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Ortswechsel

Neue Lernorte in der politischen Bildung

Bestellnummer: ku1-08
Erscheinungsjahr: 2008
Seitenzahl: 104
ISBN: ku1-08
Reihe: kursiv - Journal für politische Bildung
Format: Broschur

Verfügbarkeit: lieferbar

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Ortswechsel

Über das Buch

Ein geflügeltes Wort aus der Pädagogik sagt, dass neben dem Lehrer und den anderen Mit-lernenden der Raum der dritte Pädagoge sei. Die Diskussion in der konstruktivistischen Didaktik um die Bedeutung der „Lernumgebung“ für erfolgreiches Lernen hat diese Sicht bestätigt. Nun gilt dieser hohe Stellenwert des Lernortes zwar für jedes Fachgebiet. Für die politische Bildung aber gibt es mindestens zwei Gründe, der Frage nach dem geeigneten Lernort besondere Aufmerksamkeit zu widmen: Zum einen ist Politik als Gegenstand zunächst einmal eine abstrakte und wenig anschauliche Angelegenheit. Dies wirft die Frage auf, ob nicht auch Wahl und Gestaltung von Lernorten den Zugang zu diesem Gegenstand erleichtern können. Zum anderen ist Politik kein abgegrenzter Bezirk der Wirklichkeit, der von anderen Lebensbereichen immer klar zu unterscheiden wäre; Politik wirkt in viele Bereiche des alltäglichen Lebens hinein und ihren Spuren kann an sehr vielfältigen Orten nachgegangen werden. Das gehört zu den Aspekten des fachlichen Profils politischer Bildung, die das Fach für seine Adressaten besonders interessant machen können.Die Beiträge im Schwerpunkt dieses Heftes befassen sich mit solchen Suchen nach neuen Lernorten. Teilweise ist dies in einem wörtlichen, ganz konkreten Sinn zu verstehen, so wenn der Berliner Untergrund für die politische Bildung entdeckt wird. Teilweise ist der Begriff „Lernort“ aber auch weiter gefasst, so beispielsweise wenn nach der möglichen Bedeutung von Jugendszenen für politische Bil-dung gefragt wird. Weiterhin befassen sich die Beiträge dieses Heftes sowohl mit Lernorten im räumlichen Nahbereich – wie der Schule oder der Straße – als auch mit dem Reisen an weit entfernte Lernorte. Auch wenn dies nur Beispiele für Lern-orte außerhalb des üblichen Klassen- und Seminarraums sind, repräsentieren sie doch die Vielfalt einer innovativen, adressatenorientierten politischen Bildung.
Mit dem Verhältnis schulischen und außerschulischen Lernens zueinander befasst sich am Beispiel von Gedenkstätten aus empirischer Sicht der erste Beitrag im Forum. Hier zeigen sich deutlich unterschiedliche Profile beider Bereiche politischer Bildung, aber auch charakte-ristische Schwächen besonders der außerschuli-schen Bildung in Gedenkstätten und die Notwendigkeit einer sinnvollen Verknüpfung, um die Chancen, die beide Bereiche bieten, für die politische Bildung zu nutzen. Der zweite Forumsbeitrag bilanziert die Diskussion um interkulturelles Lernen und macht kritische Anmerkungen zum Kulturverständnis in der „interkulturellen Pädagogik“.
http://www.kursiv-journal.de/

Inhaltsübersicht

Editorial
Szene

Schwerpunkt: Ortswechsel. Neue Lernorte in der politischen Bildung
Ronald Hitzler, Michaela Pfadenhauer: Lernen in Szenen Über die ,andere‘ Jugendbildung
Ulrich Deinet: Neue Lernorte durch die sozialräumliche Öffnung von Schule und Jugendarbeit.
Niko Rollmann: Wir gehen unter die Erde! Unterirdische Architektur in der Erwachsenenbildung
Dorothea Höck: „Ich sehe mein Leben jetzt anders!”
Beate Schmidt-Behlau: Europa auf der Straße Europa – mit Methode
Helmolt Rademacher Impulse für die Demokratieerziehung
Titus Möllenbeck Lokal denken – Global lernen Politische Bildung auf neuen Wegen?

Forum
Wolfgang Meseth: Schulisches und außerschulisches Lernen im Vergleich. Eine empirische Untersuchung über die Vermittlung der Geschichte des Nationalsozialismus im Unterricht, in außerschulischen Bildungseinrichtungen und in Gedenkstätten
Wolfgang Sander: Perspektiven interkulturellen Lernens – kritische Anfragen aus der Sicht der Politikdidaktik

Services Fachliteratur
... und außerdem

Zu den Autoren

Dr. Ulrich Deinet ist Dipl.-Pädagoge und hat eine Professur für Didaktik/Methodik der Sozialpädagogik an der Fachhochschule Düsseldorf, davor war er elf Jahre Referent für Jugendarbeit beim Landesjugendamt Westfalen-Lippe in Münster

Dr. Ronald Hitzler ist Professor am Lehrstuhl für Allgemeine Soziologie, Fachbereich ‚Erziehungs-wissenschaft und Soziologie‘ an der Fakultät ‚Wirtschafts- und Sozialwissenschaften‘ der Universität Dortmund

Dorothea Höck ist Studienleiterin für politische Bildung an der Evangelischen Akademie Thüringen

Dr. Wolfgang Meseth ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Allgemeine Erziehungswissenschaft am Fachbereich Erziehungswissenschaften der Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt/M

Titus Möllenbeck, Dipl.-Päd, Dipl.-Theol., ist Referent für politische Bildung und stellv. Direktor im Haus am Maiberg

Dr. Michaela Pfadenhauer ist Professorin am Lehrstuhl für Soziologie – unter besonderer Berücksichtigung des Kompetenzerwerbs an der Geistes- und Sozialwis-senschaftlichen Fakultät der Universität Karlsruhe (TH)

Helmolt Rademacher ist hessischer Projektleiter für Mediation und Partizipation im BLK-Programm „Demokratie lernen und leben“ und Mitglied im Leitungsteam der Fachgruppe „Mediation in Erziehung und Bildung“ im Bundesverband Mediation e.V.

Niko Rollmann ist seit 2001 in der politischen Erwachsenenbildung und Touristik tätig und 1. Vorsitzender des Vereins „unter-berlin“

Dr. Wolfgang Sander ist Professor für Didaktik der Gesellschaftswissenschaften an der Justus-Liebig-Universität Gießen

Dr. Beate Schmidt-Behlau ist Referentin des dvv international mit den Arbeitsbereichen Europäische Projekte, interkulturelles Lernen, europapolitische Bildungsarbeit