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Mediendemokratie

Journalismus und politische Kultur

Bestellnummer: ku1-07
unter Mitarbeit von: ,
Erscheinungsjahr: 2007
Seitenzahl: 96
ISBN: ku1-07
Reihe: kursiv - Journal für politische Bildung
Format: Broschur

Verfügbarkeit: lieferbar

5,00 €
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Mediendemokratie

Über das Buch

Die Rolle der Medien in der Politik ist zwar ein fast schon „klassisches“ Thema der politischen Bildung. Es dürfte kaum Lehrpläne, Schulbücher oder Veranstaltungsprogramme der außerschulischen Bildung geben, die ganz ohne Auseinandersetzung mit dieser Thematik auskommen. Eine andere Frage ist aber, ob die Wandlungen, die sich in der Rolle der Medien in jüngerer Zeit abzeichnen, im Fach schon angemessen wahr- und aufgenommen werden. Oft werden Medien noch alleine oder in erster Linie als „vierte Gewalt“ thematisiert, als kritischer Wächter also über die Politik, deren Aufgabe allenfalls durch Abwehr der Politik selbst gegen kritische Öffentlichkeit oder aber durch Machtzusammenballung in Folge von Medienkonzentration gefährdet wird.
Inzwischen ist kaum mehr zu übersehen, dass dieser Blick auf die „Mediendemokratie“ zu kurz greift. Es gibt neue Formen einer Symbiose zwischen Politik und Medien, die sich um gemeinsame Inszenierungsformen dreht – Unterhaltung, „Boulevardisierung“ und „Personalisierung“ (so Olaf Jandura in diesem Heft), „Infotainment und Politainment“ (so Christian Schicha in seinem Beitrag) verändern die Medien und die Politik. Die Talkshow ist wohl das prägnanteste Beispiel dafür, wie sich traditionelle Grenzen verwischen; sie ist sowohl Teil der TV-Unterhaltung als auch wichtiges Element politischer Öffentlichkeit. Auf der anderen Seite tritt an die Stelle fundierter, durch gründliche Recherche gestützte Kritik an der Politik in den Medien immer häufiger die persona-lisierte Skandalisierung, die, so ist zu fürchten, bei aller Berechtigung im Einzelfall doch aufs Ganze gesehen Ressentiments gegen Politiker bestärkt und eine emotionale Abwehrhaltung gegen „die Politik“ fördert, die der Demokratie auf lange Sicht schaden kann. Schon deshalb sind diese Aspekte der „Mediendemokratie“ ein bedeutsames Thema für die politische Bildung.
Wir gehen diesem Problemkomplex im vorliegenden Heft aus wissenschaftlicher wie aus medienpraktischer Sicht nach. Auf vier Beiträge aus der Wissenschaft (Olaf Jandura, Christian Schicha, Bernd Schorb und Jan Pinseler) folgen – teilweise deutlich zugespitzte – „Innenansichten“ aus den Medien selbst (Thomas Leif, Claudia Grimmer und Pitt von Bebenburg).Im Forum erinnert Gerrit Mambour an die Konflikte um die schulische politische Bildung im Hessen der 1970er-Jahre. Hessen war damals Brennpunkt einer parteipolitischen Polarisierung um unser Fach, die nicht nur der weiteren Entwicklung der politischen Bildung geschadet, sondern auch zum Scheitern mancher Aspekte der damaligen Bildungsreformansätze geführt hat, die nun heute – „nach PISA“ – mit 30-jähriger Verspä-tung erneut als diskussionswürdig erscheinen.
http://www.kursiv-journal.de/

Inhaltsübersicht

Editorial
Szene

Schwerpunkt: Mediendemokratie Journalismus und politische Kultur
Olaf Jandura Der Wandel zur Mediendemokratie als Herausforderung für die politische Bildung
Christian Schicha Politik als Showgeschäft
Bernd Schorb Jugend, politische Sozialisation und Medien
Jan Pinseler Schwarz-weiß in Farbe Gut und Böse in den Massenmedien
Thomas Leif Der heimliche Strukturwandel der Öffentlichkeit
Claudia Grimmer Berufsalltag von Journalisten
Pitt von Bebenburg Das ungeschönte Bild des Rechtsextremismus Ein Thema auf die Tagesordnung setzen

Forum
Gerrit Mambour Politische Bildung als Kampfplatz der Parteien Ein Rückblick auf die hessischen Kontroversen der 1970er Jahre

Services Fachliteratur
... und außerdem

Zu den Autoren

PITT VON BEBENBURG, DIPLOM-SOZIOLOGE ist Landeskorrespondent der Frankfurter Rundschau für Hessen

CLAUDIA GRIMMER ist Mitarbeiterin in verschiedenen ARD-Anstalten mit den Arbeitsschwerpunkten Bürgersendungen, Wirtschaft und Wissenschaft

DR. OLAF JANDURA ist Akademischer Rat (az) am Institut für Kommunikationswissenschaft und Medienforschung der Ludwig-Maximilians-Universität München

DR. THOMAS LEIF ist Chefreporter Fernsehen SWR Mainz und Vorsitzender der Journalistenvereinigung netzwerk recherche – www.netzwerkrecherche.de

JAN PINSELER ist Medienwissenschaftler und Soziologe im Bereich Sprache und Kommunikation an der Universität Lüneburg

PD DR. CHRISTIAN SCHICHA ist wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Philipps-Universität Marburg im Studiengang Medienwissenschaft

DR. BERND SCHORB ist Professor für Medienpädagogik und Weiterbildung am Institut für Kommunikations- und Medienwissenschaft der Universität Leipzig, Vorsitzender des Instituts für Medienpädagogik in Forschung und Praxis (JFF) München, Herausgeber der Zeitschrift Medien + Erziehung