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„Innere Schulreform“ in der Hauptschule

Eine empirische Untersuchung über die Möglichkeiten und Grenzen des Organisationslernens

Bestellnummer: 4338
Autoren/Hrsg.: Albert Scherr, Marcus Emmerich
Erscheinungsjahr: 2007
Auflage: 1
Seitenzahl: 184
ISBN: 978-3-89974338-8
Reihe: Wochenschau Wissenschaft
Format: Broschur

Verfügbarkeit: lieferbar

19,80 €
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„Innere Schulreform“ in der Hauptschule - Eine empirische Untersuchung über die Möglichkeiten und Grenzen des Organisationslernens

Über das Buch

Angesichts der in verschiedenen Studien wiederholt dokumentierten Problemlagen des bundesdeutschen Schulsystems, zu denen an erster Stelle die hohe soziale Selektivität und dabei die massive Benachteiligung von Schülern mit Migrationshintergrund zu zählen ist, ist es aus Sicht der Autoren nicht angemessen, Programme und Maßnahmen zu initiieren, die aufgrund der Erfahrungen in anderen europäischen Staaten eine zusätzliche Verfestigung oder gar Verschärfung der bereits bestehenden sozialstrukturellen ‚Schieflagen des Bildungssystems‘ befürchten lassen. Vielmehr muss gegenwärtig gefragt werden, wie es gelingen kann, die Hauptschulen von den Belastungen durch die negative Selektivität des gegliederten Systems zu entlasten, deren Folgeeffekte – so ein weiteres Ergebnis der vorliegenden Studie – durch einzelschulische Maßnahmen nur sehr begrenzt kompensiert werden können. Hier werden die Grenzen autonomer Schulentwicklung deutlich.

Inhaltsübersicht

1. Einleitung

2. Organisationssoziologische Aspekte schulischer Organisationsentwicklung
2.1 Organisationen als operational geschlossene soziale Systeme: Die systemtheoretische Perspektive
2.2 Der institutionalistische Ansatz
2.3 Folgerungen für eine organisationswissenschaftlich fundierte Betrachtung aktueller Schulentwicklungskonzepte

3. Kontextfaktoren einer inneren Reform von Hauptschulen
3.1 Problemlagen des bundesdeutschen Schulsystems
3.2 Unterschiedliche sozialstrukturelle und sozialräumliche Rahmenbedingungen von Hauptschulen
3.3 Administrative Rahmenvorgaben für die Innere Schulreform in Baden-Württemberg
3.3.1 Bildungsstandards, Qualitätsmanagement und Evaluationen
3.3.2 Zurechnungsprobleme im Kontext von Qualitätsentwicklung und Wirkungsevaluationen
3.4 Bildung oder Training? Trivialisierung des ‚Interaktionssystems Unterricht’
3.5 Schulautonomisierung im Rahmen eines regionalen Bildungsnetzwerkes
3.6 Schulübergreifende Entwicklungsprogramme: Zürich und Hamburg

4. Innere Schulentwicklung: Heterogene Ansätze, diskontinuierliche Prozesse und prekäre Perspektiven
4.1 Kurzbeschreibungen der untersuchten Schulen
4.1.1 Spielreinschule: Demokratisierung und Schülerpartizipation als Kernelemente der Strukturreform
4.1.2 Abrahamschule: Lern- und Berufsfähigkeit als Zielbestimmungen des Reformprozesses
4.1.3 Fenichelschule: Prävention und Kompensation familialer Erziehungsdefizite als Leitmotive der Schulentwicklung
4.1.4 Bernfeldschule: ‚Lions Quest’, Sozialdienst und Knigge-Kurse als Integrationskonzept
4.1.5 Balintschule: Soziale Benachteiligung als Reformanlass
4.1.6 Kleinschule: Baden-Württembergische ‚Bildungswerkstatt’ mit Realschulorientierung
4.2 Problemorientierung als relevanter Prozessfaktor
4.2.1 Sozialer und kultureller Familienhintergrund als Reformanlass
4.2.2 Schulexterne Kooperationspartner und Schuladministration als relevante Umwelt
4.2.3 Folgerungen
4.3 Schulprofile und Schulprogramme
Folgerungen
4.4 Reformziele und Reformeffekte: Diskrepanzen zwischen inten dierten und empirischen Ergebnissen der Entwicklungsansätze
4.4.1 Veränderungen in der Lernumwelt: SchülerInnenperspektiven
4.4.2 ‚Absichtvolle Sozialisation’ und Kontrollillusion
4.4.3 Folgerungen
4.5 Operatives Management oder Demokratisierung? Die zentrale Rolle von Schulleitungen und Steuergruppen
Folgerungen
4.6 Funktion und Folgen externer Beratung
Folgerungen

5. Kontextbedingungen und Prozessqualität: Inputabhängigkeit der Hauptschule?

6. Ambivalente Strukturbildungsprozesse zwischen Selbst- und Fremdsteuerung

7. Organisations- und steuerungstheoretische Implikationen der empirischen Untersuchung: Verantwortungsdelegation und Schulautonomie
7.1 Kernprobleme der unvollständigen Modernisierung
7.2 Die Einzelschule als autonome Organisation und eigenständiger Reformakteur?
7.3 Was können/müssen Schulen als Organisationen lernen?
7.4 Die Verschiebung der Strukturfrage: Was bewirkt Schulautonomisierung?

8. Empfehlungen für die weitere Organisationsentwicklung