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NATO in (Un-)Ordnung

Wie transatlantische Sicherheit neu verhandelt wird

Bestellnummer: 40488 (Print) / 40489 (PDF)
Autoren/Hrsg.: Johannes Varwick
Erscheinungsjahr: 2017
Seitenzahl: 224
ISBN: 978-3-7344-0488-7 (Print) / 978-3-7344-0489-4 (PDF)
Neuheiten: Neuerscheinung
Format: Broschur

Verfügbarkeit: vorbestellen, erscheint Anfang Juni 2017

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NATO in (Un-)Ordnung

Über das Buch

Die NATO steht wieder im Zentrum einer von Unsicherheit und Turbulenz geprägten internationalen Un-Ordnung. Wurde der Bündnisverteidigung jahrzehntelang kaum Bedeutung beigemessen, ist die Frage der kollektiven Verteidigung seit Beginn der Ukraine-Krise 2014 wieder auf der Agenda und hat zu weitreichenden Veränderungen geführt. Gleichzeitig bleibt die Allianz im Bereich des militärischen Krisenmanagements aktiv und widmet sich neueren Themen wie Cyberkrieg, hybrider Kriegsführung, Kontrolle der Migration über das Mittelmeer oder Stabilisierung von Partnern im Süden. Gleichzeitig positionieren sich die USA unter Präsident Trump radikal neu und fordern von den Europäern einen wesentlich größeren Beitrag in der NATO ein – sofern die Trump-Administration formalisierten Allianzen überhaupt noch einen hohen Stellenwert einräumt. Mit dem Ausscheiden Großbritanniens aus der EU wird zudem ein traditioneller Blockierer einer engeren verteidigungspolitischen Zusammenarbeit im EU-Rahmen seine Vetomöglichkeiten verlieren. Soll dies nicht zu einer Abkoppelung der EU von der NATO im Sinne der Etablierung eines Konkurrenzverhältnisses führen, resultiert daraus ein erhöhter Druck zur Stärkung bzw. Vertiefung der strategischen Partnerschaft zwischen Amerika und Europa.

Die Bedeutung der NATO in einer turbulenten internationalen Sicherheitspolitik unterliegt damit einem grundlegenden Wandel, und die transatlantische Sicherheitspartnerschaft wird derzeit unter erheblichen Spannungen neu austariert. Dies spiegelt sich auch in einer zentralen Rolle Deutschlands bei der Neuausrichtung der NATO wider.

Sicherheitspolitik ist mehr als Militärpolitik und kluge Außenpolitik muss daran arbeiten, Konflikte zu entschärfen und Interessen friedlich auszugleichen. Aber solange es militärische Gewalt, Streitkräfte und Allianzen gibt, solange ist es auch Aufgabe politikwissenschaftlicher Analytiker, sich mit diesen Themen zu befassen.

Das Buch will dazu beitragen, dass sicherheitspolitische Fragen – die eben auch militärische und militärpolitische Dimensionen umfassen – auch in einer breiteren interessierten Öffentlichkeit sachlich, umfassend und auf einer soliden Faktenbasis diskutiert werden. Grund genug also, ein aktuelles, für eine breite politisch und politikwissenschaftlich interessierte Leserschaft konzipiertes Werk über die NATO vorzulegen.

Inhaltsübersicht

1. Sicherheit in der internationalen ‚Un-Ordnung‘
1.1 Sicherheit: Begriffe und Konzepte
1.2 Kollektive Sicherheit und Regionalpakte als Eckpfeiler internationaler Sicherheit

2. Die NATO als Sicherheitsorganisation
2.1 Was ist die Nato? Allianztheoretische Überlegungen
2.2 Die Gründung von Brüsseler Pakt und Nato
2.3 Analyse des Nato-Vertrags

3. Die Entwicklung der NATO im Überblick
3.1 ‚Nato I’: 1949 bis 1989
3.2 ‚Nato II’: 1990 bis 1999 und ‚Nato III’: 1999 bis 2014
3.3 ‚Nato IV’: ab 2014

4. Struktur, Aufbau und Funktionsweise der NATO
4.1 Politische Strukturen der Nato
4.2 Militärische Strukturen der Nato

5. Entwicklung der NATO-Strategie
5.1 Von der ‚massiven Vergeltung’ zur ‚flexiblen Reaktion’
5.2 Strategiewandel nach dem Ost-West-Konflikt
5.3 Die Debatte um das neue strategische Konzept 2010

6. Erweiterungen und Partnerschaften der NATO
6.1 Qualitative Veränderung: Die Erweiterung als Prozess
6.2 Russland und die Osterweiterung
6.3 Entwicklung der Partnerschaften und die Debatte um eine ‚globale Nato’

7. Die Europäisierung der Allianz und die Beziehungen zwischen NATO und EU
7.1 Europäisierung der Sicherheitspolitik als transatlantischer Streitpunkt
7.2 Modelle für die Zukunft der transatlantischen Sicherheitsbeziehungen

8. Die neuen Aufgaben der NATO: Auf dem Weg zur ‚Sowohl-als-auch-Allianz‘?
8.1 ‚Out of area’, ‚humanitäre Interventionen’, ‚nation building‘ – zum Aufstieg und Fall von Allianzstreitthemen
8.2 Operationen der Nato: ‚missions redefined’

9. Die Rolle Deutschlands im Bündnis
9.1 Sperriger Partner trotz Nato als ‚Staatsräson‘
9.2 Reorientierung auf Bündnisverteidigung

10. Die NATO in der internationalen ‚Un-Ordnung‘
10.1 Strukturprobleme der Allianz
10.2 Die Zukunft der Nato


Zu den Autoren

Prof. Dr. Johannes Varwick
lehrt Internationale Beziehungen und europäische Politik an der Universität Halle-Wittenberg und zählt zu den führenden europäischen NATO-Experten. Er ist Mitherausgeber der Zeitschrift "Politikum".

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