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Integration versus Salafismus

Identitätsfindung muslimischer Jugendlicher in Deutschland. Analysen • Methoden der Prävention • Praxisbeispiele

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Integration versus Salafismus

Über das Buch

Dies ist die erste Publikation, die in einem interdisziplinären und praxisnahen Ansatz Wissenschaft, Sicherheitspolitik, Integrationspolitik, Jugend- und Bildungspolitik verzahnt und die Thematik Salafismus/Islamismus aus diesen verschiedenen Perspektiven beleuchtet. Der Band gibt Impulse, wie pädagogische Arbeit der spezifischen Suche junger Musliminnen und Muslime nach Orientierung und Identität gerecht werden und auf diese Weise Integration in die demokratische Gesellschaft gefördert werden kann.
Die Suche nach Identität und Orientierung gestaltet sich für junge Menschen in einer unübersichtlichen pluralistischen Gesellschaft mitunter schwierig. Muslimische Jugendliche stehen dabei vor verschiedenen zusätzlichen Herausforderungen. Sie müssen entscheiden, wie sie mit dem häufig negativen Image des Islams in der westlichen Gesellschaft umgehen sollen, wie sie ihren Glauben leben wollen und wie bzw. wo sie sich über diesen Glauben informieren. Islamisten bieten hier mit ihrem klaren Schwarz-Weiß-Weltbild scheinbar einfache Lösungen für komplexe und differenzierte Fragen und stellen zugleich den Islam als Gegenentwurf zur westlichen Gesellschaftsordnung dar. Vor allem Salafisten, die in letzter Zeit immer wieder für Schlagzeilen gesorgt und den öffentlichen Diskurs bestimmt haben, propagieren dieses Weltbild besonders offensiv. Mit modernen Kommunikationsmitteln, wie den sozialen Netzwerken im Internet (web 2.0), erreichen sie dabei vor allem junge Menschen. Muslime sollen zum „wahren Glauben“ geführt werden, Nichtmuslime für ihre Islamsicht gewonnen werden. Die dahinterstehende extremistische Ideologie ist oft nicht auf den ersten Blick erkennbar.
Zivilgesellschaftliche Angebote haben daher die Aufgabe, junge Menschen für die Demokratie zu gewinnen und sie zu motivieren, an der Gesellschaft teilzuhaben. Mit vielfältigen präventiven Maßnahmen aus dem Integrations- und Bildungsbereich können Gesellschaft und Politik verhindern, dass junge Menschen „leichte Beute“ für Extremisten werden. In diesem Band stellen zivilgesellschaftliche und staatliche Stellen Projekte und konkrete Schritte vor, um in der pädagogischen Praxis Prävention und Integration zu stärken.

Inhaltsübersicht

Wael El-Gayar und Katrin Strunk:
Einleitung

I. Identitäten und Orientierungssuche bei Jugendlichen

Hacı-Halil Uslucan:
Jung, amoralisch und konfus? Fragen der Moral und Identität junger Heranwachsender mit und ohne Zuwanderungsgeschichte

Riem Spielhaus:
Ein Muslim ist ein Muslim, ist ein Muslim … oder? Jugendliche zwischen Zuschreibung und Selbstbild

Hans-Jürgen von Wensierski:
HipHop, Kopftuch und Familie – Jugendkulturen junger Muslime in Deutschland

Mouhanad Khorchide :
Wir und die Anderen? Identitätskonstruktionen junger Muslime in Europa

II. Antworten und Angebote religiöser Extremisten auf Identitäts- und Orientierungsprobleme Jugendlicher

Katrin Strunk:
WWW-Salafismus: salafistische Propaganda im Internet

Olaf Farschid :
Salafistische Hymnen (Naschids) – Religiöse Praxis oder offene Jihad-Werbung?

III. Antworten und Angebote für junge Menschen aus der demokratischen Gesellschaft

Roland Mecklenburg:
Interkulturelle Öffnung im Landesjugendring NRW – Das Projekt „Ö“

Halima Zaghdoud:
Interkultureller Dialog zur Aktivierung und Partizipation von Kindern und Jugendlichen in der Einwanderungsgesellschaft

Michael Kiefer:
Dialog als Methode der Radikalisierungsprävention – Das Modellprojekt „Ibrahim trifft Abraham“

Bernd Rıdwan Bauknecht:
Mit Islamischem Religionsunterricht gegen Extremismus

Jochen Müller, Götz Nordbruch, Deniz Ünlü:
„Wie oft betest Du?“ Erfahrungen aus der Islamismusprävention mit Jugendlichen und Multiplikatoren

Herbert Czarnyan, Halit Pismek:
Das Netzwerk Essen-Katernberg. Ein Praxisbeispiel für eine gelungene Kooperation von Jugendhilfe, Polizei und Moscheen

Dirk Sauerborn:
Zwischen Harmonie und Konsequenz. Der Kontaktbeamte der Polizei zu muslimischen Institutionen

Wael El-Gayar:
Epilog

Zu den Autoren

Bernd Rıdwan Bauknecht
ist Lehrer für Islamkunde und Islamischen Religionsunterricht in Bonn. Er studierte Islamwissenschaft und Empirische Kulturwissenschaft in Tübingen und ist Mitglied der Deutschen Islam Konferenz (DIK) der Bundesregierung. Als Sachverständiger ist er am „dialog forum islam“ (dfi) der nordrhein-westfälischen Landesregierung beteiligt.

Herbert Czarnyan
ist Kriminalhauptkommissar im Kommissariat Prävention/Opferschutz der Essener Polizei und Kontaktbeamter für Muslimische Institutionen.

Wael El-Gayar
ist stellvertretender Referatsleiter "Internationale Beziehungen zum Nahen Osten und zu Afrika" in der Staatskanzlei des Landes Nordrhein-Westfalen. Zuvor war er stellvertretender Referatsleiter "Integration durch Bildung/ Dialog mit dem Islam" im Ministerium für Arbeit, Integration und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen und Geschäftsführer des „dialog forum islam“ (dfi) der nordrhein-westfälischen Landesregierung. Als Politik- und Islamwissenschaftler hat er als Referent im Bundesministerium des Innern maßgeblich am Konzept der Deutschen Islam Konferenz (DIK) mitgewirkt.
(Kontakt: 0170-2137149 / el-gayar@gmx.net)

Dr. Olaf Farschid
ist wissenschaftlicher Referent für Islamismus und islamistischen Terrorismus in der Senatsverwaltung für Inneres Berlin. Als Islamwissenschaftler arbeitet er an den Themen islamistische Ideologie, islamische Ökonomik und politische Ikonographie des Nahen Ostens.

Dr. Michael Kiefer
leitet in Düsseldorf das Dialoggruppenprojekt "Ibrahim trifft Abraham" und arbeitet als Islam- und Politikwissenschaftler am Zentrum für Islamische Theologie der Universität Osnabrück zu Fragen des interreligiösen Dialogs und der Radikalisierungsprävention.

Prof. Dr. Mouhanad Khorchide
ist Professor für Islamische Religionspädagogik und Leiter des Zentrums für Islamische Theologie der Westfälischen Wilhelms-Universität (WWU) Münster. Als Soziologe und islamischer Theologe ist er zudem Koordinator des Graduiertenkollegs Islamische Theologie der Stiftung Mercator. Ferner ist er als Sachverständiger am „dialog forum islam“ (dfi) der nordrhein-westfälischen Landesregierung beteiligt.

Roland Mecklenburg
ist Vorsitzender des Landesjugendrings Nordrhein-Westfalen und Referent für Jugendpolitik bei der Arbeitsgemeinschaft der Evangelischen Jugend in Nordrhein-Westfalen. Er ist zuständig für das Handlungsfeld Interkulturelle Öffnung.

Dr. Jochen Müller
ist Islamwissenschaftler und gemeinsam mit Dr. Götz Nordbruch Gründer des Vereins ufuq.de, in Berlin. Seine Schwerpunktthemen sind Islam und Islamismus, Jugendkulturen und Medien in der Einwanderungsgesellschaft sowie Islamfeindlichkeit. Er erstellt Materialien und Module für die pädagogische Arbeit und bietet Fortbildungsveranstaltungen für Multiplikator/innen an.

Dr. Götz Nordbruch
ist Islamwissenschaftler und gemeinsam mit Dr. Jochen Müller Gründer des Vereins ufuq.de, in Berlin. Seine Schwerpunktthemen sind Islam und Islamismus, Jugendkulturen und Medien in der Einwanderungsgesellschaft sowie Islamfeindlichkeit. Er erstellt Materialien und Module für die pädagogische Arbeit und bietet Fortbildungsveranstaltungen für Multiplikator/innen an.

Halit Pismek
ist der Imam der Essener Ayassofya Moschee und Konfliktvermittler bei der Arbeiterwohlfahrt Essen.

Dirk Sauerborn
ist Polizeihauptkommissar im Polizeipräsidium Düsseldorf, Ansprechpartner für Interkulturelle Aufgaben der Polizei und Kontaktbeamter für Muslimische Institutionen.

Dr. Riem Spielhaus
forscht am Erlanger Zentrum für Islam und Recht in Europa (EZIRE) der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg zu urbanen Lebenswelten und der Religionspraxis von Musliminnen und Muslimen sowie der Institutionalisierung des Islams in Europa. Sie war ständiges Mitglied des Gesprächskreises Sicherheit und Islamismus der Deutschen Islam Konferenz (DIK). Sie ist Trägerin des Augsburger Wissenschaftspreises für Interkulturelle Studien 2010.

Katrin Strunk
ist Referentin im Ministerium für Inneres und Kommunales des Landes Nordrhein-Westfalen. Als Arabistin und Turkologin ist sie in der Abteilung Verfassungsschutz für den Themenbereich „Islamismusprävention“ zuständig und für das Präventionsprogramm „Wegweiser“ verantwortlich.

Deniz Ünlü
ist Sozialwissenschaftlerin und Wissenschaftliche Mitarbeiterin der Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg (HAW). Gemeinsam mit dem Verein ufuq.de arbeitet sie seit Jahren in verschiedenen Projekten zu Jugendkulturen sowie Islam und Islamismus in Deutschland. Sie ist auch Autorin der siebenteiligen Filmreihe „Islam, Islamismus und Demokratie“.

Prof. Dr. Hacı-Halil Uslucan
ist der wissenschaftlicher Direktor des Zentrums für Türkeistudien und Integrationsforschung sowie Professor für Moderne Türkeistudien und Integrationsforschung an der Universität Duisburg-Essen. Als Psychologe zählen zu seinen Forschungsschwerpunkten die Themenbereiche: Intellektuelle Entwicklung im Kindesalter, Jugendgewalt und Jugendentwicklung im kulturellen und interkulturellen Kontext, Interkulturelle Familien- und Erziehungsforschung, Islam und Integration, Gesundheit und Migration. Als Sachverständiger ist er am „dialog forum islam“ (dfi) der nordrhein-westfälischen Landesregierung beteiligt.

Prof. Dr. Hans-Jürgen von Wensierski
ist Professor für Erziehungswissenschaft an der Universität Rostock und als Diplom-Pädagoge Projektleiter des DFG-Forschungsprojektes „Junge Muslime in Deutschland“. Seine Arbeitsschwerpunkte sind: Jugendforschung; Biografieforschung; Jugendhilfeforschung; Jugendbildung; Medienpädagogik. Halima Zaghdoud Ist Sozialpädagogin und arbeitet im RAA-Büro für Interkulturelle Arbeit der Stadt Essen. Sie leitet das Projekt „Interkulturelles Dialogkonzept“.

Stimmen zum Buch

"Die vorgelegte Publikation stellt ein gutes Brevier für eine engagierte Integrationsarbeit dar, das die veränderungsbewussten Akteure in Jugendhilfe, Vereinen und Schulen unbedingt lesen sollten."

Manfred Wittmaier, Journal für Politische Bildung 2/2015


"Dies ist die erste Publikation, die in einem interdisziplinären und praxisnahen Ansatz Wissenschaft, Sicherheitspolitik, Integrationspolitik, Jugend- und Bildungspolitik verzahnt und die Thematik Salafismus/Islamismus aus diesen verschiedenen Perspektiven beleuchtet."

Infodienst Migration 3/2014

 

"Alles in allem bietet das Buch eine gelungene Einführung ins Thema für Praktiker und Multiplikator/innen, aber auch Hintergründe und Details für wissenschaftlich motivierte Leser/innen."

Martina Sabra, Medienspiegel der Deutsch-Maghrebinischen Gesellschaft 1/2 2014

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