Katalogservice

Telefonische Beratung & Bestellung:  069-788077222

Gründungsgeschichte des Internationalen Bundes

Themen, Akteure, Strukturen

Bestellnummer: 40415 (Print) / 40416 (PDF)
Autoren/Hrsg.: Marion Reinhardt
unter Mitarbeit von: Benno Hafeneger, Jacqueline Plum, Kerstin von Lingen und Reiner Becker
Erscheinungsjahr: 2017
Auflage: 1.
Seitenzahl: 360
ISBN: 978-3-7344-0415-3 (Print) / 978-3-7344-0416-0 (PDF)
Reihe: Sachbuch
Neuheiten: Neuerscheinung

Verfügbarkeit: lieferbar

PDF
23,99 €
*
Print
29,90 €
*

Gründungsgeschichte des Internationalen Bundes

Über das Buch

Der Aufbau von Integrationshilfen für entwurzelte, zugewanderte Jugendliche und die Entwicklung einer international geprägten Kulturarbeit für junge Menschen – das waren die Ziele des „Internationalen Bundes für Kultur- und Sozialarbeit“ (schon damals kurz „IB“ genannt). Gegründet wurde er am 11. Januar 1949 in Tübingen, der Landeshauptstadt des damaligen Württemberg-Hohenzollern.

Die drei Initiatoren dieses überkonfessionellen und nicht parteipolitisch gebundenen „Freien Trägers der Jugend-, Sozial- und Bildungsarbeit“, so der heutige Namenszusatz, waren sehr unterschiedliche Persönlichkeiten. Der französische Offizier Henri Humblot war im Auftrag der Besatzungsmacht für die demokratische Umerziehung der deutschen Jugendlichen zuständig. Carlo Schmid war Staatspräsident von Württemberg-Hohenzollern und einer der Väter des Grundgesetzes. Der dritte, Heinrich Hartmann, war bis zum Ende der NS-Zeit Hauptabteilungsleiter im Kulturamt der Reichsjugendführung der Hitlerjugend gewesen.

Gründungsmitglieder des IB waren dann Vertreter aus Politik, Wissenschaft und Zivilgesellschaft im damaligen Württemberg-Hohenzollern, so beispielsweise fast das gesamte Landeskabinett.

Die vorliegende Dokumentation befasst sich auf Basis umfangreichen historischen Materials mit den verschiedenen Aspekten der Gründungsgeschichte des IB und wirft damit auch ein gesellschaftspolitisch interessantes Licht auf die Übergänge von der Nazi-Diktatur zu den ersten beiden Jahrzehnten der jungen Bundesrepublik.

Wie hat sich der IB in seinen Anfängen gesellschaftlich und politisch positioniert? Ist die Personalstrategie aufgegangen, ehemalige NS-Funktionäre einzubinden und ihnen so die Möglichkeit zur persönlichen Wiedergutmachung zu geben? Welche Konzepte und Programme zur Integration von Jugendlichen wurden in der Frühphase des IB entwickelt und realisiert? Wie gestaltete sich der Weg von einem regionalen zu einem bundesweiten Träger mit einem vielfältigen Angebot von Bildungs- und Sozialarbeit? Antworten auf diese Fragen liefert diese Dokumentation.

Wissenschaftliche Expertisen zu zentralen Themen rund um die Gründungsgeschichte des IB ergänzen diese Veröffentlichung ebenso wie Kurzbiografien der wichtigsten Gründungspersönlichkeiten und ein Überblick über die ersten Gremien und Mandatsträger.

Inhaltsübersicht

Einleitung                                                                                                                                                                                 

Die Vorgeschichte in der Besatzungszeit                                                                                           

Hintergründe, Motive und Interessen der drei Initiatoren

Vor der Gründung


Die Gründung des „Internationalen Bundes für Kultur- und Sozialarbeit“

Kultur- und Sozialarbeit verständigen sich

Die Gründungsversammlung und ihre Ergebnisse

Zur Kommunikation in der medialen Öffentlichkeit

 

Die Anfänge in Württemberg-Hohenzollern                                                                    

Anfang und vorläufiges Ende der Kulturarbeit

Das Jugendsozialwerk beginnt mit seiner Arbeit

Mitbegründer der Jugendsozialarbeit

 

Der Weg zum bundesweiten Träger      

Neujustierung des Vereins

Entwicklungsschub durch die Jugendflucht aus der DDR

Der IB im Wirtschaftswunder

 

Fazit und Ausblick

 

“Wir stellen uns unserer Geschichte…“ – Fragen an die Präsidentin und den  Vorstandsvorsitzenden des IB

 

Expertisen

  1. Benno Hafeneger: Hitlerjugend – Staatsjugend im Dritten Reich
  2. Jacqueline Plum: Französische Kulturpolitik in Deutschland 1945 – 1949.
  3. Benno Hafeneger: „Jugendnot“ - Ein Lagebild über die Nachkriegszeit und erste Hälfte der 1950er Jahre
  4. Kerstin von Lingen: Ein Experiment unter dem Schutz der Besatzungsmacht:  Der Aufbau des „Jugendsozialwerks“ durch ehemalige HJ-Funktionäre in der französischen Besatzungszone, 1945-1949
  5. Reiner Becker: „Wir sind zu ganz wesentlichen Teilen das, was wir erinnern und vergessen“ Vergangenheitspolitik und Erinnerungskultur in der Bundesrepublik 


Anhang

1.       Gremien und Mandatsträger/-innen im IB 

2.       Kurzbiografien aus den Gründungsjahren

Zu den Autoren

Marion Reinhardt, Sozialwissenschaftlerin, begann ihre Berufstätigkeit Ende der 1970er Jahre als Sozialarbeiterin im damaligen Hessischen Modellprojekt „Beratung und Hilfe für junge Arbeitslose“, leitete dann ein Jugendgemeinschaftswerk (heute Jugendmigrationsdienst) und ging schließlich in die Zentrale des IB. Hier war sie in verschiedenen Funktionen, unter anderem mit der fachlichen Entwicklung und Steuerung verschiedener Felder der Jugendhilfe, auch der Jugendsozialarbeit befasst. Aktuell dokumentiert sie die Etappen der Geschichte des IB und baut das interne Archiv hierzu auf. Arbeiten u.a. zur Berufswahl weiblicher Jugendlicher, zu Konzepten der Jugendsozialarbeit, zu strategischen Fragen der Jugendhilfe.

Autorinnen und Autoren der Expertisen:

Benno Hafeneger, Dr. phil., Prof. (em.) für Erziehungswissenschaft am Institut für Erziehungswissenschaft  an der Philipps-Universität Marburg; forscht zu jugendhistorischen Themen, Jugendarbeit, zu Jugendkultur und Rechtsextremismus. Mitglied in zahlreichen Beiräten und Herausgeberschaften; u. a. der  Buchreihe „Non-formale Bildung“, der Zeitschrift „Demokratie gegen Menschenfeindlichkeit“ und im Stiftungsrat des IB „Schwarz-Rot-Bunt“.

Dr. Jacqueline Plum ist stv. Geschäftsführerin der Regio Basiliensis in Basel. Die Regio Basiliensis ist die Schweizer Partnerin der Oberrheinkooperation und fördert die grenzüberschreitende, trinationale Zusammenarbeit am Oberrhein. 2005 hat Jacqueline Plum über die Französische Kultur- und Jugendpolitik nach dem Zweiten Weltkrieg in Deutschland sowie über die Gründungsgeschichte des Deutsch-Französischen Jugendwerkes an der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn promoviert.

Dr. Kerstin von Lingen ist Historikerin am Exzellenzcluster „Asia and Europe in a Global Context“ der Universität Heidelberg, wo sie zudem eine Nachwuchsgruppe leitet. Von 1999-2008 war sie wissenschaftliche Mitarbeiterin am SFB „Kriegserfahrung“ der Universität Tübingen, aus deren Kontext die vorliegende Studie stammt. Ihre Forschungsschwerpunkte gelten der juristischen Aufarbeitung in Europa und Asien, Fragen der Kriegserinnerung, sowie der Zwangsarbeiterforschung. Publiziert hat sie u.a. zu  Kriegserfahrung und nationale Identität in Europa, Paderborn 2009.

Reiner Becker, Dr. phil. Politikwissenschaftler, leitet das Demokratiezentrum im beratungsNetzwerk hessen - für Demokratie und gegen Rechtsextremismus an der Philipps-Universität Marburg, forscht zu verschiedenen Aspekten von Rechtsextremismus, Mitherausgeber der Zeitschrift „Demokratie gegen Menschenfeindlichkeit“; www.reiner-becker.eu 

.

Stimmen zum Buch

Marion Reinhardt hat eine Dokumentation verfasst, die für den IB, aber sicher auch für die Geschichte der Sozialen Arbeit von herausragender Bedeutung ist. Das Buch fokussiert auf die Gründerzeit des IB. Es gibt wenig Auskunft über den heutigen Stand der Organisation. Dafür aber kann der Versuch von Humblot, Schmid und Hartmann, die Funktionäre der Hitlerjugend in den neuen deutschen Staat zu integrieren, als Erfolgsgeschichte bewertet werden.

Prof. Dr. Christiane Vetter, socialnet.de

 

Presse

Sie könnten auch an folgenden Artikeln interessiert sein