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Religion und Politik

Ein Feld politischer Bildung

Bestellnummer: ku4_06
unter Mitarbeit von: Lothar Bily, Regine Gabriel, Lothar Harles, Friedhelm Hengsbach, Mattias Kiefer, Peter Massing, Bernhard Sutor, Christina Zitzmann





Erscheinungsjahr: 2006
Auflage: 1. Auflage 2006
Seitenzahl: 72
ISBN: ku4_06
Reihe: kursiv - Journal für politische Bildung
Format: Broschur

Verfügbarkeit: lieferbar

5,00 €
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Religion und Politik

Über das Buch

Lange schien es, als sei Religion ein sozio-kulturelles Phänomen, das in modernen Gesellschaften nach und nach verblassen wird. Religion wurde vielfach, zumal unter dem Aspekt ihrer politischen Wirkung, als eine vormoderne Erscheinung angesehen und die These von der „säkularisierten Gesellschaft“ war unter Intellektuellen, bis in die Theologie hinein, geradezu Gemeingut. Die Religionskritik von der Aufklärung bis Marx, von Darwin bis Freud hatte – scheinbar – den religiösen Weltbildern den Boden entzogen, es schien nur noch eine Frage der Zeit zu sein, bis Vernunft und Wissenschaft das religiöse Erbe ersetzen würden.

Inzwischen ist nicht mehr zu übersehen, dass solche Einschätzungen reichlich voreilig waren. Zwar hat in den letzten Jahren wohl vor allem die offenkundige
politische Wirksamkeit des fundamentalistischen Islam die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit neu auf die Religion als Politikum gelenkt. Aber in den westlichen, von der christlichen Tradition geprägten Gesellschaften war die These von der immer weiter fortschreitenden Säkularisierung auch unabhängig von der Renaissance des politischen Islam und den damit verbundenen Gefahren bereits ins Wanken geraten. Aus dem Umfeld der Kritischen Theorie etwa sind nicht erst vom späten Habermas sehr viel differenziertere Töne zu hören und zu lesen als in der Denktradition rationalistischer Religionskritik zu erwarten wäre; auch der späte Horkheimer hatte schon 1970 in „Die Sehnsucht nach dem ganz Anderen“ eine für viele überraschend offene Haltung gegenüber religiösen Fragen eingenommen. Vieles
spricht für die These, dass der offenkundige Wandel im Verhältnis von Religion und Öffentlichkeit in der Moderne mit Blick auf die Religion allzu lange in erster Linie als Funktionsverlust gesehen wurde, während es sich doch zumindest auch um einen Formwandel handeln könnte. Dass Religion zur Privatsache geworden ist, dass sie in den Individuen häufig eher latent wirksam ist und nur bei bestimmten Gelegenheiten sich öffentlich manifestiert – man denke an den jüngsten Papstbesuch in Deutschland –, spricht noch nicht gegen ihre Wirkmächtigkeit. Und dass die privatisierte Religion gleichzeitig ein mächtiger politischer Faktor sein kann, zeigt sich wohl besonders deutlich in den USA.

Wir werfen in den Beiträgen in diesem Schwerpunkt zwar auch einen Blick auf den Islam und damit auf den öffentlich derzeit am intensivsten diskutierten Brennpunkt im Verhältnis von Religion und Politik. Die Mehrzahl der Beiträge konzentriert sich aber auf Aspekte des Verhältnisses von Christentum, Politik und politischer Bildung. Vieles spricht dafür, dass die politische Bildung die Religion als Politikum wieder stärker in der Blick nehmen sollte, wie es auch dringend erforderlich
ist, den nahezu völlig eingeschlafenen Dialog zwischen Religionspädagogik und politischer Bildung aus den 1970er-Jahren neu zu beleben.

Inhaltsübersicht

Editorial

Szene

 

Schwerpunkt: Religion und Politik. Ein Feld politischer Bildung

Lothar Bily: Eine Religion wird sichtbar. Der Islam in der westlichen Gesellschaft

Mattias Kiefer: Globalisierung un die katholische Kirche

Friedhelm Hengsbach: Ein Evangelium der Arbeit für globale Mächte? Christliche Gesellschaftskritik in der Bewährung

Lothar Harles: Trends in der katholisch-sozial orientierten politischen Bildung

Bernhard Sutor: Politische Bildung im Religionsunterricht?

 

Forum

Peter Massing: Trendbericht: Schulische und politische Bildung: Konsolidierung oder neue Unsicherheiten?

Christina Zitzmann: "Wie gut sind wir eigentlich?" Qualitätsmanagement und wirkungsorientierte Selbstevaluation außerschulischer politischer Jugendarbeit

 

Servies

Regine Gabriel: Lebendige Bilder – Ein Walk Act. Theaterpädagogische Arbeiten in der Gedenkstätte Hadamar

 

Fachliteratur

... und außerdem

Zu den Autoren

DR. LOTHAR BILY
ist Professor für Fundamentaltheologie an der Philosophisch-Theologischen Hochschule der Salesianer Don Boscos in Benediktbeuern

LOTHAR HARLES
ist Geschäftsführer der Arbeitsgemeinschaft katholisch-sozialer Bildungswerke in der Bundesrepublik Deutschland (AKSB) und Vorsitzender des Nationalen
Beirats für das EU-Aktionsprogramm JUGEND

DR. FRIEDHELM HENGSBACH
ist Professor für christliche Gesellschaftsethik an der Philosophisch-Theologischen Hochschule Sankt Georgen und Leiter des Oswald von Nell-Breuning-Instituts
(Frankfurt/M.) mit den Arbeitsschwerpunkten Theorie demokratischer Marktwirtschaften, Zukunft der Arbeit und der sozialen Sicherungssysteme

MATTIAS KIEFER, LIC.THEOL. M.A.,
ist wissenschaftlicher Assistent des Forschungs- und Studienprojekts „Globale Solidarität – Schritte zu einer neuen Weltkultur“ der Rottendorf-Stiftung an der Hochschule für Philosophie in München

Dr. PETER MASSING
ist Professor für Sozialkunde und Didaktik der Politik am Fachbereich Politik- und Sozialwissenschaften der Freien Universität Berlin

DR. BERNHARD SUTOR
em. Professor der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt

CHRISTINA ZITZMANN
arbeitet als Jugendbildungsreferentin in der Jugendakademie des Caritas-Pirckheimer-Hauses in Nürnberg

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