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Politische Bildung und soziale Deutungsmuster zum Nahostkonflikt

Bestellnummer: 40532 (Buch) / 40533 (PDF)
Autoren/Hrsg.: Mirko Niehoff
Erscheinungsjahr: 2017
Seitenzahl: 276 Seiten
ISBN: 978-3-7344-0532-7 (Print) / 978-3-7344-0533-4 (PDF)
Reihe: Wochenschau Academy
Neuheiten: Neuerscheinung

Verfügbarkeit: lieferbar

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Politische Bildung und  soziale Deutungsmuster zum Nahostkonflikt

Über das Buch

Der Nahostkonflikt ist ein hochkomplexes und kontrovers diskutiertes sowie von Befindlichkeiten, Emotionen und Projektionen überprägtes politisches Problem. Als Gegenstand der politischen Bildung ist der Konflikt daher so bedeutsam wie herausfordernd.

Im Rahmen dieses Buches werden der Praxis politischer Bildung in der Demokratie normativ-theoretische Grundlagenbegriffe sowie exemplarische Erkenntnisse über gängige problembezogene Deutungsmuster und Kontroversen an die Hand gegeben.

Die Analyse und Beschreibung typischer problembezogen-handlungsrelevanter sozialer Deutungsmuster unter Jugendlichen und jungen Erwachsenen mit türkischem oder palästinensischem Familienhintergrund nimmt dabei einen besonderen Raum ein. Schließlich bietet dieses Buch darauf abgestimmte Handlungsempfehlungen an.

Inhaltsübersicht

1 Einleitung
1.1 Problemaufriss: Der Nahostkonflikt als komplexer und verunsichernder Gegenstand politischer Bildung
1.2 Zielstellungen und Aufbau der Arbeit
 
2 Zentrale Arbeitsbegriffe politischer Bildung
2.1 Mensch, Demokratie und das Politische
2.1.1 Der Mensch als ein zur Mündigkeit fähiges, aber sozial geprägtes Wesen
2.1.2 Die Demokratie als freiheitliche Mitwirkungsdemokratie der gleichwertigen Mündigen
2.1.3 Das Politische als freiheitlicher und partizipativer Raum kontroverser Deutungs-, Aushandlungs-, Entscheidungs- und Beurteilungsprozesse .
2.1.4 Problematisierung der Arbeitskonzepte 
2.2 Politische Urteilskraft
2.2.1 Vorüberlegungen: Politische Bildung als Erziehung zu politischer Mündigkeit durch Förderung politischer Urteilskraft
2.2.2 Ideengeschichtliche Grundlage politischer Urteilskraft: Immanuel Kants sensus communis
2.2.3 Reflektierende Urteilskraft als Verfahrensweise politischen Urteilens
2.2.4 Repräsentatives Denken: Die Figur des unparteiischen Betrachters entgrenzter politischer Probleme .
2.2.5 Zur Bedeutung nicht bloß vorgestellter problembezogener Perspektivvielfalt
2.3 Wissen
2.3.1 Vorüberlegungen: (Konzeptuelles) Wissen als ein zentraler Gegenstand politischer Bildung 
2.3.2 Wirklichkeit und Wissen als soziale Phänomene 
2.3.3 Zum Erkenntnisstatus und zur Geltung politischen Wissens in der politischen Bildung 
2.4 Soziale Deutungsmuster
2.4.1 Vorüberlegungen: Zur Bedeutung von Ausgangswissensbeständen im Rahmen politischer Bildung .
2.4.2 Soziale Deutungsmuster: Eine Begriffsgrundlage nach Ulrich Oevermann 
2.4.3 Ein Arbeitsbegriff sozialer Deutungsmuster .
2.4.4 Konsequenz: Analysen problembezogener sozialer Deutungsmuster als Bestandteil politikdidaktischer Theoriebildung
 
3 Der Nahostkonflikt: Ein kontroverser und überprägter politischer Deutungsgegenstand
3.1 Der Nahostkonflikt als politischer Deutungsgegenstand – eine exemplarische Darstellung zentraler Kontroversen 
3.1.1 Kontroverse A: Zionistische Territorialisierung .
3.1.2 Kontroverse B: Kompromissbereitschaft der lokalen Konfliktakteure
3.1.3 Kontroverse C: Israelische Konfliktpolitik
3.1.4 Kontroverse D: Antizionistischer Antisemitismus
3.1.5 Kontroverse E: Konfliktfaktor Religion .
3.1.6 Kontroverse F: Machtverhältnisse in einem globalisierten Konflikt .
3.2 Überprägte Deutungen und Positionierungen in Deutschland  2
3.2.1 Vorbemerkungen zu den Wahrnehmungen der Konfliktakteure in Deutschland 2
3.2.2 Erinnerungspolitisch überformte Deutungen und Positionierungen  3
3.2.3 Ideologisierte Deutungen und Positionierungen  5
3.2.4 „(Junge) Muslime“, der Nahostkonflikt und Antisemitismus
 
4 Handlungsrelevante soziale Deutungsmuster im Sprechen über den Nahostkonflikt und seine Thematisierung in Deutschland
4.1 Forschungsrahmen und Forschungsmethodik
4.1.1 Vorannahmen zur Rekonstruktion sozialer Deutungsmuster
4.1.2 Das diskursive Interview als leitende Forschungsmethodik
4.1.3 Begründung der Beschränkung des Untersuchungssamples auf Jugendliche mit türkischem oder palästinensischem Familienhintergrund
4.1.4 Forschungsfragen, Interviewführung und Leitfadenstruktur
4.1.5 Auswertungsverfahren und Erkenntnisgrenzen
4.1.6 Der Nahostkonflikt im Forschungszeitraum: Anmerkungen in Eckpunkten 1
4.2 Soziale Deutungsmuster und Deutungsdimensionen 4
4.2.1 Verantwortliche und mächtige politische Eliten vs unschuldige und machtlose Völker
4.2.2 Verantwortliche und überlegene israelische politische Elite vsunschuldige sowie macht- und rechtlose Palästinenser
4.2.3 Recht gegen Recht in einem Konflikt um Land
4.2.4 Palästina gehört(e) den Palästinensern
4.2.5 Israel als Staat und Schutzraum der Juden
4.2.6 Israel als Verbrecherstaat
4.2.7 Palästinenser als Mitverantwortliche für Gewalt und Leid
4.2.8 Der Nahostkonflikt als jüdisch-muslimischer Konflikt im Heiligen Land
4.2.9 (Historisch begründete) Bevorteilung Israels durch den „Westen“ und die USA
4.2.10 (Historisch begründete) Bevorteilung Israels in Deutschland
4.2.11 Muslime als Unterstützer der Palästinenser als Muslime
4.2.12 Islam- und muslimfeindlich begründete Positionierungen gegen die Palästinenser
4.3 Zentrale Erkenntnisse
4.3.1 Vergleichsgruppenübergreifende Deutungsmustervielfalt von verallgemeinerbarer Geltung
4.3.2 Deuten in Widersprüchen
4.3.3 Israelkritische Deutungstendenz und dominierende Wahrnehmungen einer Bevorteilung Israels
4.3.4 Reproduktionen von Deutungsmustern des israelbezogenen Antisemitismus, aber eher kein umfassendes und widerspruchsfreies antisemitisches Weltbild 
4.3.5 Der Nahostkonflikt als Anlass für Solidarisierungen mit Muslimen als eine globale Glaubens- und stigmatisierte Schicksalsgemeinschaft
 
5 Konklusionen und Konsequenzen: Anregungen für eine politische Bildung – zum Nahostkonflikt
5.1 Grundlegende Anregungen für eine politische Bildung in der Demokratie
5.1.1 Politische Bildung als Position beziehende Praxis und als Kritik des Politischen
5.1.2 Politische Bildung als Förderung politischer Urteilskraft durch Berücksichtigung von Perspektivenvielfalt und Kontroversität
5.1.3 Politische Bildung als Förderung von Einsichten in die Relativität von Eindeutigkeit
5.1.4 Politische Bildung als Förderung von Ambiguitätstoleranz
5.1.5 Politische Bildung als rassismuskritische und nicht-kulturalisierende Praxis
5.2 Ergänzende Anregungen im Sinne einer an Deutungsmustern ansetzenden politischen Bildung zum Nahostkonflikt
5.2.1 Vorüberlegungen: Der Nahostkonflikt als bedeutsamer Gegenstand politischer Bildung
5.2.2 Politische Bildung zum Nahostkonflikt als Ermöglichung repräsentationsfähiger Urteile
5.2.3 Soziale Deutungsmuster als Bearbeitungs- und Reflexionsgegenstände
5.2.4 Politische Bildung zum Nahostkonflikt als Kritik sozialer Deutungsmuster
 
6 Nachworte
6.1 Ein Plädoyer für die politische Bildung
6.2 Ausblick im Sinne einer bedeutsamen und erfahrungsorientierten politischen Bildung
6.3 Danksagung
7 Abkürzungsverzeichnis
8 Literaturverzeichnis
9 Abbildungsverzeichnis

Zu den Autoren

Mirko Niehoff ist Projektleiter und politischer Bildner in der „KIgA e.V. Politische Bildung für die Migrationsgesellschaft“. Von 2010 bis 2016 war er wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Arbeitsstelle Politikdidaktik und politische Bildung der Freien Universität Berlin.

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