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Jugend und Politik

Bestellnummer: 641
Autoren/Hrsg.: Peter Massing (Hrsg.)
Erscheinungsjahr: 2001
Auflage: 1
Seitenzahl: 152
ISBN: 978-3-87920-641-4
Reihe: politische bildung
Format: Broschur

Verfügbarkeit: lieferbar

19,80 €
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Jugend und Politik

Über das Buch

ABSTRACTS /Inhaltsangabe:

Rudolf Tippelt/Manuela Pietraß: Jugend und Gesellschaft – Etappen der Jugenddebatte in der Bundesrepublik Deutschland (S. 9-24)
Etappen der Jugenddebatte dienen immer auch der Typisierung von Jugendlichen. Allerdings sind damit verbundene Etikettierungen aufgrund ihrer Generalisierung problematisch. Der Beitrag zeigt die Etappen der Jugenddebatte, insbesondere in der Nachkriegszeit, auf und arbeitet die Tragfähigkeit einzelner Konzeptionen heraus. Die Veränderungen der Jugendphase werden hierbei in Zusammenhang mit gesellschaftlichen Entwicklungen gesehehen. Ausgehend von der „skeptischen Generation“ Schelskys bis zur Frage nach einer „kommerzialisierten“ Generation heute werden grundlegende Befunde diskutiert und Stile von Jugendgenerationen aufgezeigt.

Uwe Sander: Jugend als Gegenstand von Wissenschaft und Forschung (S. 25-37)
Der Beitrag erläutert Jugend als Begriff und Konzept unter besonderer Berücksichtigung seiner Flexibilität im alltäglichen und wissenschaftlichen Sprachgebrauch. Auf dieser Grundlage behandelt der Aufsatz wissenschaftliche Bilder und Semantiken der Jugend, nämlich die „Jugenden“ der Pädagogik, der Soziologie, der Psychologie und des Rechts. Ergänzend werden Lebensbereiche der Jugend innerhalb und außerhalb der Schule und des Berufslebens skizziert, um dann auf jugendliche Orientierungen und Ausdrucksformen einzugehen. Abschließend werden Risiken und Gefährdungen im Jugendalter thematisiert.

Wolfgang Gaiser/Martina Gille/Winfried Krüger/Johann de Rijke: Jugend und Politik – Entwicklungen in den 90er-Jahren (S. 38-56)
Der Jugend heute werden oft negative Haltungen ge-genüber „der Politik“ zugeschrieben: Desinteresse, Distanz, Ablehnung, Passivität. Wie steht es aber tatsächlich mit den Einstellungen von Jugendlichen gegenüber der Politik und der Demokratie? In welchem Maße findet sich politisches Engagement? Als Ergebnis zeigt sich Folgendes: Es gibt einerseits Unzufriedenheit sowie Misstrauen gegenüber den Repräsentanten der Politik, und dies insbesondere in den neuen Bundesländern. Das Ideal der Demokratie wird aber gleichzeitig sehr positiv bewertet, und die Bereitschaft, sich zumindest punktuell zu engagieren und seiner politischen Meinung Ausdruck zu verleihen, ist hoch. Im Vergleich zu Erwachsenen gibt es insgesamt gesehen keine drastischen Unterschiede. Auch die Veränderungen im Laufe der letzten zehn Jahre weisen nicht auf eine Erosion des Verhältnisses der jungen Bürgerinnen und Bürger zu Demokratie und Staat hin. Allerdings dürfte der Rückgang des politischen Interesses und der Demokratiezufriedenheit in den neuen Bundesländern die Hoffnung auf eine rasche Angleichung der politischen Kulturen in Ost und West dämpfen.
Albert Scherr: Staatliche Jugendpolitik. Strukturprobleme und Anforderungen an
eine Politik im Interesse von Jugendlichen
(S. 60-68)

Der Beitrag analysiert Strukturbedingungen der als eigenständige Ressortpolitik ausdifferenzierten Jugendpolitik. Er zeigt auf, dass Jugendpolitik ihre immer wieder deklarierten Selbstansprüche nur einlösen kann, wenn sie als ressortübergreifende Querschnittspolitik Gestaltungsfähigkeit im Hinblick auf die zentralen Lebensbereiche Jugendlicher gewinnt. Vor diesem Hintergrund wird das eingespielte Muster einer reaktiven, auf öffentlich thematisierte Jugendprobleme bezogenen Jugendpolitik kritisiert und werden Anforderungen an eine offensiv zukunftsgestaltende Jugendpolitik benannt.
Peter Massing: Rechtsextremes antidemokratischen Denken. Versuch einer Begriffsbestimmung für die Politische Bildung (S. 69-78)
Die öffentliche und wissenschaftliche Auseinandersetzung mit dem Rechtsextremismus in der Bundesrepublik Deutschland unterliegt einer ständigen Thematisierung und Dethematisierung. Eine Folge davon ist, dass es bisher noch nicht gelungen ist, einen allgemein akzeptierten Rechtsextremismusbegriff zu entwickeln. Darin ist eine wichtige Ursache für eine erschwerte Verständigung, für Missverständnisse und Schwierigkeiten in der Diskussion von Rechtsextremismus insbesondere bei Jugendlichen zu sehen. In diesem Beitrag wird daher eine umfassende Konzeptualisierung rechtsextremen antidemokratischen Denkens vor der Folie eines differenzierten Demokratiebegriffs versucht. Damit werden zum einen ein Arbeitsbegriff von Rechtsextremismus für die Praxis bereitgestellt und zum anderen Ansatzpunkte für einen präventiven Politikunterricht aufgezeigt.

Jeannette Ennigkeit: Lehrerfortbildung zum Umgang mit rechtsorientierten Jugendlichen. Ein Erfahrungsbericht aus Brandenburg
(S. 79-103)
In einer Zeit weit verbreiteter rechtsextremer Orientierung unter Jugendlichen ist es umso wichtiger, dass Lehrer und Lehrerinnen im Unterricht auf diese Tendenzen eingehen, indem sie auf entsprechende Äußerungen und Verhaltensmuster angemessen reagieren, Zivilcourage vorleben sowie die Erziehung zu Toleranz, Menschlichkeit und Demokratie zu ihrer vordringlichen Aufgabe machen. Die Lehrer/-innenfortbildungen, die von der RAA Brandenburg zur Auseinandersetzung mit Rechtsextremismus angeboten werden, bieten sowohl den Raum, Handlungsansätze zu diskutieren und mögliche Reaktionen zu trainieren, als auch die von Lehrern und Lehrerinnen häufig dringend benötigten Informationen zum Themenbereich Rechtsextremismus. Der vorliegende Bericht beschreibt die Möglichkeiten und Grenzen dieser Veranstaltungsform und die bisher mit ihr gemachten Erfahrungen.

http://www.zeitschriftpolitischebildung.de/

Inhaltsübersicht

Schwerpunktthema:
Jugend und Politik. Jugenddebatten – Jugendforschung – Jugendpolitik
Peter Massing: Einführung: Jugend und Politik

Rudolf Tippelt/Manuela Pietraß: Jugend und Gesellschaft – Etappen der
Jugenddebatte in der Bundesrepublik Deutschland
1. Einleitung
2. Generationenbegriff
3. Jugend als Teilkultur
4. Die kommerzialisierte Jugend
5. Jugendkulturelle Stile – der eigenwillige Umgang Jugendlicher mit Konsum
und Warenabgeboten
6. Der Lebensstil – soziale Distinktion durch Konsum
7. Die Kommerzialisierung von Jugend

Uwe Sander: Jugend als Gegenstand von Wissenschaft und Forschung
1. Jugend im 20. Jahrhundert
2. Wissenschaftliche Jugendbilder im 20. Jahrhundert: das Jugendbild
der Pädagogik, der Soziologie, der Psychologie und des Rechts
3. Jugendliche in Deutschland und ihre Orientierung an Vorbildern
4. Ein dauerhaftes Phänomen in Deutschland: Jugend und Verwahrlosung
5. Ausblick und Tendenzen: Jugend in Deutschland im 21. Jahrhundert

Wolfgang Gaiser/Martina Gille/Winfried Krüger/Johann de Rijke: Jugend
und Politik im Interesse von Jugendlichen
1. Einleitung
2. Die subjektive Bedeutung von Politik
3. Politische Ordnungsvorstellungen
4. Demokratiezufriedenheit, Institutionenvertrauen und Vertrauen in Politiker
5. Politisches Engagement
6. Junge Migratinnen/Migranten und das politische System in Deutschland
7. Politische Unzufriedenheit und Distanz – nur ein Jugendphänomen?

Albert Scherr: Staatliche Jugendpolitik. Strukturprobleme und
Anforderungen an eine Politik im Interesse von Jugendlichen
1. Einleitung
2. Die Reichweite jugendpolitischer Entscheidungen
3. Diskursive Allzuständigkeit und strukturelle Begrenzungen
4. Kritik der Jugendpolitik
5. Krisendiskurs und reaktive Jugendhilfepolitik
6. Anforderungen an eine zukunftsfähige Jugendpolitik


Politische Bildung und ihre Praxis
Peter Massing: Antidemokratisches rechtsextremes Denken.
Versuch einer Begriffsbestimmung für die Politische Bildung
Jeannette Ennigkeit: Lehrerfortbildung mit rechtsorientierten Jugendlichen.
Ein Erfahrungsbericht aus Brandenburg
Jeannette Ennigkeit: Materialien zur den Fortbildungen

Buchbesprechungen
Sammelbesprechung zum Themenschwerpunkt
13. SHELL JUGENDSTUDIE (HRSG.): Jugend 2000
MARTINA GILLE/WINFRIED KRÜGER: Unzufriedene Demokraten. Politische Orientierungen der
16- bis 29jährigen im vereinten Deutschland
HANS MERKENS/JÜRGEN ZINNECKER (HRSG.): Jahrbuch Jugendforschung 1/2001
besprochen von Peter Massing

Besprechungen zur Fachwissenschaft
UTE UND WOLFGANG BENZ (HRSG.): Deutschland deine Kinder. Zur Prägung von Feindbildern
in Ost und West (von Gotthard Breit)
PETER MASSING/GOTTHARD BREIT (HRSG.): Demokratietheorien. Von der Antike bis zur Gegenwart.
Texte und Interpretationshilfen (von Dietmar Fricke)
Eckehard Krippendorf (von Wichard Woyke und Schillo)

Besprechungen zur Fachdidaktik
GOTTHARD BREIT/SIEGFRIED SCHIELE (HRSG): Werte und politische Bildung
DORIS SCHRÖDER-KÖPF/INGE BRODERSEN (HRSG): Der Kanzler wohnt im Swimmingpool oder
Wie Politik gemacht wird (von Gotthard Breit)


Allgemeiner Teil

Forum: Fachdidaktik kontrovers
Konstruktivismus und Politikdidaktik. Ein Chat – Interview mit
Joachim Detjen und Wolfgang Sander von Kerstin Pohl.


Abstracts
Autorinnen und Autoren

Zu den Autoren

Dr. Joachim Detjen
Professor für Politikwissenschaft (Politische Bildung) an der Katholischen Universität,
Universitätsallee 1, 85072 Eichstätt

Jeannette Ennigkeit
Freie Referentin für politische Bildung u.a. bei der RAA Brandenburg e.V.,

Dr. Wolfgang Gaiser
Wissenschaftlicher Mitarbeiter des Deutschen Jugendinstituts e. V. München,
Abteilung Social Monitoring

Martina Gille
Wissenschaftliche Mitarbeiterin des Deutschen Jugendinstituts e. V. München,
Abteilung Geschlechterforschung und Frauenpolitik

Winfried Krüger
Wissenschaftlicher Mitarbeiter des Deutschen Jugendinstituts e.V. München,
Abteilung Social ~1onitoring,

Dr. Peter Massing
Professor für Sozialkunde und Didaktik der Politik und Leiter des Referats für politische Bildungsarbeit am Otto-Suhr-lnstitut für Politikwissenschaft der Freien Universität Berlin

Dr. Manuela Pietraß
Privatdozentin für Pädagogik; Oberassistentin am Lehrstuhl für Allgemeine Pädagogik und Bildungsforschung
Institut für Pädagogik der Universität München

Kerstin Pohl
Wissenschaftliche Mitarbeiterin für Sozialkunde/Didaktik der Politik freie Universität Berlin, Otto-Suhr-lnstitut für Politikwissenschaft

Johann de Rijke
Wissenschaftlicher Mitarbeiter des Deutschen Jugendinstituts e.V. München,Abteilung Social Monitoring

Dr. Albert Scherr
Professor für Soziologie und Jugendarbeit am Fachbereich Sozialpädagogik der Fachhochschule Darmstadt und Privatdozent am Institut für Soziologie der Universität Karlsruhe, Kollequium am Schloss

Dr. Uwe Sander
Professor für Jugend- und Erwachsenenbildung/Medienpädagogik, Universität Bielefeld

Dr. Wolfgang Sander
Professor für Didaktik der Gesellschaftswissenschaften am Fachbereich Sozial- und Kulturwissenschaften, Justus-Liebig-Universtität

Dr. Rudolf Tippelt
Professor für Pädagogik, Inhaber des Lehrstuhls Allgemeine Pädagogik und Bildungsfor chung, Institut für Pädagogik der Universität München