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Globalisierungsdämmerung

Politikum 4/2017

Bestellnummer: Pk4_17 (Print) / 40580 (PDF)
Autoren/Hrsg.: Hans-Jürgen Bieling (Hrsg.)
unter Mitarbeit von: Gabriel Felbermayer, Karin Fischer, Silja Graupe, Reinhold Hedtke, Holger Janusch, Hans Kaminski, Franziska Müller, Ingo Pies, Stefan Schirm, Stefan Schmalz, Johannes Varwick
Erscheinungsjahr: 2017
Seitenzahl: 88
ISBN: Pk4_17 (Print) / 978-3-7344-0580-8 (PDF)
Reihe: Politikum
Neuheiten: Neuerscheinung

Verfügbarkeit: Vorbestellen, erscheint Ende November 2017

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Globalisierungsdämmerung

Über das Buch

Der globale Handel befindet sich im Umbruch. Nachdem auf den internationalen Gipfeln lange das Mantra des Freihandels hochgehalten worden war, wird seit einiger Zeit häufiger von (un-)fairen Handelsbeziehungen gesprochen. Ironischerweise geht es dabei inzwischen weniger um die Förderung verbesserter Arbeits- und Umweltbedingungen in Entwicklungsländern als vielmehr um den Versuch der Trump-Administration in den USA, andere Länder auf eine ausgeglichene Handelsbilanz zu verpflichten. Vor dem Hintergrund des Scheiterns der Doha-Runde in der Welthandelsorganisation birgt diese strategische Orientierung einen beträchtlichen Sprengstoff.

Vieles deutet darauf hin, dass die handelspolitischen Liberalisierungspläne der OECD-Staaten zukünftig nicht mehr nur auf die Widerstände der globalisierungskritischen Bewegung und vieler Schwellen- und Entwicklungsländer stoßen, sondern – unter Verweis auf die Ziele der nationalen Souveränität und industriellen Entwicklung – ebenso auf die rechtspopulistischer Kräfte. Noch scheint die Weltwirtschaft jedoch von einem protektionistischen Wettlauf wie in den 1930er Jahren weit entfernt. Vorerst haben die skizzierten Tendenzen „nur“ zu einer Abkehr vom Multilateralismus geführt. An dessen Stelle ist zugleich ein exzessiver Bilateralismus getreten, d.h. die Aushandlung umfassender Handels- und Investitionsabkommen wie z.B. TTIP, CETA, JEFTA, EPAS etc. Ob und in welcher Form diese Abkommen zustande kommen und umgesetzt werden, ist vielfach noch unklar. Es ist jedoch offensichtlich, dass diese Abkommen aufgrund ihrer investitions- und entwicklungspolitisch umstrittenen Elemente oft sehr stark politisiert sind.

Nicht zuletzt wegen dieser ungeklärten Streitfragen setzt sich POLITIKUM in diesem Heft mit den veränderten handels- und entwicklungspolitischen Perspektiven auseinander. Untersucht und diskutiert wird unter anderem, wie sich die vermehrten Konflikte in den Prozess der Globalisierung einfügen, welche Rolle die USA, die EU und China dabei spielen, wie sich das Verhältnis von Handel und Entwicklung konzeptionell verändert hat oder auch wie es um die Effizienz und Legitimation der handelspolitischen Strategien bestellt ist.

Inhaltsübersicht

 

 

Schwerpunkt
Ende der Globalisierung?
Die Globalisierungsskepsis gewinnt seit einiger Zeit an
Bedeutung. Soll der Prozess der Globalisierung weiter
voranschreiten, sind Korrekturen vorzunehmen.

 

Schwerpunkt
Handelspolitik unter Trump
Als wichtiger Stützpfeiler einer liberalen Handelsordnung
scheint die USA unter Trump wegzubrechen.
Verbirgt sich hinter diesem Kursschwenk ein irrationaler
Aktivismus oder strategisches Kalkül?

 

Interview
Neuer Protektionismus?
Die Regierungen verfügen über unterschiedliche In-
strumente der Handelsprotektion, die seit einiger Zeit
vermehrt strategisch eingesetzt werden.

 

 

 

Schwerpunkt
Widersprüche in Brüssels Rue de la Loi
Für die EU galten Fragen der Entwicklungszusammen-
arbeit und die Förderung der Handelsliberalisierung
als zwei Seiten ein und derselben Medaille – eine
Perspektive, die nun nicht mehr trägt.

 

Schwerpunkt
Neue Ansätze und alte Rezepte
Nicht nur die politische Praxis, auch die entwicklungs-
theoretische Diskussion befindet sich auf der Suche
nach neuen Konzepten. Erleben wir nun die Rückkehr
des Entwicklungsstaates?

 

Schwerpunkt
Aufstieg und Krise der Süd-Süd-Kooperation
Initiativen einer Kooperation des globalen Südens gab
es schon früher. Doch unter Führung Chinas und der
BRICS haben sie nun Aussichten auf Erfolg.

 

 

Debatte
Brauchen wir ein Schulfach „Wirtschaft“?
Über die Vor- und Nachteile eines eigenständigen
Schulfachs „Wirtschaft“ wird leidenschaftlich und
sehr kontrovers diskutiert. Ausgewiesene Experten
nehmen pointiert Stellung.

 

 

Forum
Der „Marshallplan mit Afrika“
Die Initiative mag in einigen Ohren bombastisch klingen.
Jenseits des öff entlichen Getöses enthält sie aber
durchaus einige bedenkenswerte Vorschläge.

 

 

 

Globalisierungsdämmerung

Stefan A. Schirm
Ende der Globalisierung? Welthandel
jenseits des Multilateralismus    4

Holger Janusch
America First und der Rust Belt.
Handelspolitik unter Donald Trump    16

Interview mit Gabriel Felbermayr
Besteht die Gefahr eines neuen
Protektionismus?    26

Franziska Müller
Widersprüche in der Rue de la Loi.
(In)Kohärenzen der europäischen
Entwicklungs- und Handelspolitik    34

Karin Fischer
Nach dem Washingtoner Konsens.
Neue Ansätze und alte Rezepte
in der Entwicklungstheorie    42

Stefan Schmalz
Neue Macht der Peripherie? Aufstieg
und Krise der Süd-Süd-Kooperation    50

Debatte

Brauchen wir ein Schulfach „Wirtschaft“?
Stellungnahmen von Ingo Pies,
Hans Kaminski, Silja Graupe und
Reinhold Hedtke    60


Forum

Johannes Varwick
Der „Marshallplan mit Afrika“.
Ausweg aus dem Entwicklungsdilemma?    72


Rezensionen

Bücher zum Thema    78
Bücher für die politische Bildung    85
Das streitbare Buch    86
Literaturtipps

Zu den Autoren

Prof. Dr. Gabriel Felbermayr
ist Leiter des Zentrums für Außenwirtschaft am ifo Institute für Wirtschaftsforschung in München.

Dr. Karin Fischer
ist historische Sozialwissenschaftlerin und leitet die Abteilung Politik und Entwicklungsforschung des Instituts für Soziologie an der Johannes Kepler Universität Linz.

Prof. Dr. Silja Graupe
ist Professorin für Ökonomie und Philosophie sowie Leiterin des Instituts für Ökonomie an der Cusanus Hochschule in Bernkastel-Kues.

Prof. Dr. Reinhold Hedtke
ist Professor für Didaktik der Sozialwissenschaften und Wirtschaftssoziologie an der Universität Bielefeld.

Dr. Holger Janusch
ist wissenschaftlicher Mitarbeiter für Internationale Politische Ökonomie an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg.

Prof. Dr. Dr. h.c. Hans Kaminski
ist wissenschaftlicher Leiter des Instituts für Ökonomische Bildung (IÖB), An-Institut der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg.

Dr. Franziska Müller
ist Leiterin der Nachwuchsgruppe „GLOCALPOWER – funds, tools and networks for an African energy transition" an der Universität Kassel.

Prof. Dr. Ingo Pies
hat den Lehrstuhl für Wirtschaftsethik an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg inne.

Prof. Dr. Stefan A. Schirm
ist Professor für Internationale Politik an der Ruhr Universität Bochum.

PD Dr. Stefan Schmalz
lehrt am Institut für Soziologie der Friedrich-Schiller-Universität Jena.

Prof. Dr. Johannes Varwick
ist Professor für Politikwissenschaft an der Universität Halle-Wittenberg und Mitherausgeber von „Politikum“.

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