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Praxishandbuch Jugend an der roten Linie

Analysen von und Erfahrungen mit Interventionsansätzen zur Rechtsextremismusprävention

Verfügbarkeit: lieferbar

34,80 €
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Jugend an der roten Linie

Über das Buch

Der Einstieg in die organisierte rechtsextreme Szene geschieht schleichend und die Bedingungen hierfür unterscheiden sich mitunter stark voneinander. Das Modellprojekt „Rote Linie – Hilfen zum Ausstieg vor dem Einstieg“ zeigt in unterschiedlichen Arbeitsfeldern der Beratung, Begleitung und der Bildung, wie sich solche Einstiege von Jugendlichen vollziehen und wie es gelingen kann, dass Jugendliche den Weg über die rote Linie hin zum organisierten Rechtsextremismus nicht überschreiten.
Dieser Band stellt zum Einen die verschiedenen Arbeitsfelder des Projekts vor, diskutiert dabei kritisch die Möglichkeiten und Grenzen der einzelnen Ansätze und formuliert jeweils weiterführende Fragen für das komplexe Themenfeld „Jugend und Rechtsextremismus“. In einem zweiten Teil greifen ausgewiesene Expertinnen und Experten der Rechtsextremismusforschung die Fragestellungen des Projekts auf und diskutieren kritisch die Ergebnisse der Projektarbeit im Zusammenhang mit dem aktuellen Forschungsstand.

Inhaltsübersicht

Einleitung
Reiner Becker, Kerstin Palloks

I. Einführung in das Thema

Reiner Becker
Über die Rote Linie – Wege in den Rechtsextremismus

Kerstin Palloks
Konzeptionelle Grundlagen des Modellprojekts „Rote Linie – Hilfen zum Ausstieg vor dem Einstieg“

II. Akteursperspektiven und Sichtweisen verschiedener Praxisfelder

Stephan Born, Andreas Reuter
„Jugendlichen Raum geben …“ – bürgerschaftliches Engagement im Kontext der pädagogischen Arbeit mit rechtsaffinen Jugendlichen

Sonja Rülicke-Luzar
„Erstansprache“ – ein Grenzfall mobiler Jugendberatung?“

Torsten Niebling
Beratung von Eltern im Kontext Rechtsextremismus: Themen, Verläufe, Chancen und Grenzen

Tina Dürr
Beratung gegen Rechtsextremismus an Schulen – Erfahrungen und Herausforderungen

Reiner Becker, Kerstin Palloks
Rechtsextremismusprävention in der Arbeitswelt

Peter Korstian, Gerd Ochs
Einblicke in das Aussteigerprogramm IKARus

III. Reflexionen und Kommentare

Benno Hafeneger
Arbeitsbeziehung, Bildung und Konfrontation – erziehungswissenschaftliche Reflexionen eines Projektes

Kurt Möller
Unsere Jugend – Aspekte kommunaler Verantwortlichkeit bei der Auseinandersetzung mit Rechtsextremismus

Armin Steil
Zwischen Moralpolitik und Berufsarbeit. Zu Problemen fachübergreifender Kooperationen im Problemfeld Rechtsextremismus

Franz-Josef Krafeld
Zwischen Integration und Ausschluss

Michaela Glaser
„Ansetzen an den Problemen, die die Jugendlichen haben …“ – Zur Rolle individueller Problembelastungen rechtsaffiner und rechtsorientierter Jugendlicher in der Distanzierungsarbeit

Peter Rieker
Die Frage des Erfolgs in der sozialen und pädagogischen Arbeit gegen Rechtsextremismus – oder: Einen Pudding an die Wand nageln

Reiner Becker, Kerstin Palloks, Benno Hafeneger, Franz-Josef Krafeld, Armin Steil, Kurt Möller
Die Pädagogenpersönlichkeit oder: Wie spricht man mit denen mit denen man eigentlich nicht sprechen möchte?

Reiner Becker, Kerstin Palloks
Fazit

Anhang
Ausgewählte Internetquellen zum Thema
Autorinnen und Autoren

Zu den Autoren

Reiner Becker, Politikwissenschaftler M.A., Dr. phil., seit 2007 wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Erziehungswissenschaft, Philipps-Universität Marburg, seit 2011 Landeskoordinator des beratungsNetzwerks hessen – Mobile Intervention gegen Rechtsextremismus und Leiter des Projekts „Rote Linie – Hilfen zum Ausstieg vor dem Einstieg. Weitere Forschungsschwerpunkte: Jugend und Rechtsextremismus, Beratung im Problemfeld Rechtsextremismus.

Stephan Born, Dipl.-Theologe, arbeitet im IT-Geschäftsprozessmanagement eines mittelständischen Unternehmens in Dillenburg. Mitbegründer und Vorsitzender des Jugend-Arbeits-Kreises Oberscheld, JAKOb e.V.

Tina Dürr, Pädagogin M.A. (Ludwig-Maximilians-Universität München), seit 2011 wissenschaftliche Mitarbeiterin des beratungsNetzwerks hessen – Mobile Intervention gegen Rechtsextremismus an der Philipps-Universität Marburg.

Michaela Glaser, Soziologin M.A., Arbeits- und Forschungsschwerpunkte: Wissenschaftliche Begleitforschung. Prävention von Rechtsextremismus und Fremdenfeindlichkeit, politische Jugendkulturen. Wissenschaftliche Referentin und Projektleiterin der „Arbeits- und Forschungsstelle Rechtsextremismus und Fremdenfeindlichkeit“ am Deutschen Jugendinstitut, Außenstelle Halle.

Benno Hafeneger, Dr. phil.; Professor für Erziehungswissenschaft mit dem Schwerpunkt „außerschulische Jugendbildung“ am Institut für Erziehungswissenschaft der Philipps-Universität Marburg. Arbeits- und Forschungsschwerpunkte sind: Lernfelder der Jugendarbeit/-bildung, Jugend, Gewalt und Rechtsextremismus, Professionalisierung und Professionalität.

Peter Korstian, Kriminalhauptkommissar, Jg. 1961, Eintritt in die hessische Polizei zum 1. Januar 1979, seit Dezember 2006 im hessischen Aussteigerprogramm IKARus tätig und seit Februar 2012 Leiter des Programms.

Franz Josef Krafeld. Dr. phil., Jg. 1947, pensioniert, früher: Professor an der Hochschule Bremen, Soziale Arbeit, Erziehungswissenschaftler. Schwerpunkte: Jugendarbeit, Jugendarbeit mit rechten Jugendcliquen, Bewältigung ungewisser Berufsintegration junger Menschen.

Kurt Möller, Dr. phil. habil. Professor für Theorien und Konzepte Sozialer Arbeit an der Hochschule Esslingen und Privatdozent an der Universität Bielefeld; Arbeits- und Forschungsschwerpunkte: Rechtsextremismus, Gewalt, gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit, Jugend- und Bildungsarbeit, männliche Sozialisation; zahlreiche Veröffentlichungen diesen und weiteren Themen; http://www.hs-esslingen.de/mitarbeiter/kurt-moeller.html.

Torsten Niebling, Dipl. Päd., ist Mitarbeiter beim St. Elisabeth Verein Marburg Modellprojekt „Rote Linie – Hilfen zum Ausstieg vor dem Einstieg“ mit dem Schwerpunkt: Beratung von Eltern rechtsextremer oder rechtsaffiner Jugendlicher und im Geschäftsbereich VI, Intensiv Betreutes Wohnen.

Gerd Ochs, Kriminalhauptkommissar, Jg. 1964, Eintritt in die hessische Polizei zum 3. Oktober 1983, seit August 2007 im hessischen Aussteigerprogramm IKARus tätig.

Kerstin Palloks, Dipl. Sozialwissenschaftlerin, ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für interdisziplinäre Konflikt- und Gewaltforschung (IKG) der Universität Bielefeld und forscht u.a. zu Fremdheitsbildern im Konflikt, Rechtsextremismus- und Gewaltprävention. Freiberuflich ist sie im Bereich Praxisforschung, Evaluation und Projektberatung tätig.

Andreas Reuter, seit 2007 tätig als sozialpädagogische Fachkraft in einem offenen Jugendraum des Vereins JAKOb e.V. mit Fokus auf sekundärer Prävention: Entwicklung von Ideen zur Arbeit mit rechtsaffinen Jugendlichen und ihre Erprobung; seit 2010 Mitarbeiter im Modellprojekt „Rote Linie – Hilfen zum Ausstieg vor dem Einstieg“, hier u.a. Beratung von Sozialarbeiter/-innen im Umgang mit rechtsaffinen Jugendlichen.

Peter Rieker, Dipl.-Soz., Dr. phil, Professor für außerschulische Bildung und Erziehung am Institut für Erziehungswissenschaft der Universität Zürich, Arbeitsschwerpunkte: Abweichendes Verhalten bei Kindern und Jugendlichen, Rechtsextremismus/Fremdenfeindlichkeit sowie deren Prävention/Intervention, Migration und interethnische Beziehungen, Methoden der empirischen Sozialforschung.

Sonja Rülicke-Luzar, M.A. Studium der Erziehungswissenschaften, Sport und Germanistik an der Universität Potsdam, Aufbau einer Opferberatungsstelle für Opfer rechter Gewalt in Brandenburg, langjährige Telefonberatung beim Kinder- und Jugendtelefon in Potsdam und München, pädagogische Mitarbeiterin beim Projekt Rote Linie- Hilfen zum Ausstieg vor dem Einstieg, Schwerpunkte: Erstansprache, Beratung und Begleitung von rechtsorientierten Jugendlichen.

Armin Steil, Dr., Politikwissenschaftler, wissenschaftlicher Mitarbeiter im Projekt „Fremdbilder im Konflikt. Zur symbolischen Konstruktion der Konflikte um islamische Sakralbauten“ am Institut für interdisziplinäre Konflikt- und Gewaltforschung der Universität Bielefeld; Arbeitsgebiete: Soziologie der Fremdheitskonflikte, Geschichte und Theorie des Rassismus, Auseinandersetzung mit Rechtsextremismus in der politischen Bildung und Gemeinwesenarbeit.

Presse

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