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Subjektspuren

Perspektiven der Bildungsgangforschung

Bestellnummer: ku3-07
unter Mitarbeit von: Daniel Bendix, Wiebken Düx, Stefan Hahn, Erich Sass, Simone Tosana, Christian Welniak, Christine Wiezorek
Erscheinungsjahr: 2007
Seitenzahl: 88
ISBN: ku3-07
Reihe: kursiv - Journal für politische Bildung
Format: Broschur

Verfügbarkeit: lieferbar

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Subjektspuren

Über das Buch

Bildung verwirklicht sich immer in – meist längerfristigen – Prozessen. Das klingt trivial, zumal das gesamte Schulwesen mit seinen über viele Jahre sich hinziehenden Fächer- und Stundenfolgen wie selbstverständlich von dieser Annahme ausgeht. Umso erstaunlicher ist es, dass die pädagogische und didaktische Forschung ebenso wie, dies darf man unterstellen, die pädagogische Praxis dieser Prozesshaftigkeit von Bildungsvorgängen lange Zeit relativ wenig Aufmerksamkeit gewidmet hat. Die Forschung konzentriert sich in starkem Maße auf Momentaufnahmen, sei es zum Leistungsstand (man denke etwa an die PISA-Studien), sei es zum Geschehen in zeitlichen sehr begrenzten Lehr-Lern-Situationen; in der Praxis der Schule wiederum steht wohl in den meisten Fällen die jeweilige Stunde, die Unterrichtseinheit, vielleicht noch die „Stoffverteilung“ auf das Schuljahr im Zentrum des didaktischen Handelns der Lehrerinnen und Lehrer, aber kaum der Blick auf längerfristige Bildungsprozesse. Noch stärker gilt dies für die außerschulische Bildung mit ihrer notgedrungenen Konzentration auf Kurzzeitveranstaltungen. Für die politische Bildung wird man konstatieren müssen, dass wir als Folge dieser Situation nur sehr wenig über längerfristige Verläufe des politischen Lernens und der politischen Identitätsbildung, über typische Entwicklungsprobleme oder biografisch besonders günstige Interventionspunkte für politische Bildungsangebote wissen.Die Bildungsgangforschung will solchen Mängeln entgegenwirken. Sie konzentriert sich auf Entwicklungsaufgaben in Lebensphasen und auf biografische Bildungsverläufe sowie auf die Beziehungen zwischen institutionellen Bildungsangeboten und subjektiven Bildungsgängen. Hervorgegangen aus dem Kollegschulversuch an der Universität Bielefeld (vgl. den Beitrag von Stefan Hahn), ist sie in jüngerer Zeit zu einem breiteren Forschungsfeld geworden. So gibt es an der Universität Hamburg seit 2002 ein interdisziplinäres Graduiertenkolleg zur Bildungsgangforschung, an dem mehrere Autorin-nen und Autoren dieses Heftes mitgewirkt haben. Die Beiträge im Schwerpunkt dieses Heftes ziehen erste Zwischenbilanzen der Erträge, die die neuere Bildungsgangforschung für die politische Bildung erwarten lässt.
http://www.kursiv-journal.de/

Inhaltsübersicht

Editorial
Szene

Schwerpunkt: Subjektspuren. Perspektiven der Bildungsgangforschung
Stefan Hahn: Auf der Suche nach produktiver Irritation Oder: Was bringt die Bildungsgangforschung der politischen Bildung?
Matthias Proske: Der Lernort Schule, die Form Unterricht und die Aufgabe, eine politische Identität zu entwickeln
Andreas Petrik: Bildungsdidaktik in der politischen Bildung – Ansätze und Perspektiven
Christian Welniak: Sinnverstehen Politische Deutungsmuster als Ausgangspunkte des Bildungsgangs
Christine Wiezorek Die Entwicklung politischer Haltungen und politischen Engagements im Jugendalter. Zur Verknüpfung von biographischen Dispositionen und Gelegenheitsstrukturen
Simone Tosana: Norm(alis)ierung von Biographien: Bildungsgänge und institutionelle Vorgaben
Wiebken Düx, Erich Sass: Informelles Lernen und politische Bildung Zum Kompetenzgewinn Jugendlicher durch Verantwortungsübernahme in einem freiwilligen Engagement

Forum
Daniel Bendix: ,Afrika‘ in der politischen Erwachsenenbildung in Deutschland

Fachliteratur
... und außerdem

Zu den Autoren

Daniel Bendix, Dipl. Pol., ist Mitglied der bildungspolitischen Organisation AfricAvenir International e.V. und wissenschaftlicher Mitarbeiter in einem Forschungsprojekt zu Reformem im Sicherheitssektor an der Freien Universität Berlin
WIEBKEN DÜX, Dipl.-