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Politikwissenschaft
Rechtsextreme Einzeltäter sind selten „plötzliche Ausnahmen“ – sie sind Produkt einer Dynamik von innerer Krise und äußerer Resonanz. Dieses Buch entwickelt dafür einen neuen Ansatz: Es verbindet psychologische Radikalisierungsprozesse wie Entfremdung, Ohnmacht, Sinnsuche, Kompensation und kognitive Verzerrungen mit politikwissenschaftlichen Bedingungen wie der Normalisierung extremistischer Diskurse, verschobenen Sagbarkeitsgrenzen, Populismus, digitaler Kommunikation und identitärer Metapolitik. So entsteht eine integrative Theorie, die Fälle rechtsextremer Einzeltäter erklärbar macht – und konkrete Warnsignale sowie Ansätze für Prävention aufzeigt.
In diesem Band sind fachwissenschaftliche und fachdidaktische Arbeiten zu Ausdrucksformen des Antisemitismus versammelt. Eine besondere Rolle spielen dabei der Israel-Palästina-Konflikt und seine Rezeption. Dieser Kontext rückt nach der Zäsur des 7. Oktober 2023 ins Zentrum, führt jedoch zu großen Verunsicherungen in Bildungsinstitutionen. Der Autor liefert Bestandsaufnahmen zum Wissen über Antisemitismus und diskutiert Antisemitismus bzw. Antisemitismusdebatten aus der Perspektive mündigkeitsorientierter politischer Bildung. Er erschließt didaktische Materialien zu Antisemitismus und zum Nahostkonflikt und analysiert (fehlende) Themenfelder, (implizit) enthaltene Annahmen und nicht-intendierte Effekte.
Wie können Konflikte konstruktiv gelöst werden und wie lassen sich Friedensprozesse nachhaltig gestalten? Wie können die Vereinten Nationen, die UN-Charta und das Völkerrecht gestärkt werden? Das Buch analysiert die Risiken, die mit der aktuellen Sicherheitspolitik und der militärischen Aufrüstung verbunden sind. Es liefert Denkanstöße für eine Friedensgestaltung und zeigt Wege auf, wie über Diplomatie und Krisenprävention Konflikte entschärft werden könnten. Das Konzept der Friedenslogik wird vorgestellt und friedenslogisches Handeln erklärt.
Kaum ein Begriff prägt die Selbstbeschreibung demokratischer Gesellschaften gegenwärtig so stark wie der der Polarisierung. Er erscheint als Signatur unserer Zeit, in politischen Debatten ebenso wie in medialen Deutungen und sozialwissenschaftlichen Diagnosen. Doch je selbstverständlicher von einer „gespaltenen Gesellschaft“ die Rede ist, desto weniger klar wird, was damit eigentlich gemeint ist: ein messbares Auseinanderdriften von Einstellungen, eine verschärfte Wahrnehmung unterstellter Gegensätze, eine affektive Zuspitzung politischer Gegnerschaft oder ein diskursives Phänomen, das die beklagte polarisierte Spaltung selbst mit hervorbringt? Dieses Politikum-Heft setzt der vorschnellen Diagnose eine genauere Betrachtung entgegen. Polarisierung ist kein einheitliches Phänomen, sondern ein Bündel miteinander verschränkter Prozesse, die auf unterschiedlichen Ebenen wirken. Sinnvoller als von der Polarisierung zu sprechen ist es daher, Polarisierungen in den Blick zu nehmen, ihre soziale, kulturelle, affektive, diskursive und institutionelle Ausprägung mit je eigener Logik. Die Autor:innen prüfen empirisch, ob sich Einstellungen tatsächlich voneinander entfernen - oder vor allem deren Wahrnehmung. Sie rekonstruieren, wie politische Akteure, Medien und digitale Öffentlichkeiten Gegensätze kommunikativ verschärfen. Sie analysieren affektive Dynamiken von Misstrauen und politischer Abwertung bis in die Mitte der Gesellschaft hinein. Und sie fragen, wie Parlamente, Wählermärkte und die lokale Demokratie diese Spannungen verarbeiten oder verstärkt unter Druck geraten.Damit zielt das Heft auf eine entscheidende Klärung. Es trennt analytisch, was zu oft verschwimmt: legitimen demokratischen Streit von dysfunktionaler Polarisierung, die Systemvertrauen und Kompromissfähigkeit untergräbt. Für gesellschaftliche Akteure, politische Praxis und politische Bildung liegt darin der eigentliche Gewinn. Denn wer Demokratie verteidigen will, muss zuerst verstehen, was sie gefährdet und was sie ausmacht.
Soll zuerst das Klima gerettet oder soziale Belange verbessert werden? Der Autor entpackt das Henne-Ei-Problem der BNE und zeigt, dass Gerechtigkeitsdebatten die SDGs und deren Zielkonflikte in der Unterrichtspraxis vereinen.
Dieses Heft nimmt Rüstungsdynamiken umfassend in den Blick. Die Autor:innen durchleuchten die Krise der Rüstungskontrolle, adressieren Strategien wichtiger Akteure und diskutiert kontrovers neue technologische Herausforderungen im Bereich Rüstungskontrolle wie auch die deutsche (Auf-)Rüstungspolitik.
Wie gelingt antisemitismuskritische Bildung in Zeiten sozialer Verhärtung und stereotyper Deutungen? Der Band zeigt, wie Antisemitismus in Bildungsstrukturen wirkt, und eröffnet neue Perspektiven zwischen Ideologiekritik und pädagogischer Praxis.
Anhand von konkreten Unterrichtsmaterialien, didaktischen Kriterien und authentischen Sachinformationen eröffnen mehrheitlich communitybasierte Beiträge praxisnahe Zugänge der Politischen Bildung zum sensiblen wie heterogenen Themenfeld.
Antifeminismus wird lauter, vernetzter und politisch einflussreicher – von digitalen Hassforen über rechtsextreme Ideologien bis zu Angriffen auf Reproduktionsrechte. Das Heft zeigt verständlich, was hinter diesen Dynamiken steckt und wie sie demokratische Räume bedrohen. Ein Muss für alle, die Unterricht, Bildungsarbeit oder gesellschaftliche Debatten sicher und fundiert gestalten wollen.
Die Menschenrechte sind nicht einfach „vom Himmel gefallen“. Sie mussten – und müssen stets aufs Neue – gegen politische Widerstände erkämpft, verteidigt oder auch zurückerobert werden. Inwieweit ist der Vorwurf berechtigt, die Menschenrechte seien vor dem Hintergrund spezifisch „abendländischer“ Erfahrungen im Wesentlichen eine westliche Erfindung und damit immer auch ein (Zerr-)Spiegel sogenannter westlicher Werte? Welche Bedeutung haben heute all jene inzwischen weit verbreiteten „Gegenerzählungen“, die aus der Perspektive interkultureller, postkolonialer, antikapitalistischer, feministis…
Was darf Kunst? Dieser Frage gehen die einzelnen Beiträge an konkreten Fallbeispielen aus der Unterrichtspraxis nach. Dabei stehen die Grenzen und Freiheiten von Kunst unter dem Aspekt von Demokratie- und Medienbildung im Fokus.
Rechte Cliquen sind mit ihrem Stil, ihrer Musik, ihren Protestformen und Einstellungen zu einem Bestandteil der deutschen Jugendkultur geworden. Sie stellen Politik, Zivilgesellschaft und Pädagogik vor Herausforderungen, die für die demokratische Entwicklung, politische Kultur und das soziale Klima des Zusammenlebens von besonderer Bedeutung sind. Die vorliegende zweite „Hessenstudie 2007“ untersucht erneut nach der ersten „Hessenstudie 1999“ die Erscheinungs- und Handlungsformen von rechten Jugendcliquen und geht der Frage nach, ob es sich um ein episodales oder um ein längerfristiges, sich verstetigendes Phänomen handelt. Dabei werfen die Autoren einen besonderen Blick auf politische und pädagogische Reaktionen und Umgangsformen in hessischen Kommunen.
Wie denken Jugendliche über Recht, Gesetz und Polizei? Und was bedeutet das für inklusive politische Bildung? Dörte Kanschik zeigt in ihrer Studie, wie Fallvignetten rechtliches Lernen anstoßen und bietet konkrete Impulse für eine wirksame, gerechtigkeitsorientierte Demokratiebildung.
Was ist unter Geoökonomie eigentlich zu verstehen? Wodurch zeichnen sich geoökonomische Konflikte aus? Wer sind die Hauptakteure dieser Konflikte: Staaten und Regierungen oder auch Konzerne und zivilgesellschaftliche Akteure? Wie stellen sich die geoökonomischen Konflikte in wichtigen Arenen konkret dar: im Weltraum, unter den Meeren, im Internet und Finanzsystem, in der globalen Logistik oder im Zugang zu wichtigen Ressourcen? Und wie stellen sich die Regierungen – die Bundesregierung und die EU – auf die veränderte Konstellation ein?
Dieses Buch bietet einen praxisnahen Überblick über das Studium der politischen Bildung. Von der Studienwahl über Inhalte und Prüfungen bis hin zu Praxisphasen und KI-Einsatz – alles, was angehende Lehrkräfte wissen müssen, kompakt und verständlich.
Der Band stellt Ergebnisse des Projekts Antisemitismusprävention im europäischen Schulunterricht (AIES) vor. Das Projekt untersucht die Thematisierung jüdischer Kultur und Geschichte im schulischen Kontext in vier europäischen Ländern (Deutschland, Frankreich, Spanien, Rumänien). Dabei wird die Überzeugung zugrunde gelegt, dass auch die Unterrichtspraxis einen wertvollen Beitrag zur Antisemitismusprävention leisten kann und muss – und letztere nicht auf ‚Kriseninterventionen‘ nach Vorfällen auf den Schulhöfen oder im Klassenraum beschränkt sein darf.
Eine freie und zugleich faktenbasierte öffentliche Diskussion ist konstitutives Element einer jeden Demokratie. Das ist in einer zunehmend polarisierten Gesellschaft und angesichts veränderter technischer Bedingungen sowie grundlegender Veränderung von Diskursräumen eine schwierige Aufgabe. Zugleich verroht der öffentliche Diskurs zusehends, greifen Fake News und dogmatische Wahrheitsansprüche um sich – und erschweren rationale Debatten. Diese Ausgabe von nimmt die Zusammenhänge von Mediensystem, Mediennutzung, technischen Veränderungen und Diskussionskultur kritisch in den Blick.
Das Verhältnis von Menschenrechten und Sicherheit ist ein klassisches Spannungsverhältnis – und zugleich ein hochaktuelles. In zahlreichen Kontexten wird gegenwärtig neu verhandelt, wie weit staatliches Handeln zur Gefahrenabwehr und Sicherheitsgewährleistung reichen darf, ohne die menschenrechtlichen Standards zu unterlaufen, denen sich gerade demokratische Rechtsstaaten verpflichtet haben. Die Beiträge widmen sich diesen Fragen aus unterschiedlichen fachlichen und methodischen Perspektiven. Die Autor*innen analysieren konkrete Konstellationen, in denen Menschenrechte und Sicherheitsinteress…
Politikunterricht soll Schüler:innen kritische Urteilsfähigkeit vermitteln. Das bedeutet u.a., sie zu befähigen, die wissenschaftliche Qualität von Informationen einzuschätzen, ohne selbst Fachwissenschaftler:innen zu sein. Kritisches Denken ist heute besonders gefragt, um Fake News und Verschwörungserzählungen als solche entlarven zu können. Manuela Pötschke und Bernd Reef geben Lehramtsstudierenden einen Katalog von Kriterien an die Hand, mit denen sie einschätzen und später im Beruf vermitteln können, ob und inwieweit Behauptungen wissenschaftlich fundiert sind. Ihr Buch bietet eine Einführung in Methoden empirischer Sozialforschung, in Logik und Wissenschaftstheorie. Zusätzlich zum Buch erhalten Leser:innen als digitales Zusatzmaterial Musterlösungen für die Lernaufgaben und für den Beamer aufbereitete Foliensätze für den direkten Einsatz im Unterricht.
Wie lässt sich Demokratiebildung als Querschnittsaufgabe von Schule umsetzen und verbessern? Dieser Frage widmet sich das zweibändige Werk hinsichtlich der theoretischen Reflexion und praktischen Umsetzung in verschiedenen Schulformen und Fachdidaktiken. In Band 1 wird zunächst die grundlegende Frage aufgegriffen, was alles unter Demokratiebildung verstanden werden kann. Außerdem werden die spezifischen Herausforderungen der Demokratiebildung in ausgewählten Schulformen beleuchtet. Schließlich wird Demokratiebildung mit anderen pädagogischen Ansätzen und Querschnittsaufgaben von Schule und Lehrer:innenbildung verknüpft, wie Ideologien der Ungleichwertigkeit. Band 2 konkretisiert die Frage, wie Demokratiebildung aus fachdidaktischer Perspektive im Fachunterricht gestaltet werden kann und welchen Beitrag die einzelnen Fächer zur Querschnittsaufgabe Demokratiebildung leisten können und sollten. Das Handbuch versammelt Beiträge zu den Didaktiken der Grundschule, der MINT-Fächer, der Gesellschaftswissenschaften, der Sprachen, des Sportunterrichts sowie der künstlerisch-ästhetischen Fächer.
Wie lässt sich transformative Bildung als politische Bildung im Kontext sozial-ökologischer Transformation aus Perspektive kritischer Gesellschaftsforschung denken? Diese qualitative Studie beleuchtet Bildungspraxen der Klimagerechtigkeitsbewegung.
Demokratiefeindliche Parolen und Äußerungen haben zugenommen. Wie können wir die Demokratie verteidigen? Nur Mut, ruft Klaus-Peter Hufer den Leser:innen zu und vermittelt in seinem Buch das Rüstzeug, um für die Demokratie einzutreten. Dazu gehört das Wissen, woher die Idee der Demokratie eigentlich kommt. Wer waren die Vordenker? Und sind die Argumente der Vordenker und Vorkämpfer heute nicht noch die gleichen wie damals? Hufer belässt es nicht dabei. Er zeigt auf, wo wir uns auch mit kleinen Schritten engagieren können und welche Handlungsmöglichkeiten jeder Einzelne hat.
Ob Malerei oder Street Art, Bildhauerei oder Architektur, ob Literatur, Musik oder Tanz, Theater und Film – Kunst hat in ihren vielfältigen Erscheinungsformen diverse Berührungspunkte zu Menschenrechten. Kunst kann Protest und Widerstand gegen Ausgrenzung und Unterdrückung äußern, ebenso wie Sehnsüchte nach einem selbstbestimmten, besseren Leben marginalisierter Gruppen artikulieren. Sie bietet vielfältige Formen, den Mächtigen que(e)r zu kommen und für Gesellschaftskritik und Utopien einzustehen; sie kann aber auch den Mächtigen schmeicheln und im Althergebrachten verharren.

