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Neue Wege in der Umweltpolitik

Bestellnummer: 654
Autoren/Hrsg.: Uwe Andersen (Hrsg.)
Erscheinungsjahr: 1998
Auflage: 1
Seitenzahl: 160
ISBN: 978-3-87920-654-4
Reihe: politische bildung
Format: Broschur

Verfügbarkeit: lieferbar

14,00 €
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Neue Wege in der Umweltpolitik

Über das Buch

Auch diese Ausgabe unserer Fachzeitschrift „Politische Bildung“ bietet wider ein praxisorientiertes Unterrichtsmodell. Es widmet sich dem Konflikt zwischen Ökonomie und Ökologie. Neben den didaktischen Überlegungen zur Unterrichtseinheit „Die Vertiefung der Elbe im Streit zwischen Ökonomie und Ökologie“ findet sich auch wieder eine Materialsammlung zur Ergänzung und Anpassung des Themas an den eigenen Unterricht. Lesen Sie im Folgenden die komplette Inhaltsangaben zu den Texten. Eine Übersicht zum Gesamtinhalt finden Sie weiter unten in der Rubrik „Inhaltsübersicht“.

Abstracts /Inhaltsangabe

Christian Bode: Die US-amerikanische Umweltpolitik. Deregulation und Ökonomisierung am Beispiel der Luftreinhaltung
Die amerikanische Umweltpolitik wird von unterschiedlichster Seite als vorbildlich dargestellt. So ging z. B. die Einführung des Katalysators für PKW ganz wesentlich von den USA aus und wurde zum weltweiten Standard. Im vorliegenden Aufsatz soll insbesondere die amerikanische Luftreinhaltepolitik auf ihren eventuellen Vorbildcharakter hin befragt werden. Dabei wird deutlich, daß die US-Umweltpolitik unter die Räder der amerikanischen Standortdebatte gerät. Bürokratismus und mangelnde Finanzierung der Umweltpolitik seitens des Bundes sind Ergebnisse der Reagenschen Staatsabstinenz, die bis heute zu einem Stillstand der Umweltpolitik geführt und die USA zum größten Hemmschuh internationaler Umweltabkommen gemacht hat.

Joachim Detjen: Die Vertiefung der Elbe im Streit zwischen Ökonomie und Ökologie (S. 95-119)
Seit bald 10 Jahren bildet die Vertiefung der Elbe zwischen Hamburg und Cuxhaven den Gegenstand heftiger politischer Kontroversen. Das Vorhaben veranschaulicht zugleich die Spannung zwischen Ökonomie und Ökologie. Das Ende dieses Konfliktes ist noch nicht abzusehen. Zwar ist das Thema nach Abschluß der rot-grünen Koalition in Hamburg im Herbst 1997 (vorläufig) von der politischen Agenda verschwunden - die Grüne Alternative Liste hatte bei den Verhandlungen ihre radikal ablehnende Haltung aufgegeben, um in die Regierung zu gelangen -, aber über den Klageweg können von der Baumaßnahme Betroffene das Projekt zumindest noch beeinträchtigen. Die vorgestellte Unterrichtseinheit ist eine Fall- oder Politikanalyse, die dem didaktischen Konzept des Politikzyklus folgt. Sie ermöglicht Einblicke in einen besonderen Bereich des Umweltrechts sowie in die Kompliziertheit eines rechtsstaatlich geordneten Entscheidungs- und Implementationsprozesses.

Gerald Fricke: Wer rettet nun die Umwelt? Neue Akteure in der Umweltpolitik - ein kurzer Blick in neuere Veröffentlicheungen
Ist eine zukunftsfähige Entwicklung möglich, die gleichermaßen den ökonomischen, ökologischen und sozialen Zielen gerecht wird? Diese Frage steht implizit im Mittelpunkt einer breiten Debatte um die „Nachhaltige Entwicklung".
Welche Chancen besitzen neue Akteure in der Umweltpolitik, wie können staatlich-gesellschaftliche Verhandlungssysteme und Kooperationsformen erfolgreich wirken? Als ein analytisches Konzept und gleichzeitig mögliches Handlungsmuster gelten neuartige transnationale umweltpolitische Netzwerke und Regime im Rahmen eines „Global Governance".
Diese beiden Debatten solllen anhand der angeführten neueren Veröffentlichungen kurz dargestellt und diskutiert werden.

Martin Jänicke: Umweltpolitik: Vom reaktiven zum strategischen Ansatz
Umweltpolitik als Summe aller öffentlichen Maßnahmen zur Begrenzung, Reduzierung oder Vermeidung ökologisch negativer Produktionseffekte des Industrialismus hat sich Anfang der siebziger Jahre in den Industrieländern als neues Politikfeld (Ressort) etabliert. Dieses Ressort ist ein Novum, das in den Industrieländern im Laufe der siebziger Jahre institutionelle Gestalt annimmt. Die politische Innovation bestand nicht nur in der Ausdifferenzierung eines neuen, einheitlichen Politikfeldes - verbunden mit der Wortschöpfung „Umwelt", „Environment" -, es bestand oft auch in der Zentralisierung bereits bestehender Staatstätigkeiten in diesem Bereich. Die neuere Umweltpolitik vollzieht sich im Zeichen von Globalisierungsprozessen. Sie impliziert eine gewisse Dezentralisierung wie auch „Vergesellschaftung" durch Einbeziehung eines breiten Spektrums gesellschaftlicher Akteure. Sie ist zugleich das Produkt globaler Lernprozesse auf dem Gebiet dieses Politikfeldes und läuft auf einen eher strategischen Ansatz hinaus, der die bloß regierende Symptombekämpfung zu überwinden trachtet.

Helge Jörgens/Kirsten Jörgensen: Abfallpolitik in der Bundesrepublik Deutschland
Abfallpolitik ist der derzeit dynamischste Teilbereich der bundesdeutschen Umweltpolitik. Seit den 70er Jahren hat sich ein Wandel der vorherrschenden Zielsetzung vollzogen, der von der Abfallbeseitigung über das -management bis zum Einstieg in eine Kreislaufwirtschaft reicht. Damit einher gehen der Einsatz neuer Instrumente, Veränderungen der Akteurskonstellationen und ein genereller Wandel des vorherrschenden Steuerungsansatzes. Auf der kommunalen Ebene fordern immer stärkere gesetzliche Anforderungen, ein zunehmender Wettbewerb und steigender Kostendruck die öffentliche Abfallwirtschaft heraus. Das wichtigste Gestaltungsmittel ist die Planung der Abfallwirtschaft, angefangen von Maßnahmen zur Vermeidung kommunaler Abfälle bis hin zur umweltverträglichen Beseitigung.

Lutz Mez: Die Verflechtung von Umwelt- und Energiepolitik in Deutschland
Der ökologische Problemdruck hat das alte Politikfeld der Energiepolitik um den Umweltschutz angereichert. Die Verflechtung von Umwelt- und Energiepolitik ist eine staatliche Reaktion auf Umweltzerstörungen wie das Waldsterben und auf das organisierte Aufbegehren umweltbewußter Bürger in der Anti-AKW- und der Ökologiebewegung.
Eine institutionelle Antwort auf die ökologische Herausforderung gibt es in Deutschland bisher nur auf Länderebene. Gleichzeitig ist die bisher weitgehend uneingeschränkte Machtposition der Stromkonzerne in der Energiepolitikarena ins Wanken gekommen. In Zukunft werden nur Kraftwerke gebaut werden, die preiswert und flexibel genug sind, um auf den verschiedenen Strommärkten anbieten zu können. Diese Entwicklung wird durch technologische Innovationen und die Wirtschaftlichkeit kleinerer Kraft-Wärme-Kopplungs-Anlagen bedingt. Wenn neue Umweltkatastrophen die Ökologiebewegung mobilisieren, neue Allianzen entstehen oder wenn das PAS -etwa durch neue Institutionen- seine Kompetenzen erweitert, kann die Macht der EVU auch in Deutschland weiter abgebaut werden.

Klaus-Bernhard Roy. Das Spannungsverhältnis von Ökonomie und Ökologie - Strukturprobleme und Politik
Die Grenzen des bisherigen Wachstumsmodells sind zwar in der. Öffentlichkeit präsent. Eine politische Problemlösungsfähigkeit hängt aber davon ab, ob Ökologie und Ökonomie ein antagonistisches oder ein gestaltbares Verhältnis aufzuweisen haben. So werden grundsätzliche Probleme im Verhältnis von Ökonomie und Ökologie beleuchtet, die sich aus der nur bedingten Quantifizierbarkeit ökologischer Problemstellungen ergeben und umweltpolitische Steuerungspotentiale beeinflussen. Anschließend werden die Restriktionen der bisherigen Umweltpolitik aufgegriffen und mögliche Handlungsoptionen diskutiert, die auf die Grenzen nationaler und kurzfristiger Lösungen kritisch Bezug nehmen.

Hans-Jürgen Waidmann: Confluent Political Eduacation - ein Projekt zum Thema Asyl
Die politische Bildung steht vor neuen Herausforderungen. Gesellschaftliche Phänomene, wie Politikverdrossenheit und Fremdenfeindlichkeit, rücken das politische Lernen wieder in den Blickpunkt des Interesses. Gleichzeitig stagniert die politische Didaktik, indem sie ihrem Anspruch, theoretisch fundierte Grundlagen für einen effektiven politischen Unterricht zu liefern, nicht gerecht wird. Einerseits bietet sie umfassende Konzeptionen an, die in der täglichen Schulpraxis kaum zur Kenntnis genommen werden, andererseits bringt sie scheinbar praktikable Ansätze hervor, deren unzureichende theoretische Fundierung jedoch nicht akzeptabel erscheint.
Auf diesem Hintergrund soll ein Ansatz, der gestaltpädagagische Methoden einbezieht, neue Impulse geben und durch die Verbindung mit problemorientierten Konzepten einen theoretischen Bezugsrahmen für eine ganzheitliche Sichtweise politischer Lehr-/Lernprozesse schaffen.

Reinhard Wesel: Symbolische Umweltpolitik
Die Entgegensetzung von realer und symbolischer Politik erweist sich im Falle der Umweltpolitik als irreführend, weil sie die vielfältige Verflechtung „realpolitischen" und „symbol-politischen" Handelns systematisch ausgrenzt. Die Schichten von Funktion und Wirkung symbolischer Politik sind Kognition und Ordnung, Interpretation und Expression, und schließlich darauf aufbauend politische Funktion und Instrumentalisierung. Den politisch Handelnden bietet sie so ein reichhaltiges Instrumentarium zur Problemdefinition und -konzipierung („Findung"), Problemverarbeitung und -kommunikation („Ausdruck`) sowie zur Problembewältigung und -verschiebung („Heilung`) für den Fall, daß Problemlösung nicht möglich oder unerwünscht ist. Dem Publikum ermöglicht die Symbolik auch in verwirrenden Problemlagen, Orientierungs- und Sinnbedürfnisse zu befriedigen. International wie national hat symbolische Umweltpolitik einen Doppelcharakter: problemverschiebende Ablenkung, Verschleierung politischer Absichten und Möglichkeiten, Sinn und Zuversicht stiftende und insofern heilsame Ersatzhandlungen einer-seits, andererseits aber Schaffung von Wissen und Legitimität, Mobilisierung und Unterstützung. Gegen Entpolitisierung und Problemverschiebung helfen nur die Vermittlung von kommunikativer Kompetenz zum kritischen „Lesen" politischer Symbolik und sachliche Aufklärung.

http://www.zeitschriftpolitischebildung.de/

Inhaltsübersicht

Schwerpunktthema
Neue Wege in der Umweltpolitik
Gotthard Breit: Neue Wege in der Umweltpolitik – eine Einführung

Martin Jänicke: Umweltpolitik: Vom reaktiven zum strategischen Ansatz
1. Einleitung
2. Die Politikwissenschaft im Konzert der Umweltwissenschaften
3. Prinzipien, Stufen und Strategien der Umweltpolitik
4. Präventive Umweltpolitik als Strategie nachhaltiger Entwicklung
5. Ökologische Modernisierung
6. Ökologischer Strukturwandel
7. Umweltinnovation als Strategie
8. Nationale Umweltplanung
9. Umweltinnovationen durch Pionierländer: Beispiele
10. Globalisierung von Umweltpolitik

Lutz Mez: Die Verflechtung von Umwelt- und Energiepolitik in Deutschland
1. Einleitung: Was ist Energiepolitik?
2. Muster und Optionen der Energiepolitik
3. Zur Analyse von Energiepolitik
4. Die Machtstruktur in der deutschen Energiepolitik
5. Die Akteure in der Energiepolitik-Arena
6. Die Kontroverse um die zukünftige Energiepolitik in Deutschland –
ist ein Energiekonsens möglich?
7. Zusammenfassung

Helge Jörgens/Kirsten Jörgensen:
Abfallpolitik in der Bundesrepublik Deutschland
1. Einleitung
2. Rechtliche Rahmenbedingungen der deutschen Abfallpolitik
3. Akteure der Abfallpolitik
4. Öffentliches Abfallmanagement
5. Betriebliches Abfallmanagement
6. Fazit

Klaus-Bernhard Roy: Das Spannungsverhältnis von
Ökonomie und Ökologie – Strukturprobleme und Politik
1. Einleitung
2. Strukturprobleme im Verhältnis von Ökonomie und Ökologie
3. Politik und Ökologie
4. Perspektiven im Politikdilemma: Handlungsoptionen zwischen traditioneller

Politik und ökologischer Langfristigkeit
Christian Bode: Die US-amerikanische Umweltpolitik
1. Einleitung
2. Umweltpolitik in den USA
3. Clean Air Policy in den USA – die 70er Jahre
4. Clean Air Policy unter Reagan
5. Die Reform des CAA
6. Die Luftreinhaltepolitik der Bundesstaaten am Beispiel Kaliforniens
7. Fazit

Reinhard Wesel: Symbolische Umweltpolitik
1. „Umweltpolitik“: Problem-Ermittlung und Politik-Vermittlung
2. Zum Konzept „Symbolische Politik“
3. Findungs-Dimension: Problemkonzipierung – Kognition und Ordnung
4. Ausdrucks-Dimension: Problemkommunikation – Interpretation und Expression
5. „Heilungs“-Dimension: Problembewältigung – politische Funktionalisierung
und Instrumentalisierung
6. Fazit

Unterrichtsmodell
Joachim Detjen: Die Vertiefung der Elbe im Streit zwischen
Ökonomie und Ökologie 95
1. Didaktische Vorüberlegungen
2. Sachanalyse
3. Didaktische Analyse
4. Planung des Unterrichtsverlaufs
Materialien zur Unterrichtseinheit
Zusammengestellt von Joachim Detjen
Buchbesprechungen
Rezension zum Themenschwerpunkt
MICHAEl BAX: Umweltbildung im Gemeinwesen -eine empirische Studie am Beispiel des
Greenteams der Brinker Hauptschule (von Gotthard Breit)
Rezensionen fachdidaktischer Titel
HARTMUT VON HENTIG: Kreativität. Hohe Erwartungen an einen schwachen Begriff (von Karin Kroll)
PETER MASSING/GEORG WEIß END (HRSG.):
Politische Urteilsbildung Zentrale Aufgabe für den Politikunlerrichl (von Joachim Detjen)
MECHTHILD VON LUTZAU (HRSG.): Frauenkreativität Macht Schule. XI. Bundeskongreß Frauen und Schule.
Dokumentation (von Karin Kroll)

Allgemeiner Teil
Literaturbericht
Gerald Fricke:
Wer rettet nun die Umwelt? Neue Akteure in der Umweltpolitik -
ein kurzer Blick in neuere Veröffentlichungen

Neuere Literatur
zu Politikwissenschaft und politischer Bildung

Forum
Hans-Jürgen Waidmann:
Confluent Political Education -die Weiterentwicklung gestalt-
pädagogischerAnsätze zu einer integrativen Konzeption politischer Bildung
Kurzübersichten
Abstracts
Autoren

Zu den Autoren

Christian Bode, M.A.
Wissenschaftlicher Mitarbeiter
am Institut für Politikwissenschaft
Universität Magdeburg, Postfach 4120,
39016 Magdeburg

Dr. Joachim Detjen
Professor {Lehrstuhl für Politik-
wissenschaft III, Politische Bildung)
Katholische Universität Eichstätt,
Universitätsallee 1, 85072 Eichstätt

Gerald Fricke, M.A.
Politikwissenschaftler und freier Autor
Technische Universität Braunschweig

Dr. Martin Jänicke
Professor für Vergleichende
Politikwissenschaft
Leiter der Forschungsstelle
für Umweltpolitik
Fachbereich Politische Wissenschaft
Freie Universität Berlin,
Ihnestr. 22, 14195 Berlin

Helge Jörgens, Dipl.-Pol.
Wissenschaftlicher Mitarbeiter in
der Forschungsstelle für Umweltpolitik
Fachbereich Politische Wissenschaft
Freie Universität Berlin,
Ihnestr. 22, 14195 Berlin


Dr. Kirsten Jörgensen
Organisatorin des Wahlfachs
Umweltmanagement in der
Forschungsstelle für Umweltpolitik
Fachbereich politische Wissenschaft
Freie Universität Berlin,
Ihnesstr. 22, 14195 Berlin

Dr. Lutz Mez
Forschungstelle Für Umweltpolitik
Fachbereich für Politische Wissenschaft
Freie Universität Berlin,
Ihnesstr. 22, 14195 Berlin

Dr. Klaus-Bernhard Roy
Wissenschaftlicher Mitarbeiter
am Institut für Politikwissenschaft
Universität Magdeburg, Postfach 4120,
39106 Magdeburg

Dr. Hans – Jürgen Waidmann
Dozent am Pädagogischen
Fachseminar Karlsruhe
Lehrer an der Bolandschule
GHS- Werkrealschule Waghäusel 2

Reinhard Wesel, M.A.
Geschwister-Scholl-Institut für
Politische Wissenschaft
Universität München, Oettingerstr. 67,
80538 München