Menschenrechtsgeschichte neu denken
Für eine rassismuskritische historisch-politische Bildung und Geschichtstheorie
- von
- Regina Richter
Der Eurozentrismus in vielen Menschenrechtserzählungen trägt zu praktischer rassistischer Diskriminierung bei. Für eine kritische politische Bildung gilt es, die theoretischen Grundlagen historischer Bildung und Forschung zu überdenken und zu verändern.
Dieser Titel erscheint voraussichtlich im April 2026
| Bestellnummer: | 41787 |
|---|---|
| EAN: | 9783734417870 |
| ISBN: | 978-3-7344-1787-0 |
| ISSN: | 3053-6898 |
| Reihe: | Wochenschau Wissenschaft |
| Erscheinungsjahr: | 2026 |
| Auflage: | 1 |
| Seitenzahl: | 280 |
1. Einleitung
1.1 Ausgangsproblem und Erkenntnisinteresse
1.2 Versionen der Geschichtserzählung von der Westlichkeit der Menschenrechte
1.3 Forschungsgegenstand und Fragestellung
1.4 Hinweise zur Gliederung und zum Lesen & Benutzen der Arbeit
2. Rassismuskritische Forschungsperspektive und Erkenntnisinteresse – zentrale Begriffe und ihre Verwendung
2.1 Herrschafts- und diskriminierungskritische, gesellschaftsanalytische Forschungsperspektive
2.2 Rassismus, Kolonialität, Eurozentrismus, Westen/westlich
2.3 Maßstab rassismuskritische Bildung und Menschenrechte
2.4 Einbezogene Forschungsbereiche und (inter-)disziplinäre Verortung
3. Was ist Menschenrechtsgeschichte? Historisch-soziologische Forschungsperspektive (1) und Vorschläge für eine Geschichtstheorie für eine machtkritische historische Bildung und Forschung
3.1 Historisch-politische Bildung (und Forschung) zu Menschenrechten: Funktionen und Aufgaben
3.2 Gegenstand ‚Menschenrechtsgeschichte‘
3.3 Wie werden Menschenrechte, Geschichte/Geschichtlichkeit und Machtungleichheit gemacht? (alternative Analysewerkzeuge)
3.4 Schlussfolgerungen
4. Historische Narrative machen Menschenrechte und gesellschaftliche Verhältnisse (Historisch-soziologische Forschungsperspektive 2)
4.1 Geschichte und Wahrheit
4.2 Doppelte Geschichtlichkeit (und Post-/Moderne)
4.3 Fragestellung: Geschichtstheorien und historische Bildung historisieren
5. Historisierung als Essentialisierung (erstes geschichtstheoretisches Werkzeug: Essenz)
5.1 Menschenrechte als Essenz
5.2 (Menschenrechts-) Geschichte als Essenz
5.3 Kurzes Beispiel: Kritik an Essentialisierung der Aufklärung
6. Geschichtsnarrative und -theorien bilden kulturelle Identitäten
6.1 Kulturen und Genese
6.2 Selektivität und Verschweigen
6.3 Identität nicht ohne Geschichte
6.4 Differenz
6.5 Geschichtskultur und Identität
6.6 Transnationale Identität
7. Geschichte als Fortschritt und (Post-)Moderne
7.1 Geschichte als Fortschritt
7.2 Othering durch Geschichtsvorstellungen
7.3 ‚Westen‘ und eurozentrisches Erkenntnisinteresse
7.4 Geschichte machen als westliche Identität
7.5 Beispiel: Täter – Opfer – Retter und Viktimisierung
7.6 Zusammenfassung und offene Fragen
8. Neuere eurozentrische Menschenrechtserzählungen
8.1 Langfristige Erzählungen
8.1.1 „Klassische“ eurozentrische Meistererzählungen
8.1.2 Beispiel „Kompass – Handbuch zur Menschenrechtsbildung“
8.2 Menschenrechtserzählungen zur zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts
8.2.1 Menschenrechtsgeschichten von Menschen der Globalen Süden/Mehrheit
8.2.2 Betonung der 1940er Jahre
8.2.3 Neue Menschenrechtsgeschichte (Betonung der 1970er Jahre)
8.3 zurück zur Ausgangsthese: mehr und nicht weniger Eurozentrismus seit den 1970er Jahren (oder: weniger und nicht mehr Menschenrechte)
9. Eurozentrismuskritischere Ansätze und Menschenrechtserzählungen
9.1 Kritik an Menschenrechten als westliche Herrschaft
9.2 Menschenrechtsgeschichte als Antworten auf Unrecht und Ungleichheit
9.2.1 Antworten auf Unrechtserfahrungen und Lerngeschichte
9.2.2 Nicht-westliche Menschenrechtsgeschichten – am Beispiel der Rezeption der Haitianischen Revolution
9.3 Menschenrechtsgeschichte als Vielfalt und Transkulturalität (und Resümee)
10. Vergangenheit als Gegenstand historischer Bildung und Forschung
10.1 Zeitverständnis und Zeiteinteilungen
10.2 Vergangenheit
10.3 Aus Geschichte/Vergangenheit lernen
11. Schluss 1: Auswirkungen auf Menschenrechtssubjekte
11.1 Geschichtsunabhängiges Menschenrechtssubjekt (Essenz)
11.2 Geschichtlichkeit des Menschseins
12. Schluss 2: Zusammenfassung und Schlussfolgerungen
12.1 Bedingungen (historischer) Bildung zu Menschenrechten
12.2 Forderungen und Aufgaben für eine rassismuskritische historisch-politische Bildung – für einen geschichtstheoretischen Perspektivenwechsel
Wochenschau Wissenschaft
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