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Heft 2 | 2011 Macht
Macht als Google-Suchwort klärt scheinbar schnell und einfach auf: es ist die Fähigkeit, auf Denken und Verhalten anderer Personen und Gruppen einzuwirken, Ziele zu erreichen und sich nicht anderen unterwerfen zu müssen. Max Weber hat Macht als Chance bezeichnet, „innerhalb einer sozialen Beziehung den eigenen Willen auch gegen Widerstreben durchzusetzen“. Das dürfte etwa dem gebildeten Alltagsbewusstsein entsprechen, wobei allenfalls noch das komplementäre Wort „Gegenmacht“ auftauchen könnte. Macht ist danach ein soziales Verhältnis von Chance und Unterordnung. Macht ist aber nicht nur ein soziales Verhältnis, sondern realisiert sich auch durch die Wirkung und Schaffung der räumlichen Verhältnisse, im alltäglichen Geographie-Machen und in der großen „Geopolitik“; es realisiert sich in der alltäglichen Normierung in Schule, Justiz, Wirtschaft, Ethik und Politik. Wenn man Macht zusätzlich attribuiert, etwa durch das Adjektiv „strukturell“, und wenn man das Wort damit negativ konnotiert wie im Begriff „strukturelle Gewalt“ (Galtung), kommt noch die normative Eigenschaft der Vermeidbarkeit und Ungerechtigkeit dazu, eine Beeinträchtigung grundlegender Bedürfnisse, die außerdem eine Emanzipation von Gleichen unter Gleichen strukturell unmöglich macht. Macht wird – von Menschen gegen Menschen – „ausgeübt“. Derartige alltägliche subjektive Definitionen sind nicht falsch oder überholt, allein schon deshalb nicht, weil sie existieren und wirken. Damit lassen sich auch Fälle bearbeiten und Einstellungen beeinflussen. Aber die Gefahr ist groß, dass damit der Begriff Macht unterkomplex und affektbeladen bleibt. Die Beiträge in diesem Heft beschreiben den Begriff Macht aus unterschiedlichen Perspektiven. zdg Heft 2 | 2011, ISBN 978-3-89974674-7
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Inhalt zdg 2 | 2011
Markus Riefling Foucaults Konzept der Macht und seine Bedeutung für die Politische Bildung
Christian Kirschner, Frederick de Moll Politische Bildung im Lichte ihrer Machtbegriffe:
Jacques Rancières Impulse für Zielperspektiven politischer Bildungspraxis Kathleen Raths, Katharina Kalcsics Macht mit Legitimation – Vorstellungen von Kindern über Herrschaft im demokratischen System
Ludwig Heuwinkel Zeitstrukturen als Machtfaktor
Franziska Birke, Bernd Remmele Die ökonomische Seite der Macht
Alexandra Lechner-Amante
Museen als Orte politischer Bildung – am Beispiel der Ausstellung „African Lace – Österreichische Stoffe für Nigeria“
Tilman Rhode-Jüchtern Macht und Raum „Der Löwe von Aspern“
Lars Reinking Bilder der Macht entschlüsseln.
Oder: Wie lernen Jugendliche im Geschichtsunterricht kritisch mit Propagandakunst umzugehen? Peter Gautschi, Kurt Messmer und die beteiligten Geschichtslehrpersonen der Luzerner Gymnasien Geschichtsunterricht forschend weiterentwickeln
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