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Menschenrechte

Bestellnummer: 4607
Autoren/Hrsg.: Wichard Woyke (Hrsg.)
unter Mitarbeit von: Uwe Andersen, Gotthard Breit, Gertrud Gandenberger, Michael Haspel, Wolfgang S. Heinz, Sabrina Keit, Michael Krennerich, Georg Lohmann, Sandra Reitz, Johannes Varwick


Erscheinungsjahr: 2010
Auflage: 1
Seitenzahl: 176
ISBN: 978-3-89974607-5
Reihe: politische bildung
Format: Broschur

Verfügbarkeit: lieferbar

21,80 €
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Menschenrechte

Über das Buch

Michael Haspel: Die Menschenrechte. Eine Einführung in Geschichte und Systematik
Der Beitrag führt in historischer und systematischer Perspektive in die unterschiedlichen Konzepte der Menschenrechte ein und stellt den gegenwärtigen Bestand des internationalen Menschenrechtsschutzes dar. Die inhaltliche Systematik der drei Dimensionen der Menschenrechte wird entfaltet und auf das Konzept der basic rights bezogen. Am Schluss steht der Vorschlag, die Menschenrechte als normativen Grundkonsens in der Globalisierung weiterzuentwickeln.

This essay introduces different concepts of human rights by using two perspectives, i.e. history and systematics. Furthermore, it describes the current state of international human rights standards. The system of the three dimensions of human rights is developed with relation to the concept of basic rights. Finally, it is suggested to understand human rights as the normative consensus in the process of globalization.


Georg Lohmann: Universelle Menschenrechte, individuelle Menschenwürde und die Vielfalt der Kulturen
Der Beitrag verteidigt den universellen Anspruch der Menschenrechte, nach dem jeder Mensch gleich an Rechten und Würde ist. Zunächst werden kulturrelative skeptische Einwände behandelt, dann wird der in der europäischen Geschichte entstandene Individualismus der Menschenrechte erläutert und auf seiner Basis dann die These vertreten, dass mit dem qualitativen Universalismus der Menschenrechte zwar nicht alle Kulturen vereinbar sind, aber auf seiner Basis sich gleichwohl eine Vielfalt der Kulturen entwickeln kann.

This contribution emphasizes a claim for universal human rights which permit every human being in each state of the world to be treated equally concerning rights and dignity. It starts with a discussion of skeptical and relativistic objections and continues with some remarks on the development of individualism and collective claims in the European history of human rights. Finally, it defends the following thesis: A qualitative universalism of human rights is not compatible with all cultures, but it may provide a basis for a development of a variety of different cultures.


Johannes Varwick/Sabrina Keit: Menschenrechte, humanitäre Interventionen und die Schutzverantwortung
Dieser Beitrag beschäftigt sich mit einer der drängendsten, jedoch auch strittigsten Fragen der Internationalen Politik: "Kämpfen" für die Menschenrechte?. Dabei werden zuerst die Bedingungen für einen Militäreinsatz aus humanitären Gründen vor dem Hintergrund eines sich wandelnden Sicherheitsbegriffs analysiert. Diese Veränderungen bilden den Rahmen für eine Diskussion der Konzepte der Humanitären Intervention und der Schutzverantwortung. Dabei wird gefragt, ob die Schutzverantwortung ein wirklich neuer Ansatz oder nur eine weitere Facette der humanitären Intervention darstellt. Abschließend werden die Probleme eines "Kämpfens" für die Menschenrechte diskutiert.

This paper deals with one of the most urging, but also most controversial discussed issues in international relations: the enforcement of human rights. Therefore, first the focus will be on conditions of use of military force for humanitarian reasons in the light of changing concepts of security and threat perception. The change of these basic parameters provides the framework for a comparative discussion of the concepts of Humantarian Interventions and the Responsibility to Protect (R2P). Finally, the paper discusses whether R2P is a real innovation or just another facet of the Humantarian Intervention-concept.


Wolfgang S. Heinz: Die Europäische Union und die Menschenrechte
Die Europäische Union hat seit dem Maastrichter Vertrag den Schutz der Menschenrechte im EU-Raum und auch in den Beziehungen zu Drittstaaten als wichtiges Ziel akzeptiert. Einerseits gilt es, diese im EU-Raum der Freiheit, der Sicherheit und des Rechts zu erhalten und weiter zu entwickeln, z.B. durch den geplanten Beitritt zur Europäischen Menschenrechtskonvention. Im Verhältnis zu den EU-Bewerberländern und potentiellen Bewerberländern müssen die so genannten Kopenhagener Kriterien erfüllt werden. Menschenrechte sind auch ein wichtiges Thema in der Gemeinsamen Außen- und Sicherheitspolitik. Der Beitrag beleuchtet drei Instrumente, Menschenrechtsdialog, Sanktionen und Entwicklungspolitik. Indessen ist die EU keine Menschenrechtseinrichtung, sondern eine supranationale Organisation mit vielfältigen Eigeninteressen. Daher ist die Verwirklichung der Menschenrechte in ihrer Außenpolitik mit anderen zentralen Politikzielen wie Sicherheits-, Wirtschafts- und Umweltpolitik abzustimmen und hier kommt es zu Zielkonflikten (Konsistenz- und Kohärenzproblematik).

The European Union and Human Rights
Ever since the Maastricht Treaty has been ratified, the European Union has accepted the protection of human rights as an important objective in the EU region and also in relation to third countries. On the one hand, it focuses on the respect for human rights in the EU area of freedom, security and justice, inter alia, through the accession to the European Convention on Human Rights. In relation to the EU candidate countries and potential candidate countries the so-called Copenhagen criteria have to be respected. Human rights are also an important objective in the Common Foreign and Security Policy. The article highlights three instruments, human rights dialogue, sanctions and development policy. However, the EU is not a human rights organization, but a supra-national organization with a multiplicity of interests. Therefore, the promotion and protection of human rights in its foreign policy has to be reconciled with other key policy objectives such as security, economic and environmental policies, which often leads to a trade-off (consistency and coherence problems).


Michael Krennerich: Die staatliche Menschenrechtspolitik der Bundesrepublik Deutschland: Grundlagen, Akteure und thematische Schwerpunkte
Ausgehend von einer allgemeinen Bestimmung der Merkmale staatlicher Menschenrechtspolitik und eines politischen Menschenrechtsansatzes, steckt der Beitrag den rechtlichen Rahmen staatlicher Menschenrechtspolitik in Deutschland ab, skizziert die hiesige Akteurslandschaft und legt die menschenrechtspolitische Themenpalette dar. Der Beitrag kommt zu dem Schluss, dass die deutsche Regierung in der Praxis keinen "echten" Menschenrechtsansatz verfolgt, wiewohl aber eine menschenrechtsorientierte Politik betreibt.

Human rights policy of the Federal Public of Germany: Legal bases, actors, main issues
Based upon a general characterisation of human rights policy by the state as well as upon a human rights based approach, this contribution circumscribes the legal framework of Germany’s human rights politics and policies, outlines the landscape of its actors and presents its range of human rights issues. The article concludes that, although the German government does not follow a "real" human rights based approach, it does, in fact, pursue a human rights oriented policy.


Gertrud Gandenberger/Sandra Reitz: Menschenrechtsbildung = Menschenrechte + Bildung? Überlegungen zur Menschenrechtsbildung am Beispiel der Behandlung des Themas Recht auf Bildung
Der Beitrag setzt sich nach einer kurzen theoretischen Einleitung mit dem Recht auf Bildung, seinem globalen wie auch nationalen Anspruch auf Erfüllung auseinander. Er bietet systematisch aufgebaute Materialien, die eine kritisch-reflexive Beschäftigung im Unterricht ermöglichen.

After a brief theoretical introduction, this article deals with the right to education, its global and national claim for fulfillment. It offers systematically structured materials that enable a critical and reflective work in the classroom.


"Wer sich sachanalytisch fundiert wie didaktisch-methodisch anregend in das Thema Menschenrechtsbildung einarbeiten möchte, ist mit dem vorliegenden Themenheft gut beraten. Dies gilt sicher nicht allein für Lehrer oder Mitarbeiter aus der politischen Bildung, sondern auch für Vertreter anderer Fächer, beispielsweise Religions-, Ethik-, Erdkunde- oder Geschichtslehrer."
Socialnet

Inhaltsübersicht

Menschenrechte

Wichard Woyke: Einleitung

Michael Haspel: Idee und Geschichte der Menschenrechte
1. Menschenrechte in der Pluralität der Perspektiven
2. Der internationale Menschenrechtsschutz - die International Bill of Human Rights
3. Die inhaltliche Systematik der Menschenrechte
4. Fundamentale Rechte (basic rights)
5. Die Menschenrechte als normativer Grundkonsens in der Globalisierung

Georg Lohmann: Universelle Menschenrechte, individuelle Menschenwürde und die Vielfalt der Kulturen
1. Einleitung
2. Zweifel an der Universalität der Menschenrechte
3. Zum Individualismus und Universalismus der Menschenrechte
4. Die Universalisierung der Menschenrechte in der Spannung der Vielfalt der Kulturen

Johannes Varwick/Sabrina Keit: Menschenrechte, humanitäre Interventionen und die Schutzverantwortung
1. Einleitung
2. Sicherheitspolitische Veränderungen und die Debatte um humanitäre Interventionen und die Schutzverantwortung
3. Bilanz: Kämpfen für die Menschenrechte?

Wolfgang S. Heinz: Die Europäische Union und die Menschenrechte
1. Menschenrechte im Raum der Freiheit, der Sicherheit und des Rechtes
2. EU-Bewerberländer und potenzielle Bewerberländer
3. Europäische Nachbarschaftspolitik (ENP)
4. Gemeinsame Außen- und Sicherheitspolitik
5. Herausforderungen für eine kohärente und erfolgreiche EU-Menschenrechtspolitik

Michael Krennerich: Die staatliche Menschenrechtspolitik der Bundesrepublik Deutschland: Grundlagen, Akteure und thematische Schwerpunkte
1. Was ist staatliche Menschenrechtspolitik?
2. Rechtliche Grundlagen staatlicher Menschenrechtspolitik in Deutschland
3. Nationale Akteure staatlicher Menschenrechtspolitik in Deutschland
4. Die Themen staatlicher Menschenrechtspolitik in Deutschland

Unterrichtspraxis
Gertrud Gandenberger/Sandra Reitz: Menschenrechtsbildung = Menschenrechte + Bildung? Überlegungen zur Menschenrechtsbildung am Beispiel der
Behandlung des Themas Recht auf Bildung

Buchbesprechungen

Forum

Gotthard Breit: Ein Neuanfang, der Unterstützung verdient. Anmerkungen zu dem Kompetenzmodell der Autorengruppe Georg Weißeno, Joachim Detjen, Ingo Juchler, Peter Massing, Dagmar Richter

Uwe Andersen: Wahlanalyse: Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen 2010

Das aktuelle Thema

Gotthard Breit: Regierungsbildung im Fünf-Parteien-System

Zu den Autoren

Dr. Uwe Andersen
Emeritierter Professor für Politikwissenschaft an der Ruhr-Universität Bochum, Trakehner Weg 40, 48308 Senden

Dr. Gotthard Breit
Emeritierter Professor für Politikwissenschaft und ihre Didaktik an der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg; Gerstäckerstr. 13, 38102 Braunschweig

Gertrud Gandenberger
Studienleiterin im Internationalen Forum Burg Liebenzell e.V. - Akademie der politischen Bildung und internationalen Jugendbegegnung. Burg Liebenzell 1, 75378 Bad Liebenzell

PD Dr. Michael Haspel
lehrt Systematische Theologie mit Schwerpunkt Sozialethik an der Friedrich-Schiller-Universität Jena; Direktor der Evangelischen Akademie Thüringen in Neudietendorf bei Erfurt; Zinzendorfhaus, 99192 Neudietendorf

Dr. phil. habil. Wolfgang S. Heinz
Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Deutschen Institut für Menschenrechte, Privatdozent für Politische Wissenschaft an der Freien Universität Berlin, Mitglied des Europäischen Ausschusses zur Verhütung der Folter (CPT; Europarat)

Sabrina Keit
Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Georg-Eckert-Institut für internationale Schulbuchforschung in Braunschweig, Celler Str. 3, 38114 Braunschweig

Dr. Michael Krennerich
ist Vorsitzender des Nürnberger Menschenrechtszentrums und arbeitet am Lehrstuhl für Menschenrechte und Menschenrechtspolitik der Universität Erlangen-Nürnberg, Bismarckstr. 1, 91054 Erlangen

Dr. Georg Lohmann
ist Professor für Praktische Philosophie an der Otto-von-Guericke Universität Magdeburg und Mitglied der dortigen "Arbeitsstelle Menschenrechte". Zschokkestr. 32, Gebäude 40, 39104 Magdeburg

Sandra Reitz
Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Politikwissenschaft der Goethe-Universität Frankfurt am Main. Robert-Mayer-Str. 1, 60054 Frankfurt am Main

Dr. Johannes Varwick
Professor für Politikwissenschaft an der Friedrich-Alexander Universität Erlangen-Nürnberg. Fechnerstr. 18, 10717 Berlin