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Wie viel Ungleichheit verträgt die Demokratie?

Erneut gestellt: die soziale Frage – Diagnose Postdemokratie? – Ökonomisierung und Bildung – Extreme Rechte

Bestellnummer: jpb1_15 (Print( / 40311 (PDF)
unter Mitarbeit von: Uwe Berndt, Helmut Bremer, Christoph Butterwegge, Oliver Eberl, Benno Hafeneger, Felix Ludwig, Barbara Menke, Petja Mihelic, Sonja Puchelski, David Salomon, Jens Schmidt, Christine Zeuner
Erscheinungsjahr: 2015
Auflage: 1. Auflage 2015
Seitenzahl: 104
ISBN: jpb1_15 (Print) / 978-3-7344-0311-8 (PDF)
Reihe: Journal für politische Bildung

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Wie viel Ungleichheit verträgt die Demokratie?

Über das Buch

Die Frage nach der aktuellen Verfassung der Demokratie ist ein zentrales Anliegen politischer Bildung. Sie wird auch vom diesjährigen Bundeskongress
Politische Bildung aufgegriffen, der vom 19.-21. März in Duisburg stattfindet. Dabei will der Kongress den Blick vor allem auf die zunehmenden Ungleichheiten
und Asymmetrien richten, die zwar das formale Regelsystem der repräsentativen Demokratie unangetastet lassen, die aber deren gesellschaftliche Basis immer deutlicher in eine brisante Schieflage bringen. Das Stichwort „Postdemokratie“, das eine Art Leitmotiv des letzten Bundeskongresses vom Frühjahr 2012 bildete, stellt einen Versuch dar, diesen scheinbar irreversiblen Prozess und seine politischen Konsequenzen auf den Begriff zu bringen.

Bei der neueren Demokratiedebatte wird immer stärker die gesellschaftliche Grundlage, speziell die Ökonomie, ins Blickfeld gerückt. Der Ökonom Thomas Piketty hat in seiner groß angelegten Studie über „Das Kapital im 21. Jahrhundert“ seine sozialwissenschaftlichen Kollegen ermahnt, „das Studium ökonomischer
Tatsachen nicht den Ökonomen (zu) überlassen.“ Für die politische Bildung dürfte diese Aufforderung in gleicher Weise gelten, wobei speziell im außerschulischen Bereich eine solche Notwendigkeit seit längerem anerkannt ist. Die „non-formale“ Szene lebt ja von der Initiative der Zivilgesellschaft, und deren soziale Impulse,
auch die Einsprüche und Proteste prägen das Bildungsgeschehen. Viele Träger sind hier mit Fragen der Arbeitswelt, der Qualifizierung und beruflichen Weiterbildung befasst, wie ja überhaupt das Ziel der „Beschäftigungsfähigkeit“ für die verschiedenen Felder des Lebenslangen Lernens bildungspolitisch
gesetzt ist.

Die vorliegende Ausgabe des Journals greift die einschlägigen Fragen aus dem Blickwinkel von Theorie und Praxis der außerschulischen Bildung auf. Einleitend geht Prof. Christoph Butterwegge (Universität Köln) auf den zentralen Punkt, die wachsende soziale Ungleichheit, ein, indem er eine Bilanz der jüngsten Entwicklungen im Finanzmarktkapitalismus zieht. Dem folgt ein Beitrag der beiden Politikwissenschaftler Dr. Oliver Eberl (TU Darmstadt) und Dr. David
Salomon (Universität Siegen). Sie stellen die „Diagnose Postdemokratie“ selber auf den Prüfstand. Dabei sehen sie Defizite, halten aber an der Triftigkeit des grundsätzlichen Theorieansatzes fest. Prof. Helmut Bremer und Felix Ludwig (Universität Duisburg-Essen) thematisieren anschließende Inklusion und Exklusion im
politischen Feld. Sie stützen sich auf den theoretischen Ansatz des Sozialwissenschaftlers Pierre Bourdieu und bringen gleichzeitig konkrete Projekterfahrungen aus der politischen Jugendbildung ein.

Die politikwissenschaftliche Diagnose von der „immer stärker werdenden Stellung ökonomischer Akteure bei gleichzeitiger Entmachtung von Parlamenten und Öffentlichkeit“ (Oberl/Salomon) hat ihr Pendant in der politischen Bildung: Das Stichwort lautet Ökonomisierung oder „Verbetriebswirtschaftlichung“ der Bildungsarbeit. Prof. Christine Zeuner (Hamburg/Redaktion Journal) bringt ein aktuelles Resümee zu den Ökonomisierungsprozessen, die in der politischen Erwachsenenbildung zu verzeichnen sind. Barbara Menke und Sonja Puchelski (Bundesarbeitskreis Arbeit und Leben) schließen dann den Schwerpunkt ab, indem sie über die pädagogische Arbeit mit bildungsbenachteiligten Jugendlichen berichten.

Inhaltsübersicht

Editorial


SchwerPunkt
WIE VIEL UNGLEICHHEIT VERTRÄGT DIE DEMOKRATIE?


Christoph Butterwegge
Wachsende soziale Ungleichheit – eine Gefahr für die Demokratie

Oliver Eberl, David Salomon
Soziale Krise und Demokratie
Diagnose Postdemokratie

Helmut Bremer, Felix Ludwig
Inklusion und Exklusion im politischen Feld
Einsichten und Einblicke aus der Perspektive Bourdieus

Christine Zeuner
Ökonomisierungsprozesse in der politischen Erwachsenenbildung

Barbara Menke, Sonja Puchelski
Bildungsbenachteiligung
Eine Herausforderung für Demokratie und politische Bildung

QuerDenken

Benno Hafeneger
Naturschutz als Thema von Demokratiebildung?

Jens Schmidt
Qualifiziert handeln!
Zur Kooperation von Bundeszentrale und Trägern bei der Rechtsextremismusprävention

ÜberGrenzen

Uwe Berndt, Petja Mihelicˇ
„Aus der Geschichte lernen“
Reflexionen zu einem deutsch-slowenischen Projekt

VorGänge

Politische Bildung: Herbstkonferenzen / Zum Wechsel in der Redaktion /
Marginalie zur Schlussredaktion / 5. Demokratie-Kongress / Wunsiedel ist bunt!

LeseZeichen

Demokratie!? / Soziologische Phantasie und Exemplarisches Lernen /
Gesellschaft im Umbruch / Demokratie und Sozialismus / Rechtsextremismus: Erscheinung und Erklärung

AugenMerk

Studie: Bürgerbeteiligung / AdB: Jungwählerprojekt / Grüne: Beteiligungsoffensive / Videoreihe: PoliWHAT?! /
Netzwerk: Politische Bildung Schwaben / KAS: TTIP / Greenpeace: Bündnis für Bildung / DIE: Alpha-Portal /
Materialien: Georg Elser / Bundeskongress Politische Bildung 2015 / Personen & Organisationen / Veranstaltungen /
Aktionstage 2015

Zu den Autoren

Uwe Berndt
Dr., arbeitet am Studienhaus Wiesneck (Institut für politische Bildung Baden-Württemberg e.V., Buchenbach bei Freiburg) und ist der dort tätige Stipendiat des Programms „Europa gestalten – Politische Bildung in Aktion“. Er realisierte zusammen mit Petja Mihelic 2013/14 das deutsch-slowenische Projekt „Aus der Geschichte lernen“.

Helmut Bremer
Dr., ist Professor für Erwachsenenbildung/Politische Bildung an der Universität Duisburg-Essen, Fakultät für Bildungswissenschaften;
Arbeitsschwerpunkte sind u.a. Politische Jugend- und Erwachsenenbildung, soziale Ungleichheit, Milieu- und Habitusanalyse

Christoph Butterwegge
Prof., ist Leiter des Lehr- und Forschungsbereichs Politikwissenschaft an der Humanwissenschaftlichen Fakultät der Universität zu Köln.

Oliver Eberl
Dr., ist wissenschaftlicher Mitarbeiter für Politische Theorie und Ideengeschichte an der TU Darmstadt.

Benno Hafeneger
Prof. Dr., Philipps-Universität Marburg und Mitglied der Journal-Redaktion.

Felix Ludwig
Diplom-Pädagoge, arbeitet als wissenschaftlicher Mitarbeiter im Fachgebiet Erwachsenenbildung/Politische Bildung der Universität Duisburg-Essen.
Er beschäftigt sich mit politischer (Jugend-) Bildung und qualitativer Bildungs- und Sozialforschung.

Barbara Menke
ist Bundesgeschäftsführerin von Arbeit und Leben.

Petja Mihelic
realisierte zusammen mit Dr. Uwe Berndt 2013/14 das deutsch-slowenische Projekt „Aus der Geschichte lernen“.

Sonja Puchelski,
MA, ist Politologin und Bildungsreferentin für Seminare und Projekte der politischen Jugendbildung und Grundbildung in der Arbeitswelt bei Arbeit und Leben.

David Salomon
ist wissenschaftlicher Mitarbeiter im Bereich Politische Bildung an der Universität Siegen.

Jens Schmidt
ist Bildungsreferent bei Arbeit und Leben Hamburg und dort zuständig für die politische Jugendbildung, für Projekte sowie für das Mobile Beratungsteam
gegen Rechtsextremismus und leitet außerdem das Projekt „breit aufgestellt“.

Christine Zeuner
Prof. Dr., lehrt Erziehungswissenschaft mit dem Schwerpunkt Erwachsenenbildung an der Helmut-Schmidt-Universität/Universität
der Bundeswehr Hamburg und ist Mitglied der Journal-Redaktion.

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