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Wer ordnet die Welt?

Politikum 4/2016

Bestellnummer: Pk4_16 (Print) / 40326 (PDF)
Autoren/Hrsg.: Johannes Varwick (Hrsg.)
unter Mitarbeit von: Tobias Debiel, Sven Gareis, Patrick Keller, Joachim Krause, Andreas Nölke, Patricia Rinck, Manuela Scheuermann, Tobias Terhalle, Gabriele Woidelko
Erscheinungsjahr: 2016
Seitenzahl: 80
ISBN: Pk4_16 (Print) / 978-3-7344-0326-2 (PDF)
Reihe: Politikum

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Wer ordnet die Welt?

Über das Buch

Die etablierte internationale Ordnung der vergangen 25 Jahre ist aus den Fugen: Nach den Hoffnungen auf eine Art ‚ewigen Frieden‘ nach Ende der bipolaren Weltordnung und dem kurzen ‚unipolaren Moment‘ durch die allein dominierende USA scheinen etablierte Paradigmen wie Multilateralismus und ‚Global Governance‘ unter die Räder zu kommen. Gleichzeitig ist die Steuerungsfähigkeit, nicht nur seitens der Staaten, in vielen Bereichen der Weltpolitik bestenfalls fragwürdig. Dies ist angesichts der massiven Ungleichverteilung von Lebens- und Entwicklungschancen sowie vor dem Hintergrund zahlreicher Krisen und Konflikte ein deprimierender Befund. Die Frage nach internationaler Ordnung ist damit (erneut) in den Fokus der internationalen Politik geraten. Die Liste an Herausforderungen ist lang: Klimawandel, Ressourcenknappheit, Flüchtlingsbewegungen, transnationaler Terrorismus, Verbreitung von Massenvernichtungswaffen, ungebändigte globale Finanzmärkte, regionale Konflikte (allen voran die Eskalation der Gewalt im Nahen Osten), Rückkehr zur Konfrontation mit Russland usw. Dabei zeigt sich immer deutlicher die Interdependenz in einer globalisierten Welt, in der es keine ‚Komfortzonen‘ mehr gibt, in denen die ‚Probleme der anderen‘ weitgehend ignoriert werden könnten.

Noch befördert werden diese Problemlagen durch die Machtverschiebungen im internationalen System, die ihrerseits eine Reihe von Fragen aufwerfen: Werden die neuen Großmächte wie China und Indien in einer solchen multipolaren Weltordnung die etablierten Instrumente weiterhin mittragen, sogar stärken – oder aber ignorieren und ihrerseits Alternativen schaffen? Geraten die Vereinten Nationen als traditionelle Steuerungsinstanz der Weltpolitik zunehmend ins Abseits? Welche Rolle kann der ‚Westen‘ – auch mit Hinblick auf die geostrategische Neuorientierung der USA – in einem solchen Gefüge einnehmen?

Diese Ausgabe von POLITIKUM fragt danach, wie die Welt heute geordnet ist bzw. wer sie denn ordnen kann: Jenseits von tagespolitischen Stimmungen, in gründlicher, aber doch lesbarer Analyse – und mit kontroversen Standpunkten. Zwar wird insgesamt ein eher düsteres Bild von der momentanen Steuerungsfähigkeit der ‚internationalen Gemeinschaft‘ gezeichnet, die Notwendigkeit effektiver internationaler Governance wird gleichwohl in allen Beiträgen deutlich. Diese muss aber, ausgehend von den veränderten Gegebenheiten, zumindest in Teilen neu gedacht werden.

Inhaltsübersicht

Schwerpunkt
Multilateralismus in einer multipolaren Welt
Ohne Multilateralismus, die Zusammenarbeit mehrerer
Staaten bei der Lösung grenzüberschreitender
Probleme, wäre die internationale Politik nur begrenzt
handlungsfähig. Seine Förderung und Pflege nimmt
darum einen hohen Stellenwert ein. Dennoch wird
der Multilateralismus in einer zunehmend multipolaren
Welt in Frage gestellt. Passen Multipolarität und
Multilateralismus zusammen? Wenn ja, wie wird sich
der Multilateralismus verändern?

 

Schwerpunkt
USA – Der Niedergang findet nicht statt
Der Niedergang der USA in einer multipolaren Ordnung
ist keineswegs ausgemacht. Vielmehr ist wirkliche
Multipolarität aufgrund der unvergleichlichen Machtressourcen
der USA nicht erkennbar. Amerikanische
Vorherrschaft ist zwar herausgefordert, aber die USA
bleiben unverändert der zentrale Akteur für politischen
Wandel und Fortschritt in der internationalen Politik

 

 

 

 

Schwerpunkt
China – auf dem Sprung zur Supermacht?
Eine ‚harmonische Welt‘, in der politische, wirtschaftliche
und kulturelle Differenzen akzeptiert werden,
bleibt für China eine wesentliche Rahmenbedingung
für seine Entwicklung. China wird mächtiger werden,
aber wohl weder willens noch in der Lage sein, die
grundlegenden Regeln des internationalen Systems
neu zu bestimmen.

 

 

 

 

Schwerpunkt
Wie weiter mit der UNO?
Die Vereinten Nationen, Schaltzentrale des globalen
Multilateralismus, befinden sich im Umbruch. Verkommt
die UNO zu einem Instrument nationalstaatlicher
Interessen und verliert damit an Bedeutung? Die
Indizienlage deutet darauf hin, insbesondere in Fragen
des Weltfriedens. Aber es gibt durchaus auch Grund
für Optimismus.

 

 

Schwerpunkt
Aufstieg der Schwellenländer – Konsequenzen
für die globale Wirtschaftsordnung
Stellt der rasante Aufstieg der Schwellenländer die
westlich geprägten Institutionen der Weltwirtschaftsordnung
in Frage? Wie sähe eine globale Wirtschaftsordnung
nach dem Muster des Wirtschaftsmodells von
Brasilien, Indien und China aus und könnte diese den
etablierten ‚Washington Consensus‘ ablösen?

 

Pro & Contra
Global Governance
Die Bedeutung des Global-Governance-Konzeptes
ist umstritten. Einerseits wird es als normatives Leitbild
betrachtet. Anderseits wird argumentiert, dass
Machtfragen zu sehr ausgeblendet werden und es
analytisch nicht mehr tragfähig ist. Wer hat die besseren
Argumente?

 

Forum
Russland und Europa – eskalierte Entfremdung?
Wie sehen Russen und Deutsche die Rolle Russlands
in Europa? Eine Umfrage der Körber-Stiftung gibt
Antworten.


Wer ordnet die Welt?

Joachim Krause
Multilateralismus in einer multipolaren Welt    4

Patrick Keller
Der Niedergang findet nicht statt.
Die USA in der multipolaren Weltordnung    14

Sven Bernhard Gareis
Auf dem Sprung zur Supermacht?
Chinas Platz in der multipolaren Welt    24

Manuela Scheuermann
Multilaterale Schaltzentrale unter Druck.
Wie weiter mit den Vereinten Nationen?    34

Andreas Nölke
Aufstieg der Schwellenländer.
Konsequenzen für die globale
Wirtschaftsordnung    44

 

Pro & Contra

Patricia Rinck und Tobias Debiel
Global Governance im Zeichen
polyzentrischer Weltpolitik    54

Maximilian Terhalle
Global Governance: Eine kosmopolitische
Illusion am Ende    59

 

Forum

Gabriele Woidelko
Eskalierte Entfremdung als „neue Normalität“?
Einblicke in die Beziehungskrise
zwischen Russland und Europa    64

 


Rezensionen

Bücher zum Thema    70

Politikwissenschaft    74

Das besondere Buch    76

Bücher für den Politikunterricht    77

Literaturtipps    78

 

 

 

Zu den Autoren

Prof. Dr. Tobias Debiel
ist Professor für Internationale Beziehungen, Außen- und Entwicklungspolitik, Direktor des Instituts für Entwicklung und Frieden und des Käte Hamburger Kollegs / Centre for Global Cooperation Research.

Prof. Dr. Sven Bernhard Gareis
ist Deputy Dean am George C. Marshall Center in Garmisch-Partenkirchen und lehrt Politikwissenschaft an der Universität Münster.

Dr. Patrick Keller
ist Koordinator für Außen- und Sicherheitspolitik der Konrad-Adenauer-Stiftung. Er vertritt in diesem Beitrag seine persönliche Auffassung.

Prof. Dr. Joachim Krause
lehrt Politikwissenschaft an der Universität Kiel und ist Direktor des dortigen Instituts für Sicherheitspolitik (ISPK).

Prof. Dr. Andreas Nölke
lehrt Politikwissenschaft mit den Schwerpunkten Internationale Beziehungen und Internationale Politische Ökonomie an der Goethe Universität in Frankfurt am Main.

Patricia Rinck
ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Käte Hamburger Kolleg / Centre for Global Cooperation Research sowie am Institut für Entwicklung und Frieden der Universität Duisburg-Essen.

Dr. Manuela Scheuermann
lehrt Politikwissenschaft an der Universität Würzburg.

PD Dr. Maximilian Terhalle
lehrt als Reader in International Politics an der University of Winchester in Großbritannien.

Gabriele Woidelko
ist Osteuropa­historikerin und Slawistin und leitet bei der Körber-Stiftung in Hamburg den Arbeitsschwerpunkt „Russland in Europa“.

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