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Politische Sozialisation

Sozialisation und Bildung, Aktions- und Lernfelder Im Rückblick: Skeptische und protestierende Generation, Extremismus – eine umstrittene Kategorie

Bestellnummer: jpb3_13
Erscheinungsjahr: 2013
Auflage: 1
Seitenzahl: 104
ISBN: jpb3_13
Reihe: Journal für politische Bildung
Format: Broschur

Verfügbarkeit: lieferbar

18,00 €
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Politische Sozialisation

Über das Buch

„Macht politische Bildung auch politisch?“ fragte 2006 die Zeitschrift Außerschulische Bildung (nr. 2) im Blick auf das Verhältnis von Bildungsarbeit und politischer Sozialisation. in der Frage klang eine gewisse Skepsis mit, die im Grunde mit dem Aufkommen der Sozialisationsforschung deutlicher artikuliert wird. Der Begriff der politischen Sozialisation ist ja, wie das „Handlexikon zur Politikwissenschaft“ von Wolf gang Mickel schreibt, „auf alle soziokulturell beeinflußten Lernprozesse bezogen, in
denen sich politische orientierungen, also Kenntnisse von politischen Vorgängen, Institutionen, Organisationen und deren Repräsentanten sowie damit verbundene Gefühls- und Werthaltungen, entwickeln.“ Damit wird der sozialen Umwelt insgesamt bei der Herausbildung politischer Identität Aufmerksamkeit geschenkt und nicht allein der Blick auf in tentionale, organisierte und professionell betreute Lernprozesse gerichtet, die in diesem Kontext vielleicht gar nicht die Hauptrolle spielen.
Die frage nach dem Stellenwert und Wirkungsgrad zielgerichteter pädagogischer Bemühungen in Sachen Politik beschäftigt die außerschulische, non-formale Profession kontinuierlich. Politische Jugend- und Erwachsenenbildung befindet sich ja in einer gewissen Randposition, sie hat – auch wenn sie in Deutschland (noch) über eine breite Infrastruktur verfügt – nicht den Status eines voll anerkannten, integralen Bestandteils des Bildungswesens, der als unabdingbar für die heutigen Lern- und Qualifizierungsprozesse wahrgenommen würde. Und doch macht diese Bildungspraxis immer wieder die Erfahrung, dass sie wichtige Impulse geben oder neue Entwicklungen anstoßen kann, dass Jugendliche oder Erwachsene ihre Angebote bereitwillig aufgreifen und sich hier oft zum ersten Mal oder in einschneidender Weise in politische Individuen, als Akteure und kritische Begutachter, nicht nur als Zuschauer und passive Rezipienten, erleben.
Der aktuelle Stand der fachlichen Debatte zum Verhältnis von Bildung und Sozialisation ist Thema des vorliegenden Heftes.

 

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Inhaltsübersicht

Editorial

SchwerPunkt POLITISCHE SOZIALISATION

Michael Görtler
Politische Sozialisation und politische Bildung

Christel Teiwes-Kügler, Jessica Vehse
Gesellschaftsbild, Weiterbildung und politische Sozialisation .

Paul Ciupke
Jungenschaftler, skeptische Generation und Halbstarke
Beobachtungen zu Sozialisationsformen und politischer Bildung in den Nachkriegsjahrzehnten

Morvarid Dehnavi
(Geschlechts-)Politische Sozialisation
Am Beispiel von Aktivistinnen der Studentenbewegung ‚1968‘ und der neuen Frauenbewegung

Wibke Riekmann
Eine unterschätzte Institution?
Der Beitrag der Jugendverbände zu politischer Sozialisation und demokratischer Bildung

QuerDenken

Stephan Bundschuh
„Extremismus“
Versuch einer ideologiekritischen Auseinandersetzung

ÜberGrenzen

Rainer Gries
Europa zwischen Protest und Orientierung – ein Arbeitsfeld für politische Bildun

VorGänge

Politische Bildung in der Diskussion

LeseZeichen

Ein Alarmsignal / Ziel: Politisches Handeln? / Subjektive Bedingungen objektiver Irrationalität / Krisenanalyse / Theodor Litt /„Anti-Sarrazin“

AugenMerk

VHS:Förderpreis / Verfassungsschutz / Weiterbildungsbeteiligung / Personalwechsel: AB / Relaunch: Sozialmagazin / „Weltbild Antisemitismus“/ Soziale Medien in der Jugendhilfe / VHS-Kurse: Praxisband / Personen & Organisationen / Veranstaltungen

Zu den Autoren

Prof. Dr. Stephan Bundschuh lehrt im Fachbereich Sozialwissenschaften an der Hochschule Koblenz Kinder- und Jugendhilfe u.a. mit den Schwerpunkten Rechtsextremismus, Rassismus und Antisemitismus

Dr. phil. Paul Ciupke ist Mitglied des Leitungsteams des Bildungswerks der Humanistischen Union NRW in Essen und Mitherausgeber der Außerschulischen Bildung. Arbeitsschwerpunkte: Historisch-politisches Lernen, Selbstverständnis politischer Jugend- und Erwachsenenbildung, Geschichte der Jugend- und Erwachsenenbildung.

Dr. Morvarid Dehnavi ist Erziehungswissenschaftlerin und Wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Helmut-Schmidt-Universität Hamburg, Universität der Bundeswehr. Zu ihren Forschungsschwerpunkten gehören u.a. die historische Bildungs- und Sozialisationsforschung.

Michael Görtler ist wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Professur für Politische Bildung und Politikdidaktik an der Universität Augsburg.

Rainer Gries ist Leiter der Kurt-Schumacher-Akademie der Friedrich-Ebert-Stiftung in Bad Münstereifel.

Dr. Wibke Riekmann ist wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Universität Hamburg in der Fakultät für Erziehungswissenschaft, Psychologie und Bewegungswissenschaft im Arbeitsbereich Lebenslanges Lernen.

Dipl.-Sozialwissenschaftlerin Christel Teiwes-Kügler ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Fachgebiet Erwachsenenbildung/Politische Bildung des Instituts für Berufs- und Weiterbildung der Universität Duisburg-Essen.

Dipl.-Pädagogin Jessica Vehse ist wissenschaftliche Mitarbeiterin des Arbeitsbereichs Erwachsenenbildung/Lebenslanges Lernen am Fachbereich Erziehungswissenschaft der Universität Hamburg.