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Mediendemokratie

Bestellnummer: 4079
Autoren/Hrsg.: Peter Massing (Hrsg.)
Erscheinungsjahr: 2004
Auflage: 1
Seitenzahl: 120
ISBN: 978-3-89974079-0
Reihe: uni studien politik
Format: Broschur

Verfügbarkeit: lieferbar

9,80 €
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Mediendemokratie

Über das Buch

ABSTRACTS
Christoph Bieber: Bausteine der Mediendemokratie. Ein Werkstattbericht
Der Beitrag unternimmt zunächst eine Sichtung wissenschaftlicher Literatur zum Thema Mediendemokratie und skizziert eine kurze Geschichte des Begriffs. Vor diesem Hintergrund werden aktuelle Erscheinungsformen der Mediendemokratie dargestellt, vor allem die zunehmende Unterhaltungsorientierung der Politik. Als besonderes Fallbeispiel dienen dabei die Fernsehduelle im Bundestagswahlkampf 2002. Dabei kristallisiert sich heraus, dass mediale Aufmerksamkeit zu einer neuen Schlüsselressource für den Verlauf politischer Karrieren geworden ist. Abschließend werden die Entwicklungen im Bereich Neuer Medien auf ihre Bedeutung für eine zukünftige Entwicklung der Mediendemokratie überprüft.

Barbara Pfetsch/Dejan Perc: Die Medien als Akteure und Instrumente im politischen Prozess – Mediatisierung und Inszenierung von Politik
Der Beitrag diskutiert die Medien als Akteure im politischen Prozess, die angesichts der wechselseitigen Abhängigkeit von Politik und Medien sowohl eine aktive als auch eine passive Rolle spielen. Eine aktive Rolle spielen sie durch die Nachrichtenauswahl und die Gestaltung der politischen Medienrealität. Darüber hinaus kommt ihnen durch die Agenda-Setting Funktion, d.h. ihrem Potenzial, die öffentliche Tagesordnung zu strukturieren und Themendeutungen und deren Kontexte zu beeinflussen, erhebliche politische Wirksamkeit zu. Gerade deshalb sind die Medien aber auch Objekte der Beeinflussungsversuche politischer Akteure, die in ihrem News-Management genau die Funktionen der Medien strategisch auszunutzen versuchen. Die Wechselwirkungen von Politik und Medien, bei denen beide Seiten sowohl aktiv als auch passiv sind, finden in einer Situation statt, in der den Medien eine wichtige Funktion für die Legitimierung und die Responsivität von Politik zukommt.

Klaus Detterbeck: Parteiendemokratie in der Mediengesellschaft Wird die Parteiendemokratie durch die Mediendemokratie ersetzt?
Der Beitrag beleuchtet zunächst in historischer Perspektive das Verhältnis von Medien und Parteien, das von einer zunehmenden Ausdifferenzierung geprägt ist. Bei den Reaktionsstrategien der Parteien auf das veränderte Medienumfeld sticht die interne Professionalisierung des Medienmanagements hervor. Die Vermittlung von Politik ersetzt aber nicht die Herstellung von Politik, die primär in medienfernen Verhandlungssystemen erzeugt wird. Die Parteiendemokratie bewegt sich innerhalb einer Mediengesellschaft, deren Bedingungen und Anforderungen sie in ihr Handeln einbeziehen muss.

Sigrid Koch-Baumgarten: Verbände und Medien – „Widerspenstiges“ in der Debatte um die Mediendemokratie
Der Beitrag setzt sich kritisch mit der These des Einflussverlustes der Verbände in der „Mediendemokratie“ auseinander. Als klassische Akteure der „Verhandlungsdemokratie“ sind einflussmächtige Interessengruppen trotz zunehmender „Beziehungsstörungen“ vielfältig mit den politischen Entscheidungsträgern aus Regierung, Parlament und Parteien vernetzt. Daher können sie in der Routinepolitik politische Entscheidungen direkt, über formelle und informelle Kanäle, und „diskret“ beeinflussen, ohne die Medien als Konkurrenten in der Politikvermittlung fürchten oder als Mittler nutzen zu müssen. Erst im politischen Konflikt öffnet sich ein Gelegenheitsfenster für den Medieneinfluss; die Öffentlichkeitsarbeit der Verbände; Virtuosität im Themenmanagement können konflikt( mit)entscheidend werden. Die meist unspektakuläre Verbandstätigkeit entzieht sich hingegen der Öffentlichkeit und dem Medieninteresse. Eine Anpassung ihrer Politikdarstellung oder gar ihrer Politikherstellung an die „Logik“ des Mediensystems erfolgt daher nur – wie bei Greenpeace - in Ausnahmefällen.

Markus Gloe: Mehr Demokratie durch „Neue Medien“?
Mit Begriffen wie „E-Democracy“ oder „virtuelle Demokratie“ wurden kühne Visionen von einem neuen athenischen Zeitalter verbunden. Andere sehen dagegen durch das Internet die repräsentative Demokratie zugrunde gehen. In den drei Bereichen Information, Kommunikation und Partizipation liegen demokratische Potenziale des Internets, aber auch Gefahren. Auf allen Stufen des demokratischen Prozesses ist eine Bedeutung des Internets unverkennbar, und so wird sich der politische Prozess Schritt für Schritt verändern. Zur Zeit können Neue Medien die herkömmliche Bürgerbeteiligung allerdings nur unterstützen.

Inhaltsübersicht

Peter Massing: Einleitung

Christoph Bieber: Bausteine der Mediendemokratie. Ein Werkstattbericht

Barbara Pfetsch/Dejan Perc: Die Medien als Akteure und Instrumente im politischen Prozess – Mediatisierung und Inszenierung von Politik

Klaus Detterbeck: Parteiendemokratie in der Mediengesellschaft

Sigrid Koch-Baumgarten: Verbände und Medien – „Widerspenstiges“ in der Debatte um die Mediendemokratie

Markus Gloe: Mehr Demokratie durch „Neue Medien“?

Besprechung: Politische Informationsportale im Internet (von Markus Gloe)

Abstracts

Autoren

Zu den Autoren

Dr. Christoph Bieber, Wissenschaftlicher Assistent am Institut für Politikwissenschaft Justus-Liebig-Universität Gießen; Mitglied des Zentrums für Medien und Interaktivität (ZMI) der JLU Gießen

Dr. Klaus Detterbeck, Wissenschaftlicher Assistent am Institut für Politikwissenschaft Universität Magdeburg, Zschokkestr. 32, 39106 Magdeburg

Markus Gloe, Doktorand im Fach Politikwissenschaft am Institut für Sozialwissenschaften Pädagogische Hochschule Freiburg, Kunzenweg 21, 79117 Freiburg

Dr. Sigrid Koch-Baumgarten Privatdozentin und Oberassistentin am Otto-Suhr-Institut für Politikwissenschaft, Ihnestr. 26, 14195 Berlin

Dejan Perc, Wissenschaftlicher Mitarbeiter, Institut für Betriebswirtschaftslehre Universität Hohenheim, Fruwirthstr. 46, 70599 Stuttgart

Dr. Barbara Pfetsch, Professorin für Kommunikationswissenschaft, Fachgebiet Medienpolitik Universität Hohenheim, Fruwirthstr. 46, 70599 Stuttgart