Produkte filtern
Geschichtsdidaktik
Der neue Band über das Deutsche Kaiserreich richtet sich an Studierende, Referendarinnen und Referendare sowie an Lehrkräfte in den ersten Berufsjahren. Er umfasst alle Aspekte, die für Berufsanfänger bei der Planung von Geschichtsunterricht zum Thema relevant sind: Der aktuelle fachwissenschaftliche Kenntnisstand wird ebenso dargestellt wie die gesellschaftliche Relevanz des Themas. Daraus werden geschichtsdidaktische Vermittlungsvorschläge bis zu konkreten Unterrichtsstunden entwickelt. Der Band geht damit das zentrale Problem vieler Praktikanten, Referendare und Berufseinsteiger an, die oft nicht wissen, wie sie auf der Basis ihres spezialisierten Inselwissens die allgemeineren Inhalte der Lehrpläne in Themen für den Unterricht verwandeln sollen.Für die Neuauflage wurden die Texte fachwissenschaftlich und fachdidaktisch auf den neuesten Stand gebracht. Vor allem die Kontroversen um das Kaiserreich um das Jahr 2021 wurden eingearbeitet und die Unterrichtsbeiträge um aktuelle geschichtskulturelle „Bewegungen“ erweitert.
Agency gehört zu den Begriffen, die zugleich unverzichtbar und umstritten sind. Wer macht Geschichte, wer darf sie erzählen und wie wird aus historischer Einsicht Handlungsmacht? Der Band kartiert dieses Diskursfeld für die Geschichtsdidaktik. Neun Beiträge diskutieren Agency aus kritisch-theoretischer, raumtheoretischer und praxeologischer Perspektive, fragen nach nichtmenschlicher Agency, Personenzentrierung, historischer Imagination und dem Willen im Geschichtsbewusstsein, rekonstruieren Handlungsspielräume marginalisierter Gruppen und machen Agency im historischen Erzählen von Jugendlichen empirisch sichtbar. Ein Grundlagenband für geschichtsdidaktische Theorie, Forschung und Lehre.
Alle Gesellschaften erzählen ihre Geschichte ein ums andere Mal, in der Schule und in anderen kulturellen Kontexten. Dabei aber das historische Denken und das Geschichtsbewusstsein zu fördern, ist weniger verbreitet. Denn das bedeutet, die simplifizierten und simplifizierenden Versionen der Vergangenheit infrage zu stellen, die voller nationaler Meistererzählungen stecken. Es ist nötig, diese zu hinterfragen, sich mit den Praktiken von Historikern und Sozialwissenschaftlern auseinanderzusetzen und ein kritisches Denken zu entwickeln. Mit zahlreichen Beispielen aus der Geschichte verschiedener Länder und in verständlicher Sprache, die sich an ein breites Publikum richtet, plädiert Mario Carretero in diesem Buch für eine Geschichtsvermittlung, die sich auf das Verständnis der Komplexität von Geschichte und auf die Entmystifizierung der traditionellen Erzählungen stützt. Das ursprünglich in spanischer Sprache verfasste Buch wurde bereits ins Englische, Französische und Italienische übersetzt. Das Buch enthält einen Epilog über die aktuellen Herausforderungen der KI für die Geschichtsvermittlung.
Kann eine sprachsensible Lernumgebung die Kompetenzentwicklung im Fach Geschichte unterstützen? Die Autorin untersucht dies für das Lesen und Textverstehen im Geschichtsunterricht. Im Mittelpunkt der Studie stehen ein fachtypischer Verfassertext sowie darauf bezogene leseprozesssteuernde Aufgaben. Die Ergebnisse der Intervention deuten darauf hin, dass fachsprachliche Förderung und eine Strukturierung des Leseprozesses das Textverständnis ein- und mehrsprachiger Schüler:innen unterstützen können. Neben empirischen Befunden vermittelt der Band lese- und geschichtsdidaktische Grundlagen eines lesesensiblen Geschichtsunterrichts und gibt praktische Hinweise zu dessen Umsetzung.
Die Frage, wie mit den nationalsozialistischen Verbrechen umgegangen werden soll, beschäftigt die Politik, die Fachwissenschaften und -didaktiken sowie Kunst und Kultur seit dem Ende der faschistischen Herrschaft. Dieser Band schlägt dazu einen breiten, der historisch-politischen Bildung verpflichteten Zugang vor. Die Beschäftigung mit dem Nationalsozialismus und der Shoah steht somit immer auch mit der Gegenwart in Verbindung. Der Einzelne reflektiert über die eigene Lebenswelt sowie seine Eingebundenheit in wirtschaftliche und gesellschaftliche (Herrschafts-)Strukturen. Zugleich wird er angeregt, die Gesellschaft – demokratisch und den Menschenrechten angemessen – mitzugestalten.
Welche impliziten „Spielregeln“ nutzen Jugendliche im Umgang mit Geschichte? Diese Frage untersucht Daniel Fastlabend-Vargas am Beispiel von Deutungsaushandlungen zu Kolonialfotografien anhand kontrastiver Gruppendiskussionen. Auf Grundlage einer praxeologischen Perspektive auf geschichtskulturelle Praktiken werden kontrastive Umgangsweisen sichtbar – von konventions- und kenntnisorientierten bis hin zu lebensweltlichen und gesellschaftskritischen Zugängen. Darüber hinaus rekonstruiert die Studie Spannungsfelder der Deutung von Kolonialgeschichte, des Umgangs mit Perspektivität und der Geschichtsvorstellungen Jugendlicher, aus denen sich Impulse für Theorie und Praxis ableiten lassen.
Dieses Buch stellt die Befunde einer repräsentativen Analyse der Zentralabiturprüfung 2022 im Fach Geschichte auf erhöhtem Anforderungsniveau in Niedersachsen vor. Im Mittelpunkt stehen die anspruchsvollste Prüfung im Fach Geschichte sowie die Resultate von knapp 500 Schüler*innen am Ende der Schullaufbahn. Die Studie präsentiert quantitative und qualitative Befunde zur Analyse der Aufgabenstellungen und Erwartungshorizonte sowie zu den Leistungen der Schüler*innen. „Geschichte prüfen“ versteht sich als Diskussionsbeitrag zu Leistungserwartungen und Performanzen der Schüler*innen im Fach Geschichte.
Mit der Lehrplanreform 2023 wurde für das Fach Geschichte und Politische Bildung in Österreich ein neues Kapitel aufgeschlagen. Kompetenzorientierung, fachliche Konzepte und reflexive Grundbildung bilden den Ausgangspunkt für die Weiterentwicklung des Faches. Der Band versammelt die Beiträge der 14. Jahrestagung der Gesellschaft für Geschichtsdidaktik Österreich (GDÖ) und bietet Einblicke in aktuelle geschichts- und politikdidaktische Forschung. Neben dem vollständigen Lehrplantext und dem offiziellen Lehrplankommentar behandeln die Beiträge Themen wie Demokratiebildung, historisches und politisches Denken, Wissensbestände, Europabildung sowie innovative empirische Forschungszugänge.
Was ist Geschichte? Können wir aus ihr lernen? Ist festzustellen, wie es früher gewesen ist? Geschichten sind Narrationen. Wir erzählen sie standortgebunden und absichtsvoll, um Orientierung zu geben oder zu unterhalten. Unsere Geschichten sind gesellschaftliche Konstruktionen von Wirklichkeit. Sie sind wertvoll, aber sie können uns nicht sagen, wie es früher einmal war. Die Vergangenheit zeigt sich uns dort, wo uns etwas von früher befremdet. In alten Texten und materiellen Dingen, mit denen wir nichts anfangen können, konzentrieren sich die Veränderungen, die sich seit damals vollzogen haben. Sie machen uns neugierig. Sie faszinieren uns. Sie befreien uns von unserer Gegenwart.
Lange Zeit galten die USA im Geschichtsunterricht als das leuchtende Beispiel für eine stabile, durch checks and balances austarierte Demokratie. Doch dieses Bild hat tiefe Risse bekommen. Diese Ausgabe widmet sich schwerpunktartig der Frage, warum die Erosion des US-amerikanischen Systems nicht nur ein Thema der Politikwissenschaft, sondern eine Kernaufgabe für den Geschichtsunterricht ist.
Themen der Ur- und Frühgeschichte sind in Deutschland und Frankreich Gegenstand zahlreicher Unterrichtsmedien und verschiedener Aneignungsformate der Geschichtskultur. Quellen ferner Vergangenheiten werden darin unter dem Einfluss gegenwärtiger Fragen interpretiert und kontextualisiert. Die so entstehenden Narrationen konstruieren Sinn: für Individuen oder gesellschaftliche Gruppen. Der Band zeigt dies anhand ausgewählter Beispiele überwiegend zur Geschichte und Archäologie der Kelten und der Germanen auf. Dabei wird insbesondere das didaktische Potential deutlich, das sich durch kritisches Reflektieren über das Verhältnis von Quelle und Darstellung im Sach- oder Geschichtsunterricht entfalten kann.
How do exams assess historical learning today? Take a look into 28 history exams from around the world.
Der Eurozentrismus in vielen Menschenrechtserzählungen trägt zu praktischer rassistischer Diskriminierung bei. Für eine kritische politische Bildung gilt es, die theoretischen Grundlagen historischer Bildung und Forschung zu überdenken und zu verändern.
Der Begriff „postfaktisch“ – 2016 Wort des Jahres – konnotiert eine Zeit, in der Ideen der Aufklärung wie der Bezug zur Wissenschaft oder das Bemühen um Rationalität verdrängt werden von Fake News, Irrationalität und Emotionalität. Gefühlte Wahrheiten oder populistische Narrative werden politisch wie gesellschaftlich wirkungsmächtiger als wissenschaftliche Erkenntnisse oder überprüf- und belegbare Fakten. Soziale Medien verstärken den Einfluss von Fake News und gezielt gestreuten Narrativen auf die individuelle wie öffentliche Meinungsbildung. Damit verliert die schulische Bildung einen ihrer wesentlichsten Bezugspunkte: die Auseinandersetzung mit einer real existierenden Außen- und Lebenswelt der Schülerinnen und Schüler im fachlichen wie erzieherischen Bildungsprozess hin zur Entwicklung einer kritisch-mündigen Persönlichkeit. Ideologiekritik in einer postfaktischen KI-Ära muss sich diesen Herausforderungen für Geschichtslehrerinnen und -lehrer stellen. Diese Ausgabe von gfh beginnt mit einem Interview: Klaus Uhrig ist Gründer und Geschäftsführer der Medien-Produktionsfirma Plotprodukt, die gerade an einem Podcast über Leni Riefenstahl arbeitet – „[…] und Riefenstahl lügt, sobald sie den Mund aufmacht“ (Klaus Uhrig). Philipp McLean widmet sich in seinem Beitrag fachwissenschaftlicher Theorie und wirft theoretische Perspektiven auf Ideologiekritik in der historischen Bildung. Unterrichtspragmatisch greift Jochen Pahl dann das Konzept der immanenten Kritik auf und entwickelt methodische, materialgestützte Herangehensweisen für den Geschichtsunterricht am Beispiel von Leni Riefenstahl. Pahl arbeitet als „transformatives Potenzial“ (Philipp McLean) von Ideologiekritik den Gegenwartsbezug am Beispiel des Themas „Kunstfreiheit“ heraus. Er führt alle drei Beiträge – Interview zum Leni-Riefenstahl-Podcast, Ideologiekritik in Theorie und Unterrichtspraxis – zusammen und rundet das vorliegende Heft damit ab.
Fremdheit und Fremdverstehen – zwei eindeutige Begriffe? Wohl kaum. In dem vorliegenden Band wird Fremdheit, ausgehend von der Phänomenologie des Fremden nach Bernhard Waldenfels, für den geschichtsdidaktischen Diskurs gänzlich neu gedacht.
In 1999, in Bologna 29 Ministers of Sciences and Education signed a declaration wherein the standardization of the educational systems as well as the standardization of educational attainments in Europe were determined. Until today, the process of implementing the core requests of the Bologna Declaration is not yet finished in all parts of the Bologna area which currently includes 47 states. Therefore this volume collects the experiences made by the different participants in the Bologna process as well as by many other states. Experts from all over the world describe and analyse their experiences while implementing the ascertainment of the Bologna Declaration or while executing educational systems which include elements of the Bologna Declaration. In this way the anthology offers a valuable treasure of knowledge which can be helpful for realizing the goals for the Bologna Declaration regarding to history teacher education in Europe and in other parts of the globe.
Für den Nahostkonflikt gilt noch mehr als sonst, dass man die heutige Situation und ihre Konflikte nicht ohne ihre Vorgeschichte verstehen kann. Dieses Heft setzt sich mit verschiedenen Aspekten im Kontext von Antisemitismus, dem 7. Oktober 2023 und seinen Folgen auseinander. Dabei geht es unter anderem um die Israelforschung an deutschen Universitäten, die Darstellung jüdischer Geschichte in Schulgeschichtsbüchern und die Dekonstruktion von Erklärungsmustern für den Nahostkonflikt.
Die Renaissance der Raumdimension der Geschichte erfordert eine Neubewertung des Raummediums Karte im historischen Lernen. Der vorliegende Band behandelt erstmals sowohl historische Karten als auch Geschichtskarten gemeinsam: Historische Karten werden als Quellen in Gattungen unterschieden, die zu interpretieren sind. Geschichtskarten werden als raumbezogene Darstellung historischer Ereignisse, Prozesse und Strukturen aus der Perspektive der Gegenwart verstanden, die Gegenstand einer Kritik sein müssen. Um der Kartengläubigkeit vieler Schülerinnen und Schüler entgegenzuwirken, ist ein Verständnis des komplexen Charakters kartographischer Modellbildung unerlässlich. Deshalb erschließt der Band die Grundlagen des multimodalen Zeichensystems von Karten und enthält zudem eine Fülle von Hinweisen zu methodischen Verfahren sowie unterrichtspraktische Vorschläge zu allen Epochen.
Der Titel „Selbstständig“ der Festschrift für Andreas Körber betont das Ziel des Geschichtslernens, Schüler:innen zum eigenständigen historischen Denken zu befähigen. Spannende Beiträge adressieren Schwerpunkte von Körbers Arbeit und der Forschung.
Sven Neeb untersucht das Verhältnis zwischen Akzeptanz digitaler Medien und historischem Lernen. Dabei widmet er sich basierend auf umfassenden Datenerhebungen Fragen nach Erfahrungen und Kompetenzen sowie nach Potenzialen und Problemen im Umgang mit digitalen Medien im Geschichtsunterricht.
Das Buch befasst sich mit der Geschichtsdidaktik in der Weimarer Zeit und in der Zeit des Nationalsozialismus und zeigt ihre Einbindungen in das Feld des Politischen, wie in die Geschichtskulturen jener Zeit.