Politische Bildung und Antisemitismus
Beiträge zur Analyse modernisierter Judenfeindschaft und ihrer pädagogischen Bearbeitung
Dieser Titel erscheint voraussichtlich im Oktober 2026
| Bestellnummer: | 41812 |
|---|---|
| EAN: | 9783734418129 |
| ISBN: | 978-3-7344-1812-9 |
| ISSN: | 3053-6898 |
| Reihe: | Wochenschau Wissenschaft |
| Erscheinungsjahr: | 2027 |
| Seitenzahl: | 320 |
Vorbemerkung
Politische Bildung und Antisemitismus. Einleitung
I. Rekapitulation und Bestandsaufnahme
1. Bildung über Antisemitismus und den Nahostkonflikt (mit Elizaveta Firsova-Eckert)
2. Die Curriculare Obdachlosigkeit der Themen Nahostkonflikt und israelbezogener Antisemitismus (mit Christoph Wolf)
II. Fachwissenschaftliche Schlaglichter zu Grundlagen und Voraussetzungen antisemitismuskritischer Bildung
3. Antisemitische Einstellungen unter Jugendlichen in Deutschland und ihre Bezüge zu antisemitismuskritischen Bildungsangeboten. Ein systematisches Review quantitativer empirischer Studien
4. „Ein Land, das gegen viele unserer christlichen Werte arbeitet“. Analysen zur Berichterstattung von christlich signierten Medien über den Staat Israel im Winter 2023/24 (mit Ilona Nord)
III. Theoretische und konzeptionelle didaktische Arbeiten zu antisemitismuskritischer Bildung
5. „Besonderung“ von Jüdinnen und Juden und Anti-Israelismus. Formen des israelbezogenen Antisemitismus und Konsequenzen ihrer Unterscheidung für die politische Bildung
6. Konformismus statt Reflexion? Nicht-intendierte Effekte antisemitismuskritischer Bildung
7. Pädagogische Auseinandersetzungen mit dem Nahostkonflikt. Adressierungen von israelbezogenem Antisemitismus
8. Implikationen des ,Historikerstreits 2.0‘ für die antisemitismuskritische Bildung
IV. Empirische Untersuchungen zu antisemitismuskritischer Bildung
9. Does German school and extracurricular Education adress the topic of „Antisemitism and Muslims“ – and how does it? Content fields and characteristics of educational approaches
10. Educational Media on the Middle East Conflict and Israel-related antisemitism. Types of specialized tools for civic education in Germany
Schriftenverzeichnis
Danksagung
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Im Oktober 2019 übte ein bekennender Rechtsextremist am höchsten jüdischen Feiertag – Jom Kippur – in Halle ein Attentat aus, bei dem er explizit betende Jüdinnen und Juden in der Synagoge ermorden wollte. Seit dem Terrorakt der Hamas am 7. Oktober 2023 im Süden Israels und dem darauffolgenden Krieg erleben wir weltweit eine neue und andere Welle des Antisemitismus. Während einige Menschen aus dem linken und dem muslimischen Spektrum Israel das Existenzrecht absprechen, stehen nun rechte und rechtsextreme Politiker:innen vermeintlich an der Seite Israels. Diese Gemengelage kanalisiert sich in antisemitischem Hass und Hetze, sowohl online als auch auf den Straßen. Sie richten sich zwar zunächst augenscheinlich gegen „die Juden“, sind aber vielmehr eine Bedrohung unserer gesamten Demokratie, die die Rechte von Minderheiten schützen und stärken und die das friedliche Zusammenleben aller gewährleisten soll. Die genannten Beispiele des Hasses, die in ihrer Brutalität aus dem in Deutschland nachweislich verbreiteten „Alltagsantisemitismus“ herausstechen, zeugen von der Transformations- und Anschlussfähigkeit des Phänomens Antisemitismus. Nach dem Attentat in Halle schrieb das Bundesministerium für Bildung und Forschung im Jahr 2020 die Förderlinie „Aktuelle Dynamiken und Herausforderungen des Antisemitismus“ aus. In zehn bundesweit aufgestellten Forschungsverbünden wurden in den vergangenen vier Jahren sowohl grundlegende als auch praxisorientierte Untersuchungen zu unterschiedlichen Dimensionen, Akteur:innen und Adressat:innen bearbeitet. Mit dieser Ausgabe von Politikum werden Ergebnisse aus diesen, aber auch weiteren Forschungen vorgestellt. Dabei wird u. a. den Fragen nachgegangen, welche Vor- und Nachteile die derzeit heftig debattierten Antisemitismusdefinitionen bieten, wie israelbezogener Antisemitismus von legitimer Kritik an der Regierung Israels unterschieden werden kann, wie Deepfakes antisemitische Narrative bedienen und wie man sie dekonstruiert oder auch, ob Graphic Novels als Unterrichtsmaterial in der Antisemitismusprävention geeignet sind. Mit den Einordnungen, Bestandsaufnahmen und Empfehlungen laden wir ein, sich mit unterschiedlichen Aspekten des Phänomens zu befassen, und bieten Einblicke in aktuelle Forschungen und neueste Materialien.
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