Friedenslogik verstehen
Frieden hat man nicht, Frieden muss man machen
Wie muss Frieden heute konzeptionell gedacht werden, damit ein gewaltfreier Konfliktaustrag nicht mit dem Streben nach Sicherheit kollidiert? Wie kann Frieden unter den Bedingungen einer politisierten und globalisierten Welt funktionieren? Dieser Band erläutert die Grundlagen des friedenslogischen Diskurses. Sein Ziel ist es, eine verbreiterte Teilhabe zu ermöglichen, die Relevanz der Schlüsselkategorie Frieden für die Außen- und Innenpolitik begreifbar zu machen und zur Anwendung der friedenslogischen Prinzipien in der Sicherheits- und Menschenrechtspolitik, in der entwicklungspolitischen Zu…
Dieser Titel erscheint voraussichtlich im Mai 2026
| Bestellnummer: | 41759 |
|---|---|
| EAN: | 9783734417597 |
| ISBN: | 978-3-7344-1759-7 |
| ISSN: | 2944-232X |
| Reihe: | Politisches Sachbuch |
| Erscheinungsjahr: | 2026 |
| Auflage: | 2., aktualisierte und erweiterte Auflage |
| Seitenzahl: | 304 |
Wie muss Frieden heute konzeptionell gedacht werden, damit ein gewaltfreier Konfliktaustrag nicht mit dem Streben nach Sicherheit kollidiert? Wie kann Frieden unter den Bedingungen einer politisierten und globalisierten Welt funktionieren? Dieser Band erläutert die Grundlagen des friedenslogischen Diskurses. Sein Ziel ist es, eine verbreiterte Teilhabe zu ermöglichen, die Relevanz der Schlüsselkategorie Frieden für die Außen- und Innenpolitik begreifbar zu machen und zur Anwendung der friedenslogischen Prinzipien in der Sicherheits- und Menschenrechtspolitik, in der entwicklungspolitischen Zusammenarbeit ebenso wie in der Kommunalen Konfliktbearbeitung und der alltäglichen Lebenswelt anzuregen.
Für die 2. Auflage wurde der Band komplett aktualisiert und um ein neues Kapitel zu einer versöhnungsorientierten Perspektive für die Überwindung von Kolonialität erweitert.
Vorwort
Teil I: Schlüsselbegriff Frieden
1. Eine politische Gegenwartsaufgabe
2. Ein weltweiter Verständigungsprozess
3. Ein integrierendes Rahmenkonzept
3.1 Die erweiterte Perspektive
3.2 Streitpunkt Friedensaspekte und ihre Zusammenhänge
4. Ein veränderungsorientiertes Handlungsprojekt
5. Eine überprüfbare Entwicklung
5.1 Frieden entsteht in sozialen Beziehungen
5.2 Frieden entsteht im Konfliktaustrag
5.3 Frieden entsteht in gesellschaftlichen Strukturen
6. Eine Arbeitsdefinition
Teil II: Die friedenslogischen Handlungsprinzipien
1. Gewalt – Das Prinzip der Gewaltprävention
1.1 Im Brennpunkt: Direkte Gewalt
1.2 Von Stiller Diplomatie zur Querschnittsaufgabe
1.3 Erfahrungen
2. Ursachen – Das Prinzip der Konflikttransformation
2.1 Konfliktebenen und ihre Verbindungen
2.2 Im Brennpunkt: Ziele – Haltungen – Verhalten
2.3 Alternativen zur Eskalation
2.4 Einleitende Schritte
2.5 Erfolgsmaßstab Transformationskapazität
3. Mittel – Das Prinzip der Dialogverträglichkeit
3.1 Im Brennpunkt: Instrumente und Vorgehensweisen
3.2 Merkmale friedlicher Streitbeilegung
3.3 Die funktionale Abgrenzung von Zwangsmitteln
3.4 Die Öffnung von Denk- und Kooperationsräumen
3.5 Die Verstetigung dialogverträglicher Praktiken
3.6 Folgen veränderter Konfliktdynamiken
Zwischenfazit
4. Ethik – Das Prinzip der normorientierten Interessenentwicklung
4.1 Im Brennpunkt: Die Lücken zwischen Ethik und Verhalten
4.2 Sozialisierende Netzwerke
4.3 Normenumsetzung als Gesellschaftspolitik
4.4 Die Erweiterung von Aktionsfeldern
4.5 Die Wahrnehmung von Vorteilen
4.6 Entflechtung und Anpassung von Interessen
5. Misserfolge – Das Prinzip der Fehlerfreundlichkeit
5.1 Im Brennpunkt: Erfahrungslernen
5.2 Fehlerkultur in friedenspolitischen Netzwerken
5.3 Die Einführung von Qualitätsstandards
5.4 Offenlegung von Wahrnehmungslücken
Teil III: Friedenslogisches Handeln im Unfrieden
1. Präventive Diplomatie: Die Staatsbürgerschaftskonflikte in Estland
und Lettland
1.1 Friedliche Streitbeilegung durch internationale
Organisationen
1.2 Ein Mikroprojekt mit Kindern und Jugendlichen als
Prozesstreiber
1.3 Präventions- und Transformationsergebnisse
1.4 Erstarrungen und Rückschritte
1.5 Folgen einer verkürzenden Konfliktanalyse
2. Verhandlungen und Friedensarbeit gegen Terror: Lehren aus
Nordirland
2.1 Mit Terrorgruppen verhandeln!
2.2 Erfahrungen mit der Beendigung des Terrors in Nordirland
2.3 Zwischenfazit mit übertragbaren Lehren
3. Nationaler Dialog: Internationale Vermittlung und
zivilgesellschaftliche Netzwerkbildung in Kenia
3.1 Krisenmediation und Einigung auf ein Narrativ
3.2 Die Ziele der Agenda
3.3 Gewaltprävention mit Rückfällen
3.4 Erfolgsfaktoren
3.5 Schwächen
3.6 Schlussfolgerungen
4. Zivilgesellschaftliche Partizipation in Abrüstungsfragen:
Das Verbot von Minen, Streuwaffen, Atomwaffen
4.1 Das Verbot von Antipersonenminen und Streuwaffen
4.2 Der Atomwaffenverbotsvertrag
4.3 Eine Diskurserweiterung durch die globale Perspektive
5. Anerkennung von Völkermord an den Overherero und Nama:
Fehlerfreundliche Perspektiven auf die deutsch-namibische
Versöhnungserklärung
5.1 Versöhnung als Konflikt
5.2 Fallstricke
5.3 Neuverhandlungen über Konfliktpunkte
5.4 Zwischenfazit
Abbildungen
Abkürzungen
Literatur
Zur 1. Auflage
"Vielmehr zeigt Hanne-Margret Birckenbach systematisch Gegenkräfte und friedensförderliche Gestaltungsmöglichkeiten auf. Sie hat ein Buch geschrieben, dessen Art in der hoch arbeitsteiligen Wissenschaftswelt selten geworden ist; sie stellt den internationalen Stand friedensrelevanter Erkenntnisse und Praktiken konzeptionell und beispielhaft so dar, dass er für Kenner*innen und Interessierte, die es werden wollen, handlungsträchtige neue Gedanken und Hinweise enthält."
Eva Senghaas-Knobloch, W&F 2/23
„„Friedenslogik verstehen“ sei allen empfohlen, die Interesse haben, sich umfassend mit dem Thema „Frieden machen“ auseinanderzusetzen und herauszufinden, welche Ansätze und Erfahrungen weltweit hierbei schon gemacht worden sind.“
Christine Schweitzer, FriedensForum 3/2023