Spielregeln Jugendlicher im Umgang mit Geschichte
Eine rekonstruktive Studie zur Deutungsaushandlung am Beispiel von Kolonialfotografien
Dieser Titel erscheint voraussichtlich im September 2026
| Bestellnummer: | 41792 |
|---|---|
| EAN: | 9783734417924 |
| ISBN: | 978-3-7344-1792-4 |
| ISSN: | 2749-1447 |
| Reihe: | Geschichtsunterricht erforschen |
| Erscheinungsjahr: | 2026 |
| Auflage: | 1 |
| Seitenzahl: | 436 |
1. Einleitung
2. Forschungsstand: Empirische Studien zu Bildumgangsweisen und Aushandlungsprozessen historischer Orientierungen Jugendlicher
2.1 Empirische Studien zu Bildumgangsweisen Jugendlicher
2.2 Empirische Studien zu Umgängen mit Geschichte in Gruppensettings
2.3 Erste Schlussfolgerungen zum Vorgehen der Erhebung von gemeinsam geteilten Umgangsweisen mit Kolonialfotografien
3. Theorie: ‚Spielregeln‘ in Umgangsweisen mit Geschichte am Beispiel von Aushandlungen zu Kolonialgeschichte
3.1 Historische Aushandlungsprozesse als Ausdruck geschichtskultureller Praxis
3.2 ‚Deutungspraktiken‘ und diesbezügliche ‚Spielregeln‘ in Umgangsweisen mit Geschichte als praxeologische Wendung von geschichtskulturellen Praktiken
3.3 Gemeinsam geteilte sowie konfligierende Deutungspraktiken zu Kolonialgeschichte
3.4 Kolonialfotografien als historisch mehrdeutige narrative Abbreviaturen
3.5 Reformulierung der Forschungsfrage in der Terminologie der Theorie
4. Studiendesign: Das ‚Angeln‘ nach Spielregeln in Umgangsweisen mit Geschichte mittels ‚themenzentrierter Gruppendiskussionen‘ und rekonstruktiver Interpretationen
4.1. Zur rekonstruktiven Grundausrichtung des Studiendesigns
4.2 Datenerhebung mittels ‚themenzentrierter Gruppendiskussionen‘ in politischen Jugendgruppen
4.3 Fallbeschreibungen als Grundlage für relationale Typenbildung von Spielregeln
4.4 Reformulierung der Forschungsfragen in der Terminologie der Methode
5. Fallbeschreibungen zu den jeweiligen Deutungspraktiken und dahinterliegenden Spielregeln der Gruppen
5.1 Die rekonstruierten Spielregeln zu Umgangsweisen mit Geschichte im Überblick
5.2 Die ‚strategisch-widerwilligen Konventionsanpasser:innen‘
5.3 Die ‚engagiert-reflektierten Kolonialkritiker:innen‘
5.4 Die ‚auf Klärung fokussierten sowie kenntniszentrierten Geschichtsprofilier:innen‘
5.5 Die ‚zögerlich kolonialkritischen Kenntnisbevorzuger:innen‘
5.6 Die ‚involviert normsetzenden Gegenwartsbezieher:innen‘
6. Synopse rekonstruierter Deutungspraktiken und dahinterliegender Spannungsfelder
6.1 Geschichtsunterrichtserfahrungen im Spannungsfeld von variierenden Relevanzzuschreibungen sowie impliziten Begriffen historischen Lernens
6.2 Deutungspraktiken im Spannungsfeld von Kolonialverharmlosung und Kolonialkritik sowie Versuchen der Perspektivenüberwindung und Ansätzen zur Perspektivenreflexion
6.3 Spannungsfeld der Bildpositionen: Von Bildern als Methode bis hin zu den Erkenntnispotenzialen von Bildquellen sowie variierenden Forderungen zu Umgängen mit Bildern im Geschichtsunterricht
7. Fazit und abschließende Thesen
8. Abbildungsverzeichnis
9. Tabellenverzeichnis
10. Anhang
10.1 Diskussionsleitfaden für themenzentrierte Gruppendiskussionen
10.2 Verwendete Materialien für themenzentrierte Gruppendiskussionen
10.3 Themenverlaufspläne der Gruppen
10.4 Transkriptionsregeln und Schema für Interaktionsanalyse
Geschichtsunterricht erforschen
Welche impliziten „Spielregeln“ nutzen Jugendliche im Umgang mit Geschichte? Diese Frage untersucht Daniel Fastlabend-Vargas am Beispiel von Deutungsaushandlungen zu Kolonialfotografien anhand kontrastiver Gruppendiskussionen. Auf Grundlage einer praxeologischen Perspektive auf geschichtskulturelle Praktiken werden kontrastive Umgangsweisen sichtbar – von konventions- und kenntnisorientierten bis hin zu lebensweltlichen und gesellschaftskritischen Zugängen. Darüber hinaus rekonstruiert die Studie Spannungsfelder der Deutung von Kolonialgeschichte, des Umgangs mit Perspektivität und der Geschichtsvorstellungen Jugendlicher, aus denen sich Impulse für Theorie und Praxis ableiten lassen.
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Klassengespräche haben ein großes Lernpotenzial hinsichtlich der Förderung von fachlichen und überfachlichen Kompetenzen im Geschichtsunterricht. Zentrale Qualitätskriterien sind dabei eine dialogische Gesprächsleitung und ein diskussionsanregender Gesprächsanlass. Diese Studie untersucht, wie sich die Gesprächsleitungskompetenz von drei Geschichtslehrer*innen im Lauf einer einjährigen Fortbildung zu dialogischer Gesprächsführung veränderte. Dabei wird aufgezeigt, wie gelingende dialogische Klassengespräche im Geschichtsunterricht gestaltet werden können. Aus der Untersuchung können zudem Merkmale für erfolgreiche Fortbildungen abgeleitet werden.
Was kann man aus der Geschichte für das Leben lernen? Für dieses Buch wurde empirisch erforscht, welche Überzeugungen in dieser Frage unter österreichischen Lehrpersonen bestehen. Das Buch ist Ergebnis eines Habilitationsprojektes, im Zuge dessen 50 qualitative Interviews mit Lehrpersonen in Wien geführt wurden. Die erhobenen Daten machen es möglich, die "Philosophie des Faches" bzw. den Bildungswert, den die Lehrpersonen ihrem Fach beimessen, umfassend zu rekonstruieren.
Dieser Band versammelt theoretische Perspektiven, konzeptionelle Ansätze und empirische Erkenntnisse zur Professionalisierung von Geschichtslehrpersonen. Neben einem Überblick über die bisherigen methodologisch-methodischen Ausrichtungen werden auch bisher kaum berücksichtigte sowie neue Zugänge zu diesem Feld vorgestellt. Darüber hinaus bietet der Band beispielhaft praktische Vorschläge für die Initiierung von Professionalisierungsprozessen in der Hochschullehre und diskutiert, was als domänenspezifisches Professionswissen verstanden werden kann und wie die Forschung in diesem Feld weiterentwickelt werden könnte.
Es gibt bisher kaum empirische Erkenntnisse über historische Vorstellungen und Kompetenzen junger Kinder. Diese Studie stellt dazu drei zentrale Forschungsfragen: 1. Zu welchen historischen Inhalten verfügen Kinder bereits vor der ersten Geschichtsstunde über Vorstellungen? 2. Wie bildet sich Historie in den Vorstellungen der Kinder ab? 3. Welche Ausprägungen historischer Kompetenzen zeigen sich in der Auseinandersetzung mit Historie? Aus einer breiten Datengrundlage (Gruppenerhebungen mit 25 dritten Klassen und 68 teil-standardisierte Einzelinterviews mit Neunjährigen) ergibt sich, dass Kinder dieses Alters hinsichtlich aller historischen Epochen über Vorstellungen verfügen und in kategorisierenden wie prozeduralen Bereichen bereits Kompetenzen ausgeprägt haben. Anfangsunterricht kann also auf bereits vorhandene Fähigkeiten, Fertigkeiten und Bereitschaften zu historischem Denken aufbauen. Lehrkräfte sollten diese Chance gezielt nutzen.
Vor rund einem Jahrzehnt wurde in Österreich die domänenspezifische Kompetenzorientierung im Fach Geschichte und Sozialkunde/Politische Bildung curricular verordnet. Dies war ein Paradigmenwechsel, der den fachdidaktischen theoretischen Diskurs seither stark befruchtet. Doch wie ist die Kompetenzorientierung in der Praxis des Unterrichts und in den Überzeugungen von Lehrpersonen angekommen? Dieser Frage wurde im Rahmen zweier vom Autor an den Universitäten Salzburg und Oxford durchgeführten Forschungsprojekte empirisch nachgegangen. Der Autor hat 50 qualitative Interviews mit in der Praxis stehenden Lehrpersonen zahlreicher verschiedener Schulen durchgeführt und ausgewertet. Auf diese Weise konnte das Kompetenzverständnis der Lehrpersonen und deren Überzeugungen und Vorbehalte zum Thema Kompetenzorientierung umfassend rekonstruiert werden.
Any attempt to improve history education depends on a sound knowledge of its current state as well as of possible alternatives. Aiming to broaden nationally limited educational discourse, this book brings together twelve perspectives on history education research from across Europe and America. With a focus on empirical research, each chapter outlines national as well as disciplinary traditions, discusses findings and methodology and generates perspectives for future research, thus allowing insight into remarkably rich and diverse academic traditions. Since the publication of the first edition of this book, empirical research on historical thinking and learning has intensified and diversified. Therefore, each chapter was revised and extensively updated for this second edition. In order to adequately reflect the ever-growing field of research, several authors chose to bring on a coauthor for the updated version of their paper. Additionally, a new introduction provides a comparative perspective on the chapters contained in this volume.
Das gezielte Formulieren und Erkennen lernwirksamer Aufgaben sind zentrale Aspekte professioneller Kompetenz bei Geschichtslehrkräften. Auf der theoretischen Basis eines Kompetenzmodells für historisches Lehren steht die Entwicklung und Validierung eines vignettengestützten Testinstruments zur situierten Erfassung professioneller Kompetenz im Mittelpunkt der Studie. Die einzelnen Phasen der Testvalidierung werden ausführlich dargestellt und in Bezug auf die Güte des entwickelten Vignettentests reflektiert. Ergebnisse aus einer querschnittlich angelegten Haupterhebung liefern Hinweise auf Faktoren, die geschichtsdidaktische Kompetenzen beim Formulieren von Aufgaben bei angehenden Geschichtslehrkräften beeinflussen können. Die Studie leistet somit einen Beitrag zur geschichtsdidaktischen Professionalisierungsforschung.
Mit dem vorliegenden Band ist die empirische Wende zur Erforschung des historischen Denkens und Lernens im Geschichtsunterricht auf der Ebene der Elementar- und Primarstufe angekommen. Im Zentrum der hier versammelten Forschungsprojekte stehen die Vorstellungen junger Schülerinnen und Schüler zu Metakonzepten sowie die damit zusammenhängenden Kompetenzen und deren Fortentwicklung. Weitere Schwerpunkte bilden sowohl die Bereiche Differenzierung und Heterogenität als auch die Ausbildung von angehenden Lehrkräften für den Primarstufenbereich. Es zeigt sich, dass Grundschülerinnen und -schüler in der Lage sind, historisch zu denken und auf der Metaebene über Vergangenheit, Geschichte und theoretische Erkenntnisprozesse im Fach zu reflektieren. Passende Lerngelegenheiten können einen conceptual change einleiten.
In dieser Studie wird erstmals die Wirksamkeit der Arbeit mit Zeitzeugen (live, Video, Text) im Geschichtsunterricht in einem belastbaren Design mit einer ausreichend großen Stichprobe (900 Schülerinnen und Schüler) empirisch erfasst. Folgende Fragen stehen im Mittelpunkt: Welche Erwartungen knüpfen sich – ausgehend von der umfangreichen theoretischen Literatur zum Thema – an die Arbeit mit Zeitzeugen im Geschichtsunterricht? Wie kann die Wirksamkeit der Methode mit psychometrisch reliablen Instrumenten erfasst werden? Können mithilfe der Zeitzeugenmethode Kompetenzen historischen Denkens gefördert werden? Welche Vor- und Nachteile sind mit den verschiedenen Formen der Zeitzeugenbefragung (Live-Befragung versus Arbeit mit Zeitzeugen- „Konserven“) verbunden?
Die Geschichtsdidaktik hat den Geschichtsunterricht wiederentdeckt. Im Zentrum dieses Bandes steht eine als Transkript dokumentierte Doppelstunde zur Oktoberrevolution. Erstmals begeben sich unterschiedliche Fachleiter und renommierte Geschichtsdidaktiker auf die Suche nach Merkmalen guten Geschichtsunterrichts, indem sie ihren Blick auf einen gemeinsamen Datensatz richten. Sie profilieren ihre eigenen Urteilsmaßstäbe und äußern sich zur didaktischen Qualität der untersuchten Geschichtsstunde. Außerdem werden die Perspektiven des Lehrers und der Schüler untersucht.