DDR-Geschichte im Klassenzimmer
Deutung und Wissensvermittlung in Deutschland und Frankreich nach 1990
Die DDR ist nach 1990 zu einem Gegenstand von Geschichtsunterricht geworden, der für viele Schülerinnen und Schüler so fern ist wie jeder andere. Zugleich aber ist die DDR für manche Lehrkräfte und Eltern gelebte Erinnerung. Was im Unterricht über sie gelernt werden soll, ist allerdings das Ergebnis gesellschaftlicher Debatten um Aufarbeitung und Erinnerung. In diesen dominiert ein „Diktaturgedächtnis“, das den Erzählungen in Familie und Medien vom Alltag in der DDR häufig widerspricht.
Anhand einer Analyse von konkretem Geschichtsunterricht, Lehrplänen, Schulbüchern, Geschichtsausstellungen und Interviews untersucht die vorliegende Studie, welche Erzählungen über und Deutungskonflikte um die DDR im Unterricht auftauchen und wie diese verhandelt werden. Der Unterrichtsvergleich zwischen Leipzig, Frankfurt am Main und Paris zeigt die Standortgebundenheit mancher Debatten, aber auch Anschlussmöglichkeiten für DDR-Geschichte an europäische Geschichte und die Geschichte der Arbeiterbewegung.
Sofort verfügbar, Lieferzeit: 2-5 Tage
| Bestellnummer: | 40927 |
|---|---|
| EAN: | 9783734409271 |
| ISBN: | 978-3-7344-0927-1 |
| Format: | Broschur |
| Reihe: | Wochenschau Wissenschaft |
| Erscheinungsjahr: | 2020 |
| Auflage: | 1. Aufl. |
| Seitenzahl: | 408 |
- Inhaltsübersicht Danksagung 1. Einleitung 1.1 Analyseebenen 1.2 Forschungsstand 1.3 Methodische Umsetzung und Korpus 1.4 Gliederung der Arbei… Mehr
- Autor*innen Marie Müller-Zetzsche, Dr. phil., promovierte am Institut für Kulturwissenschaften der Universität Leipzig und dem Centre d'… Mehr
- Stimmen zum Buch „Mit der hier zu besprechenden Studie legt die Autorin einen wichtigen Baustein für die geschichtsdidaktische und geschichts… Mehr
Danksagung
1. Einleitung
1.1 Analyseebenen
1.2 Forschungsstand
1.3 Methodische Umsetzung und Korpus
1.4 Gliederung der Arbeit
2. Theoretische Annäherung: Vermittlung von DDR-Geschichte
2.1 DDR-Deutungen zwischen Wissenschaft und Geschichtspolitik
2.1.1 SED-Staat
2.1.2 Mitmachdiktatur
2.1.3 Fürsorgediktatur
2.1.4 Die ostdeutsche Gesellschaft
2.1.5 Herrschaft und „Eigen-Sinn“
2.2 Historische Meistererzählung und roman national
2.3 Erinnerungsforschung und kollektives DDR-Gedächtnis in Deutschland und Frankreich
2.3.1 Das Potential der Erinnerungsforschung und ihre Grenzen
2.3.2 Wer erinnert sich an die DDR?
2.4 Wissenssoziologische Theorien zur Aneignung von Geschichte
2.4.1 Das Familiengedächtnis
2.4.2 Wissensvermittlung im Geschichtsunterricht
2.4.3 Bilder und Erzählungen
3. Die geschichtspolitisch intendierte Vermittlung von DDR-Geschichte
3.1 Akteure der schulischen Bildung
3.1.1 Bildungsministerien und Lehrpläne für den Geschichtsunterricht
3.1.2 Die Produktion von Schulbüchern als Aushandlungsprozess
3.2 Das Feld der außerschulischen Bildung in Deutschland und Frankreich
3.2.1 Debatten um die museale Darstellung der DDR
3.2.2 Die großen Geschichtsausstellungen in Deutschland und in Frankreich und ihre DDR-Darstellung
3.2.3 Museumspädaogik für Schulklassen
4. Die Vermittlungsmedien: Schulbücher und pädagogische Materialien
4.1 DDR-Geschichte im Schulbuch zwischen 1990 und 2009
4.1.1 Stand der Schulbuchforschung um 1990
4.1.2 Die DDR in deutschen Geschichtsbüchern 1990–1999
4.1.3 Die DDR in französischen Schulbüchern 1990–2011
4.1.4 Die DDR in deutschen Geschichtsbüchern 1999–2007
4.2 Darstellungen der DDR in Schulbüchern der dritten Generation nach 1990
4.2.1 DDR-Geschichte in französischen Geschichtsbüchern
4.2.2 DDR-Geschichte in französischen Deutschlehrwerken
4.2.3 DDR-Geschichte im Europäischen Geschichtsbuch und im deutsch-französischen Geschichtsbuch Histoire/Geschichte
4.3 Deutungen der DDR in Schulbüchern der dritten Generation: Mauer, Jugend, Stasi und Antifaschismus
4.3.1 Die Mauer im Schulbuch: Europäisierung der Teilungsgeschichte
4.3.2 Jugend in der DDR: Alltag und Arrangementgedächtnis im Schulbuch
4.3.3 Die Stasi im Schulbuch: die DDR als „Unrechtsstaat“
4.3.4 Antifaschismus in der DDR: Gründungsmythos und Fortschrittsgedächtnis im Schulbuch
5. Die Praxis der Vermittlung: DDR-Geschichte im Unterricht
5.1 Materielles Erbe, Familienloyalitäten, Diktatur- und Arrangementgedächnis: DDR-Geschichte in der 10b in Leipzig
5.1.1 Institutionelle Rahmungen des Unterrichts
5.1.2 Intendierte und implizite Wissensvermittlung im Unterricht
5.1.3 Narrative
5.1.4 Deutungskonflikte
5.1.5 Erinnerungspraktiken der Schülerinnen und Schüler
5.2 Anspruch und Wirklichkeit des „realsozialistischen“ Staates: DDR-Geschichte in der 9D in Frankfurt am Main
5.2.1 Institutionelle Rahmungen des Unterrichts
5.2.2 Intendierte und implizite Wissensvermittlung im Unterricht
5.2.3 Narrative
5.2.4 Deutungskonflikte
5.2.5 Erinnerungspraktiken der Schülerinnen und Schüler
5.3 „Mitmachdiktatur“ oder nur Satelittenstaat der Sowjetunion: DDR-Geschichte in der Terminale ES in Paris
5.3.1 Institutionelle Rahmungen des Unterrichts
5.3.2 Intendierte und implizite Wissensvermittlung im Unterricht
5.3.3 Narrative
5.3.4 Deutungskonflikte
5.3.5 Erinnerungspraktiken der Schülerinnen und Schüler
6. Zusammenfassung und Ausblick: DDR-Geschichte als Streitgeschichte
Literaturverzeichnis
Marie Müller-Zetzsche, Dr. phil., promovierte am Institut für Kulturwissenschaften der Universität Leipzig und dem Centre d'Etudes Germaniques Interculturelles der Université de Lorraine. Sie arbeitet an der Schnittstelle von Erforschung und Vermittlung zeitgeschichtlicher Themen, zur Zeit für die Stiftung Haus der Geschichte.
„Mit der hier zu besprechenden Studie legt die Autorin einen wichtigen Baustein für die geschichtsdidaktische und geschichtspolitische Forschung zum Umgang mit der DDR-Geschichte vor. (...) All dies macht die Studie in jederlei Hinsicht lesenswert und für weitere Forschungen in höchstem Maße anschlussfähig.“
Julia Reuschenbach, Zeitschrift für Geschichtsdidaktik 2021 (20. Jg.)
„Den Clou des Buches aus Sicht des Rez. bietet eine vergleichende Analyse von protokollierten Unterrichtsstunden und -einheiten, die im Jahr 2015 in Schulen in Leipzig, Frankfurt/M. und Paris gegeben wurden. Der Blick richtet sich auf die aufkommenden Deutungskonflikte, für jeden Lehrerausbilder ist das eine ergiebige Vorlage.“
Ulrich Bongertmann, geschichte für heute 4/2020
„Das Buch ist nicht nur lesenswert, weil es unterschiedliche Ebenen der Vermittlung in den Blick nimmt, sondern auch, weil viele Anknüpfungspunkte für weiterführende Forschung aufgezeigt werden.“
Kathrin Klausmeier, www.sehepunkte.de
Sie könnten auch an folgenden Titeln interessiert sein
„Das sind doch Stasi-Methoden!“ Dieses geflügelte Wort wird oft verwendet, wenn es heute um Überwachung, Einschüchterung und Repression geht. Dabei ist das Wissen um den Überwachungsapparat der DDR gerade unter Schülerinnen und Schülern rückläufig. Wer und was war die Stasi wirklich? Wie hat sie gearbeitet und welche Rolle spielte sie in der DDR? Was bedeutete es, ins Stasi-Visier zu geraten? Diese und andere Fragen können mit dem Heft „Alles unter Kontrolle? Die DDR-Staatssicherheit“ im Unterricht anhand zahlreicher, bisher schwer zugänglicher Quellen bearbeitet werden. Methodisch eignet sich das Heft besonders für die quellengestützte Arbeit in Gruppen. ** Mit der Bestellung eines Titels zur Fortsetzung erhalten Sie diesen Titel sowie alle künftigen Titel der entsprechenden Reihe direkt nach Erscheinen zugesandt. Ein weiterer Vorteil: Sie sparen rund 20 Prozent gegenüber der Einzelbestellung. Der Fortsetzungsbezug ist jederzeit kündbar - eine kurze Mitteilung an uns genügt!
Die Sozial- und Alltagsgeschichte der DDR spielt im Geschichtsunterricht bislang eine marginale Rolle. Doch gerade die Beschäftigung mit diesen Erfahrungsbereichen bietet die Chance, das Bild einer zentralistisch durchherrschten Gesellschaft zu differenzieren und vorhandene mentale Unterschiede zwischen Ost und West zu historisieren. Diesem Anliegen folgend wurden hier eine Vielzahl bislang unveröffentlichter Quellen unter didaktischen Gesichtspunkten zusammengestellt. Mit den Kapiteln sozialer Wandel, Geschlechterverhältnisse, Kindheit und Jugend, Arbeits- und Konsumwelt, Kultur und Propaganda, aber auch Kirche bzw. Umwelt bietet sich dem Leser ein breites Themenspektrum. ** Mit der Bestellung eines Titels zur Fortsetzung erhalten Sie diesen Titel sowie alle künftigen Titel der entsprechenden Reihe direkt nach Erscheinen zugesandt. Ein weiterer Vorteil: Sie sparen rund 20 Prozent gegenüber der Einzelbestellung. Der Fortsetzungsbezug ist jederzeit kündbar - eine kurze Mitteilung an uns genügt!
Politische Opposition war in der DDR ein gefährliches Unterfangen. Die Parteiführung der SED nutzte den Überwachungsapparat der Staatssicherheit, um öffentliche Artikulation jeglichen Widerspruchs im Keim zu ersticken. Erst die Unterzeichnung der KSZE-Schlussakte und die allmählich einsetzende Reformpolitik Gorbatschows schufen kleine Freiheitsräume, in denen sich politischer Widerspruch langsam, aber nach wie vor bedroht von staatlichen Repressionen entfalten konnte. Das Heft thematisiert dieses allmähliche Erstarken der DDR-Bürgerrechtsbewegungen seit den 80er Jahren und das gesellschaftliche Klima, in dem Opposition zum System mehr und mehr auf fruchtbaren Boden stieß. Der Schwerpunkt liegt dabei auf der Rolle der Bürgerrechtsbewegung in der Phase der Runden Tische von Dezember 1989 bis März 1990 und ihrer Vereinnahmung durch die große Parteipolitik. Im Rahmen eines Simulationsspiels sollen Schüler/innen die immer mehr in Vergessenheit geratende Bedeutung des Runden Tisches als „Schule demokratischen und friedlichen Verhaltens“ in der Endphase der DDR erschließen. ** Mit der Bestellung eines Titels zur Fortsetzung erhalten Sie diesen Titel sowie alle künftigen Titel der entsprechenden Reihe direkt nach Erscheinen zugesandt. Ein weiterer Vorteil: Sie sparen rund 20 Prozent gegenüber der Einzelbestellung. Der Fortsetzungsbezug ist jederzeit kündbar - eine kurze Mitteilung an uns genügt!
Schülerinnen und Schüler bekommen historische Quellen in der Regel nur als Abschriften zu sehen. Stempel, Unterschriften, handschriftliche Notizen und ähnliche optische Merkmale fehlen. Damit gehen aber nicht nur wichtige zusätzliche Informationen, sondern auch der Reiz des Authentischen verloren.Das vorliegende Heft versammelt deshalb 33 wichtige Quellen zur doppelten deutschen Staatsgründung aus den Beständen des Bundesarchivs als hochwertig reproduzierte Faksimiles. Die Quellen sind jeweils mit einem übersichtlichen Kommentar versehen: Hinweise zur Einordnung in den historischen Kontext und zur Überlieferung sowie didaktische Erläuterungen und Vorschläge für Arbeitsaufträge verkürzen die Zeit für die Unterrichtsvorbereitung auf ein Minimum.
Wochenschau Wissenschaft
Jugendkultur ist nicht nur urban. Auch auf dem Land schaffen junge Menschen eigene Räume, Gemeinschaften und kulturelle Szenen, oft mit viel Eigeninitiative. Dieses Buch zeigt, wie Jugendliche ländliche Lebenswelten gestalten, welche Rolle Selbstorganisation, Ehrenamt und Teilhabe spielen und wo Ausgrenzung oder fehlende Infrastruktur Handlungsspielräume begrenzen. Empirische Studien und Praxisbeispiele führen von queeren Lebenswelten über Jugendclubs, Feuerwehr und Kirchenräume bis zu Beteiligungsprojekten. So entsteht ein vielschichtiger Blick auf Jugendkulturen jenseits des Stadt-Land-Klischees und auf die Frage, was junge Menschen brauchen, damit ihre Ideen vor Ort Wirkung entfalten.
Alle Gesellschaften erzählen ihre Geschichte ein ums andere Mal, in der Schule und in anderen kulturellen Kontexten. Dabei aber das historische Denken und das Geschichtsbewusstsein zu fördern, ist weniger verbreitet. Denn das bedeutet, die simplifizierten und simplifizierenden Versionen der Vergangenheit infrage zu stellen, die voller nationaler Meistererzählungen stecken. Es ist nötig, diese zu hinterfragen, sich mit den Praktiken von Historikern und Sozialwissenschaftlern auseinanderzusetzen und ein kritisches Denken zu entwickeln. Mit zahlreichen Beispielen aus der Geschichte verschiedener Länder und in verständlicher Sprache, die sich an ein breites Publikum richtet, plädiert Mario Carretero in diesem Buch für eine Geschichtsvermittlung, die sich auf das Verständnis der Komplexität von Geschichte und auf die Entmystifizierung der traditionellen Erzählungen stützt. Das ursprünglich in spanischer Sprache verfasste Buch wurde bereits ins Englische, Französische und Italienische übersetzt. Das Buch enthält einen Epilog über die aktuellen Herausforderungen der KI für die Geschichtsvermittlung.
Kann eine sprachsensible Lernumgebung die Kompetenzentwicklung im Fach Geschichte unterstützen? Die Autorin untersucht dies für das Lesen und Textverstehen im Geschichtsunterricht. Im Mittelpunkt der Studie stehen ein fachtypischer Verfassertext sowie darauf bezogene leseprozesssteuernde Aufgaben. Die Ergebnisse der Intervention deuten darauf hin, dass fachsprachliche Förderung und eine Strukturierung des Leseprozesses das Textverständnis ein- und mehrsprachiger Schüler:innen unterstützen können. Neben empirischen Befunden vermittelt der Band lese- und geschichtsdidaktische Grundlagen eines lesesensiblen Geschichtsunterrichts und gibt praktische Hinweise zu dessen Umsetzung.
In diesem Band sind fachwissenschaftliche und fachdidaktische Arbeiten zu Ausdrucksformen des Antisemitismus versammelt. Eine besondere Rolle spielen dabei der Israel-Palästina-Konflikt und seine Rezeption. Dieser Kontext rückt nach der Zäsur des 7. Oktober 2023 ins Zentrum, führt jedoch zu großen Verunsicherungen in Bildungsinstitutionen. Der Autor liefert Bestandsaufnahmen zum Wissen über Antisemitismus und diskutiert Antisemitismus bzw. Antisemitismusdebatten aus der Perspektive mündigkeitsorientierter politischer Bildung. Er erschließt didaktische Materialien zu Antisemitismus und zum Nahostkonflikt und analysiert (fehlende) Themenfelder, (implizit) enthaltene Annahmen und nicht-intendierte Effekte.
Wie können Konflikte konstruktiv gelöst werden und wie lassen sich Friedensprozesse nachhaltig gestalten? Wie können die Vereinten Nationen, die UN-Charta und das Völkerrecht gestärkt werden? Das Buch analysiert die Risiken, die mit der aktuellen Sicherheitspolitik und der militärischen Aufrüstung verbunden sind. Es liefert Denkanstöße für eine Friedensgestaltung und zeigt Wege auf, wie über Diplomatie und Krisenprävention Konflikte entschärft werden könnten. Das Konzept der Friedenslogik wird vorgestellt und friedenslogisches Handeln erklärt.
Die Frage, wie mit den nationalsozialistischen Verbrechen umgegangen werden soll, beschäftigt die Politik, die Fachwissenschaften und -didaktiken sowie Kunst und Kultur seit dem Ende der faschistischen Herrschaft. Dieser Band schlägt dazu einen breiten, der historisch-politischen Bildung verpflichteten Zugang vor. Die Beschäftigung mit dem Nationalsozialismus und der Shoah steht somit immer auch mit der Gegenwart in Verbindung. Der Einzelne reflektiert über die eigene Lebenswelt sowie seine Eingebundenheit in wirtschaftliche und gesellschaftliche (Herrschafts-)Strukturen. Zugleich wird er angeregt, die Gesellschaft – demokratisch und den Menschenrechten angemessen – mitzugestalten.
Was ist Geschichte? Können wir aus ihr lernen? Ist festzustellen, wie es früher gewesen ist? Geschichten sind Narrationen. Wir erzählen sie standortgebunden und absichtsvoll, um Orientierung zu geben oder zu unterhalten. Unsere Geschichten sind gesellschaftliche Konstruktionen von Wirklichkeit. Sie sind wertvoll, aber sie können uns nicht sagen, wie es früher einmal war. Die Vergangenheit zeigt sich uns dort, wo uns etwas von früher befremdet. In alten Texten und materiellen Dingen, mit denen wir nichts anfangen können, konzentrieren sich die Veränderungen, die sich seit damals vollzogen haben. Sie machen uns neugierig. Sie faszinieren uns. Sie befreien uns von unserer Gegenwart.
Die Digitalisierung prägt Bildung und Didaktik grundlegend – auch in der ökonomischen Bildung. Der Sammelband beleuchtet systematisch Chancen, Herausforderungen und Schnittstellen digitaler Entwicklungen. Die Beiträge zeigen, dass Digitalisierung weit über den Einsatz digitaler Technik hinausreicht: Sie verändert epistemische Grundlagen, didaktische Ansätze, Werthaltungen, Rollenbilder und Kompetenzanforderungen. Die Autor*innen thematisieren unter anderem Einstellungen und Kompetenzen von Lehrenden, erweiterte didaktische Möglichkeiten sowie neue Anforderungen, die die Digitalisierung an die ökonomische Bildung stellt.
Dieser Band versammelt Beiträge zur Bedeutung von Kritik in Bildung und Wissenschaft. Im Fokus steht, wie kritische Fachlichkeiten Forschung, Unterricht und gesellschaftliche Transformationsprozesse prägen.
Europa lässt sich als ein offenes Projekt zwischen Idee und politischer Realität verstehen. Dieser Band zeigt, wie Jugendarbeit und Jugendpolitik darin auftauchen – kritisch, vielfältig und im Spannungsfeld von Konflikten und Gestaltungsmöglichkeiten.
Der Eurozentrismus in vielen Menschenrechtserzählungen trägt zu praktischer rassistischer Diskriminierung bei. Für eine kritische politische Bildung gilt es, die theoretischen Grundlagen historischer Bildung und Forschung zu überdenken und zu verändern.
Wie kann das Sprechen über religiöse Vielfalt gelingen, und welche Rolle kommt der Wissenschaft dabei zu? Wissenschaftler*innen und Praktiker*innen aus verschiedenen gesellschaftlichen Bereichen zeigen das in diesem Band.
Anhand von konkreten Unterrichtsmaterialien, didaktischen Kriterien und authentischen Sachinformationen eröffnen mehrheitlich communitybasierte Beiträge praxisnahe Zugänge der Politischen Bildung zum sensiblen wie heterogenen Themenfeld.
Was darf Kunst? Dieser Frage gehen die einzelnen Beiträge an konkreten Fallbeispielen aus der Unterrichtspraxis nach. Dabei stehen die Grenzen und Freiheiten von Kunst unter dem Aspekt von Demokratie- und Medienbildung im Fokus.
Seit gut einem Jahrzehnt prägen Kompetenzmodelle und Entwürfe für Bildungsstandards die Diskussionen der Politikdidaktik. Jedoch beruht die bisherige Form dieser „Kompetenzorientierung“ – so die These des vorliegenden Buches – auf der weitgehend unreflektierten Umsetzung bildungspolitischer Vorgaben und dem zweifelhaften Argument der „Anschlussfähigkeit“. Entgegen aller Messbarkeitseuphorie zeigt Christian Meyer-Heidemann die Einseitigkeiten und Widersprüche der so genannten „Empirischen Wende“ der Politikdidaktik auf. Er rehabilitiert einen umfassenderen Anspruch politischer Bildung, der sich nicht auf eine Vermittlung von testbarem Wissen oder einen messbaren Einstellungswandel reduzieren lässt. Seine Argumentation ist inspiriert vom Denken des kanadischen Sozialphilosophen Charles Taylor, dessen wissenschafts- und politiktheoretische Einsichten – gemäß dem politiktheoretischen Ansatz der Politischen Bildung – für zeitgenössische Diskurse der Politikdidaktik herangezogen werden. Schließlich gelangt Meyer-Heidemann zu dem Fazit: Politische Bildung dient vor allem der Selbstbildung und das ihr angemessene Leitbild ist eine gelingende Bürgeridentität.
Rechte Cliquen sind mit ihrem Stil, ihrer Musik, ihren Protestformen und Einstellungen zu einem Bestandteil der deutschen Jugendkultur geworden. Sie stellen Politik, Zivilgesellschaft und Pädagogik vor Herausforderungen, die für die demokratische Entwicklung, politische Kultur und das soziale Klima des Zusammenlebens von besonderer Bedeutung sind. Die vorliegende zweite „Hessenstudie 2007“ untersucht erneut nach der ersten „Hessenstudie 1999“ die Erscheinungs- und Handlungsformen von rechten Jugendcliquen und geht der Frage nach, ob es sich um ein episodales oder um ein längerfristiges, sich verstetigendes Phänomen handelt. Dabei werfen die Autoren einen besonderen Blick auf politische und pädagogische Reaktionen und Umgangsformen in hessischen Kommunen.
Politische Bildung außerhalb der Schule – mitten in der Gesellschaft. In diesem Sammelband werden neue Orte und wichtigen Fragestellungen für die außerschulischen politischen Bildung untersucht. Was gibt es für neue Lernorte und Ansätze im Handlungsfeld, welche Herausforderungen zeigen sich und wie begegnen ihnen politische Bildner:innen?
Der Titel „Selbstständig“ der Festschrift für Andreas Körber betont das Ziel des Geschichtslernens, Schüler:innen zum eigenständigen historischen Denken zu befähigen. Spannende Beiträge adressieren Schwerpunkte von Körbers Arbeit und der Forschung.