Die Neue Rechte und der Nationalsozialismus
Schuldabbau als Bedingung „völkischer Identität“
- von
- Niklas Fischer
Dieser Titel erscheint voraussichtlich im September 2026
| Bestellnummer: | 41823 |
|---|---|
| EAN: | 9783734418235 |
| ISBN: | 978-3-7344-1823-5 |
| ISSN: | 1435-7658 |
| Reihe: | Forum Historisches Lernen |
| Erscheinungsjahr: | 2026 |
| Auflage: | 1 |
| Seitenzahl: | ca. 320 |
1. Einleitung
1.1. Die „erinnerungspolitische
Wende um 180 Grad!“
1.2. Gliederung
2. Terminologie: Holocaust-Gedenken vs. „Vergangenheitsbewältigung“
2.1. Geschichtspolitik in der
Forschung
2.2. Abgrenzung I:
Geschichtspolitik im Diskurs der Neuen Rechten
2.3. Holocaust-Gedenken als
„Zivilreligion“ in der Forschung
2.4. Abgrenzung II:
Holocaust-Gedenken als „Zivilreligion“ im Diskurs der Neuen Rechten
3. Erkenntnisinteresse und zentrale Hypothese
4. Geschichtsbilder der Neuen Rechten: Forschungsstand und zentrale Publikationen
5. Untersuchungsgegenstand: Die Neue Rechte
5.1. Eingrenzung des Begriffs
Neue Rechte
5.2. In der Tradition der
Konservativen Revolution
5.3. Die Carl Friedrich von
Siemens Stiftung und die „Neurose der Deutschen“
5.4. Alain de Benoist und
Metapolitik
5.5. Das Konzept von
„Remigration“ und das „ethnische Staatsvolk“
5.6. Intellektuelle Heimat: Das
ehemalige Institut für Staatspolitik
5.7. Widerstände gegen den 08.
Mai als „Tag der Befreiung“
5.8. Geschichtspolitik in der
Zeitschrift Sezession
5.9. Deutsche Geschichte im
Angebot des Verlags Antaios
5.10. Publizistisches Netzwerk
6. Strategie: Provokation statt Anpassung
6.1. Geschichtspolitische
Binnenkonflikte im Zuge einer sich radikalisierenden AfD
6.2. Den „Skandal“ skandalisieren:
Finis Germania und das „Overtonfenster“
7. Methodisches Vorgehen
7.1. Diskursanalyse zur
Ermittlung prototypischer Argumente
8. Textkorpus: Die Essayreihe Kaplaken und ihre Autoren
8.1. Berücksichtigte
Publikationen
8.2. Nicht berücksichtigte
Publikationen
8.3. „Vordenker“ der Neuen
Rechten
8.3.1. Gerd-Klaus Kaltenbrunner
8.3.2. Armin Mohler
8.3.3. Ernst Nolte
8.3.4. Bernard Willms
8.3.5. Rolf Peter Sieferle
8.4. HausautorInnen aus dem
Umfeld des Instituts für Staatspolitik
8.4.1. Karlheinz Weißmann
8.4.2. Stefan Scheil
8.4.3. Martin Lichtmesz
8.4.4. Manfred Kleine-Hartlage
8.4.5. Martin Sellner
8.4.6. Thor von Waldstein
8.4.7. Bettina Gruber (Sophie
Liebnitz)
8.4.8. Günter Scholdt
8.4.9. Götz Kubitschek
8.5. AutorInnen und
PublizistInnen aus dem Netzwerk der Neuen Rechten
8.5.1. Thorsten Hinz
8.5.2. Felix Menzel
8.5.3. Baal Müller
8.5.4. Andreas Lombard (vormals
Krause Landt)
8.5.5. Alex Kurtagić
8.5.6. Norbert Borrmann
8.5.7. Bernd Rabehl
8.5.8. Gabriele Bensberg
8.5.9. Johann Braun
8.5.10. Till-Lucas Wessels
8.5.11. Konstantin Fechter
8.5.12. Eberhard Straub
8.5.13. Leon Plöcks
9. Zwischenfazit
9.1. Gesamtübersicht der
berücksichtigten Publikationen
9.2. Kritisches historisches
Erzählen über die „instrumentalisierte“ Vergangenheit als identitätsstiftendes
Stilmittel
10. Auswertung der Diskursanalyse: Prototypische Argumente des
neurechten „Deutungskampfes“
10.1. Methodische Reflexion und
Erläuterungen zum Codierverfahren
10.2. NS-Aufarbeitung sei
Instrument „linker“ Hegemonie
10.2.1. Politische Gegner
diskreditiere man mit der „Nazikeule“
10.2.2. Die NS-Aufarbeitung sei
Teil einer Ideologie
10.2.3. Der „Antifaschismus“
verfüge über ausgeprägtes Sendungsbewusstsein
10.2.4. Es werde ein
Konformitätsdruck ausgeübt
10.3. Auschwitz bilde
zivilreligiösen Mythos
10.3.1. „Singularität“ sei
Ursprung metaphysischer Schuld
10.3.2. Deutsche und ihr
Verbrechen seien Sinnbild des „Bösen“
10.3.3. Abweichung vom „Postulat
der Einzigartigkeit“ stehe unter Strafe
10.4. Gewalt sei keine
„singuläre“ Erscheinung des NS
10.4.1. Gewalt sei auch von „den
Anderen“ verübt worden
10.4.2. Nationalsozialismus müsse
kontextualisiert werden
10.4.3. Gegenwärtige Gesellschaft
sei bedroht wie in NS-Zeit
10.4.4. Es müsse mehr um deutsche
Opfer gehen
10.5. „Vergangenheitsbewältigung“
sei Kern negativer Identität
10.5.1. Schuld bedinge eine
„antideutsche Identität“
10.5.2. „Schuld“ müsse überwunden
werden, um positive Identität zurückzugewinnen
10.6. „Schuldkult“ bilde das
Fundament des Multikulturalismus
10.6.1. „Multikulti“ werde als
Ideal stilisiert
10.6.2. „Schuld“ sei Motor des
Bevölkerungsaustauschs
10.6.3. „One-World“ ermögliche
„Erlösung“
10.6.4. Migranten seien
„sakralisierte Opfer“
10.6.5. Gewalt durch Migranten
bedinge gesellschaftliche Konflikte
10.7. Deutschland stehe unter
„Fremdherrschaft“
10.7.1. Deutschland sei nicht
souverän
10.7.2. Reeducation, „Schuld“ und
Neuordnung der Gesellschaft
10.7.3. Geschichte der
Kriegssieger dominiere
10.8. Faschismus sei nicht
gleichzusetzen mit Nationalsozialismus
11. Zusammenfassung der Ergebnisse: Die Erzählung von „deutschen Opfern“
12. Ergänzung: „Europa in Brand stecken“: Alternative Geschichtsbilder der Neuen Rechten#
13. Transfer der Ergebnisse
13.1. Deutungskämpfe der Neuen
Rechten als Formen politischer Agitation
13.2. Abgrenzung zu
postkolonialen Ansätzen
13.3. Diskursiver Anschluss
neurechter Geschichtspolitik in der AfD
14. Schlussfolgerungen & didaktische Funktionalisierung
14.1. Die Strategie einer
„Versöhnung mit der Vergangenheit“
14.2. Didaktische
Funktionalisierung der Analyseergebnisse: Vorschläge zur Dekonstruktion des
Geschichtsdiskurses der Neuen Rechten
15. Quellen- und Literaturverzeichnis
15.1. Quellen und Literatur
15.2. Quellen und Literatur von
Autoren der Konservativen Revolution und der Neuen Rechten
15.3. Online-Bezugsquellen von
Verlagen und Autoren des untersuchten Diskurses
Forum Historisches Lernen
Niklas Fischer zeigt, wie die „Neue Rechte“ mit ihren Publikationen zentrale Konsense der NS-Aufarbeitung infrage stellt und versucht, das gesellschaftliche „Meinungsfenster“ im Sinne ihrer völkischen Ideologie zu verschieben. Im Mittelpunkt stehen Erzählungen von „deutschen Opfern“, verlorener Identität und angeblicher „Überfremdung“, die als Folge einer vermeintlich linken Hegemonie gedeutet werden. Die Analyse arbeitet die Muster dieser metapolitischen Agitation heraus – von der Klage über die „Nazikeule“ bis zur Kritik am „Schuldkult“ – und macht die Funktion der geforderten „erinnerungspolitischen Wende“ sichtbar. Abschließend entwickelt Fischer Anregungen für einen reflektierten Umgang mit solchen Deutungskämpfen in Bildungsprozessen.
Themen der Ur- und Frühgeschichte sind in Deutschland und Frankreich Gegenstand zahlreicher Unterrichtsmedien und verschiedener Aneignungsformate der Geschichtskultur. Quellen ferner Vergangenheiten werden darin unter dem Einfluss gegenwärtiger Fragen interpretiert und kontextualisiert. Die so entstehenden Narrationen konstruieren Sinn: für Individuen oder gesellschaftliche Gruppen. Der Band zeigt dies anhand ausgewählter Beispiele überwiegend zur Geschichte und Archäologie der Kelten und der Germanen auf. Dabei wird insbesondere das didaktische Potential deutlich, das sich durch kritisches Reflektieren über das Verhältnis von Quelle und Darstellung im Sach- oder Geschichtsunterricht entfalten kann.
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Die Renaissance der Raumdimension der Geschichte erfordert eine Neubewertung des Raummediums Karte im historischen Lernen. Der vorliegende Band behandelt erstmals sowohl historische Karten als auch Geschichtskarten gemeinsam: Historische Karten werden als Quellen in Gattungen unterschieden, die zu interpretieren sind. Geschichtskarten werden als raumbezogene Darstellung historischer Ereignisse, Prozesse und Strukturen aus der Perspektive der Gegenwart verstanden, die Gegenstand einer Kritik sein müssen. Um der Kartengläubigkeit vieler Schülerinnen und Schüler entgegenzuwirken, ist ein Verständnis des komplexen Charakters kartographischer Modellbildung unerlässlich. Deshalb erschließt der Band die Grundlagen des multimodalen Zeichensystems von Karten und enthält zudem eine Fülle von Hinweisen zu methodischen Verfahren sowie unterrichtspraktische Vorschläge zu allen Epochen.
Das Buch begründet ein geschichtstheoretisch fundiertes, praxisorientiertes Planungsmodell für Geschichtsunterricht, durch den die komplexe Fähigkeit historische Urteilskompetenz von Lernenden wirksam und nachhaltig auf- und ausgebaut werden kann.
Dieser Band umreißt eine Methodik des Geschichtsunterrichts, die sich an den Denkweisen der Geschichtswissenschaft orientiert und bei Schülerinnen und Schüler Geschichtsbewusstsein und historische Diskursfähigkeit fördert. Er stellt 20 fachspezifische Erkenntnisoperationen vor und zeigt, wie aus ihnen Unterrichtsmethoden werden können, die Geschichtsunterricht wieder näher an seine Bezugsdisziplin, die Geschichtswissenschaft, rücken. Der Band enthält erste Impulse für die unterrichtspraktische Umsetzung.
Kriegsnarrative nehmen in den nationalen Gedächtniskulturen eine Schlüsselfunktion ein. Dies trifft insbesondere auf den Zweiten Weltkrieg zu, aber auch auf virulente Kriege in jüngster Zeit. Die Erinnerungen an die Kriege sind im nationalen Geschichtsbewusstsein jedoch unterschiedlich ausgeprägt. Vor dem Hintergrund der Gewalterfahrungen im 20. Jahrhundert ist die Darstellung des Krieges im Schulgeschichtsbuch eine komplexe Aufgabe. Hohe Anforderungen stellen sich auch an Lehrende und Lernende. Der reflektierte Umgang gerade mit Kriegsnarrativen wird so zum zentralen geschichtsdidaktischen Postulat der vorliegenden Publikation.
In der Geschichtsdidaktik stellen sich angesichts zunehmender Mobilitäts- und Globalisierungsprozesse drängende Fragen nach dem Wert des Nahraums für die Herausbildung eines historischen Bewusstseins. Dieses Buch gibt ausgehend von einer empirischen Untersuchung der Raumwahrnehmung und -deutung von Heranwachsenden Antworten darauf: Das Verständnis von Raumstrukturen und die Wahrnehmung der Historizität des Nahraums zeigen sich als heterogen und abhängig von zahlreichen Faktoren. Zugleich wird deutlich, dass der Nahraum erheblichen Einfluss auf das historische Bewusstsein Heranwachsender hat. Daraus ergeben sich wesentliche Implikationen für die geschichtsdidaktische Forschung und den Geschichtsunterricht.
Bernd Schönemann hat die geschichtsdidaktische Forschung zur Bildungsgeschichte, zum Geschichtsunterricht und zur Geschichtskultur in den letzten Jahrzehnten maßgeblich geprägt. Die in diesem Band versammelten Beiträge greifen seine Positionen und Impulse auf und denken sie weiter. Der Band verweist auf den Kern des geschichtsdidaktischen Forschens und Lehrens Bernd Schönemanns. Die versammelten Beiträge belegen, dass die Erschließung der geschichtsdidaktischen Zentralkategorien Geschichtsbewusstsein und Geschichtskultur längst nicht abgeschlossen ist, sondern sich weiterhin neue Forschungsperspektiven ergeben.
The question concerning the importance of history teaching at school is closely linked to the one concerning the mediation of the history of one’s own country. Over the past few years discussions and debates about its meaning, content and functions have, however, increased. But the mediation of the history of one’s own country is a precarious undertaking. The volume presents theoretical considerations, empirical studies and practical case examples from a comparative and international perspective. In different states and school systems it becomes clear how the history of one’s own country or the nation is conveyed and against what political and social background this happens.
Die Aufarbeitung des Nationalsozialismus ist auch heute noch ein Grundpfeiler der bundesrepublikanischen Demokratie und stellt zugleich komplexe Anforderungen, welche Politik, Kultur und Schule nicht allein bewältigen können. Aufarbeitung ist eine gesamtgesellschaftliche Verantwortung. Sie ist angewiesen auf verschiedene Akteure, die durch ihre spezifischen Zugriffe auf die deutsche Geschichte von Unrecht, Terror und Massengewalt zu historischer Orientierung in der Gegenwart beitragen. Dieser Band bindet eben diese verschiedenartigen Fachperspektiven ein: Historische Wissenschaft, Geschichtsdidaktik und politische Bildung verschränken anhand exemplarischer Fragestellungen ihre jeweiligen Erkenntnisinteressen und verweisen auf die Bedeutung multiperspektivischer Zugänge bei der Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus.
Die Verarbeitung von Geschichte in digitalen Spielen ist kein Randphänomen. Computerspiele sind integraler Bestandteil unserer Kultur. Die Handlungen der Nutzerinnen und Nutzer sind im digitalen Spiel notwendiges Spielelement. Die Wiedergabe der historischen Inhalte ist daher ebenso individuell wie die Rezeption selbst. In dieser Arbeit wird ein transdisziplinäres, geschichtsdidaktisch akzentuiertes Theoriemodell zur geschichtsbewussten Rezeption und Repräsentation von Geschichte im digitalen Spiel herausgearbeitet, das durch eine qualitativ-quantitativ ausgerichtete Studie im Ansatz empirisch fundiert wird. Neben ersten Ergebnissen zu Transfereffekten und -prozessen im Kontext des Konsums historisierender digitaler Spielwelten wird eine Typisierung individuell geschichtsbewusster Rezeption am Beispiel von Assassin’s Creed® III konturiert. Abschließend werden Konsequenzen für informelles wie auch institutionelles historisches Lernen in digitalen Spielwelten abgeleitet.