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Gesellschaftstheorie in der Politikdidaktik

Die Theorierezeption bei Hermann Giesecke

Bestellnummer: 4446
Autoren/Hrsg.: Kerstin Pohl
Erscheinungsjahr: 2013
Auflage: 2. Auflage 2014
Seitenzahl: 448
ISBN: 978-3-89974446-0
Reihe: Wochenschau Wissenschaft
Format: Broschur

Verfügbarkeit: lieferbar

49,80 €
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Gesellschaftstheorie in der Politikdidaktik

Über das Buch

Hermann Giesecke hat mehr als alle anderen Politikdidaktikerinnen und -didaktiker Gesellschaftstheorien rezipiert und in seine konzeptionellen didaktischen Überlegungen einbezogen. Er gilt als wichtigster Wegbereiter der sozialwissenschaftlichen Wende der Politikdidaktik. Sein fast 50 Jahre altes Werk „Didaktik der politischen Bildung“ ist bis heute sowohl in der Wissenschaft als auch in der Schulpraxis eine der einflussreichsten politikdidaktischen Konzeptionen.
Die Studie untersucht Hermann Gieseckes Rezeption der Gesellschaftstheorien von Dahrendorf, Marx und der Frankfurter Schule. Die Autorin widerlegt in diesem Buch die gängige Vorstellung, dass Giesecke maßgeblich von der Konflikttheorie Dahrendorfs geprägt wurde und weist nach, dass er sich zunächst stark an Politikwissenschaftlern wie Kurt Sontheimer und Wilhelm Hennis orientiert hat und später vor allem von Karl Marx, Jürgen Habermas und Oskar Negt beeinflusst wurde. Kerstin Pohl nutzt ihre Ergebnisse, um generelle Chancen und Gefahren einer Rezeption von Gesellschaftstheorien in der Politikdidaktik aufzuzeigen, und leistet damit zugleich einen Beitrag zur aktuellen Diskussion über die Bezugswissenschaften der politischen Bildung.

Inhaltsübersicht

1. Einleitung

2. Hermann Gieseckes „Konfliktdidaktik“
2.1 Einführung
2.2 Ralf Dahrendorfs Konflikttheorie – Erster Exkurs
2.2.1 Bedeutung und Entstehung der Konflikttheorie
2.2.2 Dahrendorfs Konflikttheorie und Gesellschaftsdiagnose
2.2.3 Kritik und Würdigung
2.3 Gieseckes didaktische Konzeption und seine Theorierezeption
2.3.1 Politikbegriff und Gesellschaftsbild
2.3.2 Die Auswahl der Lerninhalte
2.3.3 Zielsetzung und Bürgerleitbild
2.3.4 Das kategoriale didaktische Modell
2.3.5 Aufgabenfelder und Funktionen der politischen Didaktik
2.4 Woher kommt Gieseckes „Konfliktdidaktik“? – Erklärungsansätze

3. Gieseckes neue Didaktik: Politische Didaktik im Zeichen der Kritischen Theorie?
3.1 Einführung
3.2 Marx und die Kritische Theorie – Zweiter Exkurs
3.2.1 Karl Marx
3.2.2 Die Kritische Theorie – Einführung
3.2.3 Die Diagnose der spätkapitalistischen Gesellschaft
3.2.4 Herbert Marcuse: Eine psychoanalytisch erweiterte Dialektik der Aufklärung
3.2.5 Jürgen Habermas’ Beitrag zur Kritischen Theorie
3.2.6 Entfremdung und Emanzipation – der rote Faden der marxistischen Theorien
3.3 Die Emanzipation hält Einzug in Gieseckes didaktische Konzeption
3.4 Die neue Didaktik – Einführung
3.5 Die Darstellung der Geschichte der politischen Bildung
3.6 Gieseckes neue Konzeption
3.6.1 Gesellschaftstheoretische Grundlegung und Parteilichkeit der politischen Bildung
3.6.2 Lernziele und Inhalte der politischen Bildung
3.6.3 Das Kategorienmodell
3.6.4 Implikationen des Kategorienmodells für Ziele, Inhalte und Methoden des politischen Unterrichts
3.6.5 Der Zusammenhang zwischen politischer Didaktik, politischer Theorie und pädagogischer Theorie
3.7 Was bleibt von der sozialwissenschaftlichen Wende?

4. Gieseckes Abwendung von den sozialwissenschaftlichen Theorien nach 1972
4.1 Die Aufsätze Gieseckes zur politischen Bildung nach 1972
4.2 Gieseckes neue „Politische Bildung“
4.3 Sozialwissenschaftliche Wende rückwärts?

5. Chancen und Gefahren der Theorierezeption: Fazit und Ausblick
5.1 Was lässt sich von Hermann Giesecke lernen? – Ein Fazit
5.2 Politikdidaktik und sozialwissenschaftliche Theorien heute – Ein Ausblick

Literaturverzeichnis

Abkürzungen 

Zu den Autoren

Kerstin Pohl ist Professorin für Fachdidaktik Sozialkunde/Politik an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz. Sie war an der Freien Universität Berlin und der Leibniz Universität Hannover sowie am Georg Eckert-Institut für internationale Schulbuchforschung tätig und hat mehrere Jahre als Lehrerin für Politik und Biologie gearbeitet. Sie forscht und lehrt unter anderem zu den gesellschaftstheoretischen Grundlagen und Konzeptionen der politischen Bildung sowie zu Unterrichtsplanung und -analyse.
Das Buch wurde 2013 mit dem Ursula Buch-Preis der Gesellschaft für Politik-
didaktik und politische Jugend- und Erwachsenenbildung als beste politikdidaktische Dissertation ausgezeichnet.

Stimmen zum Buch

„Es ist eine engagierte Interpretation, die das spannungsreiche Verhältnis von Theorie und Praxis in Gieseckes unterschiedlichen theoretischen Bezügen nachzeichnet und diskutiert, ohne simplifizierende Antworten zu liefern.“

(politische bildung)

 „Wir zeichnen eine gründliche und eine mutig Arbeit aus, eine, die auf die Wurzeln der Wissenschaftsdisziplin schaut, und die zugleich den Blick öffnet zur gegenwärtigen Debatte um Konzepte in der politischen Bildung, in der es vor allem auch um die Bezugswissenschaften der Disziplin geht. Gründlich ist die Arbeit, weil sie auf gut 400 Seiten ihr Thema umreißt, ohne jemals abzuschweifen. Mutig ist sie, weil sie ohne falschen Respekt einen der Urväter der Politikdidaktik kritisch in den Blick nimmt, seine Verdienste und Wandlungen, seine Wege und auch Abwege.“

(aus der Begründung der Jury zur Vergabe des Ursula-Buch-Preises 2013)

„Es eröffnen sich Einblicke in vertraute Zusammenhänge, wie sie in dieser Präzision seit langem nicht mehr herausgearbeitet wurden – es werden aber aufgrund der überaus umfassenden Recherchen auch neue Erkenntnisse vermittelt, die das überkommene Bild der „Altvorderen“ unserer Politikdidaktik in neuem Licht erscheinen lassen.“

(Ursula Buch zur Vergabe des Ursula-Buch-Preises 2013)

„ein sehr gelungener Beitrag zu grundsätzlichen Fragen einer Didaktik der politischen Bildung auf der Basis einer akribisch durchgeführten, fachlich anspruchsvoll argumentierenden und die sachliche Ebene beibehaltenden Analyse und darauf aufbauenden konstruktiven Erwägungen. Sie sei allen Personen, die sich im engeren wie im weiteren Sinne mit dem Bereich „Politische Bildung“ beschäftigen, mit Nachdruck empfohlen.“

(Politisches Lernen)


 

„Das Buch von Kerstin Pohl ist gut geschrieben (auch mit Hilfe der Auslagerung vieler weiterführender, durchaus wichtiger, Hinweise in die Fußnoten), extrem sorgfältig gearbeitet (das setzt Maßstäbe) und für den Autor Giesecke und für das fachdidaktische Prinzip der Konfliktorientierung ein Fixpunkt der Diskussion.“

Gesellschaft – Wirtschaft - Politik


"Es bleibt abschließend nur zu sagen: Kerstin Pohl hat eine großartige Arbeit geschrieben, die eine breite Resonanz in der Fachöffentlichkeit verdient."


Joachim Detjen, ZdG

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