Telefonische Beratung & versandkostenfreie Bestellung* 06196 - 8 60 65

Anmeldung für unseren Newsletter und Katalogservice.

Fachlichkeit und Interdisziplinarität

in der politischen Bildung

Bestellnummer: ku1-10
Erscheinungsjahr: 2010
Auflage: 1
Seitenzahl: 88
ISBN: ku1-10
Reihe: kursiv - Journal für politische Bildung
Format: Broschur

Verfügbarkeit: lieferbar

5,00 €
*

Fachlichkeit und Interdisziplinarität

Über das Buch

Das Verhältnis von Fachlichkeit und Interdisziplinarität ist ein Problem, das die politische Bildung durch ihre gesamte jüngere Geschichte begleitet. Schon vor 100 Jahren war die Eigenfachlichkeit politischer Bildung in ihrem Verhältnis zu anderen Fächern, insbesondere zum Geschichtsunterricht ein intensiv diskutiertes Thema und in der zweiten Hälfte des vorigen Jahrhunderts gab es immer wieder Phasen, in denen um Fächerkooperation und Fächerintegration in den Gesellschaftswissenschaften gerungen und andere, in denen die einzelfachliche Profilierung im Vordergrund stand.
Die jüngste Debatte um Bildungsstandards und Kompetenzmodelle hat nun wieder die „Domänenspezifik“ stark in den Vordergrund gerückt. Aber nach einigen Jahren der Entwicklung solcher Standards und Kompetenzen zeigt sich auch, dass es mit der Domänenspezifik im Feld der Gesellschaftswissenschaften so einfach nicht ist, dass sich vielfältige Wechselbezüge und Überschneidungen zwischen den Fächern ergeben und dass die Anforderung nach Domänenspezifik in Zielen und Inhalten schulischer Fächer in diesem Feld auf eine uneinheitliche, manchmal fast willkürlich anmutende Vielfalt an Fachbezeichnungen und Fächerzuschnitten trifft. Für die politische Bildung wird diese Problematik durch eine Reihe von Faktoren zusätzlich erschwert: durch ihre eigene innere Interdisziplinarität (mit Politik, Wirtschaft, Gesellschaft und Recht), durch das Selbstverständnis, über das eigene Fach und die anderen gesellschaftswissenschaftlichen Fächer hinaus als Unterrichtsprinzip auch in auf den ersten Blick politikfernen Fächern zu wirken, schließlich durch den Anspruch einer schulpädagogisch orientierten „Demokratiepädagogik“, ihrerseits ein Modell politischer Bildung zu sein. Viele dieser Problemaspekte sind konfliktträchtig und haben in jüngster Zeit auch zu Konflikten geführt, man denke etwa an die Kontroverse um das BLK-Programm „Demokratie leben & lernen“ oder an die Forderung nach einem eigenem Fach „Wirtschaft“.
Die Beiträge im Schwerpunkt dieses Heftes thematisieren aktuelle Aspekte dieses Problem- und Spannungsfeldes. Wolfgang Sander fordert eine neue Debatte über den Zusammenhang der politischen Bildung mit den Nachbarfächern Geographie und Geschichte und schlägt die Bildung eines gemeinsamen Lernbereichs „Soziale Studien“ vor, Fritz Oser und Horst Biedermann präsentieren empirische Befunde zu schulischen Partizipationsmodellen, Cornelia Klepp diskutiert am Beispiel Österreichs Chancen und Risiken der Forderung nach politischer Bildung als Unterrichtsprinzip. Neue Kooperationschancen zwischen politischer und beruflicher Bildung erörtert Thilo Harth und Klaus-Peter Hufer beleuchtet das Thema des Heftes mit Blick auf die politische Erwachsenenbildung. Im Forum bringen wir eine Analyse der Debatten über die deutsche Vereinigung in der Erwachsenenbildung.

Inhaltsübersicht

Editorial

Szene

Schwerpunkt: FACHLICHKEIT UND INTERDISZIPLINARITÄT
in der politischen Bildung

Wolfgang Sander
Soziale Studien 2.0? Politische Bildung im Fächerverbund


Horst Biedermann, Fritz Oser
Politische Mündigkeit durch schulische Partizipation? Zur Entmythologisierung des Wirksamkeitsglaubens von Partizipation

Cornelia Klepp
Politische Bildung als Unterrichtsprinzip in Österreich. Anachronismus oder Zukunftskonzept?

Thilo Harth
Politisches Lernen und berufl iche Lernfelder

Klaus-Peter Hufer
Fachliche Professionalität und interdisziplinäres Lernen in der außerschulischen politischen Bildung

Forum
Gu Sup Kang
Die deutsche Vereinigung im Spiegel von Tagungsdiskussionen in der Erwachsenenbildung

Abstracts

Services Fachliteratur
... und außerdem