Katalogservice

Telefonische Beratung & Bestellung:  069-788077222

Menschenrechte und Migration

Menschenrechte und Migration

Über das Buch

Ihrem normativen Anspruch nach sind Menschenrechte universal gültig, d. h. sie sollen für alle Menschen gelten – überall und jederzeit. Die traurige Realität jedoch sieht anders aus. Trotz aller Fortschritte, die seit der Verabschiedung der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte durch die Generalversammlung der Vereinten Nationen am 10. Dezember 1948 weltweit erzielt wurden, ist es um die globale Verwirklichung des universalen Geltungsanspruchs der Menschenrechte immer noch schlecht bestellt. Millionen von Menschen auf der ganzen Welt wird der effektive Schutz ihrer Menschenrechte nach wie vor ganz oder teilweise verwehrt.

Besonders schwierig ist die Situation für diejenigen, die aufgrund ihrer prekären, von Gewalt, Armut, Krankheit, Alter oder Verfolgung geprägten Lebensumstände in erster Linie auf den Schutz ihrer Menschenrechte angewiesen wären. Denn gerade ihnen bleibt dieser Schutz am häufigsten versagt. Die von den Vereinten Nationen und anderen internationalen Organisationen regelmäßig veröffentlichten Zahlen lassen daran keinen Zweifel: Demnach leben etwa 1,4 Milliarden Menschen weltweit in extremer Armut, was bedeutet, dass sie mit weniger als 1,25 US-Dollar pro Tag auskommen müssen; über 1 Milliarde Menschen sind von Hunger betroffen; rund 700 Millionen Menschen haben keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser. Die Liste ließe sich fortsetzen.

Angesichts dieser dramatischen, für die Betroffenen lebensbedrohlichen Umstände kann es nicht verwundern, dass sich jeden Tag aufs Neue Zehntausende von Menschen auf den Weg machen, um woanders eine bessere oder auch nur eine weniger schlimme Zukunft zu finden. Die meisten verlassen nicht freiwillig ihre Heimat, sondern erzwungenermaßen, weil sie aufgrund widriger Umstände für sich und ihre Familien keine Perspektive mehr sehen – ein Umstand, den Politiker, die in populistischer Weise von „Sozialtourismus“ sprechen, geflissentlich verschweigen. Ohnehin endet der Weg für die allermeisten Migrantinnen und Migranten nicht jenseits, sondern diesseits der Grenzen ihres Heimatlandes, weil ihnen die nötigen Ressourcen und Möglichkeiten für eine Ausreise fehlen. Sofern ihre Schicksale Eingang in die offiziellen Statistiken der Vereinten Nationen und anderer internationaler Organisationen finden, tun sie das unter dem Begriff der „Binnenmigration“. Anderen wiederum gelingt es, die für einen – legalen oder illegalen – Grenzübertritt notwendigen Mittel aufzubringen. Von dem Augenblick an, in dem sie das Territorium eines anderen Staates betreten, firmieren sie offiziell als Migrantinnen und Migranten. Sie sind es, um die es im Themenschwerpunkt des vorliegenden Heftes gehen soll.

Inhaltsübersicht

Menschenrechte und Migration

Andreas Cassee und Anna Goppel:
Menschenrechte und Migration

Michael Blake:
Migration as Right and as Remedy

Jan Brezger:
Zur Verteidigung des Menschenrechts auf internationale Bewegungsfreiheit. Eine Antwort auf Michael Blake

David Owen:
Human Rights, Refugees and Freedom of Movement

Rainer Bauböck:
Demokratische Grenzen als Membranen

Petra Bendel:
Ein Raum der Freiheit, der Sicherheit und der Menschenrechte?
Zugang zum Territorium und zu einem fairen Asylverfahren in der Europäischen Union

Hintergrund

Ulrike Krause:
Zwischen Historie und Aktualität.
Kritische Betrachtung des Abkommens über die Rechtsstellung der Flüchtlinge (1951) mit Beachtung des Protokolls (1967)

Antje Weber:
25 Jahre UN-Kinderrechtskonvention – Bilanz und Ausblick

Forum

Elvira Niesner:
Armutsprostitution – eine gesellschaftliche Herausforderung

Tour d'Horizon

Michael Krennerich:
Wie lange grüßt das Murmeltier?
Deutscher Prüfbedarf und das Beschwerdeverfahren für den Internationalen Pakt über wirtschaftliche, soziale und kulturelle Rechte

Zu den Autoren

Rainer Bauböck
ist Professor für Soziale und Politische Theorie am Europäischen Hochschulinstitut in Florenz und leitet gemeinsam mit Jo Shaw und Maarten Vink das Europäische Beobachtungszentrum für Staatsbürgerschaftsfragen.

Petra Bendel
ist Professorin für Politische Wissenschaft und Geschäftsführerin des Zentralinstituts für Regionenforschung an der Universität Erlangen-Nürnberg.

Michael Blake
ist Professor of Philosophy and Public Affairs an der University of Washington.

Jan Brezger
ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Otto-Suhr-Institut für Politikwissenschaft der Freien Universität Berlin.

Andreas Cassee
ist Mitglied des Ethik-Zentrums der Universität Zürich.

Anna Goppel
ist Oberassistentin am Ethik-Zentrum der Universität Zürich.

Ulrike Krause,
promovierte Politikwissenschaftlerin, arbeitet als wissenschaftliche Mitarbeiterin am Zentrum für Konfliktforschung der Universität Marburg.

Michael Krennerich
ist Privatdozent am Lehrstuhl für Menschenrechte und Menschenrechtspolitik der Universität Erlangen-Nürnberg und Vorsitzender des Nürnberger Menschenrechtszentrums.

Elvira Niesner
ist Leiterin des Beratungs- und Informationszentrums für Migrantinnen „FIM – Frauenrecht ist Menschenrecht e. V.“, Frankfurt/M.

David Owen
ist Professor of Social and Political Philosophy an der University of Southampton.

Antje Weber
arbeitet als Referentin für Advocay im Referat Bildungs- und Öffentlichkeitsarbeit der Kindernothilfe e. V.

Sie könnten auch an folgenden Artikeln interessiert sein