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Maßstab Menschenrechte: Geschichte - Politik - Erziehung

Kommentierte Unterrichtsentwürfe: Thema Menschenrechte

Bestellnummer: 648
Autoren/Hrsg.: Gotthard Breit (Hrsg.)
Erscheinungsjahr: 2000
Auflage: 1
Seitenzahl: 144
ISBN: 978-3-87920-648-3
Reihe: politische bildung
Format: Broschur

Verfügbarkeit: lieferbar

18,00 €
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Maßstab Menschenrechte: Geschichte - Politik - Erziehung - Kommentierte Unterrichtsentwürfe: Thema Menschenrechte

Über das Buch

Neben den Fachaufsätzen zum Titel des Heftes finden sich in dieser Ausgabe auch eine Unterrichtsskizze mit einem Lehrbeispiel zum Agieren von Amnesty International bei Menschenrechtsverletzungen in China und einem dazugehörigen Kommentar zum problemlösenden Denken. Lesen sie mehr dazu in den folgenden Abstracts.


ABSTRACTS

Ansgar Klein: Die Menschenrechte in Geschichte und Gegenwart (S. 7-25)
Der Überblick skizziert zunächst knapp Ideengeschichte und politische Geschichte der Menschenrechte. Dargestellt werden im Anschluss daran insbesondere die Entwicklung der Menschenrechte seit dem Zweiten Weltkrieg und die Entwicklungen von Institutionen und Prozeduren zum Schutz der Menschenrechte. Am Beispiel zweier aktueller Kontroversen – der Kontroverse über die Universalität der Menschenrechte und der Kontroverse über menschenrechtlich begründete Interventionen – werden Probleme der aktuellen Menschenrechtspolitik aufgegriffen. Abschließend wird die Rolle der Menschenrechtsbewegung erörtert.

Jakob Schissler: Menschenrechte zwischen Universalismus
und Kulturrelativismus (S. 26-38)
Gibt es universalistische Menschenrechte oder ist dieses Konzept zum Scheitern verurteilt? Können wir nur damit rechnen, dass Menschen ihre Werte und Normen „relativ“ zu ihrer Kultur verstehen? Der Beitrag argumentiert, dass das Konzept Menschenrechte davon ausgehen muss, dass es sowohl universalistisch als auch kulturrelativistisch verstandene Menschenrechte geben sollte, weil jede der beiden Perspektiven begrenzt ist und jede zu verkehrten Urteilen führen kann. Beide ergänzen sich mithin. Als nicht zu bezweifelndes Fundament der Menschenrechtsthematik gilt aber, dass das Recht auf Leben und Unversehrtheit bereits als universell anzusehen ist, ebenso der Anspruch auf rechtstaatliche Behandlung – der aber noch in vielen Teilen der Welt durchzusetzen ist.

Alexander Fonari: Menschenrechte in der deutschen Außenpolitik: Menschenrechte versus ökonomische Interessen? (S. 39-52)
Menschenrechte werden in der deutschen Außenpolitik oftmals ökonomischen Interessen untergeordnet. Die vermeintliche Unvereinbarkeit dieser beiden Politikfelder wird am Beispiel außenpolitischer Konzeptionen und der Praxis der deutschen Außen-, Außenwirtschafts- und Entwicklungspolitik überprüft. Im Blickfeld stehen hierbei u.a. Grundlagen und Regionalkonzepte deutscher Außenpolitik, staatliche Ausfuhrbürgschaften, Rüstungsexportpolitik und die deutsch-chinesischen Beziehungen. Überlegungen zum Verhältnis von Menschenrechten und nationalen Interessen münden in die Zurückweisung der These vom “Wandel durch Handel”.

Wichard Woyke: Menschenrechte als Interventionsgrund
am Beispiel des Kosovo (S. 53-66)
Der Krieg der NATO gegen Serbien ohne Mandat der Vereinten Nationen zugunsten der aus Sicht des Bündnisses durch Genozid bedrohten Kosovo-Albaner war völkerrechtlich mehr als umstritten. Die westlichen Staaten hatten sich jedoch in eine Lage manövriert, in der sie sowohl ein Eingreifen als auch ein Nichteingreifen mit Schuld beladen hätte. Eine humanitäre Intervention wie im Kosovo kann nur die Ausnahme sein. Allerdings ist zu erkennen, dass humanitäre Interventionen dem politischen Opportunitätsprinzip unterliegen. Wenn auch nicht zu erwarten ist, dass die NATO weltweit intervenieren wird, hat das Bündnis mit dieser Intervention dennoch ein Signal für mögliche Gewaltanwendung anderer Staaten gesetzt.
K. Peter Fritzsche: Menschenrechtserziehung in internationaler Perspektive (S. 67-78)
Der Beitrag gibt einen Überblick über die internationalen Bemühungen um die Menschenrechtserziehung. So wichtig Lernprozesse in diesem Bereich sind, muss festgestellt werden, dass Menschenrechtserziehung zahlreiche und oftmals übergroße Schwierigkeiten zu überwinden hat. An neuen Themen fehlt es nicht, doch dürfen die Erfolgsaussichten nicht überschätzt werden. Angesichts der weltweiten Menschenrechtsverletzungen insbesondere im vergangenen Jahrhundert erscheinen die Bemühungen um die Menschenrechtserziehung ebenso notwendig wie unzureichend. Wer sich in diesem Bereich engagiert, muss vor pädagogischer Selbstüberschätzung gewarnt werden.

Georg Weißeno: Wer kümmert sich eigentlich um die Menschenrechte? Politikdidaktische Rekonstruktion einer Unterrichtsskizze (S. 79-91)
Das Lehrbeispiel behandelt das Agieren von Amnesty International bei Menschenrechtsverletzungen in China. Die Unterrichtsskizze orientiert sich konsequent am Fallprinzip. Die Unterrichtsentscheidungen ergeben sich aus der Zielvorstellung eines demokratischen Bürgers, wenngleich der Versuch, zu Aktivbürgern zu erziehen und die damit einhergehende Überhöhung des Partizipationsgedankens die Gefahr moralisierenden Unterrichts mit sich bringen. Deutlich werden dadurch die Chancen und Grenzen einer Planung, die sich auf ein normatives Demokratieverständnis gründet, die die politischen Dimensionen des Falles reduziert. Die methodischen Entscheidungen sind sinnvoll mit den fachdidaktischen verknüpft.

Gotthard Breit: Problemlösendes Denken zu leicht gemacht.
Kommentar eines Unterrichtsenwurfs (S. 92-99)
In der behandelten Unterrichtseinheit zum Thema Menschenrechtsverletzungen werden die Schüler nicht zu problemlösendem Denken aktiviert. Anstatt selbständiges Denken und damit Mündigkeit zu wecken, trägt das Unterrichtsvorhaben u. U. dazu bei, bei den Heranwachsenden das Überlegenheitsgefühl von Angehörigen westlicher Industrienationen gegenüber dem Rest der Welt zu festigen. Fremde Lebensweisen, Orientierungen und Traditionen brauchen erst gar nicht zur Kenntnis genommen werden, führen sie doch, wie die Länderbeispiele aus Afrika und Asien zeigen, zu empörenden Menschenrechtsverletzungen. Stattdessen wird der erhobene Zeigefinger gegenüber Menschen aus anderen Erdteilen gestärkt.

Gotthard Breit : Interventionsfähigkeit erfordert soziales und
politisches Lernen (S. 133-135)
Der Beitrag widmet sich einem Leitbildwechsel in politischer Bildung und Politikunterricht. Nicht mehr der engagierte, regelmäßig in den politischen Prozess eingreifende „Aktivbürger“ stehe im Vordergrund, sondern der zwar politisch interessierte, aber ansonsten passive und sich nur sporadisch politisch betätigende „Interventionsbürger“. Es stellt sich die Frage, ob das neue Leitbild nicht eine ähnliche Überforderung für die politische Bildung darstellt wie das alte.

http://www.zeitschriftpolitischebildung.de/

Inhaltsübersicht

Gotthard Breit: Einführung: Maßstab Menschenrechte

Ansgar Klein: Die Menschenrechte in Geschichte und Gegenwart
1. Vorbemerkung
2. Geschichte der Menschenrechte
3. Menschenrechte seit dem Zweiten Weltkrieg
4. Juristischer und politischer Menschenrechtsschutz
5. Wie universal sind die Menschenrechte?
6. Menschenrechte und humanitäre Intervention
7. Die Rolle der Menschenrechtsbewegung

Jakob Schissler: Menschenrechte zwischen Universalismus
und Kulturrelativismus
1. Zum Hintergrund der Debatte
2. Definitionen von Menschenrechten und Menschenrechtspolitik
3. Universalismus und Kulturrelativismus als theoretische Rahmenbedingungen
des Konzeptes Menschenrechte
4. KSZE und Menschenrechte
5. Postmoderne, Imperialismus und kultureller Relativismus
6. Die Kontroverse zwischen Vertretern westlicher (universalistischer)
und asiatischer (kulturrelativistischer) Werte
7. Schlussfolgerungen

Alexander Fonari: Menschenrechte in der deutschen Außenpolitik:
Menschenrechte versus ökonomische Interessen?
1. Einleitung
2. Grundlagen deutscher Außenpolitik
3. Die Bedeutung der Menschenrechte in der deutschen Außenwirtschaftspolitik
4. Die Bedeutung der Menschenrechte in der deutschen
Entwicklungszusammenarbeit
5. Menschenrechtspolitik und nationale Interessen

Wichard Woyke: Menschenrechte als Interventionsgrund
am Beispiel des Kosovo
1. Gewaltverbot und Interventionen
2. Zur Problematik der Intervention in Jugoslawien
3. Die Glaubwürdigkeitskrisen der NATO
4. Die Verschärfung des Kosovo-Konflikts
5. Verlauf und Ergebnis des Krieges
6. Völkerrechtliche Problematik von Interventionsentscheidungen
7. Humanitäre Interventionen als Ausnahme?
8. Politisches Opportunitätsprinzip und Intervention
9. Auswirkungen der NATO-Intervention

K. Peter Fritzsche: Menschenrechtserziehung in
internationaler Perspektive
1. Menschenrechtserziehung definieren
2. Menschenrechtserziehung – ein international anerkanntes Ziel
3. Internationaler Überblick
4. Internationale Schulbuchanalysen
5. Neue Themen der Menschenrechtserziehung
6. Menschenrechtserziehung und Internet

Kommentierte Unterrichtsentwürfe zum Thema Menschenrechte
Georg Weißeno: Wer kümmert sich eigentlich um die Menschenrechte?
Politikdidaktische Rekonstruktion einer Unterrichtsskizze
Gotthard Breit: Problemlösendes Denken zu leicht gemacht.
Kommentar eines Unterrichtsenwurfs

Buchbesprechungen
Sammelbesprechung zum Themenschwerpunkt
Klaus Fröhlich/Jörn Rüsen (Hrsg.): Menschenrechte im Prozeß der Geschichte.
Historische Interpretationen, didaktische Konzepte, Unterrichtsmaterialien
Janusz Symonides (ed.): Human Rights. New Dimensions and Challenges
Gabriele von Arnim/Volkmar Deile/Franz-Josef Hutter u.a. (Hrsg.): Jahrbuch Menschenrechte 1999
Human Beings ... Manual for human rights education
(von K. Peter Fritzsche)

Zur Fachwissenschaft
Probleme und Perspektiven des Sozialstaats – neue Literatur
Christoph Butterwegge/Martin Kutscha/Sabine Berghahn (Hrsg.): Herrschaft des Marktes –
Abschied vom Staat? Folgen neoliberaler Modernisierung für Gesellschaft, Recht und Politik
Rolf G. Heinze/Josef Schmid/Christoph Strünck: Vom Wohlfahrtsstaat zum Wettbewerbsstaat.
Arbeitsmarkt- und Sozialpolitik in den 90er Jahren
Christoph Butterwegge: Wohlfahrtsstaat im Wandel. Probleme und Perspektiven der Sozialpolitik
(von Klaus-Bernhard Roy)

Zur Fachdidaktik
Wolfgang W. Mickel (Hrsg.): Handbuch zur politischen Bildung (von Kerstin Pohl)
Ulrike Wolff-Jontofsohn: Friedenspädagogik in Israel. Beiträge nichtstaatlicher Gruppen zur
Bewältigung gesellschaftlicher und politischer Konflikte (von Klaus Koopmann)
Wolfgang Beer/Will Cremer/Jutta Klaeren/Peter Massing (Redaktion):
Politische Erwachsenenbildung. Ein Handbuch zu Grundlagen und Praxisfeldern (von Ulrich Klemm)
Sibylle Reinhardt: Werte-Bildung und politische Bildung. Zur Reflexivität von Lernprozessen
(von Armin Scherb)

Allgemeiner Teil
Forum: Gotthard Breit: Interventionsfähigkeit erfordert soziales und politisches
Lernen. Zur Diskussion in der Fachdidaktik über
die Bürgerrolle in der Demokratie

Nina Rogotzki: „Film in der Zukunft – Zukunft im Film“
Reinhard Wesel: Das „National Model United Nations“ (NMUN).
Erfahrungen bei der akademischen Simulation der Vereinten Nationen
Wolfgang Sander: GPJE – eine neue Fachgesellschaft für die politische Bildung

Resolution zur Parteispenden-Affäre:
„Politikdidaktiker und -lehrer: Mut zur Demokratie“

Abstracts
Autoren

Zu den Autoren

Dr. Gotthard Breit
Professor für Didaktik der politischen Bildung
Universität Magdeburg, Universitätsplatz 1,39106 Magdeburg

Dr. Ansgar Klein
Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Politikwissenschaft
Technische Universität Darmstadt, Residenzschloss, 64283 Darmstadt

Dr. Jakob Schissler
PD für Politikwissenschaft
Universität Frankfurt/M.

Dr. Alexander Fonari
Politikwissenschaftler, Diplom- Theologe

Dr. Wichard Woyke
Professor für Politikwissenschaft
Universität Münster , Scharnhorstsn. 100, 48151 Münster

Dr. K. Peter Fritzsche
Professor für Politikwissenschaft
Universität Magdeburg, Postfach 4120,39016 Magdeburg

Dr. Georg Weißeno
Vertretungsprofessur für Politikwissenschaft und ihre Didaktik
Pädagogische Hochschule Karlsruhe, Bismarckstr. 10,76133 Karlsruhe