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Wirkungen politischer Jugend- und Erwachsenenbildung

Journal für politische Bildung 3/2018

Bestellnummer: Jpb3_18 (Print) / 40778 (PDF)
unter Mitarbeit von: Nadine Balzter, Wolfgang Benz, Helmut Bremer, Andreas Hechler, Klaus-Peter Hufer, Frank König, Martin Nugel, Susanne Offen, Antje Pabst, Laura Schlitt, Jens Schmidt, David Sirakov, Sarah Wagner, Christine Zeuner, Eva Zimmermann, Tim Zosel
Erscheinungsjahr: 2018
Seitenzahl: 80
ISBN: Jpb3_18 (Print) / 978-3-7344-0778-9 (PDF)
Reihe: Journal für politische Bildung
Neuheiten: Neuerscheinung

Verfügbarkeit: Vorbestellen, erscheint November 2018

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Wirkungen politischer Jugend- und Erwachsenenbildung

Über das Buch

Politische Bildung ist und bleibt eine langfristige gesellschaftliche Aufgabe, die jede Generation für ihre Belange und in ihrem Interesse weiterentwickeln muss, um den Bestand der Demokratie zu sichern und sie zu stärken. Dabei übernimmt die politische Bildung vielfältige Rollen, die ihr je nach historischer Situation und gesellschaftlichem Bedarf übertragen werden: Sie begleitet und unterstützt politischen und sozialen Wandel, sie antizipiert Veränderungen, sie ist Mitinitiatorin von Umbrüchen, teilweise reagiert sie aber auch nur auf sie. Sie kann eher die Anpassung an politische Verhältnisse zum Ziel haben, aber auch bestehenden Verhältnissen Widerstand entgegensetzen und Alternativen aufzeigen.

Über Demokratieentwicklung und die Unterstützung der Handlungsfähigkeit in demokratischen Gesellschaften als Rahmen der politischen Bildung besteht weitgehender Konsens. Unterstellt wird damit auch, dass notwendige Einstellungen und Kompetenzen erlernbar sind. Organisierte politische Bildung wird von Lehrenden vermittelt; Teilnehmende eigenen sich ihre vielfältigen Inhalte an bzw. lernen sie. Damit stellt sich aber neben der Frage nach methodisch-didaktisch sinnvollen Vermittlungsformen von Inhalten auch die Frage nach den (biographischen) Wirkungen – bezogen insbesondere auf die Teilnehmenden, darüber hinaus aber auch auf die Lehrenden und deren berufliches Umfeld. Teilnehmende setzen sich durch den Besuch politischer Bildungsveranstaltungen, der zumeist aus subjektiven Gründen passiert, Erfahrungen aus, die sie sonst vermutlich so nicht machen würden. Die Frage, welche (biographischen) Wirkungen die Teilnahme an politischer Bildung auslösen kann, ist bisher nur in Ansätzen beantwortet. Zu Wirkungen bzw. Effekten politischer Bildung bei Teilnehmenden liegen aktuell sehr wenige empirische Erhebungen und Forschungsergebnisse vor. In den Standardhandbüchern zur politischen Bildung finden sich dazu keine Kapitel, und auch Evaluationen zum Stand der politischen Bildung bzw. zum Bildungsurlaub behandeln das Thema nur am Rande.

Die Wirkungsforschung in der politischen Bildung befindet sich in einem Spannungsverhältnis, gleichzeitig liegen bisher nur relativ wenige grundlegende Untersuchungen vor. Der oftmals gewählte Zugang, die Lehrenden zur Motivation der Teilnehmenden zu befragen, gibt – wenn überhaupt – Begründungen für die Teilnahme. Er kann aber keinen Aufschluss darüber geben, welche (langfristigen biographischen) Wirkungen die Teilnahme bei Einzelpersonen hatte. Wissen über diese Fragestellung würde zur Legitimation der politischen Bildung beitragen. Denn es ist anzunehmen, dass Personen durch ihr Denken und Handeln weitere Kreise beeinflussen, als durch die tatsächliche Teilnahme an politischer Bildung erreicht werden.

In diesem Kontext versammelt diese Ausgabe des Journals Beiträge, in denen einerseits aktuelle Ergebnisse der Wirkungsforschung zur politischen Jugend- und Erwachsenenbildung dargestellt werden. Anderseits zieht das Heft auch eine vorläufige Bilanz der Wirkungsforschung in der politischen Bildung und diskutiert dabei das Thema insgesamt vor dem Hintergrund bisheriger Studien in Bezug auf seine Relevanz für die Zukunft der politischen Bildungsforschung.

Inhaltsübersicht

MitDenken

Martin Nugel
„Da sind auch noch andere, die man berücksichtigen muss!“
Demokratie im Jugendverband aus Sicht von Ehrenamtlichen

SchwerPunkt: Wirkungen politischer Jungend- und Erwachsenenbildung

Klaus-Peter Hufer
Wirkungslose Wirkungsforschung? – Rückblick und Ausblick

Nadine Balzter
Zur Debatte der Wirkungsforschung und Rekonstruktion biographischer Nachhaltigkeit politischer Jugendbildung

Eva Zimmermann, Frank König
Wie wirkt politische Bildung? Wege zur Erfassung von Wirkungen und Wirkungsbedingungen in der politischen Bildung

Helmut Bremer, Laura Schlitt, Tim Zosel
„Jugend partizipiert“ – Distanz zwischen Jugend und Politik überbrücken

Christine Zeuner, Antje Pabst
Mehrfachteilnahme am Bildungsurlaub: Bildungsbiographische Wirkungen

ZeitZeugen

Wolfgang Benz
Gedenkstättenbesuche als Patentrezept der historisch-politischen Bildung?

BildungsPraxis
Susanne Offen

breit aufgestellt! Fortbildung zur Prävention von Ungleichwertigkeitsvorstellungen
Bericht von Jens Schmidt

Komplexe Verhältnisse – Bildungsprozesse zwischen Theorie und Praxis
Wirkungen politischer Bildung am Beispiel der Fortbildungsreihe „breit aufgestellt“
Gespräch mit Andreas Hechler

VorGänge

Politik verständlich machen / Giffey: Gesetz zur Förderung der Demokratie kommt! / CLAIM – Allianz gegen Islam- und Muslimfeindlichkeit / Partizipation und Demokratie in der Arbeitswelt / Weltoffen leben: Jugendaustausch in unruhigen Zeiten / querstadtein – Die Stadt mit anderen Augen sehen LeseZeichen Potenziale politischer Erwachsenenbildung / Menschenrechte im Bildungsprozess / Jugendarbeit zwischen Diktatur und Demokratie / Politische Utopien der Jugend / Demokratische Fitnessübung für junge Menschen

ÜberGrenzen

David Sirakov, Sarah Wagner
Untergang der liberalen Weltordnung?
Die Außenpolitik von Donald Trump in der außerschulischen politischen Bildung

AusBlick

AdB: Stärkung der Bildungsfreistellung / Bundeskongress politische Bildung: Emotionen / Ausschreibung „bap Preis Politische Bildung“ / Fachtagung „Global Citizenship Education“ / Ausstellung und Kampagne „100 Jahre Frauenwahlrecht“ / Jugend- und Netzpolitisches Forum / EAF: Stipendien „Junge Akademie“ / Hooligans gegen Satzbau: Publikation / Personen & Organisationen / Veranstaltungen

Zu den Autoren

Nadine Balzter,
M.A., ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Allgemeine Pädagogik und Berufspädagogik der Technischen Universität Darmstadt. Arbeitsschwerpunkte: Politische Jugendbildung, Politisches Engagement, Erwachsenenbildung, erziehungswissenschaftliche Biographieforschung, Differenzreflexive Professionalisierung, Gender und Dis/ability Studies.

Prof. em. Dr. Wolfgang Benz
studierte Geschichtswissenschaft, Politische Wissenschaft und Kunstgeschichte in Frankfurt/M., Kiel und München. Von 1969 bis 1990 war er wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Zeitgeschichte in München. Im Anschluss lehrte er von 1990 bis 2011 an der Technischen Universität Berlin und leitete das zugehörige Zentrum für Antisemitismusforschung mit den Schwerpunkten Vorurteils- und Antisemitismusforschung sowie der Erforschung des Nationalsozialismus, in denen er internationale Anerkennung genießt. Einige seiner Veröffentlichungen gelten als Standardwerke der Geschichtsforschung zur Zeit des Nationalsozialismus und zu den Abläufen des Holocaust, darunter die mit Hermann Graml und Hermann Weiß herausgegebene „Enzyklopädie des Nationalsozialismus“ (1997), das mehrbändige „Handbuch des Antisemitismus“ (2008 – 2015) ebenso wie die mit Barbara Distel herausgegebene Reihe „Der Ort des Terrors. Die Welt der nationalsozialistischen Zwangslager“ (2005 – 2009), die als umfassendste Darstellung des NS-Lagersystem gilt und erstmals die verfügbaren Forschungsergebnisse im engeren Sinne der Aufarbeitung zusammenführte.

Prof. Dr. Helmut Bremer
ist Leiter des Fachgebiets Erwachsenenbildung/Politische Bildung an der Universität Duisburg-Essen. Seine Arbeits- und Forschungsschwerpunkte liegen in den Bereichen Politische Erwachsenenbildung, Adressaten- und Teilnehmerforschung, soziale Ungleichheit, Bildung und Weiterbildung, Habitus, Lernen und Sozialisation.

Andreas Hechler
ist wissenschaftlicher Mitarbeiter und Bildungsreferent bei „Dissens – Institut für Bildung und Forschung“ in Berlin. Schwerpunkte seiner Arbeit in den letzten Jahren waren geschlechterreflektierte Neonazismusprävention, Intergeschlechtlichkeit in der Pädagogik, Männlichkeit, sexualisierte Gewalt und der Themenkomplex NS-„Euthanasie“, Familienbiographien, Ableismus und Erinnerungspolitik.

Klaus-Peter Hufer,
Dr. rer. pol. phil. habil, ist außerplanmäßiger Professor an der Universität Duisburg-Essen, Fakultät für Bildungswissenschaften. Er war über 50 Jahre als Fachbereichsleiter in der Kreisvolkshochschule Viersen tätig und ist Verfasser zahlreicher Veröffentlichungen zur Theorie und Praxis politischer Bildung und Erwachsenenbildung.

Dr. Susanne Offen
ist Bildungswissenschaftlerin sowie Studienrätin für das Lehramt an berufsbildenden Schulen mit den Unterrichtsfächern Politik und Sozialpädagogik. Aktuell verwaltet sie eine Professur für Sachunterricht an der Leuphana Universität Lüneburg. Der außerschulischen politischen Bildung ist sie über Arbeit und Leben Hamburg verbunden. Seit Frühjahr 2017 ist sie zudem Teil der erweiterten Journal-Redaktion.

Dr. des. Antje Pabst,
Bildungs- und Erziehungswissenschaftlerin, ist wiss. Mitarbeiterin an der Professur für Erwachsenenbildung der Helmut-Schmidt-Universität/Universität der Bundeswehr Hamburg. Ihre Arbeits- und Forschungsschwerpunkte sind das Lernen Erwachsener, Beruf und Beruflichkeit im Wandel der Zeit sowie Literalität und Grundbildung.

Dr. Martin Nugel
arbeitet als Lehrkraft für besondere Aufgabe am Lehrstuhl für Allgemeine Pädagogik der Universität Bamberg und war Fachbereichsleiter für schulbezogene Kinder- und Jugendarbeit bei der Evangelischen Jugend Nürnberg.

Laura Schlitt
ist wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Universität Duisburg-Essen im Fachgebiet Erwachsenenbildung/Politische Bildung. Ihre aktuellen Arbeitsschwerpunkte sind das Feld des politischen Dokumentarfilms sowie der Habitus von Erwachsenenbildner/-innen.

Jens Schmidt
ist Jugendbildungsreferent bei Arbeit und Leben Hamburg. Seine Themenschwerpunkte sind geschlechterbezogene Bildungsarbeit und intersektionale politische Bildung. Er ist Projektleiter der Fortbildungsreihe „breit aufgestellt“, Leiter des Mobilen Beratungsteams gegen Rechtsextremismus Hamburg und des Projekts empower – Beratung von Betroffenen rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt.
Dr. David Sirakov ist Direktor der Atlantischen Akademie. Er hat Politikwissenschaft und Öffentliches Recht an der Universität Trier studiert und wurde an der TU Kaiserslautern mit einer Arbeit zu den russisch-amerikanischen Beziehungen promoviert.

Dr. David Sirakov
ist Direktor der Atlantischen Akademie. Er hat Politikwissenschaft und Öffentliches Recht an der Universität Trier studiert und wurde an der TU Kaiserslautern mit einer Arbeit zu den russisch-amerikanischen Beziehungen promoviert.

Sarah Wagner,
M.A., ist Bildungsreferentin an der Atlantischen Akademie. Sie hat Politikwissenschaft, Englisch und Bildungswissenschaften an der Universität Trier und an der Universität Nebraska-Omaha studiert.

Prof. Dr. Christine Zeuner
ist Professorin für Erwachsenenbildung an der Helmut-Schmidt-Universität/Universität der Bundeswehr Hamburg und Mitglied der Journal-Redaktion. Ihre Arbeits- und Forschungsschwerpunkte sind politische Erwachsenenbildung, Internationale Erwachsenenbildung sowie Literalität und Grundbildung.

Eva Zimmermann
hat Erziehungswissenschaft und Soziologie an der Universität Leipzig studiert. Derzeit arbeitet sie am Deutschen Jugendinstitut, Außenstelle Halle, in der Evaluation des Bundesprogramms „Demokratie leben!“.

Tim Zosel
ist wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Universität Duisburg-Essen im Fachgebiet Erwachsenenbildung/Politische Bildung. Seine aktuellen Arbeitsschwerpunkte sind politische Bildung und Flucht sowie Politikbilder von Pädagog/-innen.

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