke des jeweiligen Ausbildungselements zur Entfaltung bringt. Gestufte Baccelor- und Masterabschlüsse auch in der Lehrerausbildung können hierzu beitragen.

Hans-Joachim von Olberg: Bachelor ê Master ê Lehrer der politischen Bildung. Neue Struktur für die Lehrerbildung noch lange nicht serienreif! (S. 120-127)
Der Autor arbeitet heraus, dass die Debatte über die Einführung konsekutiver Studiengangsstrukturen an Universitäten primär von hochschulpolitischen Interessen des Staates und nicht vom Reformbedarf der Lehrerbildung ausgeht. Die vorgebrachten Argumente (internationale Angleichung, flexibler Übergang in den Arbeitsmarkt, Berufsspezifik der Master-Phase) halten einer Überprüfung nur sehr eingeschränkt stand. Der Autor plädiert stattdessen im Anschluss an die KMK-Kommission und das „Europäische Netzwerk Lehrerbildung“ für einen übergreifenden professionsbiographisch orientierten Ansatz, der Vorbereitungsdienst und Weiterbildung von Anfang an mit einbezieht. Im Sinne der Ausdifferenzierung von Ausbildungswegen sollten grundständige wie gestufte Modelle weiterentwickelt, vergleichend erprobt und ausgewertet werden.

http://www.zeitschriftpolitischebildung.de/

Inhaltsübersicht

Schwerpunktthema:
Osterweiterung der Europäischen Union - Chancen und Risiken

Wichard Woyke: Einführung: Osterweiterung der EU - Chancen und Risiken
Wichard Woyke: Osterweiterung - eine Erweiterung wie jede andere?
1 .Einführung
2. Das Beitrittsverfahren
3. Die Entscheidung über die Osterweiterung
4. Merkmale, Ziele und Interessen der Osterweiterung
5. Die Beitrittsverhandlungen ~
6. Auswirkungen der Osterweiterung
7. Osterweiterung - eine neue Qualität der Erweiterung?

Wilhelm Knelangen: Chance oder Risiko? Die "innenpolitische Seite" der Osterweiterung
1. Die wachsende Relevanz der Innen- und Justizpolitik für den Erweiterungsprozess
2. Die Dynamik der innen- und justizpolitischen Zusammenarbeit
3. Instrumente und Verfahren der Heranführung der Beitrittskandidaten
4. Probleme der Erweiterung in innen- und justizpolitischer Perspektive
5. Schlussfolgerung: Die Erweiterung als Chance

Johannes Varwick: Die Europäische Union als überforderter Stabilitätsanker?
1. Vorbemerkung
2. Die doppelte Herausforderung: Erweiterung und Vertiefung
3. Erweiterungsstrategie im Wandel
4. Konsequenzen für die gesamteuropäische Ordnung
5. Schlussfolgerungen für die gesamteuropäische Ordnung

Thomas R. Henschel: Die Erweiterung der EU aus Sicht der Bundesrepublik Deutschland - Chancen und Risiken
1. Grenzen der europäischen Funktionslogik
2. Förderung der demokratischen Zivilgesellschaft: zentrale Aufgabe der Erweiterung
3. Thesen zur Ost-Erweiterung

Markus Mildenberger: Die EU-Erweiterung aus Sicht der Beitrittskandidaten
1 .Einleitung
2. Wachsende Zweifel in der Bevölkerung
3. Europapolitik unter Druck
4. Tschechische Zurückhaltung gegenüber der EU
5. Europapolitische Polarisierung in Polen
6. Starkes Selbstvertrauen in Ungarn
7. Der unsichere Kandidat Slowakei
8. Das entscheidende Jahr 2002

Politische Bildung und ihre Praxis
Ingo Juchler: Die Osterweiterung der Europäischen Union
Eine Unterrichtseinheit für die Sekundarstufe I
Materialien zur Unterrichtseinheit, zusammengestellt von Ingo Juchler

Buchbesprechungen
Sammelbesprechung zum Themenschwerpunkt ~
BARBARA UPPERT (HRSG.): Osterweiterung der Europäischen Union - die doppelte Reifeprüfung
MICHAEL J. BAUN: A Wider Europe. The Process and Politics of European Union Enlargement
„INTERNATIONALE POLITIK: Weichenstellungen für Europa (Heft 2/2001) ~
„INTEGRATION": Heft 2/2001
EUROPÄISCHE KOMMISSION (HRSG.): Die Erweiterung erfolgreich gestalten (von Johannes Varwick)

Besprechungen zur Fachwissenschaft
GERT KRELL (HRSG.): Weltbilder und Weltordnung (von Bernhard Rinke)
ULRICH MENZEL: Zwischen Idealismus und Realismus (von Bernhard Rinke)

Besprechung zur Fachdidaktik
GEORG WEIßENO: Politikunterricht im Informationszeitalter (von Gabi Schreder)

Allgemeiner Teil
Forum: Kontroverse
Bernhard Muszynski: Systemerhalt durch Strukturwechsel. Bemerkungen zur Kontroverse um gestufte Lehramtsstudien
Hans-Joachim von Olberg: Bachelor - Master - Lehrer der politischen Bildung?
Neue Struktur für die Lehrerbildung noch lange nicht serienreif

Tagungsbericht "Politikunterricht und Rechtsextremismus".
Argumente- Strategien –Projekte

Abstracts
Autorinnen und Autoren

Zu den Autoren

Dr. Thomas R. Henschel
Direktor der European School of Governance (EUSG), Lehrauftrag an der Universität St. Gallen und an der Bundesakademie für offentliche
Verwaltung.

Dr. IngoJuchler
Studienrat; Habilitand im Fach Politikwissenschaft und ihre Didaktik an der Pädagogischen Hochschule Karlsruhe, Institut für Sozialwissenschaften und Europäische Studien

Dr. Wilhelm Knelangen
Wissenschaftlicher Assistent am Institut für Politische Wissenschaft der Christian-Albrechts-Universität Kiel

Markus Mildenherger
Leiter der Arbeitsstelle Ostmitteleuropa im Forschungsinstitut der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik (DGAP)

Dr. Bernhard MuszynskiHelmstedter Str. 4, 10717 Berlin
Professor für Politiksoziologie an der Universität Potsdam und Leiter von deren
Weiterbildungszentrum, Park Babelsberg 14, 14482 Potsdam.

Hans-Joachim von Olberg, Weißenburgstr. 47,48151 Münster
Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Fachbereich Erziehungswissenschaft und
Sozialwissenschaften,
Westfälische Wilhelms-Universität Münster, Georgskommende 33,48143 Münster

Dr. Johannes Varwick, Rankestr. 32, 10789 Berlin
Wissenschaftlicher Assistent am Institut für Internationale Politik,
Universität der Bundeswehr, Hamburg

Dr. Wichard Woyke, Linckensstr. 105,48165 Münster
Professor für Politikwissenschaft, Universität Münster,
Scharnhorststr. 100,48151 Münster