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Politische Psychologie und politische Bildung

Politische Psychologie und politische Bildung

Über das Buch

Politische Psychologie widmet sich den komplexen Zusammenhängen von psychologischen, sozialen und politischen Prozessen. Als wissenschaftliche Disziplin beschäftigt sie sich mit dem Zusammenspiel von Individuum, subjektiven Motivationen und politisch-gesellschaftlichen Strukturen. Gerade weil sich dieser Ansatz mit den Wechselwirkungen zwischen Individuum und gesellschaftlichen Prozessen beschäftigt, liefert er der politischen Bildung Einblicke in psychologische Hintergründe sozialen und politischen Verhaltens. Der vorliegende Sammelband will den Anstoß für einen fruchtbaren Austausch zwischen Politischer Psychologie und politischer Bildung liefern. Er vereint Beiträge aus so verschiedenen Disziplinen wie der Politischen Psychologie, der (Sozial-)Psychologie, der Politikwissenschaft sowie der Theorie und Praxis der politischen Bildung.

Inhaltsübersicht

Vorwort
Rolf Frankenberger, Siegfried Frech und Daniela Grimm: Einleitung: Politische Psychologie und politische Bildung

Teil I: Grundlegungen
Leo Montada: Gerechtigkeit als Gegenstand der Politischen Psychologie
Manfred Schmitt, Anna Baumert und Wilhelm Hofmann: Person, Situation oder Interaktion? – Eine zeitlose Streitfrage
Hans-Werner Bierhoff: Der Einfluss von Macht auf das Handeln von Einzelpersonen und Gruppen
Helga Bilden: Das vielstimmige, heterogene Selbst. Zum Verständnis „postmoderner“ Subjektivitäten
Silvia Osswald, Dieter Frey, Tobias Greitemeyer und Peter Fischer: Erarbeitung eines Prozessmodells für Zivilcourage
Daniela Grimm: Mut zu umfassender Veränderung! Ein feministischer Zugang zu Zivilcourage

Teil II: Konzepte und Aspekte
Rolf Frankenberger: Die postmoderne Gesellschaft und ihr Charakter
Seddik Bibouche, Josef Held: Politisches Handeln in der Postmoderne
Ulrich Dovermann: Rechtsextremismus, Xenophobie und politische Bildung
Theodor Ebert: Ziviler Ungehorsam
Friedrich Schorlemmer: „Die Machtfrage ist entschieden“ – Kirchliche Opposition in der DDR
K. Peter Fritzsche: Kinder kennt eure Rechte! Kinderrechtsbildung als früher Weg zu den Menschenrechten

Teil III: Bildungsarbeit, Praxisprojekte und Evaluation
Michael Holländer: Demokratiepolitische Bildung in der Entwicklungszusammenarbeit: Bildungsmanagement als Beitrag zur Nachhaltigkeit
Peter Krahulec: „The Road Not Taken …“. „Stille Helden“ in der NS-Zeit – und was politische Bildung in demokratischer Absicht von ihnen lernen kann
Günther Gugel: Konstruktive Konfliktbearbeitung
Kurt Singer: Zivilcourage in der Schule? Nur demokratische Lehrer können demokratisch erziehen
Siegfried Frech: Gewalt und Gewaltprävention in der Schule
Andreas Hirseland, Katrin Hirseland: Praxisorientierung? Praxisorientierung! – Zur Evaluation von Zivilcourage-Trainings
Theresa Lempp: Evaluation in der Praxis: „Alltagshelden“ – ein Zivilcourage-Training mit Jugendlichen
Christina Zitzmann: „Über das Seminar hinaus!“ – Ein Qualitätsmanagement- und Selbstevaluationsmodell für die außerschulische politische Jugendbildungsarbeit
Jürgen Plieninger: Über die Veränderungen in der fachwissenschaftlichen Recherche ...

Autorinnen und Autoren

Zu den Autoren

Anna Baumert, Diplompsychologin, M.A., ist wissenschaftliche Mitarbeiterin und Doktorandin am Institut für Psychologie der Universität Koblenz-Landau. Ihre Forschungs- und Arbeitsschwerpunkte sind: Ungerechtigkeitssensiblität, Einstellungen zu Prinzipien der Verteilungsgerechtigkeit, automatische Aktivierung von Gerechtigkeitskonzepten sowie Person x Situation – Interaktion.

Seddik Bibouche, Dr., ist Lehrbeauftragter am Institut für Erziehungswissenschaft der Universität Tübingen und lehrt dort in der Abteilung Sozialpädagogik.
Hans-Werner Bierhoff, Prof. Dr., ist Professor für Sozialpsychologie an der Ruhr-Universität Bochum. Seine Forschungs- und Arbeitsschwerpunkte sind: Hilfreiches Verhalten, Fairness, „Romantische Beziehungen“, Solidarität und Vertrauen.

Helga Bilden, Prof. Dr., lehrte bis 2006 Sozialpsychologie mit dem Schwerpunkt Geschlechterforschung an der Universität München. Aktuelle Veröffentlichungen: Bilden, Helga/Dausien, Bettina (Hrsg.) (2006): Sozialisation und Geschlecht. Theoretische und methodologische Aspekte. Opladen.

Ulrich Dovermann, M.A., ist Leiter der Projektgruppe Rechtsextremismus in der Bundeszentrale für politische Bildung, Bonn.

Theodor Ebert, Prof. Dr. em., emeritierter Professor des Otto-Suhr-Instituts (OSI) der Freien Universität Berlin. Theodor Ebert war maßgeblich an der Entwicklung des Konzepts der Sozialen Verteidigung beteiligt. Von 1972 bis 1984 war er Mitglied der Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland. 1989 wurde er Gründungsvorsitzender des Bundes für Soziale Verteidigung.

Peter Fischer, PD Dr., ist wissenschaftlicher Assistent am Lehrstuhl für Sozial- und Wirtschaftspsychologie der Ludwig-Maximilians-Universität München. Seine Forschungsinteressen sind: Informationsverarbeitung bei Entscheidungen, pro- und antisoziales Verhalten sowie psychologische Erfolgsfaktoren bei Fusionen. Weiterhin forscht er im Bereich Gesundheitspsychologie und positive Psychologie.

Rolf Frankenberger, Dr., ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Politikwissenschaft der Universität Tübingen. Neben der Lehrtätigkeit am Institut beschäftigt er sich vor allem mit Politischer Theorie (Poststrukturalismus, Macht, Herrschaft) und der Empirie des postmodernen Gesellschaftswandels.

Siegfried Frech, Dipl.-Päd., ist Referent der Landeszentrale für politische Bildung Baden-Württemberg und dort für die Zeitschrift „Der Bürger im Staat“ sowie die Didaktische Buchreihe zuständig. Er hat einen Lehrauftrag (Didaktik politischer Bildung) am Institut für Politikwissenschaft der Universität Tübingen.

Dieter Frey, Prof. Dr., ist Professor für Sozial- und Wirtschaftspsychologie an der Ludwig-Maximilians-Universität in München sowie akademischer Leiter der Bayerischen Elite Akademie. Er fühlt sich der Tradition von Kurt Lewin verpflichtet, Grundlagenforschung, angewandte Forschung und Anwendung von Forschung zu verbinden. Deshalb ist der Austausch von Theorie und Praxis zentraler Gegenstand von Lehre und Forschung. Seine Arbeits- und Forschungsschwerpunkte sind: Zivilcourage, Innovation, Kreativität sowie Bedingungen für ein Center of Excellence in sozialen und kommerziellen Organisationen.

K. Peter Fritzsche, Prof. Dr., ist Inhaber des UNESCO-Lehrstuhls für Menschenrechtsbildung an der Universität Magdeburg und Mitglied des Bundesvorstandes der Deutschen Vereinigung für politische Bildung (DVPB). Seine Arbeitsschwerpunkte sind u. a.: Menschenrechte und Menschenrechtsbildung, Toleranzerziehung, didaktische Fragen der politischen Bildung.

Tobias Greitemeyer, PD Dr., ist wissenschaftlicher Oberassistent am Lehrstuhl für Sozial- und Wirtschaftspsychologie der Ludwig-Maximilians-Universität München. Seine Forschungsinteressen umfassen pro- und antisoziales Verhalten, interpersonale Attraktion, Informationsverarbeitung und Entscheidungen. Auch beschäftigt er sich seit längerem mit der positiven Psychologie.

Daniela Grimm ist Studentin der Politikwissenschaft, Geschichte und Philosophie an der Universität Tübingen. Daniela Grimm war langjährige hilfswissenschaftliche Mitarbeiterin im Zivilcourage-Projekt von Prof. Dr. Gerd Meyer.

Günther Gugel, Dipl.-Päd., ist wissenschaftlicher Mitarbeiter und Geschäftsführer des Instituts für Friedenspädagogik Tübingen e.V. Seine Arbeits- und Forschungsschwerpunkte sind: Friedens- und Konfliktforschung, Didaktik und Methodik der politischen Bildung, Konflikt- und Gewaltprävention.

Josef Held, Prof. Dr., ist Professor am Institut für Erziehungswissenschaft der Universität Tübingen. Seine Arbeits- und Forschungsschwerpunkte sind: Kritische Psychologie, Pädagogische Psychologie, Sozial- und Jugendpsychologie.

Andreas Hirseland, Dr., ist Soziologe und stellvertretender Forschungsbereichsleiter am Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung sowie wissenschaftlicher Mitarbeiter im Sonderforschungsbereich 536 „Reflexive Modernisierung“ der Universität Augsburg. Seine Arbeitsschwerpunkte sind: Soziale Ungleichheit, Arbeitsmarktforschung, Geld- und Konsumsoziologie, Paarsoziologie, Diskurstheorie und -analyse, Methoden qualitativer Sozialforschung, modernes Alltagsleben, Kommunikationstheorie, Evaluationsforschung, Evaluation in den Bereichen Arbeitsmarktpolitik, Jugendhilfe und politische Bildung.

Katrin Hirseland, M.A., ist Politikwissenschaftlerin und Referentin für Integrationsförderung am Bundesamt für Migration und Flüchtlinge. Ihre Arbeitsschwerpunkte sind: Migration und Integration, interkulturelle Kommunikation und Pädagogik, bürgerschaftliches Engagement, Evaluation im Bereich Integrationsförderung und politische Bildung.

Wilhelm Hofmann, Diplompsychologe, M.A., ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Psychologie der Universität Koblenz-Landau. Seine Forschungs- und Arbeitsschwerpunkte sind: implizite Messung von Persönlichkeit und Einstellungen, Prozesse bei der Selbstregulation, soziale Stereotype, Person x Situation – Interaktion.

Michael Holländer, Dr., studierte Politikwissenschaft und Geographie in Tübingen. Von 1998 bis 2003 promovierte und arbeitete er als Dozent am Institut für Politikwissenschaft der Universität Tübingen. Seit 2003 arbeitet er im Rahmen der bilateralen Deutsch-Indonesischen Entwicklungszusammenarbeit für eine Stiftung in Yogyakarta (Indonesien). Seine inhaltlichen Schwerpunkte liegen im Bereich demokratische Konsolidierung, Entwicklung der Zivilgesellschaft, demokratiepolitische Bildung sowie Bildungs- und Organisationsmanagement.

Peter Krahulec, Dr., ist Professor für Erziehungswissenschaften an der Hochschule Fulda im Fachbereich Sozialwesen. Seine Forschungs- und Arbeitsschwerpunkte sind: angewandte Friedenspädagogik, Gedenkstättenpädagogik und Erinnerungskultur, regionale Entwicklung und Subjektentwicklung (Zivilcourage).

Theresa Lempp, M.A., ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für regionale Innovation und Sozialforschung in Dresden. Ihre Arbeitsschwerpunkte sind: Übergänge in Arbeit bei jungen Erwachsenen, Evaluation, Regionalentwicklung.

Leo Montada, Prof. Dr. em., emeritierter Professor für Psychologie an der Universität Trier. Seine Forschungs- und Arbeitsschwerpunkte sind u.a.: Psychologie der Gerechtigkeit, Mediation in sozialen Konflikten, prosoziales Verhalten und Altruismus. Leo Montada ist Mitglied in zahlreichen akademischen Vereinigungen (u.a. Deutsche Gesellschaft für Psychologie, Deutsche Gesellschaft für Mediation, Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften).

Silvia Osswald, Dipl.-Psych., ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Lehrstuhl für Sozial- und Wirtschaftspsychologie der Ludwig-Maximilians-Universität München und promoviert zum Thema Zivilcourage. Forschungsinteressen und Arbeitsschwerpunkte sind: prosoziales Verhalten allgemein, Moral, der Bereich der positiven Psychologie sowie psychologische Einstellungen zu umweltbewusstem Verhalten. Neben ihrer wissenschaftlichen Tätigkeit führt sie als Trainerin Zivilcourageworkshops durch.

Jürgen Plieninger, Dr., ist hauptamtlich an der Bibliothek des Instituts für Politikwissenschaft der Universität Tübingen tätig. Neben seiner Rezensionstätigkeit bei einem bibliothekarischen Buchbesprechungsdienst führt er bundesweit Kurse und Online-Kurse im bibliothekarischen Bereich durch.

Manfred Schmitt, Prof. Dr., hat einen Lehrstuhl für Diagnostik und Persönlichkeitspsychologie an der Universität Koblenz-Landau. Seine Forschungs- und Arbeitsschwerpunkte sind: soziale Gerechtigkeit, soziale Emotionen, soziale Verantwortung, Hilfsbereitschaft und Solidarität, Verhaltenskonsistenz.

Friedrich Schorlemmer, Dr., ist evangelischer Theologe und Bürgerrechtler. Er war ein prominenter Anhänger der Oppositionsbewegung in der DDR. Friedrich Schorlemmer ist Mitglied der Deutschen UNESCO-Kommission und Mitglied des PEN-Zentrums der Bundesrepublik Deutschland.

Kurt Singer, Prof. Dr. em., emeritierter Professor für Pädagogische Psychologie und Pädagogik an der Universität München mit Schwerpunkt Lehrerausbildung. Kurt Singer ist zudem Psychotherapeut und Mitbegründer der Bürgerinitiative Aktion Humane Schule Bayern.

Christina Zitzmann, Diplomsozialpädagogin, ist Jugendbildungsreferentin im Caritas-Pirckheimer-Haus/Jugendakademie Nürnberg. Ihre Arbeitsschwerpunkte sind: politisch-soziale Seminare in der außerschulischen Jugendbildung und Multiplikatorenfortbildung zum Themenbereich Zivilcourage. Christina Zitzmann betreut das Projekt „Alltagshelden“.