Katalogservice

Telefonische Beratung & Bestellung:  069-788077222

Wahlen entscheiden

Wahlen und die soziale Frage – Repräsentation oder direkte Demokratie? – Wahlbeteiligung, Web 2.0, Wahl-O-Mat – Preis Politische Bildung 2017

Bestellnummer: jpb1_17 (Print) / 40456 (PDF)
unter Mitarbeit von: Serge Embacher, Friedrun Erben, Wolfgang Gründinger, Stefan Haußner, Christina Heuschen, Jonas Israel, Michael Kaeding, Karl-Rudolf Korte, Markus Linden, Erik Meyer, Stefan Schäfer, Joel Wächter, Jana M. Wilkens
Erscheinungsjahr: 2017
Auflage: 1. Auflage 2017
Seitenzahl: 96
ISBN: jpb1_17 (Print) / 978-3-7344-0456-6 (PDF)
Reihe: Journal für politische Bildung
Neuheiten: Neuerscheinung

Verfügbarkeit: lieferbar

Print
18,00 €
*
PDF
13,99 €
*

Wahlen entscheiden

Über das Buch

PEGIDA, AfD, Erdoğan, Brexit, Trump – dass sind einige der populärsten politischen Schlagworte des abgelaufenen Jahres und gleichzeitig Chiffren für eine oft gestellte Diagnose: Die Demokratie „westlicher“ Prägung ist in Gefahr, auch in Deutschland im Jahr der Bundestagswahlen. Populisten scheinen weltweit auf dem Vormarsch, traditionsreiche Volksparteien erodieren, die Wechselwählerschaft nimmt zu, Bürger/-innen verlieren zunehmend Vertrauen in Parlamente und Regierungen, und insbesondere einkommensschwache und „bildungsferne“ Schichten, aber auch junge Menschen und langjährige Stammwähler/-innen bleiben den Wahlurnen fern. Gleichzeitig werden politische Entscheidungen immer häufiger in Gremien von Expert/-innen ausgelagert und Institutionen weiter gestärkt, die nicht vom Volk gewählt werden – etwa Zentralbanken oder die Europäische Kommission.

Es ist notwendig zu unterscheiden, ob die aktuellen Entwicklungen die Demokratie als generelles Ordnungsprinzip infrage stellen, oder ob sie nicht vielmehr auf Defizite der Repräsentation hinweisen, wie sie beispielsweise in Deutschland vorherrscht. So beklagten etwa bis in die jüngste Zeit politische Kommentatoren die dramatisch sinkende Wahlbeteiligung. Die nun bei den Landtagswahlen im Jahr 2016 vielerorts gestiegene Wahlbeteiligung wird indes mit genauso viel Sorge kommentiert, profitieren doch vor allem Rechtspopulisten. Hat sich mit ihren Erfolgen also kurzfristig eine Lücke im Parteiensystem geschlossen, da sich mehr Bürger/-innen vertreten fühlen? Oder weist die Sehnsucht nach unmittelbarer Umsetzung eines vermeintlichen „Volkswillens“ auf verbreitete demokratiefeindliche Tendenzen hin? In jedem Fall müssen sich die etablierten Parteien und demokratischen Institutionen in Deutschland und darüber hinaus mit der Frage auseinandersetzen, warum sich so viele Menschen nicht mehr repräsentiert sehen.

Das Themenheft zur Bundestagswahl 2017 benennt zu Beginn aktuelle Herausforderungen von Wahlen in einer demokratischen Gesellschaft. Die beiden darauf folgenden Beiträge thematisieren repräsentative und direkte Demokratie und diskutieren jeweils das Für und Wider. Im Anschluss daran sind das wachsende Problem der sozialen Schieflage niedriger Wahlbeteiligung am Beispiel von Großstädten in Nordrhein-Westfalen, aktuelle Entwicklungen bei Wahlkämpfen im Zeitalter von Web 2.0 sowie das Thema Jugendliche und politische Partizipation in Deutschland im Fokus.

Zudem stehen praxisbezogene Beiträge zum Schwerpunktthema der Ausgabe zur Diskussion: Das mittlerweile etablierte Online-Tool „Wahl-O-Mat“, das Projekt „U18 – Die Wahl für Kinder und Jugendliche“, die „Juniorwahl“ sowie das Thema Wahlrecht und Generationengerechtigkeit in der politischen Bildung werden vorgestellt. Auch wird der „Preis Politische Bildung“ 2017 ausgeschrieben.

Inhaltsübersicht

Editorial

SchwerPunkt
WAHLEN ENTSCHEIDEN

Karl-Rudolf Korte
Die Bedeutung von Wahlen in einer demokratischen Gesellschaft

Markus Linden
Warum Repräsentation?
Über klassische und neuere Begründungsweisen eines unhintergehbaren Prinzips

Serge Embacher
Von der Sanierungsbedürftigkeit der Repräsentation
Ein Plädoyer für mehr direkte Demokratie

Stefan Haußner, Michael Kaeding, Joel Wächter
Politische Gleichheit nicht ohne soziale Gleichheit
Die soziale Schieflage niedriger Wahlbeteiligung in Großstädten Nordrhein-Westfalens

Erik Meyer
Wahlen in der Mediengesellschaft
Wahlkämpfe im Zeitalter von Web 2.0

Wolfgang Gründinger
Junge (Nicht-) Wähler

MitDenken

Jonas Israel
Wirkungen des Wahl-O-Mat bei Wahlen

Christina Heuschen
U18 – Kinder und Jugendliche stimmen ab

Jana M. Wilkens
Aus der Praxis der politischen Bildung:
Das Projekt Juniorwahl

Friedrun Erben
Mit Jugendlichen über Wahlen reden
Das Thema Wahlrecht und Generationengerechtigkeit in der politischen Bildung

ÜberGrenzen

Stefan Schäfer
Internationale Begegnungen als Orte der Partizipation an politischer Öffentlichkeit

LeseZeichen

Triumph des homo oeconomicus? / Demokratische Orientierung anbieten / Subjekte in der digitalen Moderne

VorGänge

Arbeit 4.0 braucht Bildung 4.0 / Das explainity education project / Emeritus auf dem Weg ins Schloss Bellevue?

AugenMerk

didacta 2017 – Bildung begegnen / bap: Preis Politische Bildung 2017 / EAD: Demokratie-Kongress / Jahrbuch Engagementpolitik 2017 /
IJAB: Digitale Jugendbeteiligung / Personen & Organisationen / Veranstaltungen

Zu den Autoren

Dr. Serge Embacher ist Politikwissenschaftler und Publizist. Seine Arbeitsschwerpunkte sind Bürgergesellschaft und Demokratiepolitik.

Dr. Friedrun Erben ist Referentin für Kommunikation und Medien beim Arbeitskreis deutscher Bildungsstätten (AdB) und Redakteurin der Fachzeitschrift „Außerschulische Bildung. Zeitschrift der politischen Jugend- und Erwachsenenbildung“.

Dr. Wolfgang Gründinger ist Autor des Buches „Alte-Säcke-Politik“ (2016) und Sprecher der Stiftung Generationengerechtigkeit. Er reichte gemeinsam mit 15 Kindern und Jugendlichen eine Klage vor dem Bundesverfassungsgericht gegen das Mindestwahlalter ein.

Stefan Haußner, M.A., ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Jean-Monnet Lehrstuhl für Europäische Integration und Europapolitik der Universität Duisburg-Essen. Der Schwerpunkt seines Dissertationsprojekts liegt auf der statistischen Simulation von Wahlergebnissen bei universeller Wahlbeteiligung.

Christina Heuschen, M.A. Europäische Ethnologie, ist Mitarbeiterin in der U18-Koordinierungsstelle beim Deutschen Bundesjugendring und freiberufliche Journalistin.

Jonas Israel, M.A., ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl Politikwissenschaft II des Instituts für Sozialwissenschaften der Heinrich-Heine-Universität
Düsseldorf. Er ist seit 2014 Mitglied im Expertenteam des Wahl-O-Mat und forscht im Bereich der Politischen Online-Kommunikation und zu Voting Advice Applications.

Prof. Dr. Michael Kaeding ist Professor für Europäische Integration und Europapolitik am Institut für Politikwissenschaft der Universität Duisburg-Essen und Inhaber eines ad personam Jean-Monnet Lehrstuhls. Er unterrichtet zudem am Europakolleg in Brügge und ist Vorsitzender von TEPSA (Trans European Policy Studies Association).

Prof. Dr. Karl-Rudolf Korte ist seit 2003 Professor an der Universität Duisburg-Essen für den Lehrstuhl „Politisches System der Bundesrepublik Deutschland und moderne Staatstheorien“. 2006 gründete er die NRW School of Governance an der Universität Duisburg-Essen, deren Direktor er seitdem ist. Seine wissenschaftlichen Schwerpunkte liegen im Bereich der Regierungs-, Parteien-, Kommunikations- und Wahlforschung.

PD Dr. Markus Linden ist Politikwissenschaftler am Forschungszentrum Europa der Universität Trier, Bereich „Partizipation und Ungleichheit“. Er forscht und publiziert zu Fragen der Theorie und Empirie der Demokratie.

Dr. Erik Meyer ist freier Bildner und Mitarbeiter am Kulturwissenschaftlichen Institut (KWI) Nordrhein-Westfalen in Essen.

Stefan Schäfer, M.A. Soziale Arbeit, ist Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Forschungsschwerpunkt „Nonformale Bildung“ der Fakultät für Angewandte Sozialwissenschaften (Technische Hochschule Köln) und Doktorand am Fachbereich Erziehungswissenschaften der Goethe-Universität Frankfurt am Main.

Joel Wächter beschäftigt sich im Rahmen seiner Tätigkeit als studentischer Mitarbeiter am Jean Monnet Lehrstuhl für Europäische Integration und Europapolitik der Universität Duisburg-Essen mit der Analyse von Wahlergebnissen und Nichtwähler/-innen in NRW.

Jana M. Wilkens studierte Kulturwissenschaften und European Studies in Paderborn, Birmingham und Frankfurt (Oder) und arbeitet als Projektmanagerin bei Kumulus e. V., einem gemeinnützigen und überparteilichen Verein, der seit 1999 verschiedene Projekte zur politischen Bildung organisiert.

Sie könnten auch an folgenden Artikeln interessiert sein